Ein Jahrhundert Papamobil: Mercedes-Benz zeigt Papstfahrzeuge im Vatikan

Im Vatikan ist eine Ausstellung über die Fahrzeuge zu sehen, die Mercedes-Benz seit 1930 für die Päpste gebaut hat. Die Schau „Mercedes-Benz: A Century of Popemobiles“ läuft nach Angaben des Unternehmens bis zum 31. Januar 2027 in einem Glaspavillon nahe der Pinakothek.

Acht Fahrzeuge aus acht Jahrzehnten

Gezeigt werden acht historische Automobile. Sie dokumentieren laut Mercedes-Benz den Weg von der päpstlichen Repräsentationslimousine zum eigens entwickelten Papamobil.

Am Anfang steht ein Nürburg 460, den Papst Pius XI. 1930 als Geschenk der damaligen Daimler-Benz AG erhielt. Die Pullman-Limousine mit 4,6-Liter-Achtzylindermotor war nach Unternehmensangaben das erste Automobil, das ein Papst regelmäßig nutzte. Sie hat einen Einzelsitz für den Pontifex mit Seidenbrokat und einen kunstvoll gestalteten Dachhimmel.

Es folgen unter anderem:

  • ein 300 d Landaulet für Johannes XXIII. (1960),
  • ein 600 Pullman-Landaulet für Paul VI. (1965),
  • eine 300 SEL Pullman-Limousine (1967), die vor allem hochrangige Gäste des Vatikans beförderte,
  • ein S 500 lang Landaulet (1997).

Der Wendepunkt: das Papamobil von 1980

Als wichtigen Entwicklungsschritt bezeichnet das Unternehmen das Jahr 1980. Für den Deutschlandbesuch von Johannes Paul II. entstand auf Basis des G-Modells ein Fahrzeug mit höherer Sitzposition, transparenter Kuppel und perlmuttfarbener Lackierung. Im Mittelpunkt standen die gute Sichtbarkeit des Papstes und der unmittelbare Kontakt zu den Menschen. Ein zweites, identisches Fahrzeug entstand auf Basis des 230 GE.

Dieses Konzept bestimmte auch spätere Modelle. 2002 übertrug Mercedes-Benz es mit dem ML 430 auf die M-Klasse. Johannes Paul II. nutzte ihn erstmals beim Weltjugendtag in Toronto. 2012 folgte der ML 500 für Benedikt XVI. mit größerer transparenter Fondkonstruktion, erleichtertem Einstieg und überarbeitetem Beleuchtungskonzept. Seit 2024 steht dem Vatikan nach Angaben des Herstellers mit dem Mercedes-Benz G 580 das erste vollelektrische Papamobil zur Verfügung.

Bilder: Mercedes-Benz Group AG