Unsicherheit um Mercedes-Werk in East London – wohin mit 30.000 Einheiten?

Die Zukunft des Mercedes-Benz-Werks im südafrikanischen East London bleibt aktuell ungewiss. Während der Konzern offiziell keine Schließungspläne bestätigt, verdichten sich Berichte über eine mögliche Teilüberlassung des Standorts an den chinesischen Autobauer Great Wall Motor (GWM). Medienberichten zufolge laufen Gespräche über eine gemeinsame Nutzung der Produktionsanlagen, um die Auslastung des Werks langfristig zu sichern.

Exportabhängigkeit und wachsender Wettbewerbsdruck

Das Werk in East London produziert seit 2021 die aktuelle Generation der C-Klasse und ist stark vom Exportgeschäft abhängig. Belastungen durch veränderte Handelsbedingungen und der zunehmende Wettbewerbsdruck in der Automobilindustrie haben jedoch Spekulationen über die Zukunft des traditionsreichen Standorts angeheizt. Mercedes selbst verweist lediglich darauf, dass man fortlaufend die globale Produktionsstrategie überprüfe und Spekulationen über die künftige Produktplanung nicht kommentiere.

Diskussionen über Produktionsverlagerungen

Die Unsicherheit reicht inzwischen bis in die deutschen Mercedes-Werke. Interessant dabei: Nach Angaben des ehemaligen Bremer Betriebsrats Gerwin Goldstein wird bereits konzernintern über die Verteilung von rund 30.000 Fahrzeugeinheiten diskutiert, die im Falle einer Schließung des südafrikanischen Werks auf andere Standorte übertragen werden könnten. Dies verstärkt nach Einschätzung von Arbeitnehmervertretern den Druck auf Belegschaften und Betriebsräte. Da Werksschließung in Deutschland nicht mehr auszuschließen sind, besteht zusätzlich die Gefahr, das die Arbeitnehmervertreter sogar eine Verschlechterungen von  Arbeitszeiten und Arbeitsbedingungen akzeptieren – im Gegenzu zu zusätzlichen Stückzahlen aus Südafrika.

Tausende Arbeitsplätze stehen auf dem Spiel

Für die rund 2.400 Beschäftigten in East London hätte eine teilweise oder vollständige Aufgabe des Standorts gravierende Folgen. Gleichzeitig könnte eine Kooperation mit GWM für Mercedes eine Möglichkeit sein, die Wirtschaftlichkeit des Werks zu sichern und einen vollständigen Rückzug aus Südafrika zu vermeiden. Eine endgültige Entscheidung über die Zukunft des Standorts steht bislang aus.

Symbolbilder: Mercedes-Benz Group AG

16 Kommentare
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Dr. Alexander
15 Tage zuvor

Guter und interessanter Beitrag, den ich hier lese und als Erster kommentiere.

Marco
Reply to  Dr. Alexander
15 Tage zuvor

Was ist daran bitte gut?!?
Dein Rumgetrolle nervt dermaßen!!!

OlaPalola
Reply to  Marco
15 Tage zuvor

Gut für die deutschen Werke.
Schlecht für die Mitarbeiter in East London.

Mein Herz schlägt in diesem Fall für D

Dominique
Reply to  Dr. Alexander
14 Tage zuvor

Fein, Alexander. Erster zu sein ist aber nicht immer von Vorteil 😉

DCDC
Reply to  Dr. Alexander
14 Tage zuvor

Wie eine Klo-Fliege die sich immer als erstes aufs Essen hockt. Genauso eklig und sinnlos sind diese „Erster“ Kommentare

Stefan BY
15 Tage zuvor

Mal unabhängig davon, dass es natürlich bitter wäre für die Beschäftigen.
Wozu braucht Mercedes ein Werk in Südafrika?
Die Verkaufszahlen in dem Land sind sicher überschaubar. Vor allem des einen Modells, das vor Ort produziert wird.
Die Nachbarländer sind auch keine typischen Mercedes-Absatzländer.
Der Expert in andere Teile der Welt ist extrem weit, da Südarfika ab vom Schuss liegt.
Da würde rein geografisch Nordaustralien z.B. mehr Sinn machen, da man von dort schneller nach Südostasien / Asien transportieren kann.

Stefan BY
Reply to  Markus Jordan
15 Tage zuvor

Interessant, danke.

