Mercedes-Benz kombiniert MB.DRIVE ASSIST PRO und PLUS

Mercedes-Benz verzahnt seine Fahrerassistenzsysteme MB.DRIVE ASSIST PRO und MB.DRIVE ASSIST PLUS zu einem durchgängigen Assistenzkonzept. Während MB.DRIVE ASSIST PRO für den Einsatz im Stadtverkehr ausgelegt ist und dort Fahrten von Punkt zu Punkt unterstützt, übernimmt außerhalb geschlossener Ortschaften nahtlos der MB.DRIVE ASSIST PLUS. Der Wechsel zwischen beiden Systemen erfolgt automatisch und übergehend , sodass der Fahrer die jeweilige Assistenzfunktion ohne Unterbrechung nutzen kann.

Die technische Basis beider Systeme von Mercedes ist identisch: Zehn Außenkameras (wobei für die Plus-Variante bereits 8 ausreichen), fünf Radarsensoren und zwölf Ultraschallsensoren liefern die Umgebungsdaten, verarbeitet werden sie von derselben Nvidia-Rechenplattform. Diese kommt in neuen Mercedes-Benz-Modellen zudem für Assistenzfunktionen wie DISTRONIC und den Spurhalteassistenten zum Einsatz. Für zahlreiche Baureihen ist die Hardware bereits ab Werk verfügbar, eine Freischaltung mittels Abo-Funktion, wird ab Freigabe im Frühjahr 2027 erfolgen.

Unabhängig vom Einsatzbereich bleibt der Fahrer weiterhin in der Verantwortung. Denn auch MB.DRIVE ASSIST PRO ist ein System der SAE-Stufe 2 und erfordert eine kontinuierliche Überwachung des Verkehrsgeschehens durch den Fahrer. Beim Level-2++-System muss der Fahrer jederzeit in der Lage sein, die Fahrzeugkontrolle zu übernehmen – anders als beim Level-3-System im EQS und in der S-Klasse, das eine Übernahmezeit von bis zu zehn Sekunden erlaubt.

Bilder: Mercedes-Benz Group AG

8 Kommentare
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Eine person
18 Tage zuvor

Also hat Mercedes jetzt wohl sehr viel Arbeit in einen Drive Assist Pro gesteckt, ihn sehr lange gut vermarktet und am ende kommt ein System mit völlig sinnlosen Limitierungen. Der Plus wird keine Autobahnkreuze, Autobahnabfahrten oder Abbiegen auf Landstraßen können aber wieso der Pro nicht?
Das sollte deutlich einfacher umzusetzen sein als das fahren in der Stadt und so ist es keineswegs ein Point-to-Point System denn die wenigsten fahren nur in der Stadt. Ich verstehe wirklich nicht wieso Mercedes den DA Pro in solch einer absurden Weise limitiert.

GT Cabrio
Reply to  Eine person
18 Tage zuvor

Vermutlich, weil es eben nicht so einfach umzusetzen ist, wie es scheint. Geradeausfahren ist auf der Autobahn in der Tat einfacher als in der Stadt, weil üblicherweise viel weniger dazwischen kommt.

Ich könnte mir aber vorstellen, dass es innerorts z.B. deutlich einfacher ist, einen „sicheren Zustand“ herzustellen, wenn der Assistent nicht mehr weiter weiß und der Mensch nicht auf die Übernahmeaufforderungen reagiert. Der sichere Zustand bei Pkws ist: anhalten. Das ist innerorts relativ problemlos möglich. Selbst wenn man mitten auf der Straße anhält, dann irritiert das zwar die anderen Verkehrsteilnehmer, aber es ist nichts vollkommen Ungewöhnliches, weil es auch menschliche Fahrer gelegentlich machen (Parken in zweiter Reihe, einfach scheinbar grundlos irgendwo anhalten etc., das kommt innerorts alles regelmäßig vor) und man deshalb immer damit rechnen muss. Außerorts kann man das aber nicht bringen. Wenn man einfach irgendwo auf der Landstraße anhält, wird es schnell gefährlich. Sicher rechts ran fahren ist da an vielen Stellen über größere Strecken einfach nicht möglich. Auch auf Schnellstraßen und Autobahnen gibt es nicht immer einen Standstreifen, und manchmal ist neben der Fahrbahn statt eines Standstreifens auch eine Böschung oder ein anderweitiger Abgrund.

OlaPalola
Reply to  GT Cabrio
18 Tage zuvor

Es wird keine Übernahmeaufforderung geben! Der Fahrer bleibt auch bei aktivem Plus oder Pro voll in der Verantwortung! Sollten die Assistenten falsche Entscheidungen treffen, muss der Fahrer sofort eingreifen. Es gibt keine Graceperiod wie beim Autobahnpilot mit Level 3.

