Mercedes‘ Elektro-Hoffnung gerät ins Stocken: Lieferprobleme bremsen den neuen GLC

Der vollelektrische GLC sollte für Mercedes-Benz zum Beweis werden, dass der Konzern seine Elektrooffensive nun auch im volumenstarken SUV-Segment erfolgreich umsetzen kann. Doch ausgerechnet beim wichtigsten neuen E-Modell sorgt die Lieferkette nun für einen holprigen Start.

Mercedes' Elektro-Hoffnung gerät ins Stocken: Lieferprobleme bremsen den neuen GLC

Obwohl Mercedes zuletzt von einer außergewöhnlich hohen Nachfrage sprach und der elektrische GLC laut Hersteller mehr Bestellungen erhalten haben soll als jedes frühere Elektroauto der Marke in den ersten Verkaufsmonaten, läuft die Auslieferung derzeit deutlich langsamer als geplant. Verantwortlich sind offenbar Engpässe bei zentralen Komponenten wie Hochvoltbatterien und Bordnetzen.

Lieferkette wird erneut zum Problem

Die Schwierigkeiten zeigen einmal mehr, wie empfindlich moderne Fahrzeugproduktionen trotz flexibler Fertigung auf Störungen im Zuliefernetz reagieren. Besonders problematisch ist offenbar die Versorgung mit Batterien. Ursprünglich waren Lieferungen aus dem neuen CATL-Werk im ungarischen Debrecen vorgesehen. Verzögerungen bei der Inbetriebnahme führten jedoch dazu, dass Mercedes zeitweise Batterien aus China beziehen musste. Der deutlich längere Transportweg wirkte sich unmittelbar auf die Produktionsplanung aus. Hinzu kamen Engpässe bei Bordnetzen. Auch hier sollen Probleme bei einem Zulieferer den Produktionshochlauf zusätzlich erschwert haben.

Flexibles Werk hilft – aber nur begrenzt

Produziert wird der elektrische GLC im Mercedes-Werk Bremen gemeinsam mit Hybrid- und Verbrennervarianten auf einer gemeinsamen Fertigungslinie. Dieses flexible Produktionskonzept gilt eigentlich als Vorteil, weil sich die Fertigung je nach Nachfrage anpassen lässt. Allerdings zeigt der aktuelle Fall auch die Grenzen dieses Systems: Fehlen wesentliche Komponenten für eine Modellvariante, kann die Flexibilität zwar kurzfristig helfen, die Gesamtauslastung des Werks zu sichern – sie ersetzt jedoch keine funktionierende Lieferkette.

Mercedes' Elektro-Hoffnung gerät ins Stocken: Lieferprobleme bremsen den neuen GLC

Konkurrenz legt schneller vor

Während Mercedes den Produktionsrückstand aufholen möchte, profitiert die Konkurrenz vom besseren Start. Medienberichten zufolge liegen die europäischen Zulassungszahlen des neuen elektrischen GLC bislang deutlich unter den Erwartungen. Gleichzeitig konnte BMW mit seinem neuen iX3 bereits wesentlich höhere Stückzahlen auf die Straße bringen. Natürlich lassen sich frühe Zulassungszahlen nicht eins zu eins vergleichen. Dennoch zeigt sich, dass ein überzeugendes Produkt allein nicht genügt. Wer im hart umkämpften Elektrosegment erfolgreich sein will, muss Fahrzeuge auch schnell und zuverlässig an Kunden ausliefern können.

Mercedes' Elektro-Hoffnung gerät ins Stocken: Lieferprobleme bremsen den neuen GLC

Vertrauen ist jetzt entscheidend

Mercedes betont inzwischen, die Lieferprobleme seien weitgehend gelöst und die Produktion solle schrittweise wieder Fahrt aufnehmen. Entscheidend wird nun sein, ob der Rückstand in den kommenden Monaten tatsächlich aufgeholt werden kann.

