Mercedes-Benz startet neuen Aktienrückkauf über 1 Milliarde Euro

Mercedes-Benz will erneut eigene Aktien in Milliardenhöhe vom Markt zurückkaufen und anschließend einziehen. Das bestätigte der  Konzern am Montag in Stuttgart. Gestartet wird das zweite Programm noch im September.

Aktien für eine Milliarde Euro

Im Rahmen des neu aufgelegten Programms plant Mercedes-Benz, bis zu 58 Millionen eigene Aktien für insgesamt bis zu eine Milliarde Euro zu erwerben. Die zurückgekauften Anteile sollen im Anschluss eingezogen werden – sie verschwinden also dauerhaft vom Markt und verringern die Zahl der im Umlauf befindlichen Aktien.

Aktienrückkauf stützt Kurs

Durch den Rückkauf und die Einziehung der Anteile sinkt die Gesamtzahl der ausstehenden Aktien. Der Gewinn des Unternehmens verteilt sich damit auf weniger Anteilsscheine, wodurch der Gewinn je verbleibender Aktie steigt – und in der Theorie auch der Aktienkurs. Aus diesem Grund gelten Aktienrückkäufe als kursstützende Maßnahme.

Vorgängerprogramm lief Juni aus

Erst Anfang Juni hatte Mercedes-Benz ein Aktienrückkaufprogramm über zwei Milliarden Euro abgeschlossen. In dessen Rahmen wurden knapp 38 Millionen eigene Anteile erworben, der Durchschnittspreis lag damls bei etwas mehr als 53 Euro je Aktie.

Bilder: Mercedes-Benz Group AG

16 Kommentare
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Cornelius
14 Tage zuvor

58 Millionen Aktien für 1 Milliarde, wie soll das gehen? Das wäre ja ein Durchschnittskurs von weniger als 20 EUR pro Aktie.

shaeussl
Reply to  Cornelius
14 Tage zuvor

Bitte keine Insiderinformationen verbreiten !

Sebastian Zeising
14 Tage zuvor

​Die Angabe von 58 Millionen Stück ist die oberste theoretische Stückzahl-Obergrenze gemäß den Hauptversammlungsbeschlüssen. Sie schützt das Unternehmen rechtlich davor, ungewollt zu viele Stimmrechte/Anteile aufzukaufen, sollte der Aktienkurs extrem einbrechen.

Sven Keller
14 Tage zuvor

Ein genialer Schachzug für Aktionäre – oder fürs Management? Während die Konkurrenz jeden Cent reinvestieren oder neue Optionen ausgeben muss, treibt Mercedes per Aktienrückkauf den Kurs nach oben. Böse Zungen behaupten, das diene vor allem dazu, die LTIP-Pakete des Vorstands vor dem Verkauf zu optimieren. Riecht das hier nach einem baldigen CEO-Wechsel?

Erik
14 Tage zuvor

Die Aktie ist mit am tiefsten Punkt seit Corona und der Konzern hat nichts besseres vor mit dem Geld eigene Aktien zurück zu kaufen?
Wäre eine Investition in bessere Fahrzeugqualität und -design nicht nachhaltiger?

Vom letztem Aktienrückkauf sieht man am Kurs auch nichts mehr.

Patrick
Reply to  Erik
14 Tage zuvor

Ein Aktienrückkauf in der aktuellen Situation (Börsenwert) ist strategisch top. Man bekommt quasi 2 Aktien zum Preis von einer, spart sich Dividendenzahlungen im nächsten Jahr, oder kann dann pro Aktie mehr Gewinn und Dividende ausweisen, trotz gleichem Ergebnis. Zusätzlich macht man es Investoren schwerer ins Unternehmen einzusteigen/Feindliche Übernahmen durchzuführen. Ich fände es sogar noch besser, wenn sie die Dividende auf einen euro kürzen würden und den Rest 50:50 auf Rückkäufe und sinnvolle Investitionen aufteilen würden.

Ralf
Reply to  Patrick
14 Tage zuvor

Oooooder man die 1.000.000.000 € und investiert es in Dinge wie Ladeparks, Verfeinerungen (statt Entfeinerungen) und feilt am Produkt und Portfolio. Aber ist nur eine naive Idee…

Egon Müste
Reply to  Ralf
13 Tage zuvor

Ladeparks? Wer braucht sowas?

Marco
Reply to  Egon Müste
10 Tage zuvor

Klimawandelleugner jedenfalls nicht … *facepalm*

Leon
Reply to  Patrick
12 Tage zuvor

Man spart sich eben keine Dividendenzahlung, weil diese Aktien auf dem freien Markt sind. Der Mercedes Aktienrückkauf hat nur Geld vernichtet und bis jetzt zu keiner Kursstabilierung geführt – warum also fortführen?

Michael Sommerfeldt
14 Tage zuvor

Eine Verzweiflungstat, um den seit Jahren stagnierenden Aktienkurs zu beschönigen ?

