Plant Mercedes-Benz verdeckten Stellenabbau ?

Mercedes-Benz will die Wochenarbeitszeit für rund 108.000 Beschäftigte in Deutschland von 35 auf 40 Stunden anheben – ohne Lohnausgleich. Der Vorstand kündigte an, künftig solle in allen Bereichen für das gleiche Geld mehr gearbeitet werden. Offiziell dient dies der Kostensenkung. Zunehmend wird jedoch gefragt, ob der Konzern damit auch gezielt Personal loswerden will – auf einem Weg, der ihm arbeitsrechtlich sonst verwehrt ist.

Kündigungsschutz bis 2034

Mercedes-Benz hat sich 2025 mit dem Betriebsrat auf die sogenannte Zukunftssicherung („ZuSi“) geeinigt: Sie schließt betriebsbedingte Kündigungen bis Ende 2034 aus. Personalabbau funktioniert damit praktisch nur noch freiwillig. Es gilt das Prinzip der „doppelten Freiwilligkeit“ – Mitarbeiter und Unternehmen müssen der Trennung gleichermaßen zustimmen.

Genau das schafft ein Motiv: Wer kündigen darf, muss Beschäftigte zum Gehen bewegen. Über das Abfindungsprogramm „Next Level Performance“ verließen zwischen April 2025 und März 2026 bereits rund 5.500 Mitarbeiter freiwillig den Konzern, teils mit Abfindungen über 500.000 Euro, um von den bis 2027 geplanten 5 Milliarden Euro Einsparungen rund 1 Milliarde über Personalabbau zu erreichen. Das Programm lief Ende März 2026 aus – ohne Verlängerung. Ein klassischer Abbauweg fehlt damit aktuell.

Erste Anzeichen für Druck

Bereits während des Abfindungsprogramms wurde einigen wechselwilligen Mitarbeitern die Zustimmung verweigert, weil ihr Know-how als unverzichtbar galt, während in anderen Abteilungen durch gezielte „Zweitgespräche“ Druck aufgebaut worden sein soll, um Beschäftigte zur Unterschrift zu bewegen. Kritiker sehen darin ein Muster: Wo Abfindungsanreize an Grenzen stoßen, könnte eine unbezahlte Arbeitszeitverlängerung als zusätzliches Mittel dienen, um Fluktuation zu erhöhen – ohne den Kündigungsschutz formal zu berühren.

Offizielle Begründung

Mercedes-Benz selbst verweist ausschließlich auf Wettbewerbsfähigkeit. Aufsichtsratschef Martin Brudermüller argumentiert, deutsche Arbeitskosten seien international nicht mehr konkurrenzfähig; Gehaltskürzungen seien praktisch nicht durchsetzbar, weshalb nur der längere Arbeitstag bleibe. Hintergrund ist auch der Ergebniseinbruch: 2025 halbierte sich der Konzerngewinn auf 5,3 Milliarden Euro.

Diese Erklärung schließt ein Verdrängungsmotiv nicht aus – Kostensenkung pro Kopf und Reduktion der Kopfzahl könnten parallel verfolgt werden. Eine Bestätigung von Unternehmensseite, dass die Arbeitszeit gezielt zum Personalabbau eingesetzt wird, gibt es erwartungsgemäß nicht. Es bleibt somit eine Interpretation von Beobachtern, keine belegte Tatsache.

Widerstand wächst

Der Gesamtbetriebsrat lehnt die Pläne ab, tausende Beschäftigte demonstrierten Anfang Juli, IG-Metall-Chefin Christiane Benner kündigte Widerstand an. Da die 35-Stunden-Woche tarifvertraglich abgesichert ist, braucht Mercedes-Benz für eine flächendeckende Ausweitung die Zustimmung der Gewerkschaft. Aus Gewerkschaftskreisen heißt es, Zugeständnisse bei der Arbeitszeit gebe es nur gegen handfeste Standort- und Beschäftigungsgarantien. Ob die 40-Stunden-Woche kommt – und ob sie primär der Produktivität dient oder als zusätzlicher Hebel zum Personalabbau wirkt – entscheidet sich in den nächsten Verhandlungsrunden.