Für den Stuttgarter Hersteller steht dabei mehr auf dem Spiel als nur ein einzelnes Modell. Der elektrische GLC gehört zu den wichtigsten Bausteinen der aktuellen Elektrostrategie. Verzögerungen beim Marktstart kosten nicht nur wertvolle Verkaufszahlen, sondern können auch das Vertrauen potenzieller Käufer beeinträchtigen – gerade in einem Markt, in dem immer mehr Wettbewerber ihre Lieferfähigkeit als entscheidenden Wettbewerbsvorteil ausspielen.

Symbolbilder: Mercedes-Benz Group AG

14 Kommentare
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Peter
7 Stunden zuvor

Ist ja lustig geschrieben , Grenzen des Systems, jedes Werk hätte ohne Ware Produktionsstop , das ist keine Grenze von Flexibilität, sondern einfach Fakt.

Neisyros
6 Stunden zuvor

Tja was haben die überbezahlten deutsche Arbeiter da nur wieder angestellt, für diese Fehlplanung sollte man am Besten noch das Urlaubsgeld streichen und Mindestlohn zahlen.

Tobson
Reply to  Neisyros
59 Minuten zuvor

Unmöglich diese Mitarbeiter. Nix mehr bekommen die hin. Ab nach Ungarn mit dieser Baureihe.

G Fahra
5 Stunden zuvor

Das kommt davon, wenn die Herren Manager nicht alles in Bremen fertigen lassen sondern Teile aus Brnft oder Vzrdny bestellen….

Bernhard
4 Stunden zuvor

Lange Lieferzeiten sind also kein Beweis überragender Akzeptanz sondern schlicht Lieferschwierigkeiten. Warten wir mal ab WIE gut der GLC EQ wirklich ankommt. Auf der Strasse gesehen habe ich im Grossraum S / PF bisher genau einen!

Pymax
Reply to  Bernhard
3 Stunden zuvor

Ab und zu sieht man bei uns im Raum Nürnberg schon einmal Einen rumfahren. Können natürlich auch Vorführfahrzeuge sein. Ansonsten passt das zur allgemeinen Misere in der Autoindustrie. Schade.

Tobson
Reply to  Bernhard
2 Stunden zuvor

Man kann nur hoffen, dass die Autos ankommen und es wieder läuft, wie früher, wegen der worklich tollen Technik und trotz des mittelmäßigen Designs.

Sternfahrer2
Reply to  Bernhard
1 Stunde zuvor

Es kann beides wahr sein: hohe Nachfrage und Lieferschwierigkeiten.

Sam
3 Stunden zuvor

Was macht Ola Kallenius eigentlich beruflich? Es liegt scheinbar soviel im argen und dennoch ist er noch CEO

Dominique
Reply to  Sam
10 Minuten zuvor

Wie in sovielen Bereich, Versa**r klammern an Ihren posten. Die besten verlassen das Schiff, der Rest bleibt…

MarcusE200K
2 Stunden zuvor

Erst kein Glück und dann kam auch Pech hinzu…

Rainer
1 Stunde zuvor

In China sind die Zulieferer oft direkt neben dem Werk. Oder so direkt wie möglich.
Bei sowas wie Batterien sowieso.

Tingeli
1 Stunde zuvor

Ich weiss jetzt dass ich keinen MB mehr kaufen werde. Ich habe einen GLC Coupé, tolles Auto. Der neue gefällt mir weder aussen noch innen weil ich finde dass das kein Design für ein Elektroauto ist. Das hat BMW doch besser gelöst, neue Klasse neues Design. Aber das ist ja wie immer Geschmackssache. Ich glaube die Übernahme durch Geely ist nur noch eine Frage der Zeit. Ein Unding wenn Manager und Verwaltungsrat keine Ahnung von der Automobilindustrie haben und sich blind und hochmütig auf ihre Ideen konzentrieren. Wann werden Manager endlich für ihre Fehlentscheidungen haftbar gemacht?

Rainer
1 Stunde zuvor

EQC Reloaded.