Mercedes-Benz Mobility und BMW Group beabsichtigen, ihr Gemeinschaftsunternehmen SHARE NOW an Stellantis zu veräußern. Eine entsprechende Vereinbarung haben die drei Unternehmen vor kurzem unterzeichnet und Stillschweigen über die Details der Transaktion vereinbart. Sie steht zudem unter dem Vorbehalt der Zustimmung der zuständigen Kartellbehörden.

FREE NOW und CHARGE NOW bleibt erhalten

Die Veräußerung der Carsharing-Tochter zahlt auf die Neuausrichtung der Mobilitäts-Joint Ventures ein: Künftig wollen sich die Shareholder auf zwei zentrale Geschäftsfelder mit hohem Wachstumspotenzial konzentrieren: auf die digitale Multimobilität (FREE NOW) und auf digitale Dienstleistungen rund um das Laden von Elektrofahrzeugen (CHARGE NOW).  Die Stellantis Mobilitätstochter Free2move bekäme mit dem Erwerb von SHARE NOW die Möglichkeit, Carsharing in Europa weiter auszubauen und so die vielfältigen Mobilitätsbedürfnisse ihrer Kunden zu erfüllen.

Aus Sicht von BMW und Mercedes-Benz hat FREE NOW die wirtschaftlichen Erwartungen nicht erfüllen können. Die SHARE NOW Übernahme von Stellantis (u.a. mit Ihren Marken Fiat, Opel, Chrysler und Peugeot) würde dessen Dienst Free2Move hingegen bestärken und die bestehende Flotte von nur 2.500 Fahrzeuge um mehr als 10.000 Fahrzeugen in 14 europäischen Großstädten erweitern.

Ausbau von SHARE NOW zum führenden Carsharing-Anbieter in Europa

SHARE NOW ist 2019 von den Pionieren des Free-floating Carsharing etabliert worden und vereint die DNA von car2go, das bei der damaligen Daimler AG entwickelt wurde sowie von DriveNow, dem Angebot der BMW Group, in sich. Beide Shareholder haben SHARE NOW zum Marktführer in Europa ausgebaut und kontinuierlich weiterentwickelt, u.a. mit neuen Angeboten wie dem Langzeit-Carsharing.

Anzeige:
Anzeige:

Quelle: Mercedes-Benz Group AG

25 Kommentare
Älteste
Neueste Meist bewertet
Inline Feedbacks
Betrachte alle Kommentare:
Stefan Camaro
7 Monate zuvor

Erst macht man großes Tamm Tamm und nun das.

Naja man sollte sich lieber mal aufs Kerngeschöft konzentrieren und gute Autos bauen.

Im übrigen sind diese Carsharing Autos wirklich oft abgefuckt, vor allem innen.
Ich nutze zwar nur Sixt Share, aber irgendwas ist immer: Wischwasser alle, Innenraum dreckig (aber richtig) oder es leuchtet sogar die Motorleuchte auf…

Gartenpriester
7 Monate zuvor

Bei über 300 Mio Minus (laut MB AG Geschäftsbericht 2021) kein Wunder. Dafür ist keine Ausdauer mehr vorhanden.

Pano
7 Monate zuvor

Jenseits des Marketinggeblubbers fand ich den Artikel auf SPON ganz hilfreich: https://www.spiegel.de/wirtschaft/share-now-der-carsharing-traum-von-bmw-und-mercedes-ist-geplatzt-a-5ba7c576-1c01-4944-a524-543fcc44186b
Darin geht es ua über die Strategien der Konzerne was mich auf das Strategieupdate am 19. und 20. Mai bringt. @Markus: weißt du worüber es da gehen wird und warum es dafür zwei Tage braucht?
Grüße
Pano

Zuletzt editiert am 7 Monate zuvor von Pano
driv3r
Reply to  Pano
7 Monate zuvor

Der SPON glaubt, dass jeder Automobilkonzern zukünftig eine 0815-Plattform sein wird/sein möchte. Die Refokussierung ist keine Aktion, weil sie so lustig ist, sondern um sich gezielt aus dem Massenmarkt ein Stück weit hinauszubewegen. Zu den Hintergründen wieso und warum empfehle ich statt dem Spiegel eher die Automobilwoche, die steckt im Thema wahrhaft drin, der Spiegel steckt im Denken noch irgendwo in 2015 (und ebenso überrascht die Aussage von Herrn Bratzel…).

