So mancher kennt das Gefühl, wenn man in ein Fahrzeug steigt: oft passt die Sitzposition nicht, weil entweder zu niedrig, zu hoch oder der Abstand zum Lenkrad ist nicht so ideal. Hier helfen nicht immer die zur Verfügung stehenden Möglichkeiten der Serienausstattung, wobei besonders große Personen oft mehr Beinfreiheit & mehr Sitzauflagefläche benötigen – oder einfach einen festeren Seitenhalt. Abhilfe ist hier möglich, auch nachträglich.

Richtige Sitzposition wichtig

Individuelle Wünsche und Bedürfnisse rund ums Sitzen können bei Mercedes gelöst werden: mit Sitzen nach Maß, zumal ein individuell angepasster und komfortabler Sitz genau an den richtigen Stellen unterstützt und so auch das Wohlbefinden fördert – aber sich auch positiv hinsichtlich der passiven Sicherheit auswirkt. Notwendig ist auch oft eine höhere Sitzposition, als es überhaupt ein Seriensitz zulassen würde. Andere benötigen gar eine längere Sitzfläche, damit die Oberschenkel gestützt sind. Bedenkt man die Sicherheitssysteme im Fahrzeug, wie Gurt, Gurtstraffer oder Airbag, können diese nur ihre volle Wirkung entfalten, wenn diese auch an den vorgesehenen Stellen am Körper wirken können, um bei einem Unfall vor schwereren Verletzungen zu schützen. Wichtig ist vor allen eine richtige Sitzposition, inkl. Sitzhöhe und Neigung – und erst dann stimmen Sitzdruckverteilung, Komfort und Überblick.

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Über die normalen zahlreichen Einstellungsoptionen der Seriensitze bei Mercedes-Benz stehen für den Käufer eines Fahrzeuges zwei Optionen zur Wahl: eine Sitzerhöhung- bzw. Verlagerung als Sonderausstattung oder eine individuelle Sitzanpassung ab Werk. Letztere Option stehen nur Kunden aus Deutschland, Österreich sowie der Schweiz zur Wahl.

Sitzanpassung als Sonderausstattung

Die Sitzanpassung als Sonderausstattung steht aktuell für ausgewählte Fahrzeuge als Sonderausstattung zur Verfügung, wie den GLA, der B-Klasse, sowie der C- und E-Klasse. Bei der Sitzerhöhung kann sowohl der Fahrersitz (E96), wie auch der Beifahrersitz (E97) um 25 mm erhöht werden. Vor allem bei kleinerer Körpergröße verbessert das die Rundumsicht und erhöht den Fahrkomfort und die Sicherheit. Von der Sitzverlagerung nach hinten profitieren vor allem große Menschen. Sowohl der Fahrersitz (E94), wie auch der Beifahrersitz (E95) werden 50 mm nach hinten verlegt. Damit verringert sich die Sitzverstellung nach vorne um 50 mm und die Sitzhöhe erhöht sich um ca. 15 mm.

Für Deutschland, Österreich und Schweiz sind zudem eine Vielzahl an weiteren Sitzmodifikationen verfügbar. Dafür kann in der Sitzmanufaktur von Mercedes-Benz in Sindelfingen individuell und passgenau Maß genommen werden. Alle Anpassungswünsche werden anschließend direkt vor Ort von ausgebildeten Fahrzeugpolsterern durchgeführt. Das Angebot gilt dabei für Neufahrzeuge, aber auch für Bestandskunden, die die Sitzqualität ihrer gebrauchten Fahrzeuge verbessern möchten.

Anpassung für die Rückenlehne

Bei der Rückenlehne bestehen zwei Anpassungsmöglichkeiten: Zum einen kann die gesamte Rückenlehne individuell um max. 20 mm aufgepolstert werden. Dadurch wird die Sitzfläche verkürzt, und der Kunde bekommt mehr Beinfreiheit im Unterschenkelbereich. Zudem unterstützt die Aufpolsterung eine gerade Haltung im Schulter- und Wirbelsäulenbereich.  Optional kann auch nur die Rückenlehne im Steißbereich aufgepolstert oder reduziert werden (auch als Lordosestütze). Die Aufpolsterung erfolgt individuell (bis max. 25 mm), und hilft, die Sitz-Ergonomie und die Rückenhaltung zu verbessern.

Änderungen am Sitzkissen 

Auf Wunsch kann das Sitzkissen um bis zu 25 mm aufgepolstert werden. Zum einen verbreitert sich so die Sitzfläche und der Druck der Seitenwangen wird reduziert. Bei kleiner Körpergröße verbessert die Sitzerhöhung zudem das Sichtfeld. Um den Sitzkomfort weiter zu erhöhen, kann der Kunde aus verschiedenen Unterlagen mit unterschiedlicher Schaumfestigkeit wählen.  Für größere Kunden bietet sich eine Reduzierung des Sitzkissens an (bis max. 15 mm) für mehr Kopffreiheit. Optional kann das Sitzkissen des Fahrers zusätzlich verstärkt werden für mehr Sitzkomfort.  Für Fahrer, die mehr Oberschenkelauflage benötigen, kann das Sitzkissen durch Vorpolsterung um bis zu 50 mm verlängert werden.

