Steve Parrish ist über viele Jahre hinweg der dominierende Fahrer in der sehr beliebten Truck-Racing-Europameisterschaft. Vor 25 Jahren gelingt ihm mit dem Mercedes-Benz 1834 S der fünfte Titelgewinn bei diesen schweren Fahrzeugen.

Steve Parrish wird zum fünften Mal schnellster Truck-Racer

Die Rennserie European Truck Racing Championship (ETRC) erlebt nach der Anerkennung durch die Fédération Internationale de l’Automobile (FIA) im Jahr 1985 einen unerwarteten Aufschwung. An den Rennwochenenden wie beim Truck-Grand-Prix auf dem Nürburgring werden bis zu 200.000 Fans der spektakulären Rennen mit den bärenstarken Sattelzugmaschinen gezählt. In den frühen Jahren dieser Europameisterschaft ist Mercedes-Benz mit 13 Titeln überaus erfolgreich. Erster Europameister der neu geschaffenen Serie wird der Deutsche Thomas Hegmann mit dem Mercedes-Benz 1450 S. Diese von der Serie abgeleitete, aber stark getunte Zugmaschine mit 18.237 Kubikzentimetern Hubraum und einer Leistung von 1.177 kW (1.600 PS) verhilft bis 1993 auch dem Engländer Steve Parrish dreimal zum Europameistertitel.

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1994 setzt Mercedes-Benz die zweite Generation der Renntrucks ein. Der 1834 S entspricht der neu geschaffenen Kategorie der Superrace-Trucks. Das sind reine Rennfahrzeuge, die nur dem Aussehen nach einem Sattelschlepper nachempfunden sind. Die Eckdaten: Ein V6-Triebwerk mit 11.946 Kubikzentimetern Hubraum und mit einer Leistung von 736 kW (1.000 PS). Die Höchstgeschwindigkeit ist wie vom Reglement vorgeschrieben auf 160 km/h begrenzt. Zwischen 1994 und 1996 gewinnt Mercedes-Benz mit diesem Truck die Europameisterschaft, einmal mit dem ehemaligen Formel-1-Fahrer Slim Borgudd und zweimal mit Parrish. Der sichert sich mit zwei dritten Plätzen beim Saisonfinale am 12./13. Oktober 1996 in Jarama/Spanien seinen fünften Titel. Zwei Renntrucks können im Mercedes-Benz Museum in Stuttgart besichtigt werden: der 1450 S von Steve Parrish aus dem Jahr 1990 sowie der Atego von Ludovic Faure aus dem Jahr 1998.

Gefragter Motorsport-Fernsehkommentator & Autotester

Steve Parrish, Jahrgang 1953, beginnt seine Motorsportkarriere auf zwei Rädern. Nach Erfolgen in der britischen Motorradmeisterschaft wird er im Jahr 1977 als Suzuki-Teamkollege seines legendären Landsmanns Barry Sheene Fünfter in der Motorrad-Weltmeisterschaft bis 500 Kubikzentimeter. Nach vielen Erfolgen in verschiedenen Motorradklassen bis 1986 wechselt er in Lastwagencockpits und gewinnt bereits 1987 die britische „Open Truck“-Meisterschaft. Er wird einer der erfolgreichsten Truck-Racer überhaupt. 2002 beendet er im Alter von 49 Jahren seine Karriere und wird ein sehr gefragter Motorsport-Fernsehkommentator, TV-Entertainer und Autotester.

Quelle: Daimler AG