Mercedes-Benz 1624 Autotransporter im Mercedes Museum

Der Autotransporter im Mercedes-Benz Museum fasziniert viele Besucher allein wegen seiner Ausmaße. Wie gelangt ein so großes und schweres Fahrzeug in den lichtdurchfluteten Raum fünf Ebenen über dem Straßenniveau? Möglich machen es die Baukonstruktion des Mercedes-Benz Museums und die integrierte Logistik.

Nutzfahrzeuge sind feste Bestandteile der Museumskonzeption. Daher ist das Gebäude auf deren Gewicht ausgerichtet. Insbesondere die Collectionsräume: Deren Böden und Wände vertragen viele Tonnen schwere Lasten. Hinzu kommt die Logistik: An der Innenwand ist jeweils eine große Tür erkennbar. Sie führt über einen Zwischenraum ins Atrium. Mit dem dort installierten Schwerlastaufzug schwebte auch der Autotransporter in die Höhe und rollte durch die Tür an seinen Platz. Mit Leichtigkeit: Die Krananlage trägt 40 Tonnen, die Nutzlast des an ihr aufgehängten Krankorbs liegt bei 20 Tonnen. Der leere Autotransporter wiegt rund 7 Tonnen. Beladen wurde das Nutzfahrzeug erst im Ausstellungsraum.

Insgesamt besteht das Ausstellungsstück aus fünf Fahrzeugen. Neben dem Autotransporter selbst sind es vier Mercedes-Benz Personenwagen. Diese Ladung bringt um die sechs Tonnen auf die Waage. Wäre auch der Anhänger angekuppelt, könnte der Transporter sogar insgesamt bis zu zehn Automobile laden. Kapazität und Flexibilität machen das blaue Nutzfahrzeug zu einem effizienten Logistikprofi. Der Autotransporter hat zwei echte Zeitzeugen geladen, einen Mercedes-Benz 230 E und einen 280 CE der Baureihe 123. Es sind die jeweiligen Bandabläufer von Limousine und Coupé dieser Generation der oberen Mittelklasse von Mercedes-Benz. Bandabläufer heißen die letzten von einer Modellgeneration produzierten Fahrzeuge. Ihre Ausstattung stellt meist die typischen Vorlieben der Kunden in der jeweiligen Ära dar. Das macht sie zu wertvollen Zeitzeugen in der Fahrzeugsammlung des Unternehmens. Mercedes-Benz Classic greift beispielsweise für die Planung der Ersatzteilversorgung auch auf die Bandabläufer zurück. Außerdem trägt der Autotransporter einen 380 SEL und einen 500 SEC der Baureihe 126, ebenfalls eine Limousine und ein Coupé. Beide gehören in die Tradition der S-Klasse.

Der Mercedes-Benz 1624 Autotransporter selbst gehört zur sogenannten „Neuen Generation“ schwerer und mittelschwerer Lastwagen (NG). Diese wird von 1973 bis 1988 gebaut. Der Hubraum seines Dieselmotors beträgt 12,8 Liter, und er entwickelt 177 kW (240 PS). Damit eignet sich der 1624 für viele Logistikaufgaben, entsprechend wird er ab Werk in sehr unterschiedlichen Ausführungen geordert. Heute stehen die Mercedes-Benz Actros und Atego für den Fern- und Verteilerverkehr zur Verfügung. Der Aufbau eines Autotransporters mit seinen senkrechten Holmen, Querverstrebungen und Ladeflächen wirkt hochstabil. Doch unbeweglich ist er deshalb keineswegs. Vielmehr können einzelne Elemente der Ladeflächen gehoben, gesenkt und gekippt werden. Das ist notwendig für das Beladen auf zwei Ebenen mit unterschiedlich großen Fahrzeugen. Bei heutigen Autotransportern erledigen zahlreiche Hydraulikelemente diese Bewegungen, die bei erfahrenen Bedienern wie ein mechanisches Ballett wirken. Das Museumsexponat hat einen hybriden Antrieb: Die Kraft erzeugt eine zentrale Hydraulik, und Stahlseile übertragen sie über Flaschenzüge und Umlenkrollen an die gewünschten Stellen.

Quelle: Mercedes-Benz Group AG

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Timo
18 Tage zuvor

Bandabläufer wären auch mal ein interessantes Thema für einen oder mehrere Beiträge, würde die jeweiligen Autos gerne mal im Detail vorgestellt bekommen, egal welche Baureihe.

Benzfahrer
18 Tage zuvor

Der 280CE ist eine Augenweide.