Mercedes-Benz hat nun auf die zahlreichen Medienberichte rund um das Thema Keyless Go und Diebstähle durch die Verlängerung der Funksignale reagiert – und schafft nun durch einen Bewegungssensor eine zusätzliche Sicherheit.

Bewegungssensor im Schlüssel schafft zusätzliche Sicherheit

Die Lösung ist so einfach wie simpel: bereits seit knapp einem Jahr stattet dazu Mercedes-Benz seine neuen Fahrzeugschlüssel mit einem Bewegungssensor aus, der genau dann keine Funkwellen mehr aussendet, wenn er nicht mehr in Bewegung ist. Somit werden keine Signale mehr ausgesendet, sobald er z.B. Nachts auf der Kommode liegt oder am Schlüsselbrett aufgehängt ist. Sobald der Schlüssel bemerkt, das er sich bewegt, aktiviert sich das System automatisch wieder.

KEYLESS GO Funktion lässt sich auch deaktivieren

Aber auch bisherige Schlüssel-Besitzer können sich zusätzlich durch die Deaktivierung der KEYLESS GO Funktion absichern: dazu muss nur zweimal kurz hintereinander die „Schließen“-Taste gedrückt werden, woraufhin die Batterie-Kontrollleuchte des Schlüssels zweimal kurz – und einmal lang – aufleuchtet und die Funktion sich automatisch deaktiviert. Möchte man die Funktion danach erneut aktivieren, genügt dazu ein einmaliger Tastendruck auf eine beliebige Taste des Schlüssels.

Zum Aktivieren und Deaktivieren der Funktion muss das Fahrzeug nicht in der Nähe sein. Im deaktiviertem Zustand verbraucht der Schlüssel dabei parallel nur sehr wenig Energie und schont somit auch die Batterie im Schlüssel selbst.

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Ein Tipp noch: im Urlaub oder auch Zuhause sollte man den Senderschlüssel trotzdem nicht direkt hinter der Haustüre oder der Hoteltür deponieren, zumal der Schlüssel im aktiviertem Zustand durchaus seine 2-3 Meter weit senden kann.

Symbolbild: Daimler AG

8 Kommentare
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Mücke
2 Jahre zuvor

Moin,
Keyless ist und bleibt mit dem aktuellen Stand der Technik einfach systembedingt das größte Sicherheitsrisiko in damit ausgestatteten Fahrzeugen (bei allen Herstellern). Solange sich da prinzipiell nichts vom hardware-seitigen Ansatz grundsätzlich ändert, wird das auch so bleiben. Das Update ist zwar ganz nett und dürfte mit dem Bewegungssensor tatsächlich den Fallstrick #1 (Schlüssel direkt neben der Tür liegen lassen) eliminiert haben, jedoch wäre hier Aufklärung in meinen Augen die bessere Maßnahme gewesen … die Kunden wollen immer alles gerne haben, können die Dinge, die sie sich da wünschen, jedoch meist nicht mal ansatzweise (technisch) überblicken – beschäftigen sich damit auch nicht weiter, es wird in der Ausstattungsliste erstmal alles angekreuzt, was jetzt gerade „sein muss“ – und der Hersteller soll dann im Nachgang am liebsten noch vor eigener Blöd- und Blindheit schützen – nun ja. Meinen „stinke-doofen“ W205-Schlüssel ohne alles außer Zentralverrieglung muss ich jedenfalls nicht in einer Blechdose aufbewahren, sondern kann diesen repräsentativ offen liegen lassen (und nein, das ist jetzt nicht die Ausrede, weil da das Geld vermeintlich gefehlt hat).
Jeder wie er meint, aber für mich war das ganze Prinzip (x Antennen die mit x Steuergeräten und dem ollen Schlüssel selbst tausendmal hin- und her-funken) schon immer zuhöchst zweifelhaft – hier müsste wie gesagt wohl ein gänzlich anderer Ansatz gefunden werden als trivialer Funkverkehr.
Für Puristen und Herrenfahrer wird sich solcherlei Spielerei (unsicher oder nicht) wohl eh nie erschließen – die Interaktion Mensch-Maschine ist mit ’nem drehbaren Schlüssel nun mal „echter“ als mit ’ner schnöden Start-Taste oder gar nur einer lapidaren Touch-Fläche … per Tastendruck dann lieber wie erwähnt und seit jeher die Zentralverrieglung 😉

