In 80 Ladungen um die Welt: Trucker startet mit E-Lkw zur ersten elektrischen Weltumrundung

Wenn Tobias Wagner alias „Elektrotrucker“ n diesen Tagen von der IAA Transportation in Hannover losfährt, beginnt für ihn nicht einfach eine weitere Tour – sondern ein Abenteuer. Der Berufskraftfahrer und Content Creator will mit einem Mercedes-Benz eActros 600 als erster Mensch die Welt mit einem batterieelektrischen Fernverkehrs-Lkw umrunden. Sein Ziel: maximal 80 Ladestopps auf rund 45.000 Kilometern, verteilt über etwa 30 Länder auf fünf Kontinenten. Geplante Reisezeit: knapp ein Jahr.

eActros 600 auf der IAA Transportation 2026 in Hannover

Ein Truck als rollendes Zuhause

Für die Dauer der Reise wird der eActros 600 für Wagner mehr sein als ein Arbeitsgerät – er wird sein Zuhause auf Zeit. Speziell für die Weltreise wurde der E-Lkw umgebaut, das Herzstück bildet eine Wohnkabine, in der Wagner die kommenden zwölf Monate verbringen wird. Hier isst, schläft und arbeitet er zwischen den Etappen, hier entstehen seine Berichte von unterwegs – auf engem Raum, fernab der gewohnten Infrastruktur, mitten in extrem unterschiedlichen Klimazonen und Landschaften, von zentralasiatischen Steppen bis zu südamerikanischen Anden.

Nasszelle

Die Route: Von Europa über Asien, Ozeanien und Amerika zurück nach Hause

Die Reise beginnt in Deutschland und führt zunächst durch Südosteuropa – über Tschechien, Österreich, die Slowakei, Ungarn, Serbien und Bulgarien bis in die Türkei, wo Wagner den Sprung von Europa nach Asien macht. Weiter geht es über Georgien, Aserbaidschan, Turkmenistan, Usbekistan, Kirgisistan und Kasachstan bis nach China. Über Laos, Vietnam, Thailand und Malaysia erreicht die Route schließlich Singapur, wo Wagner seine Ankunft gegen Ende Januar plant.

Strom: CCS only.

Danach stehen weitere Kontinente auf dem Programm: Australien, die USA, Mexiko sowie die südamerikanischen Länder Kolumbien, Ecuador, Peru, Chile, Argentinien und Brasilien – bevor die Reise schließlich zurück nach Europa führt. Die Strecke verläuft dabei bewusst durch technologisch sehr unterschiedliche Regionen: Länder mit bereits gut ausgebauter Ladeinfrastruktur wechseln sich ab mit Gegenden, in denen die Voraussetzungen für batterieelektrischen Güterverkehr gerade erst entstehen.

Mit dabei: Alpitronic 50 kW Ladesäule

Praxistest für die Zukunft des Straßengüterverkehrs

Im Zentrum der Expedition steht eine zentrale Frage: Wie alltagstauglich ist batterieelektrischer Fernverkehr schon heute – unter realen, oft anspruchsvollen Bedingungen? Wagners Tour soll genau das dokumentieren: die Leistungsfähigkeit moderner Elektro-Lkw auf langen Distanzen, praktische Erfahrungswerte aus völlig unterschiedlichen Einsatzgebieten und nicht zuletzt die Stellen, an denen Infrastruktur und Rahmenbedingungen noch nachziehen müssen.

Die Reise versteht sich damit auch als Beitrag zur größeren Debatte um die Transformation des Straßengüterverkehrs. Regelmäßige Berichte von unterwegs sollen Kunden, Fahrer sowie einer breiten Öffentlichkeit zeigen, was heute schon möglich ist – und wo der Ausbau der Ladeinfrastruktur weltweit noch vorankommen muss.

Bilder: MBpassion.de