Der neue eActros: Die Highlights des Serienmodells in Kürze

Heute stellte Mercedes-Benz Trucks die Serienvariante seines batterieelektrischen eActros für den schweren Verteilerverkehr vor. Das Serienmodell des eActros soll ab Herbst 2021 in Wörth am Rhein vom Band laufen.

Der neue eActros: Die Highlights des Serienmodells in Kürze

Hohe Reichweite

Die Batterie des eActros-Serienmodells ist mit drei oder vier Batteriepaketen mit jeweils einer Energie von rund 105 kWh[3] erhältlich. Die maximale Batteriekapazität von 420 kWh2 ermöglicht dabei eine Reichweite von bis zu 400 Kilometern1. Technologisches Herzstück des Elektro-Lkw ist die Antriebseinheit, eine elektrische Starrachse mit zwei integrierten Elektromotoren und Zwei-Gang-Getriebe. Die beiden flüssigkeitsgekühlten Motoren generieren eine Dauerleistung von 330 kW sowie eine Spitzenleistung von 400 kW. Hinzu kommt, dass bei vorausschauender Fahrweise durch Rekuperation elektrische Energie zurückgewonnen werden kann. Die beim Bremsen gewonnene Energie wird in die Batterien des eActros zurückgeführt und steht im Anschluss wieder für den Antrieb zur Verfügung.

Der neue eActros: Die Highlights des Serienmodells in Kürze

Eindrucksvolle Performance

Die zwei integrierten Elektromotoren mit hohem Wirkungsgrad führen zu einer gleichmäßigen Leistungsentfaltung mit hohem Anfahrdrehmoment. Die unmittelbare Drehmomentbereitstellung der Elektromotoren gepaart mit einem Zwei-Gang-Getriebe sorgt für eine kraftvolle Beschleunigung, einen eindrucksvollen Fahrkomfort und eine Fahrdynamik, die gegenüber konventionellen Diesel-Lkw ein entspannteres und stressfreieres Fahren ermöglichen. Der niedrige Schwerpunkt begünstigt zudem eine verbesserte Kurvenlage. Im Volllast-Betrieb trägt zum angenehmeren Fahren auch der um 10 dB reduzierte Innengeräuschpegel bei – das entspricht etwa einer Halbierung der wahrgenommenen Lautstärke. Dank des niedrigen Geräuschpegels sind auch Nachtanlieferungen möglich. Im Gegensatz zu einem Diesel-Lkw gibt es außerdem deutlich weniger Vibrationen. Der eActros kann mit bis zu 160 kW geladen werden: Die drei Batteriepakete benötigen an einer üblichen DC-Schnellladesäule mit 400A Ladestrom etwas mehr als eine Stunde, um von 20 auf 80 Prozent geladen zu werden[4].

Der neue eActros: Die Highlights des Serienmodells in Kürze

Integraler Bestandteil eines geschäftlichen Ökosystems

Um Transportunternehmer beim Umstieg auf die E-Mobilität bei jedem Schritt zu unterstützen, hat Mercedes-Benz Trucks den eActros in ein Ökosystem eingebettet, das auch Beratungs- und Serviceangebote sowie digitale Lösungen für eine hohe Fahrzeugnutzung und Optimierung der Gesamtkosten umfasst. So wird zum Beispiel anhand bestehender Fahrstrecken ein möglichst realistisches und aussagekräftiges Nutzungsprofil von elektrischen Lkw für den jeweiligen Kunden ermittelt. Ebenfalls Bestandteil des sogenannten eConsulting sind neben der Elektrifizierung des Betriebshofs auch, je nach Kundenwunsch, alle Fragen der Planung, Beantragung und Umsetzung rund um die Ladeinfrastruktur sowie die Netzanbindung – Mercedes-Benz Truck hat hierfür eigens eine strategische Partnerschaft mit Siemens Smart Infrastructure, ENGIE und EVBox Group geschlossen. Auch gibt Mercedes-Benz Trucks auf Wunsch Hilfestellung bei der Identifikation möglicher öffentlicher Förderungen von Infrastruktur und Fahrzeugen.