Zum SU: „The economics of desire“…

Snoubort
Reply to  driv3r
7 Monate zuvor

Um Deine „economies of desire“ auszuleben empfehle ich Dir sowas hier, die sind im Thema wahrhaft drin:
https://www.fashionette.de/taschen?gclid=Cj0KCQjwyMiTBhDKARIsAAJ-9Vu2acmkLtHtjLeuRpq1DPwrLsdXibB6JgSFdzsKgPh1KDh3HPHBkhoaAlQoEALw_wcB

Für Auto-Enthusiasten mit weniger Marketing- denn „ingenieurischer“ Affinität eher:
https://www.porsche.com/germany/

Auch wenn Porsche sowas von 2015 ist.

driv3r
Reply to  Snoubort
7 Monate zuvor

Herzlichen Dank für den gut gemeinten Tipp: Aber Deine Argumentation ist – wieder einmal – nicht schlüssig und ganzheitlich zu Ende gedacht: Die von Dir genannte Firma aus dem Norden Stuttgarts lebt seit Jahrzehnten nunmehr genau davon: Den „economics of desire“. Sonst wäre der Laden ohne den „Marketing“-VW-Audi-Cayenne aus Bratislava zu Beginn der 2000er-Jahre hops gegangen. 😉

Snoubort
Reply to  driv3r
7 Monate zuvor

Dem widerspreche ich inhaltlich nicht im geringsten, aber niemand hat dort jemals von „economies of desire“ geschwurbelt, noch seine hochbegehrten Produkte mit Handtaschen verglichen, noch LVMH als großes Vorbild betitelt.

Anzeige:
driv3r
Reply to  Snoubort
7 Monate zuvor

Seit Porsche nichts anderes als eine Volkswagen-Tochter ist, muss man nach außen auch strategisch weniger und kann vor allem drastisch anders kommunizieren. Das muss und wird sich ändern, wenn ein Börsengang stattfindet. 😉

Zudem hat die MB AG nach Projekt Fokus nun ihren eigenen neuen Weg zu definieren. Und – siehe andere, überaus gehypte Marktbegleiter – auf Brimborium scheint die Börse nunmal zu stehen.

Zuletzt editiert am 7 Monate zuvor von driv3r
Snoubort
Reply to  driv3r
7 Monate zuvor

Zum letzten Satz – kurzfristig ja, irgendwann muss man aber auch liefern.
Genau hierfür (liefern und mit – Zitat – „Hingabe“ am Produkt feilen , statt mit 1. Semester Marketing Schlagwörter herumzuwerfen – ich komm mir bei den MB Strategie Updates langsam wie bei Seminararbeiten vor) habe ich auch das Beispiel Porsche genannt.

driv3r
Reply to  Snoubort
7 Monate zuvor

Auf die Gefahr hin, dass Du das wirklich nicht weißt – und anscheinend im 1. Semester Marketing nicht aufgepasst hast:

  • Projekt Fokus ist seit dem 01.12.2021 in Kraft, gerade exakt ein halbes Jahr.
  • Die Schärfung des Profils läuft seit 2020, keine 2 Jahre her. Während einer globalen Pandemie. Während drastischer Lieferengpässe. Dafür sehen die Zahlen nicht schlecht aus – oder anders gesagt: In Q1/2022 auf Porsche 2021-Niveau.
  • „Liefern“ lässt sich in der Automobilindustrie noch immer nur in großen Zyklen. Während es deutliche „ingenieurische“ Leuchtturmprojekte gibt (und noch weitere kommen werden) verstehe ich auf der anderen Seite den Entfall-Wahn insbesondere bei den MFA2s und die „Entchromisierung“ auch nicht. Ich weiß nicht, was die Kollegen da bewegt (außer die nackten Zahlen).
  • Beispiel Porsche: Die leben zum Großteil (ist auch deren Recht) vom tiefen Konzerngeflecht. Die nächste Messlatte ist der elektrische Macan. Sofern er denn on-time kommt, von der Cariad-Softwarebude hört man aktuell nichts gutes. MIB3-Desaster lässt grüßen.
Snoubort
Reply to  driv3r
7 Monate zuvor

Ertappt, ich scheine im ersten Semester wirklich nicht aufgepasst zu haben, an ein „Projekt Fokus“ kann ich mich beim besten Willen nicht erinnern.
Vielleicht liegt das aber auch daran, dass meine Erstsemester Marketing Folien noch sehr denen von Ola K geglichen haben werden.
Ansonsten finde ich es schon ziemlich witzig, wie man jetzt die aktuellen Steigerungen beim Durchschnittspreis und Erträgen sowie den reduzierten Nachlässen als Erfolg der eigenen Strategie feiert, statt sie als Folge der generellen Knappheit im Markt zu betrachten. MB war in den letzte Quartalen immer sehr schnell damit die eigenen Erfolge zu feiern – nur wurden diese dann in den Folgetagen durch die „Erfolgsmeldungen“ der Konkurrenz wieder relativiert.

