Ladestation für E-Busse am ZOB Hamburg: Daimler Buses baut dritten öffentlichen Standort

Nach Köln und München folgt die Hansestadt: Am Zentralen Omnibusbahnhof in Hamburg entstehen ab 2027 Schnellladesäulen mit bis zu 600 kW. Sie stehen Busunternehmen aller Marken offen.

Daimler Buses baut sein eigenes öffentliches Ladenetz für Elektrobusse weiter aus. Am Zentralen Omnibusbahnhof (ZOB) Hamburg entsteht der dritte Standort, nach Köln und München. Nach Unternehmensangaben ist Daimler Buses damit der bislang einzige Bushersteller in Europa, der öffentliche Ladeinfrastruktur für E-Busse selbst errichtet und betreibt.

Eckdaten zur Ladestation

  • Standort: ZOB Hamburg
  • Ausbaustufe: 4 Schnellladesäulen, bis zu 8 Ladepunkte möglich
  • Leistung: bis zu 600 kW
  • Zugang: markenunabhängig, Strom aus erneuerbaren Quellen
  • Inbetriebnahme: 2027

Vier Schnelllader zum Start, bis zu acht Ladepunkte möglich

Zunächst sind vier Schnellladesäulen geplant, eine Erweiterung auf bis zu acht Ladepunkte ist möglich. Die Leistung soll bis zu 600 Kilowatt betragen. Laden können Busunternehmen markenunabhängig, der Betrieb soll ausschließlich mit Strom aus erneuerbaren Quellen erfolgen.

Der Pachtvertrag mit der ZOB Hamburg GmbH ist unterzeichnet, der städtische Eigentümer hat zugestimmt, der Bauantrag ist eingereicht. Vorgesehen sind Tiefbauarbeiten, neue Starkstromleitungen, ein Transformator und die Ladetechnik selbst. Die Inbetriebnahme ist für 2027 geplant.

Wer baut & betreibt: Daimler Buses Solutions

Umsetzung und Betrieb übernimmt die Daimler Buses Solutions GmbH, eine hundertprozentige Tochter von Daimler Buses. Für den ZOB Hamburg bedeutet das, dass keine eigenen Investitionen und kein eigener technischer Betrieb nötig sind. Refinanziert wird das Angebot über den Verkauf des Ladestroms. Nach der Inbetriebnahme kümmert sich ein eigenes Serviceteam um Wartung und Technik.

Das Unternehmen sieht im Infrastrukturgeschäft großes Potenzial und will es in den kommenden Jahren gezielt ausbauen.

Warum Busbahnhöfe?

Mit mehr als 80.000 Busbewegungen pro Jahr gehört der ZOB Hamburg zu den größten Fernbus-Drehscheiben Deutschlands. Ausflugs- und Reisebusse halten dort planmäßig als Zwischen- oder Endstation, und diese Standzeiten lassen sich zum Laden nutzen. Sanitäranlagen und Verpflegung für Fahrgäste gibt es vor Ort bereits.

„Busse können dort laden, wo sie ohnehin planmäßig halten.“
– Steffen Germ, CEO Daimler Buses Solutions

Germ sieht in öffentlicher Ladeinfrastruktur einen entscheidenden Hebel für die Elektrifizierung des Ausflugs- und Reiseverkehrs. Das erleichtere die Integration in bestehende Betriebsabläufe und helfe Kunden, E-Busse wirtschaftlich einzusetzen.

Passend zum Start des Mercedes-Benz eIntouro

Der Ausbau steht auch im Zusammenhang mit dem ersten elektrischen Überlandbus des Herstellers, dem Mercedes-Benz eIntouro. Er ist seit Frühjahr 2025 bestellbar, die erste Kundenübergabe soll in den kommenden Wochen erfolgen. Der eIntouro eignet sich für Verbindungen zwischen Stadt und Land sowie für Ausflugsverkehr und kleinere Reisen. Das sind laut Hersteller derzeit die sinnvollsten Einsatzszenarien für E-Busse außerhalb des urbanen ÖPNV. Für Fahrten zu weiter entfernten Reisezielen sei aber ein weiterer Ausbau der öffentlichen Ladeinfrastruktur nötig.

Weitere Standorte in Prüfung

Daimler Buses Solutions prüft fortlaufend zusätzliche Standorte an stark frequentierten Orten. Eigentümer, Betreiber und langfristige Nutzer von Flächen mit regelmäßigen Standzeiten von Reise- und Überlandbussen können sich mit möglichen Standorten direkt an das Unternehmen wenden. Weitere Informationen gibt es auf den Websites der Daimler Buses Solutions GmbH und unter OMNIplus CHARGE.

Häufige Fragen zur Ladestation am ZOB Hamburg

Wann geht die Ladestation am ZOB Hamburg in Betrieb?

Die Inbetriebnahme ist für 2027 vorgesehen.

Wie viele Ladepunkte entstehen?

Zunächst vier Schnellladesäulen, ausbaubar auf bis zu acht Ladepunkte.

Können auch Busse anderer Hersteller laden?

Ja, das Laden ist markenunabhängig möglich.

Woher kommt der Strom?

Der Betrieb soll ausschließlich mit Strom aus erneuerbaren Quellen erfolgen.

Bilder: Daimler Truck AG