Symbolbilder: Mercedes-Benz Group AG

44 Kommentare
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Dr. Alexander
23 Stunden zuvor

5 Stunden unbezahlte Mehrarbeit? Merz wird feucht.

harry
17 Stunden zuvor

Wenn jemand im Dreischicht Betrieb arbeitet. Fünf Tage die Woche. Wie soll das praktisch umgesetzt werden? Sollen keine Pausen mehr gemacht werden oder kommt ein sechster Regelarbeitstag hinzu und man hat nur noch einen Tag die Woche frei?

Köbler
Reply to  harry
12 Stunden zuvor

Sklaven arbeiten immer. Sie denken nur sie wären frei

Hans-Wurst
Reply to  harry
7 Stunden zuvor

8h pro tag + halbe stunde Pause, wo Problem?

Sternfahrer2
16 Stunden zuvor

In Produktionsbereichen mag das ja ne einfache Rechnung sein, das 1h mehr Arbeit bei festem Arbeitstakt zu 1h mehr Output führt.

In allen indirekten Bereichen ist das eine Milchmädchenrechnung. Die meisten arbeiten eh länger als 35h pro Woche. Hier ändern 5h mehr offizielle Arbeit gar nichts.

Zusätzlich ist die Vorgehensweise widersprüchlich, da man letztes Jahr erst die ganzen befristeten 40h Verträge gekündigt hatte weil angeblich kein Bedarf mehr bestünde an der Arbeitsleistung.

Man kann also von einer reinen Gängelungsmaßnahme ausgehen.

Und auch Motivationstechnisch wird das dem Laden massiv schaden. Next level Performance Drop…

Stephan
Reply to  Sternfahrer2
12 Stunden zuvor

Was heißt denn Milchmädchenrechnung? 5h pro Woche kostenneutrale Mehrarbeit bedeutet 14% mehr Arbeitsleistung bei gleichbleibenden Personalkosten. Und evtl. mittelfristig Personalabbau, da weniger Mitarbeiter benötigt werden. 35h-Wochen sind längst überholt und aus der aktuellen Zeit gefallen. Entweder wird wieder mehr gearbeitet oder der Wohlstand schwindet. Die fetten Jahre in der Automobilindustrie sind schon lange vorbei. Und wer aus Bequemlichkeit Mehrarbeit ablehnt sollte sich dringend einen neuen Job suchen.

Quenti
Reply to  Sternfahrer2
11 Stunden zuvor

Diese Änderungen sind in erster Linie für Jobs bei denen es um Anwesenheit geht. Egal ob Produktion, Service usw. Da spart mehr Anwesenheit also tatsächlich Geld.
Für alle anderen ist das gekippte Homeoffice relevanter.

Man hat also nun beide Zielgruppen adressiert. Und in beiden Fällen baut man so den Attraktivitätsvorteil gegenüber der Konkurrenz ab.

  • Bei Anwesenheit: Hohes Tarifgehalt und das bei nur 35h. Da kann praktisch kein Konkurrent auch nur mitziehen. Überbieten schon gar nicht. So werden einige zu anderen Betrieben wechseln die vielleicht etwas weniger zahlen aber dafür weiterhin 35h und etwas mehr wohnortnähe bieten. Und die die bleiben werden einfach billiger.
  • Bei Produktivität: Bislang bot MB auch hier ein hohes Gehalt, mobiles bzw. hybrides Arbeiten, gute Karrierechancen. Auch da konnte kaum jemand mithalten und langes Pendeln lohnte sich für die Anwesenheitstage. Und jetzt? Karrierechancen aufgrund des Personalabbaus eingeschränkt. Präsenzpflicht. Und schon steht andere Betriebe mit mobilen Arbeiten und mehr Wohnortnähe trotz schlechterem Gehalt besser da.
Zufall
16 Stunden zuvor

Wer hätte das gedacht? Die Lage ist fürstlich, die Stimmung gut und auch sonst gibt es keinem Grund für Themen.

