Mercedes-Benz Trucks baut sein Angebot an batterieelektrischen Nutzfahrzeugen weiter aus und bringt mit dem neuen eActros Lowliner eine speziell für Volumentransporte ausgelegte Variante auf den Markt. Das Fahrzeug ergänzt die bestehende eActros-Baureihe und richtet sich insbesondere an Logistikunternehmen, die großvolumige Güter im Fernverkehr lokal CO₂e-frei transportieren wollen.

Bestellbar soll der neue Lowliner des eActros bereits ab dem dritten Quartal 2026 in den EU30-Märkten sowie weiteren Regionen sein. Die Serienproduktion im Werk Wörth am Rhein ist für das zweite Quartal 2027 vorgesehen. Ausführliche Informationen will der Hersteller auf der IAA Transportation im September präsentieren.
Speziell für Volumentransporte entwickelt
Lowliner-Fahrzeuge zeichnen sich durch eine besonders niedrige Aufsattelhöhe aus. Dadurch können sogenannte Mega-Trailer mit größerem Innenraum eingesetzt werden, was insbesondere beim Transport voluminöser, aber vergleichsweise leichter Güter Vorteile bietet. Dazu zählen etwa stark verpackte Waren oder Kartonagen.
Technisch basiert der neue eActros Lowliner auf dem bereits eingeführten eActros 600. Nach Angaben von Mercedes-Benz Trucks übernimmt das Modell zentrale Komponenten wie die selbst entwickelte elektrische Antriebsachse, die Lithium-Eisenphosphat-Batterietechnologie (LFP) sowie die 800-Volt-Architektur.
„Der eActros Lowliner steht für den nächsten Schritt der Erweiterung in unserem batterieelektrischen Fernverkehrs-Portfolio“, erklärt Achim Puchert, CEO von Mercedes-Benz Trucks. Das Fahrzeug sei konsequent auf den Volumentransport mit Mega-Trailern ausgelegt und erweitere die Einsatzmöglichkeiten für Kunden deutlich.

Nahtlose Integration in bestehende Flotten
Der eActros Lowliner wird als 4×2-Sattelzugmaschine mit einem Radstand von 4.000 Millimetern angeboten. Nach Herstellerangaben entsprechen Kupplungshöhe und Bodenfreiheit den Werten vergleichbarer Dieselmodelle. Dadurch sollen bestehende Transportkonzepte ohne größere Anpassungen auf elektrische Fahrzeuge umgestellt werden können.
Mit diesen Spezifikationen orientiert sich Mercedes-Benz Trucks bewusst an den etablierten Lowliner-Konzepten im Fernverkehr. Speditionen sollen die Fahrzeuge ohne Einschränkungen mit vorhandenen Mega-Trailern kombinieren können.
Zwei Batterievarianten für unterschiedliche Anforderungen
Kunden können zwischen zwei Batterievarianten wählen. Die Version eActros 400 Lowliner verfügt über zwei Batteriepakete mit zusammen 414 Kilowattstunden installierter Kapazität. Der eActros 600 Lowliner nutzt drei Batteriepakete und kommt auf 621 Kilowattstunden.
Die Reichweite der größeren Variante soll laut Hersteller in etwa auf dem Niveau des eActros 600 liegen, der unter Testbedingungen bis zu 500 Kilometer ohne Zwischenladung zurücklegen kann. Die kleinere Batterieausführung bietet dagegen einen Gewichtsvorteil und ermöglicht eine höhere Nutzlast.
So kann der eActros 400 Lowliner bis zu 24 Tonnen Zuladung transportieren. Beim eActros 600 Lowliner liegt die maximale Nutzlast bei bis zu 21 Tonnen.
Schnelles Laden und Vorbereitung auf Megawatt-Technologie
Geladen werden beide Varianten serienmäßig über eine CCS2-Schnittstelle mit bis zu 400 Kilowatt Leistung. Die Ladezeit von zehn auf 80 Prozent beträgt laut Mercedes-Benz Trucks rund 46 Minuten bei der Zwei-Batterie-Version und etwa 70 Minuten bei der Ausführung mit drei Batteriepaketen.
Darüber hinaus sollen beide Modelle künftig auch das Megawatt Charging System (MCS) unterstützen. Hierfür wird optional eine zusätzliche MCS-Ladebuchse angeboten, die auf die künftig entstehende Hochleistungsladeinfrastruktur für schwere Nutzfahrzeuge ausgelegt ist.
Effizienter Antrieb mit Rekuperation
Für den Antrieb sorgt eine E-Achse mit zwei Elektromotoren und Vier-Gang-Getriebe. Die Dauerleistung beträgt 400 Kilowatt, kurzfristig stehen bis zu 600 Kilowatt zur Verfügung. Die Energieeffizienz wird durch verschiedene Rekuperationsstufen unterstützt, bei denen Bremsenergie zurückgewonnen und in den Batterien gespeichert wird.
Fahrer können die Stärke der Rekuperation individuell anpassen oder das sogenannte One-Pedal-Driving nutzen. Dabei wird das Fahrzeug überwiegend über die Energierückgewinnung verzögert, wodurch die mechanischen Bremsen entlastet werden.
Vorausschauende Fahrweise für mehr Reichweite
Zur Serienausstattung gehört zudem die speziell für Elektrofahrzeuge entwickelte vorausschauende Antriebssteuerung Predictive Powertrain Control. Das System berücksichtigt automatisch Topografie, Straßenverlauf, Verkehrszeichen sowie Navigationsdaten und passt die Fahrstrategie entsprechend an.
Dadurch sollen unnötige Brems- und Beschleunigungsvorgänge vermieden und die verfügbare Batterieenergie möglichst effizient genutzt werden. Dies kann insbesondere im Fernverkehr zur Erhöhung der Reichweite beitragen.
Ausbau der E-Mobilität im Fernverkehr
Mit dem eActros Lowliner reagiert Mercedes-Benz Trucks auf die wachsende Nachfrage nach emissionsfreien Transportlösungen im volumenstarken Fernverkehr. Gleichzeitig setzt der Hersteller den Ausbau seines elektrischen Nutzfahrzeugportfolios fort, das inzwischen rund 40 Varianten für unterschiedliche Einsatzprofile umfasst.
Die neue Lowliner-Version soll dabei insbesondere Unternehmen ansprechen, die bisher auf klassische Mega-Trailer-Konzepte angewiesen sind und ihre Transporte künftig elektrifizieren möchten.
Bilder (zeigen Prototyp): Daimler Truck AG

