Mercedes-Benz verschärft seinen Sparkurs und verschiebt die tarifliche Sonderzahlung – das sogenannte Trafobaustein – für die Beschäftigten von 2026 auf das Jahr 2027. Die Sonderzahlung (Transformationsgeld, kurz: T-Geld) beträgt 18,4 Prozent des individuellen regelmäßigen Monatsentgelts.
Die Mitarbeiter von Mercedes-Benz wurden heute in einem Schreiben des Vorstands über die geplanten Maßnahmen informiert. Demnach soll die ursprünglich für Juli 2026 erwartete Sonderzahlung des Transformationsgeldes (T-Geld) erst im kommenden Jahr ausgezahlt werden. Zur Begründung verweist der Vorstand auf „massive Herausforderungen“. Insbesondere die weltweiten Handelsbeschränkungen sowie die schwierige Marktlage in China hätten dazu geführt, dass auch der Produktionsstandort Deutschland an Wettbewerbsfähigkeit eingebüßt habe.
Das „T-Geld“ wurde mit der IG Metall ausgehandelt und ist eine tarifvertragliche Sonderzahlung der Metall- und Elektroindustrie in Höhe von 18,4 Prozent des individuellen Monatsentgeldes, was in der Regel mit dem Juli-Entgeld als Einmalzahlung ausbezahlt wird. Anspruch dafür haben alle tariflich Beschäftigten, Auszubildende und dual Studierenden. Die Verschiebung trifft Mitarbeiter der Mercedes-Benz Group AG selbst, bzw. Mercedes-Benz AG ohne Own Retail und Logistikcenter – sowie der Mercedes-Benz Intellectual Property Gmbh & Co KG in Deutschland.
Parallel dazu vertritt die Unternehmensführung in dem Schreiben die Auffassung, dass die Arbeitskosten gesenkt werden müssten. In diesem Zusammenhang werde in allen Bereichen bei unverändertem Entgelt eine Ausweitung der Arbeitszeit angestrebt.
Erst vor wenigen Tagen hatte Mercedes-Aufsichtsratschef Martin Brudermüller gegenüber dem „Handelsblatt“ erklärt, dass das Unternehmen eine Rückkehr zur 40-Stunden-Woche ernsthaft prüfe. Entsprechende Gespräche mit der Gewerkschaft seien geplant. In der deutschen Automobilindustrie gilt bei tarifgebundenen Unternehmen derzeit die 35-Stunden-Woche als Standard – auch bei Mercedes-Benz.
Bilder: Mercedes-Benz Group AG



