Der legendäre Mercedes-Benz 300 SL der Baureihe W 198 basiert als Coupé auf dem bekannten Gitterrohrrahmen, welcher sich unter der Karosserie selbst versteckt – aber auch ein Grund für die legendären Flügeltüren ist.

Der Gitterrohrrahmen für den legendären Mercedes-Benz 300 SL

Hintergrund für die Produktion dieser Rahmenbauart beim 300 SL war damals, das die Karosserie selbst auf einem sehr leichten, aber gleichzeitigen stabilen und verwindungssteifen Skelett montiert werden sollte. So produzierten 15 Mitarbeiter in zwei Schichten damals maximal fünf Rahmen, wozu ungefähr 50 Meter Stahlrohr pro Rahmen benötigt wurde. Der fertige Rahmen selbst hatte ein Gewicht von etwa 50 kg.

Die Rohrelemente wurden zu Dreiecken zusammengesetzt und bildet einen extrem verwindungssteifen Gitterrohrrahmen, dessen Rohrelemente nur auf Druck und Zug beansprucht werden. Bei Verdrehversuchen ist der Gitterrohrrahmen sogar steifer als das Chassis des Formel-Rennwagens W 154 aus der Vorkriegszeit, das damals einen großen Fortschritt dargestellt hatte. Zuerst wurde der Rahmen beim W194 eingesetzt, dessen Merkmal ab 1954 auch der Seriensportwagen 300 SL (W 198) übernahm.

Der Gitterrohrrahmen für den legendären Mercedes-Benz 300 SL

Der Gitterrohrrahmen für den legendären Mercedes-Benz 300 SL

Um einem Gitterrohrrahmen hohe Stabilität zu geben, muss er im Bereich der Fahrgastzelle möglichst breit gestaltet sein. Diese Notwendigkeit führt zu den spektakulären und später so berühmten Flügeltüren. Der Türausschnitt beginnt bei den ersten Fahrzeugen an der Gürtellinie. Die Türen, tief ins Dach eingeschnitten, öffnen nach oben und erinnern dabei an ausgebreitete Flügel, weshalb der Wagen von den Amerikanern „Gull Wing“ (Möwenflügel) und von den Franzosen „Papillon“ (Schmetterling) getauft wird. Fahrer und Beifahrer steigen von oben ein.

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Der Gitterrohrrahmen für den legendären Mercedes-Benz 300 SL

Der Gitterrohrrahmen für den legendären Mercedes-Benz 300 SL

Der Rahmen wurde in den 50er Jahren in reiner Handarbeit aus Stahlrohr der Qualität SD50 angefertigt, später aufgrund von Schwächen im Material setzte man auf die Qualität SD32. Beginnend  an der vorderen Quertraverse wurde das Rohrfachwerk autogen geschweißt und die Maßhaltigkeit mit Lehren geprüft. Nach Fertigung wurde de Rahmen nochmals nachgerichtet und in einem Tauchbad im Serienfahrzeug schwarz lackiert.

Der Gitterrohrrahmen für den legendären Mercedes-Benz 300 SL

Bilder: Philipp Deppe / MBpassion.de

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