Wenn am Steuer eines fast 130 Jahre alten Lastwagens gesessen wird, kommt schnell Gänsehaut auf – genau dieses Gefühl konnten Besucher und Teilnehmer Ende August im Mercedes-Benz Werk Wörth erleben. Dort fiel der Startschuss zur diesjährigen Deutschlandfahrt, einer der traditionsreichsten Oldtimer-Touren Europas für historische Nutzfahrzeuge. Und der Termin könnte symbolträchtiger kaum sein: 2026 feiert Mercedes-Benz Trucks das 130-jährige Jubiläum des Lastwagens – jener Fahrzeuggattung, die Gottlieb Daimler einst aus der Taufe hob.
Ein Auftakt mit Geschichte
Die Deutschlandfahrt gilt seit Jahrzehnten als Fixpunkt der Oldtimer-Szene für Nutzfahrzeuge. Organisiert wird sie vom ETM Verlag zusammen mit dem Nutzfahrzeugunternehmer und Sammler Joachim Fehrenkötter. Ihr Reiz liegt in der Vielfalt: Lastwagen und Busse unterschiedlichster Marken und Baujahre rollen gemeinsam über die Straßen und erzählen dabei, jeder auf seine Weise, ein Stück Technikgeschichte.
In diesem Jahr führt die Route nicht nur durch Deutschland, sondern auch durch Luxemburg, Belgien und die Niederlande – insgesamt rund 1.086 Kilometer, die ganz im Zeichen der BeNeLux-Region stehen. Nach dem Start in Wörth ging es zunächst über rund 300 Kilometer nach Lentzweiler in Luxemburg, ehe die Tour weiter über Hulst, Wognum, Druten und Eindhoven verläuft. Ihren Abschluss findet die Deutschlandfahrt am 6. September im nordrhein-westfälischen Weeze.
Der Urahn rollt mit
Besondere Aufmerksamkeit dürfte einem Exponat aus der Mercedes-Benz Sammlung gelten: dem original erhaltenen Daimler Motor-Lastwagen von 1899. Das Fahrzeug zählt zu den ältesten Stücken der Markenhistorie und steht sinnbildlich für die Geburtsstunde des motorisierten Gütertransports. Gemeinsam mit weiteren historischen Fahrzeugen aus dem Hause Mercedes-Benz Trucks veranschaulicht der Oldtimer eindrucksvoll, wie sich Technik, Effizienz, Sicherheit und Fahrerkomfort im Lkw-Bau über mehr als ein Jahrhundert entwickelt haben.
Mehr als Nostalgie
Für Jean-Marc Diss, Head of Sales & Marketing bei Mercedes-Benz Trucks Europe, ist die Teilnahme an der Deutschlandfahrt weit mehr als ein nostalgischer Ausflug in die Vergangenheit. Er sieht in den 130 Jahren Lkw-Geschichte vor allem eine Erfolgsgeschichte aus Innovation, Zuverlässigkeit und enger Zusammenarbeit mit den Kunden – eine Entwicklung, die der Hersteller bis heute aktiv mitgestaltet. Das Nebeneinander historischer Fahrzeuge verschiedenster Marken mache dabei sichtbar, welchen Stellenwert der Straßengüterverkehr für Wirtschaft und Gesellschaft gewonnen hat.
Brücke zwischen Gestern und Morgen
Dass Mercedes-Benz Trucks ausgerechnet im Jubiläumsjahr den Auftakt einer solchen Traditionsveranstaltung ausrichtet, ist kein Zufall. Die Marke nutzt die Deutschlandfahrt bewusst als Bühne, um die eigene Geschichte dort erlebbar zu machen, wo sie einst begann: auf der Straße. Zugleich schlägt die Veranstaltung den Bogen in die Gegenwart und Zukunft – von Gottlieb Daimlers erstem Lastwagen bis zu den modernen und künftigen Transportlösungen des Konzerns.
Für Nutzfahrzeugfans, Sammler und Branchenkenner dürfte die diesjährige Deutschlandfahrt damit gleich in mehrfacher Hinsicht ein Highlight sein: als Fahrspaß auf historischem Gerät, als lebendiges Stück Technikgeschichte – und als Erinnerung daran, wie sehr der Lastwagen seit 130 Jahren Mobilität, Versorgung und wirtschaftliche Entwicklung in Europa prägt.
Strecke 2026: Wörth am Rhein – Lentzweiler (Luxemburg) – Hulst – Wognum – Druten – Eindhoven – Weeze (Zielankunft 6. September), rund 1.086 Kilometer.
Bilder: Daimler Truck AG