Intelligente digitale Lösungen

Über das im eActros serienmäßig verbaute Multimedia Cockpit Interactive wird der Fahrer kontinuierlich über den Ladezustand der Batterien, die verbleibende Reichweite sowie den aktuellen und durchschnittlichen Energieverbrauch informiert. Flottenmanager können über das Fleetboard Portal digitale Lösungen zur effizienten Steuerung ihrer Flotte nutzen. Dazu werden unter anderem ein individuell ausgearbeitetes Charge Management System etwa für die Erstellung von Ladeprofilen sowie ein Logbook mit detaillierten Angaben zu Fahr-, Stand- und Ladezeiten zählen. Außerdem ein Mapping-Tool, das in Echtzeit anzeigt, wo sich ein Fahrzeug gerade befindet, ob es fährt, steht oder lädt und wie hoch der Ladezustand der Batterie ist. Für den eActros ist darüber hinaus Mercedes-Benz Complete verfügbar, der Servicevertrag mit dem Rund-um-Sorglos-Paket. Mit enthalten ist dabei immer die intensive Kundenbetreuung durch Mercedes-Benz Uptime. Hierbei überprüft die vollautomatische Telediagnose fortlaufend den Status vieler Fahrzeugsysteme im Lkw. Durch das Bündeln von Reparatur- und Wartungsbedarfen können ungeplante Werkstattaufenthalte reduziert werden.

Der neue eActros: Die Highlights des Serienmodells in Kürze

Hohe Sicherheit für den Fahrer und weitere Verkehrsteilnehmer

Zahlreiche Features und Vorrichtungen sorgen im eActros für ein hohes Maß an Verkehrssicherheit für alle Beteiligten. So können spezielle Crashelemente mit Aluminiumprofil die Batterien im Falle eines Seitencrashs schützen, darin integrierte Sensoren können einen Crashfall erkennen. In diesem Fall würde automatisch die HV-Batterie vom Rest des Fahrzeugs getrennt werden. Zudem kann der Fahrer jederzeit manuell die im Fahrerhaus installierte HV-Abschaltung betätigen. Für die verbesserte akustische Wahrnehmung etwa durch Fußgänger oder Radfahrer ist der eActros serienmäßig mit einem externen Acoustic Vehicle Alerting System (AVAS) ausgestattet. Für mehr Sicherheit beim Rechtsabbiegen ist im eActros ebenfalls serienmäßig der Abbiege-Assistent S1R verbaut. Darüber hinaus kann der ebenfalls serienmäßig verbaute Notbremsassistent Active Brake Assist der fünften Generation mit Fußgängererkennung die Gefahr einer Kollision im Längsverkehr sowohl in der Stadt als auch auf Landstraßen und der Autobahn reduzieren.

Mercedes-Benz Trucks verfolgt bei allen Assistenzsystemen das Ziel, den Fahrer innerhalb der Systemgrenzen beim Führen des Fahrzeugs so gut wie möglich zu unterstützen. Der Fahrer bleibt jedoch, wie auch gesetzlich normiert, zu jeder Zeit für das sichere Führen des Fahrzeugs vollumfänglich verantwortlich.

[1] Die Reichweite wurde unter optimalen Bedingungen, u.a. mit 4 Batteriepaketen nach Vorkonditionierung im teilbeladenen Verteilerverkehr ohne Anhänger bei 20°C Außentemperatur, intern ermittelt.
[2] Dies entspricht etwa dem Energieinhalt der installierten neuwertigen Batteriepacks inklusive Sicherheits- und Performance-Begrenzungen zur Aufrechterhaltung des Systembetriebs.
[3] Dies entspricht etwa dem Energieinhalt eines neuwertigen Batteriepacks inklusive Sicherheits- und Performance-Begrenzungen zur Aufrechterhaltung des Systembetriebs.
[4] Basierend auf intern ermittelten Erfahrungswerten unter optimalen Bedingungen, u.a. bei einer Umgebungstemperatur von 20°C.

Quelle: Daimler AG

10 Kommentare
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Thomas
3 Jahre zuvor

Technologisch sicher interessant und am Puls der Zeit.
Aber: Ist ein Verbrauch von 100kwh auf 100KM ökologisch sinnvoll? Insbesondere wenn durch den aktuellen Strommix 60% aus nicht regenerativen Quellen stammt? Dazu der hohe CO2-Verbrauch bei der Herstellung und Entsorgung dieser Batteriengrößen?
Ich glaube im Vergleich zu einem sauben Diesel, der 20L auf 100KM verbraucht, wird diese Rechnung nicht für den E-LKW ausgehen.

Zuletzt editiert am 3 Jahre zuvor von Thomas
RCF
Reply to  Thomas
3 Jahre zuvor

Ökonomisch?
Bzgl. der laufenden Kosten definitiv!
So ist der Strompreis (ca. 21ct gewerblich – für Großkunden sogar weniger) geringer als im Verhältnis der LKW-Diesel-Preis (zumal ein Actors nur schwer mit 20L fährt).
Es ergäben sich auf 100km rund 25€ (für sogar 120kwh Verbrauch!) elektrisch und aktuell Minimum 26€ für Diesel (bei nur 20L Verbrauch!)
Mit Blick auf die Zukunft wird der Unterschied deutlich größer werden.