Die armen 100.000e km entfernten Staaten!
Reply to  Markus Jordan
15 Tage zuvor

Ich will ein Beispiel von BMW bringen, welches dieses unterstützt:

– das Modell X3 40d (der ja hier keineswegs nur ein Nischenmodell ist) wird (für Europa) ausschließlich DORT produziert – und eben NICHT in den USA, von wo die sonstigen X3 herkommen
– und DAS, obwohl die 6-Zyl.-Dieselmotoren vorher von Österreich (Steyr) dorthin geliefert werden müssen

Ein weiterer Grund ist die relative Nähe zum austral. Kontinent, wo aufgrund der je nach Region extrem weitläufigen Strecken gerade der Diesel durchaus begehrt und sogar unverzichtbar ist

Quenti
Reply to  Stefan BY
13 Tage zuvor

In vielen Fällen liegen die Ursprünge in hohen Importsteuern (was erklären würde warum es so viele Werke in Südafrika gibt). Das funktioniert gut, solang der Absatz dort stark ist. Die Entwicklung in der Region ist aber so ziemlich das Gegenteil.

Und dann hat man das Problem: Ein Werk mit mäßigen Lohnkosten, das gut aufgebaut und etabliert ist. Gleichzeitig ist der Absatz in der Region sehr gering und auch sonst fehlt viel Struktur dort (wenig Zulieferer). Transportkosten je Fahrzeug auch erhöht.

Was macht man also damit? Das Werk ausbauen weil man dort definitiv unter den deutschen Preisen (aber vermutlich über Ungarn und China) produziert? Man hätte somit weiter ein Werk als „Joker“. Aber das dann zu Lasten der anderen Werke. Oder schließen und den südafrikanischen Markt verlieren und sich noch mehr einzelnen Staaten als Risikofaktor auszusetzen? Ich weiß keine kluge Lösung. Ist ein wenig auch die Frage ob man generell Werke außerhalb USA+EU+China haben möchte.

Was keinen Sinn macht ist z.B. die Verlagerung nach Australien. Der Absatz in Australien steigt kaum, während man Südafrika verliert. Die Löhne sind höher und man hat enorme Kosten ein neues Werk zu bauen, die Zulieferer zu koordinieren und die Produktion zum Laufen zu bringen. Gleichzeitig hat man keine Vorteile.

Gunni
14 Tage zuvor

In der Multipolaren Welt ist das Spiel dort vorbei.

Tingeli
12 Tage zuvor

Das Ende naht. Es ist nur noch eine Frage der Zeit wann der Stern unter chinesischer Führung wieder aufgeht.

DüdoVans
12 Tage zuvor

Wird Zeit für Patriotismus, leider! Weltgemeinschaft funktioniert nicht, sie wird immer schlechter und der Mensch dümmer! Das gilt aber auch für die Kunden! Sich über den Standort D beschweren und Billo Schrott in China kaufen….. Selber schuld!

Erwin Mussler
Reply to  DüdoVans
11 Tage zuvor

Leider? Das ist das wichtigste was die Menschen haben und Leben müssen. Nur so kann es Weltfrieden geben. Besinnt Euch auf Eure Völker und Eure Traditionen.

DüdoVans
11 Tage zuvor

Ich denke es ist (leider) Patriotismus angesagt. Jeder beschwert sich über den Niedergang der deutschen Wirtschaft, und ja, wir alle sind selber schuld! Wir wollen ja alles billig, wollen nichts zahlen. Das ist das Ergebnis! Es wird Zeit dass auch die Kunden endlich patriotisch denken, anstatt zu meckern und Billo Schrott aus China zu kaufen…. Und, ach ja, top Aktienkurse und Dividenden wollen wir ja auch alle. Eigentlich sollte der Mensch endlich global denken! In allem! Wir haben nur diesen einen Planeten, nur eine Atmosphäre. Wir sollten eine Gemeinschaft sein und dafür sorgen das jeder Mensch gut, gesund und ohne Ängste leben kann. Dann relativiert sich alles irgendwann. Aber leider gehen wir auf der Evolutionsleiter rückwärts und folgen und wählen Idioten und Dipolen, die hunderte Millionen Menschen täuschen, belügen und benutzen um eigene Interessen zu vertreten. Wie können wir alle so dumm sein? Einen Trump wählen, einen Putin, einen Erdogan und so weiter? Ich verstehe das einfach nicht!

Martin
Reply to  DüdoVans
11 Tage zuvor

Ja nur das Mercedes den sogenannten Billo Schrott aus China selbst in seine ach so „deutschen“ Autos einbaut.
Das einzige was man Mercedes noch deutsch ist , ist die Stadt in der die Werkshalle steht. Und dort arbeiten zu 90% Prozent Türken , Syrer, Italiener, Ex- Jugos usw.
Was bitte ist an Mercedes Autos also noch deutsch?

Zudem bauen die Chinesen mittlerweile mindestens gleichwertige Auto wie MB . Setz dich mal in einen xpeng und fahr mal damit. Dann kaufst keinen Daimler mehr.