Zulassungspapiere enthüllen smart #2 Serienmodell in China

Nur 2,75 Meter lang, zwei Sitze, chinesische Bürokratie als Informationsquelle: Unterlagen des chinesischen Industrieministeriums bringen erste harte Fakten zum kommenden smart #2 ans Licht – dem kompakten Gegenentwurf zu den bislang eher großformatigen smart-Modellen aus dem Gemeinschaftsunternehmen von Geely und Mercedes-Benz.

Das chinesische Ministerium für Industrie und Informationstechnologie (MIIT) hat eine neue Charge von Fahrzeug-Homologationsdaten veröffentlicht, in denen der smart #2 in der China-Variante erstmals offiziell auftaucht. Inwieweit die Ausstattung sowie technischen Daten des Modells dann überhaupt für Europa zutrifft, muss abgewartet werden.

Zwei Sitze, zwei Karosserielängen?

Der smart #2 positioniert sich klar als urbaner Kurzstrecken-Flitzer für zwei Personen. Laut Zulassungsdokumenten wird er in zwei Karosserielängen angeboten: 2.751 mm und 2.764 mm. – vermutlich ist die leicht längere Variante aber lediglich die BRABUS-Variante mit entsprechenden Spoiler. Die Breite (1.669 mm) und Höhe (1.555 mm) bleiben bei beiden Versionen identisch, ebenso der Radstand von 1.875 mm. Das Leergewicht liegt bei 1.130 kg, das zulässige Gesamtgewicht bei 1.315 kg. Bei der Höchstgeschwindigkeit begnügt sich der Mini-Stromer standesgemäß mit 140 km/h – mehr braucht ein Stadtauto dieser Kategorie nicht. Gebaut wird der smart #2 von Zhejiang Haoqing Automotive in Linhai, einem Fertigungspartner innerhalb des Geely-Konzerns.

LFP-Technik von CATL

Angetrieben wird das Zweisitzer-Konzept von einem Elektromotor des Typs TZ160XS00A aus dem Hause Infimotion mit Sitz in Jiaxing. Die Leistung fällt mit 60 kW (rund 80 PS) und 30 kW Dauerleistung in der Basis überschaubar aus – aber passend zum Einsatzzweck als Kurzstrecken- und Stadtfahrzeug. Als Energiespeicher kommt eine Lithium-Eisenphosphat-Batterie (LFP) zum Einsatz, deren Zellen von CATL stammen, während Geely selbst die Montage des Gesamtpakets übernimmt. Zur Serienausstattung zählen u.a. ein Antiblockiersystem (ABS) sowie ein Unfalldatenspeicher (EDR). Optional ist zudem ein elektronisches Mautsystem (ETC) verfügbar, wie es in China für die automatische Gebührenerfassung auf Autobahnen üblich ist.

Reichlich Auswahl bei der Optik

Bei den Details zeigt sich der smart #2 überraschend variantenreich: Kunden können zwischen zwei Reifendimensionen wählen – 165/65 R15 respektive 185/60 R15 oder wahlweise 185/50 R16 respektive 205/45 R16 (vermutlich für die BRABUS Variante) –, die jeweils mit unterschiedlichen Spurweiten einhergehen. Hinzu kommen zahlreiche optische Individualisierungsmöglichkeiten: schwarzes Dach oder Dach in Wagenfarbe,  spezielle Scheinwerfer-Designs, unterschiedliche Radarsensoren, Seitenzierleisten, Heckapplikationen, Kühlergrill-Varianten, Spiegelkappen sowie diverse Felgendesigns. Für preisbewusste Kunden lassen sich Radar- und Kamerasysteme in bestimmten Konfigurationen – zumindest in China auch weglassen.  Ein #2 cabrio wird kommen, jedoch mit Verdeck ala Fiat 500 C. In den chinesischen Unterlagen wird noch von „Hardtop“ gesprochen, hier ist jedoch das feste Dach beim Coupé gemeint. Ein offizieller Marktstart-Termin sowie Preise wurden bislang nicht offiziell kommuniziert. Angesichts der Homologation in China dürfte die Markteinführung dort aber nicht mehr fern sein.

Bilder: MITT

10 Kommentare
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Jochen Beideck
1 Monat zuvor

Mit gefiel die ernsthaft-sachliche Optik der 2. Generation gut. Dieser sieht ja im Grunde genauso aus wie der letzte EQ-Smart: wie ein Spielzeugauto.

Ralf
Reply to  Jochen Beideck
1 Monat zuvor

Gut, einen zweisitzigen smart als Staatskarosse wirken zu lassen wird schwierig. Es ist die bisherige Designlinie aufgenommen und erweitert.

Mir fehlt die Form des C aus der Tridion-Sicherheitszelle. Aber sooo „unsmartig“ wirkt es jetzt nicht.

Anna
Reply to  Ralf
1 Monat zuvor

Unsmartig? wie eine chinesische Kopie eines smart

Daimler
Reply to  Anna
1 Monat zuvor

Jetzt bin ich doch etwas enttäuscht. Leistung nur 80 PS…da war die Rede von min 100PS. Man hat gesagt 2.79m. Jetzt doch nur 6cm mehr. Ich hoffe mehr Beinlänge und etwas Kofferraum für die 6cm. Die Felgen können mit den alten Prime Felgen nicht mithalten, sieht ziemlich mau aus. Hinten sieht er mir zu chinesisch aus, zu rund.
Ich hoffe da kommt mehr auf uns zu.

Ralf
Reply to  Anna
1 Monat zuvor

Die Designabteilung war ja bisher immer aus Stuttgart… so ziemliche das einzige, das nicht chinesisch ist…

Marco
Reply to  Ralf
1 Monat zuvor

Genauer gesagt, Sindelfingen … 😉

MoMo
1 Monat zuvor

Bin fast erschrocken. Die ersten Studien, Zeichnungen sahen unfassbar schön aus und lösten in mir sofort den „habenwollen“ Effekt aus. Selbst in der Vorstellung von Carmaniac auf yt zu sehen war ein deutlich anderes Fahrzeug zu sehen. Ist das alles im Alltagsbrei verpufft? Sieht wirklich sehr beliebig nun aus und ich finde im Vergleich dazu den Renault Einstieg „Twingo“ jetzt sehr viel besser gelungen.

Serkan
1 Monat zuvor

Sieht leider aus wie eine nur minimale und lieblose Modelpflege. Ich hätte mir schon mehr Mut für eine komplett neue Generation gewünscht die trotzdem die ursprüngliche DNA wertschätz.