Die Daimler AG (Börsenkürzel DAI) stellt am Freitag auf einer virtuellen außerordentlichen Hauptversammlung die Weichen für eine historische Neuausrichtung des Unternehmens. Mit der bis Ende des Jahres 2021 geplanten Abspaltung von Daimler Truck werden aus der Erfolgsgeschichte der Daimler AG zwei: Die Anteilseigner werden mit der beabsichtigten Notierung der Daimler Truck Holding AG an der Frankfurter Wertpapierbörse künftig neben ihren Aktien an der Daimler AG zusätzlich Aktien des Weltmarktführers im Nutzfahrzeuggeschäft halten. Der außerordentlichen Hauptversammlung wird zudem die Umfirmierung der Daimler AG in Mercedes-Benz Group AG zum 1. Februar 2022 empfohlen. Die künftige Fokussierung auf Pkw und Vans der Marken Mercedes-Benz, Mercedes-AMG, Mercedes-Maybach und Mercedes-EQ wird damit unterstrichen.

Ola Källenius, Vorsitzender des Vorstands der Daimler AG und der Mercedes-Benz AG: „Aus Daimler werden zwei Unternehmen – stark und unabhängig. Mit dieser entschlossenen Neuausrichtung auf zwei „Pure-Play“ Unternehmen schaffen wir entscheidenden Mehrwert für alle Seiten. Es ist richtig, diese Neuaufstellung jetzt zu vollziehen: selbstbestimmt und aus einer Position der Stärke. Damit setzen wir das volle Potenzial beider Unternehmen frei. Wir wollen zwei unangefochtene Innovationsführer etablieren, die in ihrer Industrie jeweils das Tempo der Transformation vorgeben.“

Martin Daum, Vorstandsvorsitzender der Daimler Truck AG und designierter Vorstandsvorsitzender der Daimler Truck Holding AG: „Wir werden als technologisch führender Hersteller von Trucks und Bussen weltweit alles daransetzen, unseren Kunden die besten Produkte, unseren Aktionären ein attraktives Investment und unseren Beschäftigten zukunftssichere Arbeitsplätze zu bieten. Dafür beschleunigen wir auf dem Weg zum emissionsfreien Transport mit der Entwicklung von Batterie- und Brennstoffzellen-Fahrzeugen in allen Segmenten. Unsere Wachstumschancen werden wir als eigenständiges Unternehmen somit noch stärker nutzen und unseren wirtschaftlichen Erfolg noch weiter steigern können.“

Michael Brecht, stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender und Gesamtbetriebsratsvorsitzender der Daimler AG: „Das Wertvollste, das beide Gesellschaften haben, sind die Menschen, die darin arbeiten. Denn es sind unsere Kolleginnen und Kollegen, die den wirtschaftlichen Erfolg möglich machen. Und dass ihre Interessen weiter stark vertreten werden, dafür setzen wir uns als Arbeitnehmervertreterinnen und -vertreter auch in Zukunft mit aller Kraft ein. Ein starkes Zeichen dafür ist die Investitionsbereitschaft und Sicherung unserer Standorte, damit wir uns fokussiert und ohne Verlustängste auf unsere Arbeit konzentrieren können. Das haben wir erreicht und wir schauen voller Zuversicht und Freude in eine Zukunft, die uns jetzt noch mehr Chancen ermöglicht.“

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Zwei Aktien im DAX

Im Rahmen der neuen Ausrichtung der Daimler AG werden die Aktionäre nach der bis Ende dieses Jahres geplanten Abspaltung von Daimler Truck zu 65% an der neu gegründeten Daimler Truck Holding AG beteiligt sein. Diese wird dann als eigenständiges Unternehmen an der Börse notiert. Die Daimler-Aktionäre sollen als Gegenleistung für die Abspaltung für je zwei Aktien der Daimler AG zusätzlich eine Aktie der Daimler Truck Holding AG erhalten. An der Daimler Truck Holding AG wird Daimler weiter einen Minderheitsanteil von 35% halten und beabsichtigt, hiervon 5% an den Daimler Pension Trust e.V. zu übertragen.

Daimler geht davon aus, dass die Aktie der Daimler Truck Holding AG nach dem Listing im Prime Standard der Frankfurter Wertpapierbörse zum nächstmöglichen Termin – voraussichtlich im ersten Quartal 2022 – in den auf 40 Mitglieder erweiterten Börsenindex DAX aufgenommen wird. Auch die Aktie der Daimler AG wird weiterhin die Kriterien für den wichtigsten deutschen Börsenindex erfüllen.