Und diese „Gewerkschaften“ die vor 6 Jahren Spritzen empfohlen haben, vor 4 Jahren für den Kampf gegen den Klimawandel gebettelt haben und die vor 2 Jahren den Kampf gegen Rächts auserkoren haben, die sind nun wieder die die die alles „retten“? Das sind Tarnfirmen der Abwicklung. Aber ihr werdet es selbst sehen.

Pano
Reply to  Zufall
12 Stunden zuvor

Boah, Digger. Ist evtl doch besser für deinen Blutdruck wenn du wieder zurück ins Kabuff gehst…

Zuletzt editiert am 12 Stunden zuvor von Pano
Hans-Wurst
Reply to  Zufall
7 Stunden zuvor

Mann, was auch immer du nimmst, setz es ab oder nimm mehr davon …

Marco
Reply to  Zufall
4 Stunden zuvor

Ohhhhhh Aluhut-Egon, halt endlich den Rand und nimm Deine Medikamente!!!

Dominique
16 Stunden zuvor

Der Konzern hat fertig. Früher war man stolz beim Daimler zu sein. Und jetzt?

JM13
Reply to  Dominique
15 Stunden zuvor

Immer noch, aber nicht mit den vielen, kostenintensiven Fehlentscheidungen der leitenden Hierarchie.

Zuletzt editiert am 15 Stunden zuvor von JM13
Egon Müste
Reply to  JM13
13 Stunden zuvor

das was du als „leitende Hierarchie“ bezeichnest, die haben den Müll nicht entschieden. Das waren die Denkfabriken dahinter nur die Anzugträger haben das dann auf der Bühne verkündet. Merkt man an den leeren Phrasen die sie ständig von sich lassen. Wartet auf das Endspiel

Hansi
Reply to  Egon Müste
13 Stunden zuvor

Läuft das Endspiel schon, oder sind wir in der fortgeschrittenen KO-Phase? 😉

Pano
Reply to  Hansi
12 Stunden zuvor

Ist grade Hydration Break…

Marco
Reply to  Pano
4 Stunden zuvor

… eher Medicine Break, aber da fehlt Aluhut-Egon leider immer …

JM13
Reply to  Egon Müste
11 Stunden zuvor

Die Denkfabriken entscheiden nicht über Mercedes interne Prozesse und nicht, wie Produkte aussehen.

Michael Kauf
Reply to  Dominique
13 Stunden zuvor

Ist es anders wo besser??

Köbler
Reply to  Michael Kauf
12 Stunden zuvor

da es überall nur geltendens Recht und kein gültiges Recht gibt sollte man die Analyse der Ursache in Betracht ziehen. Sobald hier gültiges Recht umgesetzt wird, folgen die anderen auch. Davor wird es keinen Aufschwung geben

Sven Keller
15 Stunden zuvor

Süss. 40 Stunden / Woche. Wie süss. Das da nichts kommt bei den Deutschen ist fast logisch. 35 Stunden / Woche. Jetzt verstehe ich auch, warum man ein Deutscher in der Schweiz nicht brauchen kann. Die sind sich nicht gewohnt anzupacken und 50 bis 60 Stunden die Woche zu arbeiten. Jetzt ist mir auch klar warum man in Deutschland so wenig verdient. Von nichts kommt nichts. Krass und nur am jammern.

Michael Sommerfeldt
Reply to  Sven Keller
14 Stunden zuvor

Richtig. Geh mal durch deutsche Büros – ab 15:00 Uhr flüchten alle.

So läuft natürlich nichts.

Egon Müste
Reply to  Michael Sommerfeldt
13 Stunden zuvor

die Motivation ist längst vorbei. Es wird einem ja alles genommen.