Modifizierte Seitenwangen

Ausgeprägte Seitenführungen an Rückenlehne und Sitzfläche verhindern, dass der Körper des Fahrers verrutscht. Damit sorgen sie für eine aufrechte und entspannte Haltung. Für einige Kunden kann die Sitzfläche so aber auch zu eng werden, was ein passgenaues Sitzen verhindert. Für den Fall bietet Mercedes-Benz auf Wunsch auch eine Reduzierung der Seitenwangen in der Fahrerlehne sowie der Seitenbacken des Sitzkissens an.

Ausgeprägte Seitenführungen an Rückenlehne und Sitzfläche verhindern, dass der Körper des Fahrers verrutscht. Damit sorgen sie für eine aufrechte und entspannte Haltung. Für einige Kunden kann die Sitzfläche so aber auch zu eng werden, was ein passgenaues Sitzen verhindert. Für den Fall bietet Mercedes-Benz auf Wunsch auch eine Reduzierung der Seitenwangen in der Fahrerlehne sowie der Seitenbacken des Sitzkissens an.

Modifikationen ab Werk – aber auch nachträglich

Käufer von Mercedes-Benz Neufahrzeugen in Deutschland, Österreich und Schweiz haben die Möglichkeit, Sitzanpassungen individuell von der Mercedes-Benz Sitzmanufaktur im Werk Sindelfingen vornehmen zu lassen. Unterschieden wird dabei zwischen Standard-Anpassungen mit einem Festpreis, bspw. für die Aufpolsterung der Lehne oder des Sitzkissens, und darüber hinaus gehende, individuelle Anfertigungen. Dazu gehört u. a. die Sitzkissenverlängerung oder eine Reduzierung der Seitenwangen. Individuelle Anpassungen werden meist mit einem Termin zur Sitzprobe in der Sitzmanufaktur in Sindelfingen geklärt, woraufhin danach die Preise kalkuliert werden können. Nachträgliche Änderungen am Sitzkomfort bestehenden Fahrzeugen erfolgt ebenfalls mit einer Sitzprobe in der Sitzmanufaktur.

Für Anpassungen wie Aufpolsterungen oder Sitzverstärkungen werden in der Mercedes-Benz Sitzmanufaktur grundsätzlich nur Originalteile bzw. geprüfte und freigegebene Teile und Materialien verarbeitet. Im Schnitt benötigen die ausgebildeten Fahrzeuginnenausstatter rund fünf Stunden für eine Anpassung. Anschließend wird jeder Sitz mit einer speziellen Hardware auf seine Funktion geprüft. Eventuelle Fehler werden ausgelesen und gelöscht.

Erfahrungsgemäß ist es zeitlich oft möglich, dass die Auftragsabstimmung und die anschließende Sitzmodifikation am selben Tag erfolgt, so dass kein weiterer Termin möglich ist. Nur eher selten wird ein zweiter Termin für eine Sitzanpassung notwendig.

Symbolbilder: Daimler AG

15 Kommentare
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Pulver
1 Monat zuvor

Mit was für einer Preisspanne muss man rechnen? (natürlich unverbindlich)

martin
Reply to  Pulver
1 Monat zuvor

Sitzverlängerung pro Seite sollte vor 2 Jahren mal ungefähr 600€ kosten, Sitzerhöhung ca 500€ falls ich es noch richtig im Kopf habe. Preise für den 213er

Markus Rieksmeier
Reply to  Pulver
1 Monat zuvor

S.o. 🙂

Waldemar
1 Monat zuvor

Ob man so was dann weiterverkaufen kann.

Gottlieb Daimler
Reply to  Waldemar
1 Monat zuvor

Jeder, der mit diesen Optionen körperliche Leiden mindern kann, wird vermutlich nicht primär an den späteren Weiterverkauf denken. Im Übrigen sollte es ein Leichtes sein, einen individualiserten Sitz vor dem Verkauf gegen einen Seriesitz zu tauschen. Evtl. profitiert sogar der nächste Käufer von den Anpassungen. 😉

martin
1 Monat zuvor

An sich eine schöne Sache das MB das anbietet. Aber leider nicht für mich.
Ich hatte mal eine erhöhte Sitzlehne angefragt weil mir die serienmässigen Lehne zu kurz sind und alle in die Schulter drücken. Aber da ist man dann an seine Grenzen gestossen weil der erforderliche längere Rahmen erst neu gecrasht werden müsste.
Schade , aber man kann nicht alles haben.

