Mit einem umfangreichen Angebot an Spezialfahrzeugen präsentiert sich Mercedes-Benz Trucks auf der INTERSCHUTZ 2026 in Hannover. Die internationale Leitmesse für Feuerwehr, Rettungswesen, Bevölkerungsschutz und Sicherheit öffnete am 1. Juni ihre Tore und steht vor dem Hintergrund zunehmender Extremwetterereignisse, wachsender Sicherheitsanforderungen und komplexer Schadenslagen.
Am Stand R66 im Freigelände zeigt der Nutzfahrzeughersteller ein breites Spektrum an Fahrzeugen für unterschiedliche Einsatzszenarien. Das Portfolio reicht vom Großtanklöschfahrzeug auf Basis des Mercedes-Benz Arocs bis zum hochgeländegängigen Zetros für Logistikaufgaben im Katastrophenschutz.
Daniel Zittel, Chief Sales Officer Mercedes-Benz Special Trucks, betont die gestiegenen Anforderungen an Einsatzkräfte: „Einsatzkräfte stehen heute vor immer komplexeren Herausforderungen, beispielsweise durch großflächige Schadenslagen oder Extremwetterereignisse. Mit unseren Fahrzeuglösungen möchten wir genau dort unterstützen, wo Zuverlässigkeit, Geländegängigkeit und Einsatzbereitschaft im wahrsten Sinne des Wortes notwendig sind.“
Arocs als Großtanklöschfahrzeug für hohe Förderleistungen
Zu den ausgestellten Fahrzeugen zählt ein Mercedes-Benz Arocs 4158 8×6/4 als Großtanklöschfahrzeug GTLF-A 16000 von Rosenbauer. Das Fahrzeug wird von der Feuerwehr Salzburg eingesetzt und verfügt über einen 16.000 Liter fassenden Wassertank sowie einen 500-Liter-Schaumtank.
Eine leistungsstarke Pumpe ermöglicht Förderleistungen von bis zu 5.500 Litern pro Minute im Pump-and-Roll-Betrieb. Ergänzt wird das System durch Wasserwerfer an Stoßstange und Aufbau, die bis zu 1.600 beziehungsweise 4.000 Liter Wasser pro Minute ausbringen können.
Atego für Vegetationsbrand- und Hochwassereinsätze
Mit dem Atego 1630 AF 4×4 zeigt Mercedes-Benz Trucks zudem ein Tanklöschfahrzeug TLF 4000 von Schlingmann in einer neuen einzelbereiften 16-Tonnen-Ausführung. Angetrieben wird das Fahrzeug von einem 300 PS starken Reihensechszylinder mit einem maximalen Drehmoment von 1.200 Newtonmetern.
Die Kombination aus Allradantrieb, geländegängiger Bereifung, Allison-Vollautomatikgetriebe und zuschaltbarem Verteilergetriebe macht das Fahrzeug für schwierige Einsatzbedingungen geeignet. Zusätzliche Hitzeschutzmaßnahmen und eine Wasserdurchfahrtsfähigkeit von bis zu 800 Millimetern sollen insbesondere bei Vegetationsbränden und Hochwasserlagen Vorteile bieten. Darüber hinaus erfüllt das Fahrzeug die aktuellen Anforderungen der europäischen GSR-II-Verordnung.
Econic verbindet Drehleitertechnik mit urbaner Einsatzfähigkeit
Für Einsätze in dicht bebauten Stadtgebieten präsentiert Mercedes-Benz Trucks einen Econic 2635 L als DLAK 42 von Magirus. Die Drehleiter erreicht eine Arbeitshöhe von 42 Metern und bleibt dennoch unter der für Feuerwehrfahrzeuge relevanten Normhöhe von 3,30 Metern.
Möglich wird dies durch das Low-Entry-Konzept des Econic mit seiner Niederflurkabine. Die Direct-Vision-Kabine mit großflächiger Verglasung verbessert die Sicht auf das Verkehrsgeschehen und erleichtert die Kommunikation mit anderen Verkehrsteilnehmern. Eine gelenkte Nachlaufachse unterstützt zudem die Wendigkeit des Fahrzeugs im urbanen Umfeld.
Unimog-Modelle für anspruchsvolle Geländeeinsätze
Gleich zwei Unimog-Varianten stehen auf der Messe im Fokus. Der Unimog U 5025 4×4 wird als TLF 3000 von Schlingmann gezeigt. Trotz der Bezeichnung verfügt das Fahrzeug über eine auf 4.000 Liter vergrößerte Wasserkapazität. Portalachsen, eine Reifendruckregelanlage, Differenzialsperren sowie eine Watfähigkeit von bis zu 1.200 Millimetern ermöglichen Einsätze unter schwierigen Bedingungen. Das Fahrzeug ist insbesondere für Wald- und Vegetationsbrände sowie Hochwassereinsätze ausgelegt.
Ebenfalls vertreten ist ein Unimog U 530 4×4 als TLF 4000 von BAI Brescia Antincendi International. Mit einer Fahrzeugbreite von lediglich 2,3 Metern eignet sich das Modell sowohl für enge Geländepassagen als auch für Einsätze in historischen Altstädten oder Wohngebieten. Zu den Besonderheiten zählen eine höhenverstellbare Hydrofeder an der Hinterachse sowie die Vorbereitung für die Geländekategorie 3.
Zetros für Logistikaufgaben im Katastrophenschutz
Für den Bereich Logistik und Versorgung präsentiert Mercedes-Benz Trucks einen Zetros 2745 6×6 als Gerätewagen Logistik groß (GW-L gr). Das für das Land Niedersachsen aufgebaute Fahrzeug stammt von Göbel Fahrzeugbau und verfügt über einen 450 PS starken Sechszylindermotor.
Mit permanentem Allradantrieb, mechanischen Differenzialsperren, einer Watfähigkeit von bis zu 1.000 Millimetern sowie einer Reifendruckregelanlage ist der Zetros für Einsätze in schwer zugänglichem Gelände konzipiert. Ein Logistikaufbau mit Vertikallift erweitert die Einsatzmöglichkeiten im Katastrophenschutz.
Zusammenarbeit mit Aufbauherstellern als Erfolgsfaktor
Ein wesentlicher Bestandteil der Fahrzeugstrategie von Mercedes-Benz Trucks ist die enge Zusammenarbeit mit spezialisierten Aufbauherstellern. Auf der INTERSCHUTZ 2026 sind Fahrzeuge von BAI Brescia Antincendi International, Göbel Fahrzeugbau, Magirus, Rosenbauer und Schlingmann vertreten.
Darüber hinaus setzt der Hersteller auf individuelle Fahrzeuganpassungen über die Organisationseinheit Custom Tailored Trucks (CTT). Dadurch können Einsatzfahrzeuge gezielt an spezielle Anforderungen von Feuerwehren, Hilfsorganisationen und Behörden angepasst werden.
Fokus auf Zuverlässigkeit und Einsatzbereitschaft
Mit seinem Messeauftritt auf der INTERSCHUTZ 2026 unterstreicht Mercedes-Benz Trucks die Bedeutung robuster und anpassungsfähiger Fahrzeugkonzepte für moderne Einsatzkräfte. Angesichts zunehmender Naturereignisse und komplexer Einsatzlagen rücken insbesondere Geländegängigkeit, Sicherheit und individuelle Ausstattungsmöglichkeiten stärker in den Mittelpunkt der Fahrzeugentwicklung.
Bilder: Mercedes-Benz Truck / Daimler Truck AG









