Daimler Truck kämpft mit US-Flaute – Absatz deutlich rückläufig

Daimler Truck ist schwach ins Jahr 2026 gestartet. Ein deutlicher Nachfragerückgang in den USA belastet den Nutzfahrzeughersteller und drückt die weltweiten Verkaufszahlen spürbar nach unten.

Deutlicher Dämpfer zum Jahresauftakt

Im ersten Quartal setzte der Konzern rund 68.800 Lkw und Busse ab – ein Minus von etwa neun Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Besonders gravierend ist die Entwicklung in Nordamerika: Dort brachen die Verkäufe um rund ein Viertel ein. Damit bestätigt sich ein Trend, der sich bereits im vergangenen Jahr abgezeichnet hatte.

Die Ursachen liegen vor allem in der Unsicherheit auf dem US-Markt. Viele Transportunternehmen halten sich mit Investitionen zurück, da sie die zukünftige wirtschaftliche Entwicklung schwer einschätzen können. Hinzu kommen handelspolitische Risiken, etwa durch mögliche Zölle. Diese belasten die Planungssicherheit zusätzlich und wirken wie eine Investitionsbremse für Speditionen – und damit auch für Lkw-Hersteller.

Uneinheitliches Bild im Konzern

Während das Nordamerika-Geschäft schwächelt, zeigen andere Bereiche ein differenziertes Bild:

  • Mercedes-Benz Trucks konnte zulegen und die Verkaufszahlen steigern
  • Das Bussegment hingegen verzeichnete einen deutlichen Rückgang

Diese Entwicklung verdeutlicht, wie unterschiedlich sich einzelne Märkte und Produktbereiche derzeit entwickeln.

Gewinn bereits unter Druck

Schon 2025 hatte Daimler Truck mit Gegenwind zu kämpfen. Der Gewinn brach deutlich ein, auch Umsatz und Absatz gingen zurück. Nordamerika entwickelte sich dabei bereits zur Problemregion. Die aktuellen Zahlen verstärken den Eindruck, dass der Konzern strukturell stärker gefordert ist als noch vor wenigen Jahren.

Als Reaktion hat Daimler Truck ein umfangreiches Effizienzprogramm gestartet. Unter dem Titel „Cost Down Europe“ sollen die Kosten bis 2030 um mehr als eine Milliarde Euro gesenkt werden. Teil des Programms ist auch ein Stellenabbau, insbesondere in Deutschland. Ziel ist es, die Wettbewerbsfähigkeit langfristig zu sichern.

Ausblick bleibt unsicher

Ob sich die Lage kurzfristig verbessert, hängt maßgeblich von der Entwicklung in den USA ab. Stabilisiert sich der Markt, könnte auch Daimler Truck wieder auf Wachstumskurs zurückkehren. Bleibt die Nachfrage jedoch schwach, dürfte der Druck auf den Konzern anhalten.

Bilder: Daimler Truck AG

6 Kommentare
Älteste
Neueste Meist bewertet
XRT 78
1 Monat zuvor

Klar, die Zölle sind Schuld… man kann diese ewigen Ausreden vom Management nicht mehr hören !

XRT80
Reply to  XRT 78
1 Monat zuvor

Wenn die Zölle es nicht sind, was dann?

JM13
Reply to  XRT 78
1 Monat zuvor

Negative Zahlen hätte ich auch im PKW-Bereich in den USA erwartet. Aber die PKW-Zahlen sind gestiegen und haben positiv überrascht. Woran liegt der Unterschied zwischen Bus und PKW? Die Zölle sind scheinbar kein Grund für die unterschiedliche Entwicklung.

Zuletzt editiert am 1 Monat zuvor von JM13
Trucker
Reply to  JM13
1 Monat zuvor

Nun, ein PKW ist deutlich kleiner als ein Bus. Auch passen weniger Menschen in einen PKW. Ein PKW wird oft (nicht nur) privat gekauft, einen Bus haben wenige in der privaten Verwendung. Mit einem PKW will man oft von A nach B kommen. Das erzeugt Kosten. Ein Bus wir eingesetzt um den Transport von Menschen mit Gewinnabsicht zu ermöglichen. Ein PKW (abgesehen von Taxi, Feuerwehr etc) ist ein Konsumgut. Ein Bus ein Investitionsgut.

Michael Sommer
1 Monat zuvor

Echt merkwürdig. Aber es muss noch dicker kommen Mannheim/Ludwigshafen. Es sind in den Bauten schon so viele Plätze leer.

Hans W.
Reply to  Michael Sommer
1 Monat zuvor

1. Das Werk ist in Mannheim, Ludwigshafen hat damit nichts zu tun.
2. Meines Wissens verkauft sich der eCitaro mehr als gut. Die Auslastung bei diesem Modell ist hoch.
3. In eine der „leeren“ Bauten wurde eine Batteriefertigung aufgezogen
4. In mind. eine der anderen „leeren“ Bauten
zieht eine Motorenfertigung von Cummins ein.
5. Insgesamt gesehen, stehen nicht „viele“ Bauten leer.