Bild: Jens Walko

Neuer Mercedes-ISG 2.1 kommt aus dem Werk Hedelfingen

Mercedes-Benz entwickelt seinen integrierten Starter-Generator (ISG) weiter. Ab 2027 soll die neue Generation ISG 2.1 zunächst in den Modellpflegen von C-Klasse und GLC sowie im CLE zum Einsatz kommen. Vorgesehen ist die Kombination mit den Vierzylinder-Benzin- und Dieselmotoren M254 und OM654M.

Bild: Jens Walko

Anders als bei vielen Komponenten der elektrifizierten Antriebstechnik soll der neue ISG bei Mercedes-BEnz vollständig im eigenen Produktionsverbund entstehen. Gefertigt wird er nach vorliegenden Informationen im Werk Untertürkheim, Werkteil Hedelfingen. Dort konzentriert Mercedes-Benz zunehmend elektrische Antriebskomponenten; der Standort ist zudem Teil des Ausbaus der Elektromobilitätskompetenz rund um den eCampus.

Nach Angaben aus dem Betriebsrat und der vorliegenden eCampus-Vereinbarung ist für den ISG 2.1 eine Jahreskapazität von knapp 500.000 Einheiten vorgesehen. Damit wäre die neue Komponente auf eine breite Verwendung in den volumenstarken Baureihen ausgelegt.

Bild: Jens Walko

Technisch bleibt das Grundprinzip erhalten: Der ISG sitzt weiterhin im Getriebe und arbeitet mit dem 48-Volt-Bordnetz. Die neue Generation soll jedoch deutlich leistungsfähiger rekuperieren und beim Anfahren sowie beim Verbrennungsmotor-Lastwechsel stärker unterstützen. Gleichzeitig werden Thermomanagement und Softwareregelung überarbeitet.

Besonders interessant ist dabei die Rolle des ISG bei den künftigen Emissionsanforderungen. Durch eine präzisere Betriebsstrategie soll das System nicht nur Verbrauch und CO₂-Ausstoß reduzieren, sondern auch bei der Einhaltung der verschärften Real-Driving-Emissions-Vorgaben (RDE) helfen.

Mercedes setzt damit bei seinen Verbrenner-Baureihen auf eine vergleichsweise konsequente Weiterentwicklung der 48-Volt-Hybridisierung – während parallel in Hedelfingen elektrische Antriebstechnologien für künftige Plattformen aufgebaut werden. Der ISG 2.1 wird damit zu einem Bindeglied zwischen weiterentwickelten Verbrennungsmotoren und der zunehmenden Elektrifizierung des Mercedes-Antriebsportfolios.

14 Kommentare
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Michael Sommerfeldt
1 Monat zuvor

Verschwendete Ressourcen und Energie.

Stellt endlich konsequent auf moderne Elektroantriebe um, und lasst das Ölstinker-Gefrickel sein. Dann braucht ihr auch nicht ständig zu jammern, dass die Transformation 10 Jahre dauert.

Pano
Reply to  Michael Sommerfeldt
1 Monat zuvor

Jenni, was geht? Gestern zu lange in die partielle Sonnenfinsternis geguckt 😉

Jochen Beideck
Reply to  Michael Sommerfeldt
1 Monat zuvor

Das Gegenteil ist richtig: Die forcierte Umstellung auf BEV gegen den Willen der Kunden hat die deutsche Autoindustrie an den Rande des Ruins gebracht. Alle rudern nun zurück und entwickeln im Bereich der Verbrenner weiter, u.a. auch Audi, Porsche, BMW etc.. Was bringen E-Autos im Portfolio, die nur mit massiven Rabatten verkauft werden können? Stillstehende E-Auto-Bänder wie bei VW und Fiat!

Zuletzt editiert am 1 Monat zuvor von Jochen Beideck
Timbo
Reply to  Jochen Beideck
1 Monat zuvor

Amen Bruder !!!!

