Mit der Aufspaltung der Daimler AG in die Pkw-Sparte als Mercedes-Benz AG und der Lkw-Sparte als Daimler Truck AG wechselt auch im Rahmen des „Projekt Fokus“ der Markenahme „Daimler“ den Besitzer – und das für fast 10 Millionen Euro.

 

Markenname „Daimler“ bleibt in der Region Stuttgart

Mit der Aufspaltung des Konzerns in die Mercedes-Benz AG, welche ihren Sitz in Stuttgart belässt, geht die Lkw-Sparte als Daimler Truck AG mit Hauptsitz nach Leinfelden-Echterdingen (Kreis Esslingen). Im Dezember 2021 wird der weltbekannte Daimler-Konzern dazu endgültig in zwei T eile aufgespalten. Im Spaltungsvertrag ist dazu vermerkt, dass die Marke „Daimler“ zudem endgültig verkauft wird – für 9.7 Millionen Euro an die Daimler Truck AG. Der Name bleibt damit nicht in der Landeshauptstadt Stuttgart, jedoch noch in der Region selbst erhalten.

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Verkauf für 9.7 Millionen Euro

Nach dem Spaltungsvertrag hat die Daimler AG „alle eingetragenen oder durch Benutzung erworbenen Rechte an der Marke Daimler sowie die dazugehörigen Markenfamilien und Domains“ an die künftig eigenständige Lkw-Sparte des Konzerns abzugeben.

Der Mercedes-Stern als Konzernlogo der Daimler AG bleibt aber auf den Motorhauben der Modelle und soll zukünftig sowohl die Autos und Vans der Mercedes-Benz AG, als auch die schweren Nutzfahrzeuge und Busse der Daimler Truck AG zieren. Da der Mercedes-Stern als Logo der Daimler AG aber markenrechtlich geschützt ist, muss die künftig eigenständige Truck-Sparte für den Zugriff auf das Portfolio einmalig 38.4 Millionen Euro zahlen. Als Gegenleistung verpflichtet sich der Mutterkonzern, die Daimler Truck AG mit Rücklagen auszustatten – im Gespräch sind hier rund zwei Milliarden Euro für ein eigenes Finanzdienstleistungsgeschäft.

Bild: Daimler AG

21 Kommentare
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Alex A.
2 Monate zuvor

Diese Papiergeld-Schieberei ist euch echt ne News wert? Ist doch ein typisches linke Tasche nach rechte Tasche Geschäft.

Phil
Reply to  Alex A.
2 Monate zuvor

Kann vollkommen verstehen, wenn dies nicht die breite Masse interessiert. Dahinter stecken jedoch viel Arbeit und Mühe. Werden Wirtschaftsgüter zwischen nahestehenden (juristischen) Personen übertragen, müssen sie zur Vermeidung sog. verdeckter Gewinnausschüttungen, die viel Steuer auslösen können, realistisch eingepreist sein. Für mich überraschend, wie doch relativ niedrig der Markenname angesetzt wurde.

Zuletzt editiert am 2 Monate zuvor von Phil
Snoubort
Reply to  Phil
2 Monate zuvor

Dafür gibts spezialisierte Kanzleien.

Phil
Reply to  Snoubort
2 Monate zuvor

Mag ja sein; man hat aber eine eigene große Abteilung für Steuern mit äußerst kompetenten und engagierten Leuten, die grundsätzlich das alles selbst stemmen,

Snoubort
Reply to  Phil
2 Monate zuvor

Gibt sie trotzdem, diese Kanzleien, deren Kernkompetenz / Wertschöpfung genau hierin liegt. Mit bestimmt ebenfalls engagierten Leuten.

FroheNeues
Reply to  Phil
2 Monate zuvor

Die knapp 10 Mio sind für die Marke „Daimler“. Nicht für „Mercedes“ und nicht für den „Mercedes-Stern“. Letztere sind die eigentlichen wertvollen Marken, was man daran sieht, dass Trucks für den „Mercedes-Stern“ knapp 40 Mio (einmalig) zahlen muss, und zwar für die Nutzung, nicht für den Kauf (gegenüber 10 Mio für den Kauf der Marke Daimler).

Im Übrigen (@mbpassion): der Stern als Logo ist sicherlich nicht PATENTrechltich, sondern MARKENrechtlich geschützt. Patente sind rein technische Schutzrechte, das hat mit Marken (Bildmarken bzw. Logos) rein gar nichts zu tun.

Stefan
Reply to  Alex A.
1 Monat zuvor

In dem Artikel steht: zukünftig zwei getrennte Firmen. Das ist imho mehr als nur Taschenschieberei und somit auch eine Nachricht wert.

