Mercedes-Benz hat im dritten Quartal einen deutlichen Rückgang der Profitabilität in seiner Pkw-Sparte verbucht. Die bereinigte Umsatzrendite im Geschäftsbereich Cars sank auf 2,5 Prozent, nach 4,8 Prozent im Vorjahreszeitraum. Das teilte das Unternehmen heute mit. Als Hauptgründe nennt der Konzern die schwache Nachfrage in China sowie Aufwendungen für neue Produkte.
Operativer Gewinn unter der Hälfte
Auch in absoluten Zahlen fällt der Rückgang bei Mercedes deutlich aus: Der operative Gewinn im Autobereich belief sich auf 560 Millionen Euro und lag damit weniger als halb so hoch wie ein Jahr zuvor. Besonders stark belastet wurde das Ergebnis vom Absatzeinbruch in der Volksrepublik. Dort lieferte Mercedes im Quartal 86.800 Fahrzeuge aus, 31 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Konzernchef Ola Källenius räumte ein, dass sich die Lage am Markt im Jahresverlauf zugespitzt habe. Die Bedingungen seien „noch herausfordernder geworden, insbesondere in China“, so der Vorstandsvorsitzende.
Prognose bereits am Vortag gesenkt
Die Zahlen kamen für Beobachter nicht überraschend. Bereits am Dienstag hatte der Konzern wegen der Probleme im chinesischen Markt seine Erwartungen für 2026 nach unten korrigiert. Für das Gesamtjahr rechnet Mercedes nun mit einer Umsatzrendite von zwei bis drei Prozent. Zuvor hatte das Unternehmen drei bis fünf Prozent in Aussicht gestellt. Auch beim Vorsteuergewinn nimmt der Konzern die Erwartungen zurück: Statt der zunächst angepeilten deutlichen Verbesserung wird nun ein Ergebnis auf Vorjahresniveau erwartet. Für das vierte Quartal kalkuliert Mercedes zudem mit höheren Kosten, darunter steigende Materialkosten. Zusätzlich verweist das Unternehmen auf das „zunehmend herausfordernde Marktumfeld“ in China.
Es ist nicht die erste Korrektur in diesem Jahr. Schon bei der Vorlage der Halbjahreszahlen im Juli hatte Mercedes unter Verweis auf Schwierigkeiten in China die Umsatzprognose gesenkt. Im zweiten Quartal war der Absatz in der Volksrepublik bereits um 30 Prozent eingebrochen.
Strukturelle Probleme im größten Automarkt
Die Entwicklung steht exemplarisch für die Lage der deutschen Hersteller im wichtigsten Einzelmarkt der Branche. Die Konsumstimmung in China bleibt schwach. Zugleich tun sich deutsche Elektroautos gegen deutlich günstigere Modelle chinesischer Anbieter schwer, die den Heimatmarkt zunehmend dominieren.
Für Mercedes bedeutet das einen doppelten Druck: Das Unternehmen muss einerseits in neue Modelle investieren, um im Wettbewerb um die Elektromobilität zu bestehen, und verliert andererseits ausgerechnet in einem Markt an Boden, der bislang stark zu den Gewinnen beitrug.
Bild: Mercedes-Benz Group AG