Ökologisch?
Klar im Vorteil!
Wenn, dann muss alles betrachtet werden und nicht nur der Diesel-Verbrauch an sich gegen alle Batterie-Faktoren und den Strommix.
Welcher Schaden entsteht für die Natur um Diesel herzustellen?
Welcher bei der Stromerzeugung? (Strommix 2020 übrigens bei 53%! – wobei Kernkraft ja als „konventionell“ gilt, obwohl es schadstoffarm ist!)
Schäden des Transports von Diesel per Öltanker im ganzen Ökosystem Meer gegenüber der des Strom-Transports?
Welche Schadstoffe werden ganz lokal ausgestoßen? (in der Stadt lebend, finde ich das nicht unerheblich!)
Unterschiede in der Lärmbelastung!
Herstellung der Dieselmotoren (ist nicht ganz ressourcenlos 😉 gegenüber der von E-Motoren und der Batterien.
Verschleiß Verbrenner- vs. E-Motoren?
Verschleiß sonstiger Stoffe (Motoröle – Harnstoff – Filter vs. Batterien …)
Lebensdauer und Wiederverwertbarkeit! (Dieselmotoren – E-Motoren – Batterien)

Letztlich gibt es viel zu beachten, aber eins ist klar – lokal (und das zählt für den Menschen in erster Linie) ist es nicht von der Hand zu weisen, dass es definitiv umweltfreundlicher ist (Lärm, Schadstoffe) und in der Gesamtwertung sieht es (für die Lebewesen und deren Umwelt) ganz genauso aus.

Gerne können die E-Motoren auch durch anderweitig gespeicherten Strom (z. B. Wasserstoff) angetrieben werden – Hauptsache elektrisch – davon bin ich überzeugt!

designdisorder
Reply to  Thomas
3 Jahre zuvor

Glückwunsch! Du hast in einem Post so ziemlich alle Todschlagargumente zusammengefasst. Vorschlag, informier dich mal über Elektromobilität im Generellen und dann lass uns darüber diskutieren wie man eine Energiewende hinbekommt. Eins kann ich dir jetzt schon versichern: es gibt keinen sauberen, effizienten und nachhaltigen Diesel.

https://www.swiss-emobility.ch/de/elektromobilitaet/Mythbuster/SwissEMobility_MythbusterElektroauto_A4_Illustration_RZ-web.pdf

offler
Reply to  designdisorder
3 Jahre zuvor

Mein Hauptargument gegen Elektro ist als Aufbauer, dass jeder Hersteller extrem was anderes macht. Hier im Artikel steht 400V. Einige (Renault, Scania, MAN) 650 V – spart natürlich Gewicht bei den Kabeln. Iveco glaube ich mich auch an eine 650 V Ankündigung zu erinnern. Von einem jap. 800V. Normalerweise sprechen die ganzen Fahrgestelle J1939 CAN Nachrichten (okay, außer Mercedes, die nehme gerne 11992, warum?) Leistugnseinschränkugnen wenn es zu heiß oder kalt ist bei Scania und um Gottes willen nicht OffRoad fahren. Einfach ein genormter Abgang wäre da zu einfach. (By the way: die Umrüster für Econics nutzen auch 650V…)

Wolf
Reply to  Thomas
3 Jahre zuvor

Vielleicht weniger glauben, mehr bilden!

Joachim
3 Jahre zuvor

Hallo Markus, hat das Hochvolt-Batteriesystem 800V oder 400V? Danke.

Offler
Reply to  Markus Jordan
3 Jahre zuvor

? Die meisten anderen Hersteller haben bei Elekto 650V – was solld iese merkwürdige Sodnerausführung?

Marc W.
3 Jahre zuvor

Sein Erfolg wird auch durch die Abwesenheit eines bemüht hippen EQ Grills befördert.

Julian
3 Jahre zuvor

Toll, dass es jetzt auch in dem Umfeld elektrisch losgeht. Ich freue mich schon auf die zukünftige Ruhe der Mülltransporter in meiner Straße. Und da wird ja auch ständig angefahren und gebremst – ideal zum Rekuperieren.

Bei den Angaben zum Laden finde ich fehlen noch Informationen – Gibt es mehrere Ladeanschlüsse? Wenn ‚Pro Batteriepack‘ die Ladezeit etwas über eine Stunde gebraucht wird, dann gibt es entweder das drei- oder vierfache an Ladezeit oder 3 oder 4 Ladekabel, die parallel genutzt werden können?

Der noch immer nicht ausgelieferte Tesla-Semi hat meines Wissens bis zu 5 Ladekabel verwendet
(Quelle: https://teslamag.de/news/tesla-semi-supercharger-einsatz-blick-auf-lade-adapter-und-cockpit-29007).