Mit dem zum Reisemobil umgebauten eActros 600 hat Tobias Wagner rund 3.500 Kilometer bis in die Türkei zurückgelegt. Nur drei Ladestopps waren dafür nötig. Nun beginnt der Teil der Reise, der als der anspruchsvollere gilt.
Wer mit einem Lkw einmal um die Welt fahren will, braucht normalerweise vor allem eines: Diesel. Tobias Wagner, Berufskraftfahrer und Content Creator, der sich im Netz „Elektrotrucker“ nennt, setzt stattdessen auf Strom. Seit dem 20. September ist er mit einem zum Reisemobil umgebauten Mercedes-Benz eActros 600 unterwegs. Jetzt hat er die erste große Etappe hinter sich.
Von Hannover nach Aksaray
Gestartet war Wagner in Hannover. Die Route führte ihn durch Tschechien, Österreich, die Slowakei, Ungarn, Serbien und Bulgarien in die Türkei. Mitte Oktober erreichte er das Mercedes-Benz Türk Werk in Aksaray. Auf dem Tacho standen dann rund 3.500 Kilometer, unterbrochen von lediglich drei Ladestopps. Inzwischen ist er in Georgien unterwegs.
Die Bilanz des Fahrers fällt positiv aus. „Die bisherige Etappe durch Europa hat sehr gut funktioniert“, sagt Wagner. Dank der hohen Reichweite des Fahrzeugs seien nur drei Ladestopps erforderlich gewesen, und alle seien problemlos verlaufen.
Begegnungen entlang der Strecke
Die Reise ist mehr als eine Fahrt von A nach B. In den Ländern, die Wagner durchquerte, wurde er von lokalen Teams von Daimler Truck sowie von Händlern und Generalvertretern von Mercedes-Benz Trucks empfangen. Im Mittelpunkt standen der Austausch mit Kunden, Partnern, Mitarbeitenden, Medien sowie Vertretern aus Politik und Wirtschaft. Dabei ging es vor allem um die praktischen Erfahrungen mit elektrischem Fernverkehr über Ländergrenzen hinweg, also um eine Frage, die für die Branche zentral ist: Funktioniert der batterieelektrische Lkw auch dort, wo Infrastruktur und Rahmenbedingungen von Land zu Land variieren?
Der schwierigere Teil beginnt
Für Wagner ist die Europa-Etappe erst das Aufwärmen. „Jetzt beginnt für mich der besonders spannende Teil der Reise“, sagt er. „Auf dem Weg durch Zentralasien und weiter Richtung China werde ich unter ganz neuen Rahmenbedingungen unterwegs sein.“
Nach China soll die Route nach Südostasien führen. Danach sind Australien sowie Nord- und Lateinamerika vorgesehen. Insgesamt ist die Expedition auf rund 45.000 Kilometer ausgelegt. Das erklärte Ziel: Die gesamte Strecke soll mit maximal 80 Ladestopps zu bewältigen sein.
Dass die erste Etappe mit nur drei Ladestopps auf rund 3.500 Kilometern gelang, ist ein ermutigendes Signal für die Alltagstauglichkeit des eActros 600. Ob sich diese Quote in Regionen mit dünnerem Ladenetz halten lässt, wird sich in den kommenden Monaten zeigen. Zentralasien und China dürften dafür die ersten echten Härtetests werden.
Bilder: Daimler Truck AG