Weitere Informationen unter: www.daimler.com/fokus/

Bild/Quelle: Daimler AG

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Dorek
2 Monate zuvor

Nach Projekt „Zukunft“ einer der größten Fehlentscheidungen die es in der Unternehmensgeschichte gab. Vor allem aus finanzieller Sicht und für die Daimler Truck Holding AG, da die DTHAG ins kalte Wasser geschmissen wird.

martin
Reply to  Dorek
2 Monate zuvor

es gibt ja noch gar keine Entscheidung da ja heute erst mal abgestimmt wird.

Aus meiner Sicht macht es schon Sinn wenn man die Luxury -Straegie mit der Mercedes-Benz Marke des Vorstandes ernst nimmt sollten die Geschäftsfelder auch wirklich streng getrennt voneinander wirtschaften und existieren. Grade die asiatischen Partner haben darauf sehr viel Einfluss genommen wie man so läuten hört.

Zudem muss die zukünftige Daimler Truck Ag dann endlich mal gescheite Umsatzrenditen erzeugen die dem Wettbewerb zumindest gleich kommen.

Flo
Reply to  martin
2 Monate zuvor

Ein Fahrzeughersteller sollte in aller erster Linie gute Fahrzeuge bauen und sich nicht irgendwelchen Konstruierten Gewinnzielen unterwerfen müssen.
Der stetige Druck nur noch gute Zahlen liefern zu müssen führt nur dazu das an den Fahrzeugen gespart wird.

Frank
Reply to  Flo
2 Monate zuvor

Als Daimler Aktionär ist dieser Schritt richtig und überfällig gewesen.

martin
Reply to  Flo
2 Monate zuvor

Auch ein Fahrzeughersteller ist in einer freien Marktwirtschaft ein Unternehmen was Gewinne zu machen hat im Sinne seiner Eigentümer nämlich der Aktionäre. Wenn es das nicht mehr tut verliert es seine Daseinsberechtigung .

Und gerade weil Gewinne gemacht werden müssen braucht es begehrte Produkte und ständige Innovationen.
Du siehst , das eine schliesst das andere nicht aus.

Ralf Rath
2 Monate zuvor

Wenn selbst der Marktwert derjenigen verschwindend gering ist, die nachweislich die Hauptlast im sozialen Prozess der Transformation industrieller Arbeit tragen, kann keine Rede davon sein, dass die Menschen das Wertvollste in der nunmehr abgespaltenen Daimler Truck Holding AG sind. Nach wie vor gelten deren wissenschaftlich erbrachten Leistungen als minderwertig und die jeweilige Person als charakterlich wenig respektabel (Schael, in: Römer/Alber-Armenat (Hg.), 2019: 291). Sehr viel höher im Kurs steht gesellschaftlich nicht-notwendige Arbeit. Zwar plädierte erst jüngst der geschäftsführende Direktor des Soziologischen Forschungsinstituts Göttingen, Berthold Vogel, dafür, die Wertschätzung von demgegenüber gesellschaftlich unabweisbar notwendiger Arbeit neu zu formulieren. Aber die weit überwiegende Mehrheit der hiesigen Bevölkerung hält geradezu eisern ökonomische Verhältnisse aufrecht, über die sowohl die Kräfte als auch die Bedürfnisse längst hinausgewachsen sind. Um an der Börse reüssieren zu können, müsste somit schleunigst ein Bruch mit solch einer äußerst destruktiven Handlungskonstellation vollzogen werden. Der Staat als der exklusive Inhaber des Gewaltmonopols wäre dabei zuvörderst gefragt. Gegenwärtig sieht es allerdings eher danach aus, dass die neu zu bildende Bundesregierung das existenzielle Problem gar nicht erkennt und es wiederholt keiner grundlegenden Lösung zuführt.

Juliane Häußler
2 Monate zuvor

Das ist gut

S_B_G
2 Monate zuvor

Leider erledigt…99,9% haben für die Aufspaltung gestimmt. Erinnert von den Prozentwerten her eher an eine Wahl in der DDR. Schon komisch….

Zuletzt editiert am 2 Monate zuvor von S_B_G
TM3
2 Monate zuvor

Weg frei für weitere Anteile von Geely ?