Phil Osovi
Reply to  Jochen Beideck
1 Monat zuvor

Schampoo, das ist eine echt treffende Analyse wenn man sich die Verkaufszahlen der europäischen OEMs in Sachen BEVs in den verschiedenen Märkten ansieht.
Ahhhh, wait a moment…

Eine person
Reply to  Jochen Beideck
1 Monat zuvor

Was die deutsche Autoindustrie ruiniert hat ist, dass man Elektro anfangs nur halbherzig oder völlig getrennt von der eigentlichen Marke versucht hat.
Jetzt wird in China deutlich mehr Elektro verkauft und die deutschen Hersteller haben verschlafen, sodass man dort nur die eigenen Verbrenner verkaufen kann weil BEV von Chinesischen Herstellern gekauft werden, aber das Verbrenner Segment schrumpft auch dort stark.
Wenn man 2019/2020 konsequent mit sehr guten E-Autos gestartet wäre sähe es für die Industrie ganz anders aus. Tesla schafft es schließlich weltweit ähnlich viele BEV zu Verkaufen wie Mercedes BEV+Hybrid+Verbrenner.

tutnixzursache
Reply to  Eine person
1 Monat zuvor

Sehe ich überhaupt nicht so, gerade Mercedes hat auf Elektrik First gesetzt und sich eine blutige Nase geholt. Ein Großteil der europäischen und amerikanischen Kundschaft war/ist immer noch nicht bereit elektrisch zu Fahren, dass muss man einfach anerkennen, dazu kommt die unsägliche ZickZack Politik in Europa. Brauch nur in meine Verwandtschaft schauen, kein einziger hat vor sich privat eine Elektroauto zu kaufen.
China hat auf der Gegenseite die komplette Wertschöpfung im Batteriebereich, staatliche gelenkt unter Kontrolle gebracht und somit bei einer Kernkomponente den Daumen drauf. Zusätzlich sind viele chinesische Käufer deutlich technikaffiner bzw. haben keine Historie beim Kauf von Benzin/Diesel PKW. Unsere OEM sitzen einfach zwischen den Stühlen zusammen mit den allgemeinen Problemen der deutschen Wirtschaft einfach keine gute Story aktuell. Die fetten Jahre sind einfach vorbei, jetzt werden erstmal wieder kleinere Brötchen gebacken, ganz einfach.

Quenti
Reply to  tutnixzursache
1 Monat zuvor

Da sind mehrere Punkte drin die ich so nicht stehen lassen will. Was definitiv stimmt ist das Zick-Zack-Kurs der Politik. Mal Elektro, mal nicht, mal ein bisschen. Das macht Investitionen schwer planbar.
Die Annahme niemand wolle eins kaufen mag vielleicht für die eigene Verwandtschaft stimmen. Aber bei aktuell 28% Anteil bei Neuzulassungen (mit PHEV 40%) ist Elektro längst in der Breite angekommen. Wenn man bedenkt, dass in bestimmten Segmenten das Angebot noch unzureichend ist (C elektrisch, i3 kommen erst noch und der A4 fehlt komplett). Dementsprechend ist mit viel mehr Marktpotential zu rechnen. In meinem Umfeld sehe ich nicht mehr die Vorbehalte wie früher.

Woran ich mich störe: „Electric First“ wurde viel kommuniziert aber nie so wirklich umgesetzt. Was ist denn da gekommen?

  • EQC? Nichts „first“ und eher Bastelbude
  • EQB/EQA? Ebenfalls nichts „first“ und nicht konkurrenzfähig. Langsam, geringe Reichweite, Frontantrieb usw. – man konnte nicht mit id.3/4 mithalten.
  • EQE/EQS? Hier würde immerhin Electric First gelten. Aber ebenfalls nicht wirklich überzeugend. Zu dem Zeitpunkt in der Preisklasse etwas ohne 800V-Laden zu bringen? Übers Design brauchen wir gar nicht erst reden.