Snoubort
Reply to  driv3r
7 Monate zuvor

Konkret: BMW meldet heute 16% Umsatzsteigerung in Q1, bei einer Verdreifachung des Gewinns auf 12 Mrd.! (ok, ok, 7,5 davon aus nem Sondereffekt ;))
Und man übernimmt mal soeben seine chinesischen Fabriken…

Pano
Reply to  Snoubort
7 Monate zuvor

@Snoubort und driv3r. Wenn Sie mit dem Telekolleg BWL und Marketing für Fortgelaufene fertig sind schlage ich vor den Diskurs bei einem Kaffee (oder Bierchen) fortzusetzen. Setze mich gerne dazu und rede mit 🙂
Grüße
Pano

Snoubort
Reply to  Pano
7 Monate zuvor

Bin heute ab 16:00 am Kasteler Strand!?
Driv3r, kriegts Du das auch hin?

Anzeige:
Pano
Reply to  Snoubort
7 Monate zuvor

Ist mir leider zu kurzfristig. Sonst sehr gerne mit etwas Vorlauf.
Grüße
Pano

Pano
Reply to  driv3r
7 Monate zuvor

Ich hätte gerne auf die Einschätzung der Automobilwoche zurückgegriffen, da ist aber die Bezahlschranke im Weg.
Was den Titel des Strategieupdates angeht klingt „The economics of desire“ recht nichtssagend. Aber es sind ja nur noch zwei Wochen bis dahin.
Grüße
Pano

Chris
Reply to  Pano
7 Monate zuvor

Der Artikel bringt aber einiges durcheinander. Der im zweiten Absatz beschriebene Dienst, der „Mobilitätsangebote von Tür zu Tür, Kombination aus Bus, Bahn, Carsharing, Shuttles und E-Scooter“ bietet ist Freenow und eben nicht Sharenow.
Sharenow ist Betreiber der Carsharing Flotte inkl. dazugehörigen App. Sharenow ist aber einer der vielen Möglichkeiten in Freenow, zum Ziel zu kommen.

Pano
7 Monate zuvor

Etwas Off Topic aber im Zusammenhang mit dem Thema Strategie nicht uninteressant ist die Meldung, daß Tobias Moers ab sofort nicht mehr AM-CEO ist: https://www.automobilwoche.de/nachrichten/moers-verlasst-aston-martin
Was das für die Zusammenarbeit mit Mercedes heisst ist unklar. Was das für Herrn Moers heisst auch. Ich fände es cool wenn bei Mercedes ein Wiedereinstieg möglich wäre.
Grüße
Pano

Snoubort
Reply to  Pano
7 Monate zuvor

oha – danke für die Nachricht

Pano
Reply to  Snoubort
7 Monate zuvor

Leider klingen die Aussagen des Herrn Stroll wie es mit AM weitergehen wird nicht sehr vielversprechend: https://www.autocar.co.uk/car-news/business-tech%2C-development-and-manufacturing/new-aston-martin-structure-enable-more-house
Moers „darf“ übrigens bis Ende Juli bleiben um seine Nachfolger einzuarbeiten. Da hat er bestimmt voll Bock drauf…
Grüße
Pano

Anzeige:
Eric
Reply to  Pano
7 Monate zuvor

Wenn man sich den DBS von innen anschaut verstehe ich das schon.
Aussen hui, innen pfui.

Mot einem ehemaligen Ferrari Chef und einen Ferrari Entwicklungsleiter geht es sicher voran.

Wobei sie jetzt natürlich einen Hybrid, ähnlich dem SF90 bauen werden.

Snoubort
Reply to  Pano
7 Monate zuvor

Dann ist der Weg jetzt frei für Audi…

Snoubort
7 Monate zuvor

Da sieht man auf der einen Seite einen Konzern der systematisch an seiner strategischen Weiterentwicklung arbeitet, und auf der anderen Seite jemanden der nur noch die Braut hübsch machen will.

EQ44fahrer
Reply to  Snoubort
7 Monate zuvor

Ja, der Ausstieg aus der einst vielgepriesenen Zukunft mit „Mobility as a Service“ ist schon bedenklich. Definitiv kann und wird hier das autonome Fahren nach L4 einen Paradigmenwechsel einleiten und zugleich die Wirtschaftlichkeit solcher Dienste deutlich erhöhen. Noch ein paar Jahre Geduld und Durchsterben mit Fehlbeträgen hätten sich irgendwann gegen Ende der Dekade sicher ausgezahlt. Das hier könnte der zweite große und (nachhaltigere) Fehler seit dem Verkauf der Tesla-Aktien sein.

Jetzt macht MB halt nur noch stumpf „Premium-Automobilbau“ und überlässt ein dynamisches Segment komplett der Konkurrenz. Ob das gut geht… werden wir sehen…