Pano
Reply to  Egon Müste
12 Stunden zuvor

Mei, die Jenni und der Egon. Da haben sich zwei gefunden 🙂

Michael Kauf
Reply to  Egon Müste
12 Stunden zuvor

Das ist nur ein Teil des Problems, m.e. noch mehr ist diese antiautoritäre, leistungsfeindliche, gleichmacherische Erziehung seit den 1970ern schuld!
Alle nur mehr Universitäten, Handwerk ist schmutzig, anstrengend, etc…
Das betrifft sicherlich ca. 80 Prozent, die anderen halten das System gerade noch am laufen….

Wayne Interessierts
Reply to  Sven Keller
14 Stunden zuvor

Naja. Es wird ja schon 40 h gearbeitet nur gehen die 5 Stunden dann auf ein Arbeitszeitkonto. Und damit wird dann, neben Freizeit, bei neuen Modellen eine Blockpause „finanziert“ wenn ein Umbau in den Werkshallen stattfindet.

Egon Müste
Reply to  Sven Keller
13 Stunden zuvor

Kann ja jeder ein Sklavensiechtum leben, aber was bringt einem „Geld“ wenn man sonst keine Zeit hat? Einen Deutschen gibt es nicht, es gibt Menschen die strebsam sind und sich zu den Deutschen Völkern zählen – aber die Ausbeutung seit vielen Jahren zeigt nun erste Spuren.

Sven Keller
Reply to  Egon Müste
8 Stunden zuvor

Ich kann nichts dafür, das der Deutsche keine Aktien kauft und sich ausbeuten lässt. Würden sich die Deutschen an den DAX Konzernen beteiligen, dann sähe es auch anders aus. Und wer lieber auswandert, anstelle politisch aktiv zu werden hat die Grundprinzipen der Demokratie und des Kapitalismus nicht verstanden. Eigenverantwortung ist das Stichwort und nicht ständig jammern.

Fred
Reply to  Sven Keller
12 Stunden zuvor

Das sagt Google Gemini dazu: „Laut Daten des Statistischen Bundesamtes und des Schweizerischen Bundesamtes für Statistik leisten Vollzeitbeschäftigte in der Schweiz wöchentlich rund 42,4 Stunden, in Deutschland etwa 40,2“ – also nur ca. 2h pro Woche (auf dem Papier) mehr und nicht >10h. Und was ich schon mehrfach gehört (ist natürlich nicht repräsentativ) habe, arbeiten die mit ihrer bekannten typische Schweizer Ruhe und gehen auch pünktlich heim, Mittagessen ist auch immer 1-2h und kein business lunch wie ich es bei uns so kenne, selbst bei Anläufen, go-lives etc. Klingt also fast schon nach work-life balance – der Angstgegner aller Konservativen 🙂 Da wird keine Panik gemacht und abends um 19 Uhr noch zum Eskalationsmeeting einberufen und blinder Aktionismus gemacht wie bei uns in D.

Sven Keller
Reply to  Fred
9 Stunden zuvor

Vertraglich und was effektiv gearbeitet wird sind zwei verschiedene Dinge. Geh in ein börsennotiertes Unternehmen und du wirst sehen da arbeiten alle 50 bis 60 Stunden in der Schweiz und sicher nicht 35h. Lachhaft. Übrigens in China auch. Nur im Kommunismus Deutschland nicht. Aber hey die AfD ist des Teufels. Was für ein Loser-Club. Bleibt bitte ja in Deutschland, auf euch hat niemand gewartet.

Fred
Reply to  Sven Keller
5 Stunden zuvor

Dann würde ich vorschlagen du gehst mal mit gutem Beispiel voran und arbeitest 70-80h/Woche, dann geht’s bestimmt gleich wieder aufwärts 😉 PS und nochmal: die Statistik sagt 2h Delta pro Woche, für alle Unternehmen. Der glaub ich mehr als der Meinung von Stammtisch Sven. Die MBAG ist übrigens auch an der Börse, da gibt es ab Teamleiter Ebene inzwischen auch keine Zeiterfassung mehr also vermutlich t.w. deutlich über 40h.

