Mercedes-Benz rüstet seine neue vollelektrische Grand Limousine VLE, Nachfolger des EQV, serienmäßig für das optionale Assistenzsystem MB.DRIVE ASSIST PRO vor. Wer die Funktion später buchen will, braucht damit keine Hardware nachzurüsten. Die Schattenseite dabei: bei Schäden am Seitenspiegel steigen die Kosten aufgrund der verbauten serienmäßig Kameras schnell ab.
Level 2++ für Stadt und Land
Das Level 2++ System ermöglicht ein – sobald es gegen Ende 2026 in den ersten Städten verfügbar ist – kooperatives Punkt-zu-Punkt-Fahren, das Navigation und Fahrassistenz eng verzahnt. Es soll sowohl im dichten Stadtverkehr als auch auf Überlandstrecken unterstützen. Der Fahrer bleibt dabei weiterhin verantwortlich, das System arbeitet auf Level 2++ und damit unterhalb des automatisierten Fahrens. Der Fahrer kann jederzeit in die Lenkung eingreifen, ohne das System zu deaktivieren. Das unterscheidet den Ansatz von Systemen, die bei Lenkeingriff komplett abschalten.
MB.DRIVE ASSIST PRO entstand in Partnerschaft mit NVIDIA. NVIDIA liefert die KI, die Full-Stack-Software DRIVE AV und die Rechenplattform DRIVE AGX. Alle Sensoren liefern dazu Rohdaten an einen Hochleistungsrechner, der laut Mercedes bis zu 508 TOPS erreicht.
Umfangreiche Sensorik ab Werk
Die Technik für das System ist bereits an Bord:
- 10 externe Kameras, darunter pro Seitenspiegel bereits drei Kameras
- 5 Radarsensoren
- 12 Ultraschallsensoren
- ein wassergekühlter Hochleistungsrechner mit bis zu 254 beziehungsweise 508 TOPS, je nach Ausbaustufe
MB.DRIVE ASSIST PRO arbeitet auf SAE-Level 2 und ersetzt den bisherigen Level-3-Drive-Pilot. Anders als dieser ist es nicht auf bestimmte Autobahnsituationen beschränkt, sondern fährt auch im Stadtverkehr und bewältigt Kreuzungen. In China läuft hingegen eine Variante, die zusammen mit dem Anbieter Momenta entwickelt wurde. Für westliche Märkte setzt Mercedes hingegen auf Nvidia. Mercedes ist der erste Nvidia-Kunde, der DRIVE AV in Serie auf die Straße bringt.
Mit der serienmäßigen Vorbereitung folgt Mercedes einer Strategie, die sich auch bei anderen Herstellern durchsetzt: Die Hardware wird einheitlich verbaut, die Funktionen werden per Software (später) freigeschaltet. Für Kunden bedeutet das mehr Flexibilität beim Kauf, für Mercedes ein Geschäftsmodell mit wiederkehrenden Umsätzen. Preise und Verfügbarkeit des optionalen Abo-Pakets für den VLE nennt der Hersteller für Deutschland noch nicht.
Bilder: MBpassion.de





