Der verschärfte Sparkurs von Mercedes-Benz stößt innerhalb der Belegschaft auf zunehmenden Widerstand. An mehreren deutschen Standorten haben dazu Heute tausende Beschäftigte gegen geplante Einsparmaßnahmen und mögliche Änderungen bei Arbeitsbedingungen demonstriert. Zu den Protesten hatte die Gewerkschaft IG Metall aufgerufen.
Schwerpunkte der Aktionen der Mitarbeiter von Mercedes-Benz waren die traditionsreichen Mercedes-Standorte in Baden-Württemberg, darunter Sindelfingen, Untertürkheim, Rastatt sowie das Presswerk in Kuppenheim. Darüber hinaus fanden Kundgebungen in Bremen, Hamburg, Berlin und Germersheim statt. Nach Angaben der IG Metall beteiligten sich bundesweit mehr als 33.000 Beschäftigte an den Protestaktionen, während das Unternehmen von deutlich niedrigeren Teilnehmerzahlen spricht.
Auslöser der Demonstrationen sind jüngste Sparmaßnahmen des Stuttgarter Automobilherstellers. Mercedes-Benz hatte angekündigt, die tarifliche Sonderzahlung „Transformationsbaustein“ in Höhe von 18,4 Prozent eines Monatsentgelts auf das kommende Jahr zu verschieben. Zudem sollen Gespräche über eine mögliche Ausweitung der Arbeitszeit ohne entsprechenden Lohnausgleich geführt werden.
Die Arbeitnehmervertreter kritisieren insbesondere, dass bestehende tarifliche und soziale Standards infrage gestellt würden. Der Gesamtbetriebsrat von Mercedes-Benz sowie die IG Metall sehen in den geplanten Maßnahmen eine einseitige Belastung der Beschäftigten. Aus ihrer Sicht müsse die Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens vor allem durch Investitionen in neue Produkte, Technologien und Standorte gestärkt werden.
Mercedes-Benz verweist dagegen auf die anhaltend schwierigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen. In einem Schreiben an die Beschäftigten hatte der Vorstand erklärt, dass weitere Kostensenkungen notwendig seien, um die internationale Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Standorte zu sichern. Als Belastungsfaktoren gelten unter anderem der intensive Wettbewerb auf dem chinesischen Markt, geopolitische Unsicherheiten sowie steigende Kostenstrukturen.
Die aktuellen Proteste könnten nach Einschätzung der Gewerkschaft erst der Beginn einer längeren Auseinandersetzung sein. Bereits für die kommenden Wochen sind weitere Aktionen in der Automobilindustrie angekündigt. Die IG Metall macht deutlich, dass sie Widerstand gegen Stellenabbau, Standortverlagerungen und Einschnitte bei tariflichen Errungenschaften leisten will.
Symbolbilder: Mercedes-Benz Group AG