Markus Rieksmeier
1 Monat zuvor

Es gibt keine „maßgeschneiderten“ Sitze, sondern die sog. Fahrhilfen. Kann man im Konfigurator klicken: Extras => Fahrhilfen

E-Klasse:
Von der Pedalerhöhung (714 €) /-verlegung (1904 €), -abdeckung (595 €), über Kombihebelverlegung bis Sitz: Schienenverlängerung 50 mm (737,80 €), -erhöhung um 25 mm (595 €)…steht alles im Konfig.

Gottlieb Daimler
Reply to  Markus Rieksmeier
1 Monat zuvor

Aha. Und dieser Artikel ist demnach frei erfunden? Individualisierungen über das Center of Excellence tauchen auch in keiner normalen Preisliste oder im Konfigurator auf, trotzdem gibt es sie. Gleiches gilt für die maßgeschneiderten Sitze. Der Konfigurator listet nicht abschließend alle möglichen Individualisierungen auf – lediglich Standardoptionen.

Marc W.
Reply to  Markus Rieksmeier
1 Monat zuvor

Fast alles ist immer möglich ! 😉 Entweder -seriennah- über PA (wie es wohl mal hieß), über CoE, über gute NL (räusper, Großhändler) mit Werksunterstützung, oder, über die Manufaktur in Affalterbach.
Für -heute fair erscheinende- „1000 quit“ hatte dann der E320 (A124) plötzlich ein wunderschönes original wirkendes Ölthermometer (anstelle der entbehrlichen Economy-Anzeige) im KI…..

Zuletzt editiert am 1 Monat zuvor von Marc W.
Phil
1 Monat zuvor

Eine solche Individualisierungsmöglichkeit ist eine feine Sache für den Kunden, der solches nachfragt.
Ungleich mehr Kunden jedoch scheinen nachhaltig vergrätzt zu werden, wenn es zutrifft, was heute auf Seite 1 der Stuttgarter Nachrichten zu lesen steht.
Danach muss der Kunde aufgrund von Zulieferproblemen bei Elektronikbauteilen weitere Zumutungen hinnehmen. Geschrieben steht, dass Kunden trotz mangelnder Lieferbarkeit bestimmter Features zur Bestellung des jeweiligen Fahrzeugs animiert wurden mit dem Versprechen, es werde das Fahrzeug bei Lieferbarkeit der benötigten Komponenten nachgerüstet. Von diesem Versprechen sei Daimler nun nach Bestellung abgerückt und verlange die Übernahme des „abgespeckten“ Fahrzeuges, obwohl dieses zumindest im Einzelfall gerade wegen dieses Features bestellt worden sei. Die Fahrzeuge würden mit leistungsschwächeren Rechnern ausgestattet, auf denen etwa die MBUX Augmented Reality gar nicht laufen kann.
Gute Nacht! So geht man mit Kunden nicht um. Selbst wenn Daimler einzelne Rechtsstreite gewinnen sollte, könnte der Kunde endgültig fort sein. Mittelkonsolen aus Kunststoff sind auch anderswo erhältlich.

Nexusband
Reply to  Phil
1 Monat zuvor

Mich haben Sie definitiv vergrault. Für knarzende Zierleisten, klappernde Armaturenbretter, krächzende Burmester Lautsprecher und abstürzende Fahrerdisplays muss ich anderswo keine 90.000 Euro (oder zumindest die Leasingrate dafür) bezahlen. Der 213er Mopf war nach 12 Jahren mein letzter Mercedes und ich muss ehrlich sagen, ich bin zu tiefst enttäuscht darüber. Mercedes war für mich unter Zetsche das Aushängeschild schlechtin. W204 und W212 waren zwar Optisch nicht unbedingt für jedermann, aber die Autos waren – nach ein paar Startschwierigkeiten mit OM651 und Co – verdammt gut. Praktisch, viele kleine Details und wer was hübsches wollte, hat einen 218 genommen. Das Infotainment war zwar nicht das aller beste in sachen Technik, aber in sachen Bedienung nach kurzer Eingewöhnungszeit Erstklassig. Da hat nix abgelenkt, man musste direkt wohin man schauen musste und die Assistenzsysteme waren extrem Zuverlässig. Von der exzellenten Sitzposition im Standard 212er und den unglaublich guten Multikontursitzen, die im 213er ein schlechter Witz sind, will ich jetzt auch nicht anfangen.

Wie oft die Kameras und Parktronic in den 12 Monaten jetzt schon ausgefallen ist? Ich hab aufgehört zu zählen. Nach dem 5. Werkstattbesuch hab ich keine Lust mehr.

Die fehlenden Komponenten sind da nur noch tropfen auf den heißen Stein…vor allem will ich mir gar nicht ausmalen, was passiert wenn bei mir etwas Kaputt geht.

Übrigens, die Standard Sitzposition im 213er ist „schräg“. Man sitzt nicht Mittig vorm Lenkrad und sogar die Lehne ist leicht schräg. Direkt ab Werk, laut Mercedes „Stand der Technik“…

Phil
Reply to  Markus Jordan
1 Monat zuvor

Danke für die Info. Gefühlt lagen die Probleme bereits gestern vor.