Rainer
Reply to  Fred
7 Stunden zuvor

Wir (in CH) hatten mal einen Kunden der öfters mal so um 17:00 am Freitag ein Ticket aufgemacht hat und schnell was erledigt haben wollte.

Das haben wir dann auch gemacht. Aber wenn man dann auf das Ticket geantwortet hat kam oft eine Abwesenheitsmeldung.

Deswegen haben wir irgendwann die Dringlichkeit nicht mehr so gesehen.

Wir sind schon für unsere Kunden da – zu jeder Zeit, wenn es sein muss. Aber dann sollte die andere Seite auch „da“ sein, wenn es nötig ist.

Michael Sommerfeldt
14 Stunden zuvor

Ja, Mercedes will massiv abbauen in Germoney.

Egon Müste
Reply to  Michael Sommerfeldt
13 Stunden zuvor

ja, das ist nun hier am Ende. Nur eine Rückkehr zu alten Tugenden und gültigem Recht kann hier den Umschung bringen.

Quenti
Reply to  Michael Sommerfeldt
11 Stunden zuvor

Ist unfair, aber so ist es am einfachsten.
Der europäische Markt läuft. Man macht Gewinne. In China macht man miese. Nur wenn man in China spart, kann man sich auch gleich aus dem Markt verabschieden. Das will man offensichtlich nicht.

Deshalb spart man an Personal. Das geht am einfachsten und mit wenig direkten Konsequenzen. Manch geschrumpfte Abteilung rächt sich erst in einigen Jahren.

Der Ort hat gar nicht so viel mit den Löhnen zu tun. In Deutschland hat Mercedes die meisten MA die nicht direkt in der Produktion sind. Schmeißt man in Ungarn heute jemanden raus, fehlt morgen jemand der das Auto zusammenschraubt. Entledige ich mir Leute aus Entwicklung, Verwaltung, Vertrieb usw. wird das Auto genauso weiter zusammengeschraubt. Es wird aber vielleicht eine Entwicklung von etwas gestoppt was in 5 oder erst in 10 Jahren Mercedes innovativ dastehen lassen würde. Oder intern verlängern sich Bearbeitungszeiten oder bei Krankheitswellen gibt es plötzlich in bestimmten Bereichen Probleme usw.
Man spart heute, die Probleme sind nicht Morgen sichtbar sondern erst irgendwann. Das geht nur an den Verwaltungs- und Entwicklungsstandorten.

Tobson
14 Stunden zuvor

Sowas könnte ich noch nachvollziehen. Dafür müsste man sich als Mitarbeiter allerdings weiterhin mit Mercedes identifizieren können und für die Marke brennen. Genau das ist in den vergangenen Jahren zunehmend verloren gegangen.
Die Strategie der letzten Jahre, kombiniert mit einer oft widersprüchlichen Kommunikation, hat viele der einst stolzen Mitarbeiter entfremdet. Die Vorstände genießen intern längst nicht mehr die Glaubwürdigkeit, die für einen echten Aufbruch notwendig wäre. Dass sich strategisch grundlegend etwas ändert und Mercedes wieder Fahrzeuge baut, die nicht nur technisch, sondern auch optisch begeistern, daran glauben viele im Unternehmen nicht mehr.
Zu lange wurden Fehlentwicklungen verteidigt, statt korrigiert. Zu lange folgte man wechselnden Trends und kurzfristigen Moden. Solange sich an der Spitze nichts verändert, wirkt der Kurs eher wie orientierungsloser Strategie-Hip-Hop als wie die klare Handschrift einer Premium-Marke mit über hundert Jahren Geschichte.

JMK
14 Stunden zuvor

Ankerprinzip in der Verhandlung, den Anker möglichst weit auswerfen. Ggf. kann man sich dann auf 37,5h ohne und ggf. 40h mit einem unterproportionalen Lohnausgleich einigen. Das ist doch normal, die IGM fordert ja auch immer das Doppelt von dem, was realistisch erzielbar ist.

