Ehrung für Deutsch-Französische Kooperation – Daimler und Renault erhalten Wirtschaftspreis

Die Daimler AG und Renault SAS haben den renommierten Wirtschaftspreis der Deutsch-Französischen Industrie- und Handelskammer für ihre industrielle Kooperation erhalten.

Daimler-Renault

Der Präsident der Deutsch-Französischen Industrie- und Handelskammer, Guy Maugis, übergab den diesjährigen Preis im Rahmen einer Feierstunde am 09. Dezember in Paris an Jacques Verdonck, den Renault-Nissan Alliance Director für die strategische Zusammenarbeit mit Daimler.Die Deutsch-Französische Industrie- und Handelskammer würdigt mit seiner Auszeichnung Unternehmen in beiden Ländern für ihre Verdienste um die Kooperation in vier Bereichen: industrielle Kooperation, Umwelt, Innovation und neue Technologien sowie Personalmanagement.

Seit dem Jahr 2010 arbeiten beide Automobilhersteller in enger Partnerschaft und haben diese sogar mit der Zeit noch weiter verstärkt bzw. erweitert. Zu den ersten Produkten dieser Zusammenarbeit gehört der City-Van Citan, der seit September 2012 auf dem Markt ist. Der Citan basiert auf dem Renault Kangoo. Das Fahrzeug wird im Renault-Werk im französischen Maubeuge hergestellt. Dort produziert Renault auch seinen Kangoo.

Der Mercedes-Benz Citan, der einen Anteil von rund 25 % an der Gesamtproduktion des Werks Maubeuge hat, stärkt die Arbeitsplatzsicherheit und Effizienz des Werks im Osten Frankreichs. Er wird von einem gemeinsam von Renault und Daimler entwickelten 4-Zylinder-Dieselmotor mit einem Hubraum von 1,5 Liter angetrieben. Eine Variante dieses Motors wurde im Jahr 2012 in neuen Mercedes-Benz A- und B-Klassen auf den Markt gebracht.

„Die Partnerschaft hat sich bereits weit über ihren ursprünglichen Rahmen hinaus entwickelt. Was als eine Kooperation bei Projekten begonnen hatte, die sich hauptsächlich auf Kleinwagen in Europa konzentrierte, ist nun ein diversifiziertes Portfolio in weltweiten Projekten, und wir sehen keine Hindernisse für künftiges Wachstum“, so Dieter Zetsche, Daimler-Vorstandsvorsitzender und Leiter Mercedes-Benz Cars.

„Diese Kooperation ist nach jedem objektiven Maßstab eine der leistungsfähigsten in der Automobilindustrie. Dank dieser Kooperation können alle Partner von verbesserten Größenvorteilen profitieren, ohne damit die Eigenständigkeit ihrer Marken und Produkte zu beeinträchtigen“, sagte Carlos Ghosn, Chairman und CEO der Renault-Nissan Allianz.

„Das Citan-Projekt hat ein beispielloses Maß an Vertrauen und Transparenz in der Zusammenarbeit französischer und deutscher Kollegen erfordert, die zuvor noch nie zusammengearbeitet hatten. Dieses Projekt zeigt, wie tief diese Partnerschaft mittlerweile in unseren Fertigungsprozessen und unseren gemeinsamen Belegschaften verankert ist“, so Jacques Verdonck, Leiter der Renault-Nissan Allianz für die strategische Kooperation mit Daimler. Verdonck, der als Vertreter Renaults die Auszeichnung bei der Verleihungszeremonie in Paris entgegennahm, hatte die Verhandlungen über die strategische Partnerschaft zwischen der Renault-Nissan Allianz und Daimler geführt.

„Das Projekt erforderte die tägliche Zusammenarbeit der Teams in Deutschland und Frankreich. Um sich zu verstehen und um eine gemeinsame Sprache auf der Grundlage gemeinsamer Richtlinien, Meilensteine und Produktdefinitionen zu sprechen“, sagte Gero Herrmann, Senior Vice President Cooperation Coordination Renault-Nissan bei Daimler. „Kooperation ist keine Zauberei, sondern das Ergebnis harter täglicher Arbeit. Unsere Teams haben diese Arbeit geleistet und werden auch weiterhin kontinuierlich an dieser Kooperation arbeiten.“

Europäische Wurzeln mit globaler Reichweite
Die strategische Kooperation von Renault-Nissan und Daimler wird durch Überkreuzbeteiligungen gefestigt. Im Jahr 2010 übernahm Daimler eine Beteiligung von 3,1 % an Renault und Nissan, die wiederum mit jeweils 1,55 % an Daimler beteiligt sind.

Geleitet wird die Partnerschaft von einem Kooperationsausschuss unter dem Vorsitz von Carlos Ghosn und Dieter Zetsche. Dieser Ausschuss besteht aus leitenden Führungskräften von Renault, Nissan, der Renault-Nissan Allianz und Daimler. Dieses Lenkungsgremium kommt zehn Mal pro Jahr zusammen, um die Realisierung vereinbarter Projekte sicherzustellen und Vorschläge für weitere Kooperationsprojekte zu diskutieren.
Zusätzlich zu gemeinsamen Motorenprojekten arbeiten Renault und Daimler im slowenischen Novo Mesto auch an der nächsten Generation des Twingo und der smart-Produktion. Diese Kleinwagen werden nun zusammen auf Grundlage einer gemeinsamen Architektur entwickelt, behalten aber ihre Unabhängigkeit mit einer unverwechselbaren Markenidentität. Die Autos kommen in der zweiten Jahreshälfte 2014 auf den Markt.

Nissan und Daimler arbeiten auch an verschiedenen bilateralen Projekten, darunter die gemeinsame Produktion von Mercedes-Benz 4-Zylinder-Benzinmotoren in Nissans Montagewerk für Antriebsstränge in Decherd (Tennessee/USA). Die Produktion der Motoren, die in Mercedes-Benz und Infiniti-Modellen eingesetzt werden, beginnt Mitte 2014 mit einer geplanten Kapazität von 250.000 Einheiten pro Jahr, sobald die Produktion vollständig hochgelaufen ist. Darüber hinaus arbeiten Nissan, Daimler und Ford Motor Co. an der Entwicklung eines gemeinsamen Brennstoffzellenstacks und -systems, um die Marktreife von Brennstoffzellenfahrzeugen durch eine Reduzierung der Kosten voranzubringen.

Quelle: Daimler AG