Snoubort
2 Monate zuvor

Erinnert mich irgendwie hieran:
https://youtu.be/H6ZJUytFzw8

martin
2 Monate zuvor

au weh,, dann müssen ja alle die bisher beim „Daimler gschafft “ (Neckartal-Werke und Sifi) haben zum Benz und viele die bisher „beim Benz“ waren (Werk Wörth, Mannheim, Gaggenau) zum Daimler. Sind die Kosten für die psychologische Betreuung dieser Menschen schon eingepreist worden? 🙂

Kuni
Reply to  martin
2 Monate zuvor

Da haben die Mitarbeiter in Stuttgart, Sindelfingen eher Probleme. Wenn man diese nach dem Arbeitgeber fragt, bekommt man als Antwort Daimler.

Superluxury
Reply to  martin
2 Monate zuvor

Gerade die jüngeren Kollegen in Stuttgart identifizieren sich viel mehr mit dem Stern und arbeiten „bei Mercedes(-Benz)“. Vielen ist „beim Daimler“ zuwider. Ist auch international schwierig, weil so nicht geläufig.

Markus Rieksmeier
Reply to  Superluxury
2 Monate zuvor

In Stuagatt schaffetse alle beim Daimler. Nix Benz. Daimler. Und des kennet die Leut auf de ganze Welt, gell: Belgien, Belize, Boca, …sogar die Badenser! 🙂

Superluxury
Reply to  Markus Rieksmeier
2 Monate zuvor

Klar. Wenn man irgendwelche 50+ jährigen aus der Produktion fragt mag das der Fall sein. Die Zeiten ändern sich aber und wirklich international geläufig ist nur „Mercedes“. In den USA oder in China werden Sie bei „Daimler“ nur fragende Blicke ernten.

Lilalo
Reply to  Superluxury
1 Monat zuvor

Also ich bin noch relativ jung mit Ende 20 und sage auch dass ich “beim Daimler schaffe”, ich glaube bei den meisten Mitarbeitern in Stuttgart/Sindelfingen wird sich das auch so bald nicht großartig ändern :))

barolorot
2 Monate zuvor

Sind hier auch irdendwie die Rechte der englichen Jaguar-Tochter „Daimler“ tangiert?

Zuletzt editiert am 2 Monate zuvor von barolorot
Markus Rieksmeier
Reply to  barolorot
2 Monate zuvor

Nein. Die historischen Auslandslizenzen berührt der Markenverkauf nicht – zumal diese noch lange vor der Fusion Daimler + Benz 1926 lagen.

Bereits 1891 vergab Gottlieb Daimler eine Lizenz nach England, mit der eigentlich LKW-Motoren produziert werden wollten. Die Rechte wanderten quer durch die britische Auto-Industriegeschichte und liegen seit 1960 bei Jaguar-Land Rover (Tata-Konzern),

Die Lizenz für Austro Daimler verkaufte Gottlieb Daimler 1899 nach Österreich. Nach mehreren Fusionen entstand die Steyr-Daimler-Puch AG (heute Magna Steyr).

Ralf
Reply to  Markus Rieksmeier
2 Monate zuvor

Hatte nicht Daimler diese Rechte bei Firmierung der Daimler AG zurückgekauft von Jaguar?

Wikipedia: „Im Oktober 2007 kaufte die Daimler AG Ford einen Teil der Namensrechte für 20 Millionen US-Dollar (rund 14 Millionen Euro) ab. 2008 wurden die Namensrechte an der Marke Daimler von den indischen Tata Motors übernommen. Die Vereinbarung besagt, dass die Daimler AG den Namen lediglich als Handels- oder Firmenbezeichnung nutzen darf, dauerhaft seien keine Namensrechte übertragen worden.“

https://de.wikipedia.org/wiki/Daimler_Motor_Company

Zuletzt editiert am 2 Monate zuvor von Ralf
Markus Rieksmeier
Reply to  Ralf
2 Monate zuvor

Merci @Ralf 🙂

Gartenpriester
1 Monat zuvor

Dies bedeutet dann aber auch, dass alle Mitarbeiter der MB AG zukünftig neue Email Adressen bekommen, denn die Domain Daimler.vom wechselt damit auch. Na das wird ein Spaß für alle Kontakte bei Zulieferern etc

Charly77
1 Monat zuvor

Na das wird ja spannend ! Dann wird mein Fahrzeug (zugelassen 6/2019) ab dem Tag der Rechtsgültigkeit keinen Nachfolger mehr haben. In meiner Zulassungsbescheinigung Teil I ist unter (2) Hersteller – Kurzbezeichnung eingetragen DAIMLER (D). Die LKW-Sparte wird ja künftig keine GT’s herstellen, dann ist mein Auto trotz des jungen Alters ein ausgestorbener Oldie. Wirkt sich das auf den Wiederverkauf aus ? Steigt der oder fällt der ?