George Russell im 100-jährigen Targa-Florio Rennfahrzeug

George Russell absolvierte am vergangenen Mittwoch eine historische Demofahrt durch die Straßen der Altstadt von Brisighella. Der 26-Jährige fuhr einen der originalen Mercedes-Wagen, die 1924 an der Targa Florio teilnahmen, einem Rennen, das die deutsche Marke gewann. Für den Briten war dies eine Zwischenstation auf dem Weg zur Verleihung der Lorenzo Bandini Trophäe, die vor dem Großen Preis der Emilia Romagna an diesem Wochenende stattfand.

George Russell: „Es war unglaublich, hinter dem Steuer eines 100 Jahre alten Mercedes zu sitzen. Es ist ein Auto, von dem man erwartet, dass es in einem Museum steht und bewundert wird, anstatt gefahren zu werden. Daher war es eine große Ehre, mit der ersten öffentlichen Ausfahrt seit der Restaurierung betraut zu werden. Das Fahrverhalten des Wagens war außergewöhnlich! Der Sound war fantastisch, und das Handling in den Kurven war angesichts der schmalen Reifen sehr beeindruckend. Es war eine wahre Freude, es fahren zu dürfen, und ich möchte dem Team von Mercedes-Benz Classic ein großes Dankeschön aussprechen.“

„Auch die Verleihung des Trofeo Bandini Award war ein echtes Privileg. So viele große F1-Fahrer haben diesen Preis gewonnen, und es war eine Ehre, meinen Namen in diese Liste einzutragen. Es war ein brillanter Tag und ich freue mich auf den Rest des Wochenendes in Imola.“

Der Preis wurde 1992 in Erinnerung an den berühmten italienischen Rennfahrer Lorenzo Bandini gestiftet, der 1967 verstarb. Die Trophäe wird an eine Persönlichkeit aus der Formel 1 verliehen, worüber ein spezielles Komitee entscheidet. Die Verleihung findet in Brisighella statt, einem Dorf in der Emilia-Romagna. George fuhr den 100 Jahre alten 2-Liter-Wagen aus der nahe gelegenen Stadt Faenza zur Zeremonie auf dem Dorfplatz, um die Auszeichnung zu feiern und an den Gesamtsieg sowie den dreifachen Klassensieg von Mercedes bei der Targa Florio 1924 zu erinnern.

Marcus Breitschwerdt, Leiter Mercedes-Benz Heritage, sagte: „Gestern kehrte unser Original Mercedes Targa Florio Rennwagen aus dem Jahr 1924 auf eine italienische Straße zurück – 100 Jahre nach dem Mercedes-Sieg bei dem Rennen auf Sizilien. Es war ein unglaublich emotionaler Moment für alle Beteiligten. Dieser rote Rennwagen begeisterte vor einem Jahrhundert die italienischen Zuschauer, und nun hat er mit George Russell am Steuer eine ähnliche Resonanz hervorgerufen. Wir sind glücklich und stolz, dass der Wagen nach seiner umfassenden Restaurierung in unserem Mercedes-Benz Classic Center seinen ersten öffentlichen Auftritt erfolgreich absolviert hat.“

Francesco Asirelli, Präsident der Trofeo Bandini Association, fügte hinzu: „Wir haben uns sehr gefreut, dass George hier war, um die 31. Ausgabe der Trofeo Bandini entgegenzunehmen. Er ist ein sehr kluger junger Mann und ein großartiger Sportsmann. Wir haben fast ein Jahr lang darauf hingearbeitet, und jetzt war es endlich soweit. Er brachte die Sonne mit nach Brisighella und es war ein fantastischer Tag.“

„Vielen Dank an Mercedes-Benz Classic, dass sie ein so unglaubliches Auto restauriert haben und es bei unserer Veranstaltung zum ersten Mal öffentlich auftreten ließen. Alle waren überglücklich, es auf den Straßen des Dorfes zu sehen, und es war eine fantastische Erfahrung. Ein großer Dank geht an Mercedes-Benz und das Mercedes-AMG PETRONAS F1 Team, die dies möglich gemacht haben.“

Die Targa Florio war ein öffentliches Langstreckenrennen in den Bergen Siziliens (Italien), das seinen Ursprung zu Beginn des 20. Jahrhunderts hat. 1906 zum ersten Mal ausgetragen, war sie eines der härtesten Rennen und wurde zu einem der wichtigsten Wettbewerbe für Automobilhersteller, die die Leistung ihrer Rennwagen und das Können ihrer Fahrer unter Beweis stellen wollten. Nach dem ersten Erfolg im Jahr 1922 nahm Mercedes 1924 mit dem 2-Liter-Targa-Florio-Rennwagen an dem Rennen teil. Es war das erste Projekt, das der damalige Chefingenieur Ferdinand Porsche bis zur Rennreife weiterentwickelte.

Christian Werner gewann das prestigeträchtige Rennen über eine Distanz von 432 Kilometern in einer Zeit von 6 Stunden, 32 Minuten und 37,4 Sekunden und holte damit den zweiten Sieg der deutschen Marke. Es war der erste Sieg bei der Targa Florio für einen nicht italienischen Fahrer. Der Rennwagen war rot lackiert, um mögliche Behinderungen durch italienische Fans zu vermeiden. Werner führte das Team auch zu einem dreifachen Klassensieg in der Klasse für Rennwagen mit einem Hubraum bis zu 2 Litern. Seine Teamkollegen belegten in der Gesamtwertung die Plätze 11 (Christian Lautenschlager) und 16 (Alfred Neubauer).

Im Jahr 2022 entschied sich Mercedes-Benz Heritage, den originalen 2-Liter-Targa-Florio-Rennwagen aus der firmeneigenen Sammlung zum Jubiläum so authentisch wie möglich wieder aufzubauen – nach den hohen Standards einer Werksrestaurierung. Es ist das Fahrzeug, mit dem Christian Lautenschlager 1924 die Targa Florio absolvierte. Werners Siegerauto ist nicht erhalten geblieben. Der Auslagerung des Rennwagens aus dem Mercedes-Benz Museum folgte eine akribische Analyse vom Lack über den Motor bis zur Karosserie und eine umfangreiche Recherche im Mercedes-Benz Classic Archiv – dem „Gedächtnis“ der Marke. Technische Originalzeichnungen und historische Fotos waren entscheidende Quellen für die authentische Restaurierung, die das Classic Center gemeinsam mit einem Netzwerk von Experten durchführte.

Quelle: Mercedes-Benz Group AG

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LukasA250e
29 Tage zuvor

Ist ja alles schön und gut, aber vielleicht wäre es besser wenn sich das gesamte Team doch auf das andere Thema „Rennen“ konzentriert und dort versucht eine bessere Leistung abzurufen, wie ständig im Vorfeld Publicity zu machen.
Schön mal über die Straße in New Y>ork zu fahren oder mit King Kong zu spielen… Aber die Leistungen in der Saison lasse ja mal ordentlich zu wünschen übrig. Und da lag es ja nicht nur an der Technik oder der Performance des Wagens…

Gruß