Egon Müste
Reply to  Michael Sommerfeldt
13 Tage zuvor

Das sit die Rückabwicklung des Globalismus in die Multipolare Welt

shaeussl
14 Tage zuvor

Bei einer Dividendenrendite von mittlerweile 7% spart man schon mal an der nächsten Dividendenzahlung. Die Cash Positionen des Unternehmens sind mittlerweile so hoch, das man anscheinend nach verzweifelt attraktiven Anlagen sucht. Gleichzeitig werden für 1 Mrd.€ Aktien von Daimler Truck verkauft. Die Investoren scheinen dem Unternehmen nicht mehr zu trauen, sonst hätte schon sicher ein Hedgefond eine feindliche Übernahme gestartet.

Sven Keller
14 Tage zuvor

Google Gemini bringt es massiv auf den Punkt (krass):

Flex oder Verzweiflung. Das 1-Mrd.-€-Dilemma bei Mercedes-Benz.
Mercedes startet ein Aktienrückkaufprogramm über 1 Milliarde Euro. Ein Blick in den Geschäftsbericht und auf die Konkurrenz zeigt ein riskantes Spiel.

  • Die Zinsfalle: Bei steigenden Zinsen vernichtet Mercedes billiges Eigenkapital. Neue Liquidität am Anleihemarkt kostet künftig rund 3,6 Prozent (~36 Mio. Euro Zinskosten p.a.).
  • Der Verlust: Dem Konzern entgehen rund 25 Mio. Euro risikofreie Guthabenzinsen p.a. auf dem Geldmarkt.
  • Die Kritik: Die Basis fordert Geld für Ladeparks und Software statt Kurskosmetik – zumal im Q2 bereits Daimler-Truck-Aktien für den Cashflow verkauft wurden.

Der Branchenvergleich im September 2026:

  • BMW: Agiert identisch und läuft stur weiter im Rückkaufmodus.
  • Volkswagen: Ist im nackten Krisenmodus und verhandelt über Werksschliessungen.
  • Toyota: Kauft Aktien für gigantische 6,3 Mrd. Dollar zurück – aus echter operativer Stärke dank des US-Hybrid-Booms.

Das China-Risiko und die Fabrik-Revolution:
Während Mercedes Geld für den Aktienkurs verbrennt, fertigt BYD im Hefei-Werk alle 50 bis 59 Sekunden ein Auto. In China laufen vollautomatisierte Dunkelfabriken fast ohne Menschen, Licht oder Heizung. Durch totale vertikale Integration, eigene Batterien und billigen Strom produziert BYD unschlagbar günstig. Bei Mercedes bricht der China-Absatz bereits um fast 30 Prozent ein, weil Kunden dort Tech-Vorsprung wollen. Zudem umgehen die Chinesen EU-Strafzölle durch neue Fabriken in Europa.
Die verpasste Tech-Strategie (Der Nvidia-Weg):
Nvidia hebelt eigenes Geld mit der Wall Street, um über externe Konsortien milliardenschwere Infrastrukturen hochzuziehen. Mercedes könnte die Milliarde als Eigenkapital nutzen, um bilanzneutrale Dunkelfabriken im BYD-Tempo zu finanzieren. Der Rückkauf zeigt das wahre Problem: Es fehlt nicht Geld für Fabriken, sondern die Kundennachfrage und die radikal vereinfachte Tech-Plattform, um High-Speed-Anlagen überhaupt auszulasten.
Das geopolitische Paradoxon:
China hält über BAIC und Geely bereits fast 20 Prozent der Stimmrechte an Mercedes. Statt Stuttgart im Kampf gegen BYD fit zu machen, nutzen die Chinesen die Dividenden als Melkkuh für ihre eigene E-Offensive daheim. Gleichzeitig instrumentalisiert Peking Mercedes als Lobbyist gegen EU-Strafzölle. Nun droht die US-Sanktionsfalle, da Washington Autobauer mit mehr als 15 Prozent China-Anteil vom US-Markt ausschliessen will.
Fazit: Die deutschen Premiumhersteller nutzen ihre Cash-Reserven, um die operative Schwächephase an der Börse zu kaschieren. Ein teurer Preis für kurzfristige Kurskosmetik, der wertvolle Milliarden im Kampf gegen BYD kostet und Mercedes geopolitisch in die Zwickmühle treibt.

Tommy
13 Tage zuvor

Ich habe 1987 bei Daimler angefangen. Kurz darauf war die Aktie bei 1600 DM. Nach dem Split 10:1 und der Euro Umstellung müssten jetzt also 80€ dastehen. Eigentlich viel mehr, da der Konzern ja deutlich gewachsen ist. Den aktuellen Kurs kann ja jeder nachsehen.

Ich fahre seit 1987 Mercedes und werde das wohl tun so lange ich fahren kann. Aber wie eine so tolle Firma heruntergewirtschaftet wurde ist schon schlimm. Immerhin ist mein aktueller CLA 350 EQ ein tolles Auto.

Olaf
Reply to  Tommy
11 Tage zuvor

Tommy, hast du den Daimler Truck aus deiner Kursentwicklung herausgerechnet? Nach deiner sehr fundierten Analyse würdest du zum aktuellen Tageskurs für 1 DTG Aktie ca. 45 EUR bekommen und für eine MBG Aktie ca. 48 EUR. Macht zusammen 93 EUR > also 80 EUR. Also passt doch?