Mercedes-Benz Trucks will auf der IAA Transportation 2026 zentrale Fortschritte bei alternativen Antriebstechnologien vorstellen. Im Mittelpunkt stehen neue batterieelektrische und wasserstoffbetriebene Nutzfahrzeuge sowie Weiterentwicklungen bei Sicherheitssystemen für den Straßengüterverkehr.
Neuer eActros Lowliner für Volumentransporte
Ein Schwerpunkt ist die Einführung des neuen eActros Lowliner. Die elektrische Sattelzugmaschine wurde speziell für sogenannte Volumentransporte entwickelt, bei denen ein besonders großes Ladevolumen benötigt wird. Durch ihre niedrige Aufsattelhöhe eignet sich das Fahrzeug für den Einsatz mit Mega-Trailern, die einen größeren Innenraum bieten. Der Hersteller plant, die ersten Modelle ab dem dritten Quartal 2026 in Europa anzubieten. Die Serienproduktion soll im zweiten Quartal 2027 im Werk Wörth am Rhein beginnen.
Der eActros Lowliner wird mit zwei oder drei Lithium-Eisenphosphat-Batteriepaketen erhältlich sein. Die Variante mit drei Batterien verfügt über eine installierte Kapazität von 621 Kilowattstunden und soll Reichweiten von rund 500 Kilometern ermöglichen. Die Ausführung mit zwei Batterien bietet aufgrund des geringeren Fahrzeuggewichts eine höhere Nutzlast.
Weltumrundung mit batterieelektrischem Lkw geplant
Neben dem neuen Fahrzeugmodell kündigte Mercedes-Benz Trucks ein außergewöhnliches Projekt an: Der Berufskraftfahrer und Content Creator Tobias Wagner, bekannt als „Elektrotrucker“, will mit einem batterieelektrischen eActros 600 die erste Weltumrundung mit einem E-Lkw absolvieren. Die rund einjährige Reise soll über etwa 45.000 Kilometer durch mehr als 35 Länder führen. Geplant sind maximal 80 Ladestopps. Startpunkt der Expedition wird die IAA Transportation in Hannover sein.
Mit der Reise soll die Alltagstauglichkeit batterieelektrischer Fernverkehrs-Lkw unter unterschiedlichen klimatischen und infrastrukturellen Bedingungen demonstriert werden. Gleichzeitig sollen Erfahrungen über den Ausbaubedarf der Ladeinfrastruktur gesammelt werden.
Wasserstoff-Lkw geht in den Praxiseinsatz
Auch Wasserstoff bleibt Teil der Antriebsstrategie des Herstellers. Auf der IAA wird Mercedes-Benz Trucks den NextGenH2 Truck präsentieren, ein Brennstoffzellenfahrzeug für den Fernverkehr. Das Modell nutzt Flüssigwasserstoff und soll Reichweiten von deutlich mehr als 1.000 Kilometern mit einer Tankfüllung ermöglichen. Zudem verspricht der Hersteller kurze Betankungszeiten.
Ab Ende 2026 plant Daimler Truck eine Kleinserie von rund 100 Fahrzeugen, die zunächst bei Kunden in Deutschland eingesetzt werden sollen. Als erster Anwender wird der Logistikdienstleister Dachser den NextGenH2 Truck im Fernverkehr testen. Die ersten Fahrzeuge sollen am Standort Karlsruhe in bestehende nationale und internationale Transportnetze integriert werden.
Neue Assistenzsysteme für mehr Sicherheit
Darüber hinaus kündigte Mercedes-Benz Trucks neue Sicherheitsfunktionen für den Kreuzungsbereich an. Die Systeme sollen potenzielle Kollisionen mit anderen Verkehrsteilnehmern frühzeitig erkennen und im Bedarfsfall unterstützend eingreifen.
Nach Angaben des Unternehmens basieren die Entwicklungen auf Erkenntnissen aus der Analyse realer Unfallereignisse. Ziel sei es, die Zahl schwerer Verkehrsunfälle weiter zu reduzieren und neue Sicherheitstechnologien möglichst frühzeitig in die Serienproduktion zu überführen.
Breite Technologieoffensive für den Fernverkehr
Mit den angekündigten Neuheiten verfolgt Mercedes-Benz Trucks das Ziel, unterschiedliche technologische Ansätze für einen emissionsärmeren Güterverkehr weiterzuentwickeln. Neben batterieelektrischen Fahrzeugen sieht das Unternehmen insbesondere im Wasserstoffantrieb Potenzial für Anwendungen mit hohen Reichweitenanforderungen im Fernverkehr. Die IAA Transportation 2026 dient dabei als zentrale Plattform, um die nächsten Schritte der Unternehmensstrategie zu präsentieren.
Bilder: Daimler Truck AG