GT Cabrio
Reply to  OlaPalola
17 Tage zuvor

Ich meine mit „Übernahmeaufforderung“ (du hast recht, es ist hier eher eine Erinnerung, aufmerksam zu bleiben) das, was auch heute beim normalen Assist schon kommt, wenn der Fahrer nicht reagiert und die Hand ans Lenkrad nimmt. Erst kommt das „rote Lenkrad“, dann kommt der Piepton und wenn man dann immer noch nicht reagiert, kommt die Warnung, dass gleich der Nothalt eingeleitet wird. Rechtlich ist das ein Unterschied, aber von der Umsetzung her ist es sehr ähnlich zum Level-3-System.

Wie gesagt, wo soll das Fahrzeug denn auf der Autobahn ohne Standstreifen oder auf der Landstraße den Nothalt machen? Mitten auf der Fahrbahn? Im Graben?

Einfach weiter geradeaus fahren ist auf der Autobahn auch nicht immer die beste Lösung. Wenn das System sich z.B. in einer komplizierten Baustellensituation nicht mehr sicher ist, wo „geradeaus“ eigentlich ist. Oder in einer Unfallsituation. Oder im dichten Nebel.

Und dass im Stadtverkehr Autos mitten auf einer Kreuzung stehen, ist zwar nicht toll, aber bei dichtem Verkehr leider fast schon der Normalfall. Die Ampel wird grün, fünf Autos fahren los, aber der Platz hinter der Kreuzung reicht nur für zwei Autos und die restlichen drei stehen dann auf der Kreuzung, bis es weiter geht. Mit solchen Situationen muss man innerorts immer rechnen und sollte deshalb auch bei eigener Vorfahrt vorsichtig genug auf eine Kreuzung einfahren, damit man nicht ein Fahrzeug abräumt, was da vielleicht noch unberechtigt herum steht.

Eine Person
Reply to  GT Cabrio
18 Tage zuvor

Wenn das Auto nicht weiter weiß wird es nicht anhalten. Dann kommt vom Auto eine Meldung, dass man sofort übernehmen muss.
Ganz nebenbei wäre anhalten in der Mitte einer großen Kreuzung ohne Grund auch in der Stadt ziemlich gefährlich.
Auf Autobahnen kann das Auto Spur halten, sollte auch automatische Spurwechsel können und hat Kartendaten und Kameradaten um zu wissen wann man abfahren muss oder welche Spur man genau bei Autobahnkreuzen nehmen muss (das wird bereits im Navi angezeigt). Den automatischen Spurwechsel dann zu nutzen um auch von der Autobahn abzufahren oder die Spur auch im Autobahnkreuz zu wechseln dürfte nicht so kompliziert in der Umsetzung sein. Und wenn das Auto nicht weiter weiß dann fährt es halt geradeaus, das wird der Fahrer früh genug merken.
Landstraßen dürften durchaus komplizierter sein als Autobahnen denn beim Abbiegen muss eben auch auf Gegenverkehr, Fußgänger und Radfahrer geachtet werden allerdings kann er das in der Stadt und der Abbiegevorgang selbst passiert nicht bei höherer Geschwindigkeit als in der Stadt. Der Gegenverkehr und der kreuzende Verkehr ist durchaus schneller, was es für das Auto komplizierter macht allerdings sollte das (wenn die Hardware weit genug schauen kann) deutlich einfacher umzusetzen sein als komplexe Situationen in Städten.

Marc W.
Reply to  Eine person
18 Tage zuvor

Für mich sieht der Autobahnassistent ziemlich stimmig aus.
Erstens ist es eine echte Erleichterung, auf langen eintönigen Abschnitten unterstützt zu werden, andererseits ist es geradezu konditionserhaltend, wenn immer wieder Eingriffe bewusst nötig werden (Spurwechsel, Überholen, Abfahren).
Gerade in Autobahnkreuzen gibt es nämlich verkehrsbedingt „bessere“ Abläufe (Spuren) und der Fahrer kann und sollte das auch besser selbst entscheiden/ durchführen.

Schon heute fahren viele ökonomische Genießer mit Distronic „an/aus/an“ usw. Auf der Landstraße wünschte ich mir den Lenkassi aktiv nur bei vom System erkannter krasser Spurverlassung. Die (am besten noch feinfühligere) Längsführung ist ja der wahre Komfort. Hier müsste noch ein Topographieassistent hinzutreten, um unnötige kurzfristige Beschleunigungen (nach Kuppe Ortseinfahrt) zu unterbinden bzw. fallweise eine größere Hysterese (Schwungnutzen) zuzulassen.

Schalter Weel
17 Tage zuvor

Zuerst MC.DRIVE gelesen 🙂

Lackfarbe
14 Tage zuvor

Mercedes noch immer Dimensionen entfernt zu Tesla FSD (supervised) v14+
und noch immer Welten entfernt zu den Zweitliga Produkten von BMW, Ford und GM.

>inb4 das Übliche