Für die letzten Jahre sehe ich da wenig „electric first“ und nur Fahrzeuge die nicht besonders überzeugend sind. Bei den neuen Modellen macht MB es erheblich besser.
Die Zahlen sind da auch besser. Beim GLC werden aktuell 27% elektrisch ausgeliefert. Mit PHEV sind es sogar 51%. Dabei ist der GLC EQ noch im Produktionshochlauf.
Beim CLA sind sogar 68% rein elektrisch.

Von mangelndem Interesse an elektrischen Fahrzeugen kann man nicht sprechen. Man sieht allerdings auch, dass die Nachfrage nach Verbrennern noch relevant hoch ist.

PS: BMW verkauft mehr iX1 als X1 und auch in der Klasse darüber verkauft BMW die Mehrheit mit Elektromotor

Axel Schreiner
1 Monat zuvor

Der iSG 2.1 wird wie der 2.0 ebenso aus Hamburg kommen. Hätte man in einem Nebensatz erwähnen können. Spannend ist, dass trotz sinkender Auslastung in HH weiteres Volumen nach Hefi abgegeben wird…

Knausi134
1 Monat zuvor

Eine konsequente Umstellung auf elektrische Klimakompressoren wäre wünschenswert. Dann hätten auch endlich die Verbrenner eine Standklimatisierung. Klassische (stinkende) Standheizungen sind ja auch eher was ausm letzten Jahrhundert.

Hans W.
Reply to  Knausi134
1 Monat zuvor

Mein S206 220D hat einen elektrischen Kompressor, leider wird der nicht für die Standlüftung verwendet.

Die Kapazität des 48V Systems sollte für bis zu 10min Laufzeit ausreichen. (grob überschlagen)

5min habe ich schon erreicht beim Warten auf einem Parkplatz, also Startstop an und angehalten. Die Klima lief eben 5min weiter bis der Motor wieder gestartet ist.

Hans W.
Reply to  Knausi134
1 Monat zuvor

Mein S206 220D hat einen elektrischen Kompressor, leider wird der nicht für die Standlüftung verwendet.

Die Kapazität des 48V Systems sollte für bis zu 10min Laufzeit ausreichen. (grob überschlagen)

5min habe ich schon erreicht beim Warten auf einem Parkplatz, also Startstop an und angehalten. Die Klima lief eben 5min weiter bis der Motor wieder gestartet ist.

Thomas
1 Monat zuvor

So kann man auch Menschen beschäftigen. Indem man veraltete Technik immer weiter entwickelt. Ist halt wenig renditebringend.
Und die Komplexität eines Hybrids, am besten als Plug In Diesel, ist verrückt. Man hat bei den neuen Kompakten den Aufwand etwas begrenzt. Bleibt zu hoffen, dass es auch bei der nächsten Plattform nur konsequent BEV und reine Verbrenner gibt (gibt ja noch einige, die bereit sind dafür viel Geld zu bezahlen). Und keine seltsamen Zwitter entstehen.

Quenti
Reply to  Thomas
1 Monat zuvor

Der ISG ist doch für Mildhybride. Da hält sich die Komplexität noch in Grenzen. Noch dazu baut der viel auf bereits entwickelter Technik auf. Die Rendite dürfte dann auch stimmen.

Auch wenn ich mir nur noch BEV wünschen würde muss man realistisch sein. Noch läuft die deutliche Mehrheit als Verbrenner vom Band – auch wenn sich das gerade schnell verschiebt. Mit viele neuen Modellen sollte sich das weiter beschleunigen. Allerdings werden auch hier noch einige Jahre Mildhybride verkauft werden.
Wichtiger: MB verkauft weltweit. Wenn man nicht Märkte wie Nordamerika aufgeben will, muss man weiterhin Modelle mit Verbrenner anbieten.