Es bleibt spannend – ob man Keyless wohl irgendwann gegen Mehrpreis abwählen oder ausprogrammieren lassen muss, wenn man es denn wirklich nicht will (Keyless-Go aufgezwungen zu bekommen, nur um das Loch im Armaturenbrett im Design kaschiert zu kriegen, ist ja wohl schon schlimm genug)? Sich aktuell eine solche Hintertür gegen Geld wissentlich zusätzlich einbauen zu lassen und so zu tun, als wäre alles super sicher, grenzt für mich jedenfalls an die Gutgläubigkeit der Apple-Jünger, die meinen, das wären super Geräte ohne jedwede Schattenseite (schlecht sage ich ja überhaupt nicht – halt nur nicht gänzlich ohne Nachteile, die man bei der Anschaffung vielleicht doch mal bedacht haben sollte und über die man sich dann nicht zu beschweren braucht).

Thierry Pasteur
2 Jahre zuvor

Weiss denn wer, wie es Land Rover beim aktuellen Discovery macht? In der letzten Ausgabe eines Schweizer Konsumentenschutzmagazins wurde die Problematik mal wieder erwähnt. Dabei wurde aber festgehalten, dass bei einem aktuellen Test von glaube ich 20 Fahrzeugen mit Keyless-Go nur eines, der Discovery, nicht geknackt werde konnte. Also irgendetwas scheint Land Rover in seine Technologie implementiert zu haben, was einen Diebstahl durch eine Signalverlängerung verunmöglicht oder zumindest erheblich erschwert.

Ulrich Schlierf
2 Jahre zuvor

Für was gibts ne voll kasko..

martin
Reply to  Ulrich Schlierf
2 Jahre zuvor

warum gibt es so überflüssige, unqualifizierte Kommentare….

Heiner
2 Jahre zuvor

Land Rover misst die Signallaufzeit zwischen Auto und Schlüssel, wird diese zu groß reagiert das System nicht mehr. Das Abfassen des Codes mittels einfacher Funkverlängerer funktioniert so nicht mehr.
Denke die MB Lôsung dient der Beruhigung der Kunden. Gezielter Fahrzeugklau wird damit nicht verhindert.

Mücke
Reply to  Heiner
2 Jahre zuvor

Wobei die Laufzeitüberwachung schon ziemlich früh in vielen System (zumindest auf dem Papier) implementiert war … bspw. selbst bei Opels „Open & Start“ seit über 10 Jahren. Angesichts dessen lassen sich die Erfolgsaussichten dieser Art der Sicherung wohl als „durchmischt“ ansehen. Klar löst das jeder Anbieter im Detail anders (und bei den Indien-Landies mag noch etwas anderes dahinterstecken), aber bei erwähntem Test hängt halt alles von der verwendeten Hardware „der anderen Seite“ ab (und da gibt es unendliche viele Bastellösungen, die alle mehr oder weniger geeignet für bestimmte Szenarien sind und die gewiss nicht alle getestet wurden). Man hat halt nur einen Autoschlüssel-groß Platz, um hochgeradig miniaturisierte Funktechnik unterzubringen (wo auch noch die Batterie möglichst lange halten sollte), aber dafür eine Reisetasche-groß Platz, um das Signal abzufischen … und da ja nur das entsprechende Frequenzband abgefangen und gesendet werden muss (also keine großartige Verarbeitung stattfindet, die allzu große Zykluszeiten verursachen würde), ist das schon eine Aufgabe.
Aber ja: Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg. Sollten es gewisse Kreise wirklich auf ein bestimmtes Fahrzeug abgesehen haben, wird es mit oder ohne Keyless zum Diebstahl kommen (halt nur evtl. mit einem anderen Schwierigkeitsgrad).

Joachim
Reply to  Mücke
2 Jahre zuvor

In der Berliner Diebstahlstatistik und wahrscheinlich auch bundesweit, liegt Land rover ganz weit oben, ebenso wie BMW. Aber der Grund wurde schon von @Mücke im letzten Absatz treffend festgestellt .