Der adidas Samba OG x Mercedes-Benz erscheint am 13. Oktober als limitierte Edition. Die Pressemitteilung verspricht dazu Innovation und Handwerkskunst, liefert aber vor allem Marketing und keine Fakten.
Was ist der adidas Samba OG x Mercedes-Benz?
Das Produkt ist schnell beschrieben: ein bestehender Sneaker-Klassiker, dessen Obermaterial die Rautensteppung aus dem Interieur der Mercedes-Benz S-Klasse zitiert, dazu ein Mercedes-Stern auf der Zunge. Die Kooperation erscheint in den Farben Magic Beige, Grey Five und Black. Der Release ist ab 13. Oktober online und in ausgewählten adidas Stores. Dass daraus eine „Neuinterpretation eines zeitlosen Klassikers“ wird, ist vor allem der Kunst der Formulierung zu verdanken.
Preis, Stückzahl, Materialien: Was die Pressemitteilung verschweigt
Zum Preis des Sneakers schweigt die Mitteilung leider ebenso wie zur Stückzahl und zu den verwendeten Materialien. Dabei wären das bei einer Edition, die mit „höchster Handwerkskunst“ beworben wird, die interessantesten Informationen. Ob die Steppung tatsächlich genäht oder nur geprägt ist, bleibt offen – idR. sollten diese aber genäht sein. Stattdessen fällt „Innovation“ mehrfach, ohne dass eine einzige benannt würde. Auch die Zitate der Manager sind austauschbar: Mit zwei anderen Marken müsste man kaum ein Wort ändern.
Jubiläumsjahr „140 Years of Innovation“: Der eigentliche Zweck der Kooperation
Aufschlussreicher als der Schuh ist sein Kontext. Er ist Baustein des Mercedes-Jubiläumsjahrs „140 Years of Innovation“. Mercedes kauft Jugendlichkeit und Streetwear-Nähe ein, adidas profitiert vom Prestige des Sterns. Der Samba, seit Jahren einer der gefragtesten Sneaker, ist dafür ein geschicktes Vehikel. Wer auf einen Trend aufspringt, braucht keine Innovation, nur gutes Timing.
Strategische Partnerschaft: Was nach dem Sneaker kommt
Die eigentliche Nachricht steht am Rand: Der Schuh sei Auftakt einer „strategischen Partnerschaft mit weiteren spannenden Projekten“. Welche, verrät die Mitteilung nicht. Dass auf adidas-Seite ein „Motorsport Category GM“ zitiert wird, mag ein Hinweis sein.
Fazit
Die Idee, Autointerieur in Schuhdesign zu übersetzen, hat durchaus Charme. Aber wer „Innovation“ zum Mantra erhebt, sollte irgendwann auch eine liefern.
Bilder: Mercedes-Benz Group AG