Die Leitung der MBAG hätte auch die Möglichkeit Verluste (zumindest buchhalterisch) zu schreiben, was allerdings Ola den Kopf Kosten würde. Dann kann wiederum die Betriebsvereinbarung zur Beschäftigungssicherung aufgekündigt werden, was wiederum den Weg für betriebsbedingte Kündigungen frei macht – sozialverträglich. Eben wie bei Bosch Powertools uvm.

Sorry, auch wenn es gemein und bitter klingt, ich würde das so machen. Dann können gezielt die Leistungsträger gehalten und protegiert werden, wohingegen Bewohner nach außen entwickelt werden können.

Warum? Der Beschäftigungspunkt einer Firma die 2mio. oder weniger Autos konstruiert und baut, ist einfach deutlich geringer, als der einer Firma mit der Ambition 2,5-3,0mio. Autos zu bauen. V.a. im direkten Bereich (also der Fertigung) gibt es fast eine 1:1 Beziehung aus Headcount und Stückzahl.

Wenn man bisher auf 2,5mio. zielte und nun 1,7mio. in naher Zukunft erreichen wird, dann muss die Anzahl der Beschäftigten mathematisch leider von ca. 170.000 auf ca. 115.000 sinken – bei flächendeckender 40h Woche wahrscheinlich sogar in Richtung 100k.

Bad news for MB People.

Rainer
Reply to  JMK
12 Stunden zuvor

Entsprechend müsste aber auch die Vergütung der Führungskräfte sinken.
Weniger Personal = weniger Personalverantwortung.

Oder?

Tobson
Reply to  Rainer
11 Stunden zuvor

Bei den Dienstwagen zB, erst ab Abteilungsleiter – da könnte man auch viel Geld sparen.

JMK
Reply to  Rainer
3 Stunden zuvor

Die Führungskräfte sollten doch bitteschön analog reduziert werden. Dann bleibt die Führungsspanne gleich. Vorstand kann man sicher reduzieren, alle anderen Ebene eben proportional zu den Mitarbeitern. Hat man also für 170k MA, 1.700 Abteilungen, dann wären es eben nachher 1.150 oder eben 1k.

Führungskräfte sollten stärken nach Ihrem Wertbeitrag zum Unternehmen bezahlt werden, weniger für ihr Industriebeamtentum, die Führungsspanne finde ich als Aktionär eigentlich irrelevant, ich will Intrapreneure.

Quenti
11 Stunden zuvor

Ist doch das Gleiche wie die plötzliche Präsenzpflicht bei den Bürokräften. Da spekuliert man doch auch einfach darauf, dass einige MA gehen weil für ihr Lebensmodell die Tätigkeit ohne Homeoffice nicht passt. Also solche die den Job trotz großer Pendelstrecke angenommen haben als es hieß Homeoffice sei nun für immer da. Wenn man nur 2-3x die Woche ins Büro fährt, tun deutlich längere Fahrtzeiten nicht weh. Bei 5x Woche, werden sich einige einen wohnortnahen Job suchen.
Auch so baut man Stellen ab.

S450
8 Stunden zuvor

Ola. Es ist genug.

Ja man soll sich in einzelne Produkte verlieben und nicht in Marken aber wir haben doch alle ein Bild von Marken im Kopf, aufgrund dessen wir uns eher zu den Produkten der Marke hingezogen fühlen als zu Produkten einer anderen.

Aber viele Marken und Hersteller, welche „unsere Wirtschaft“ ausmachen, durchlaufen die letzten Jahre doch einen wahnsinnigen Prozess des Produktverfalls. Das Zeug wird mieser aber aufgrund von Luxus“strategien“ teurer und ohne Ende Bumms wird am Markt vorbei entwickelt, wo ich mich Frage: Gibt es denn im Zeitalter der Digitalisierung nicht noch bessere und genauere Instrumente um herauszufinden, was die eigene Klientel will?

Ja ich lasse mir erzählen, dass politische Entscheidungen und die Länge von Produktzyklen auch bestimmte Entscheidungen begünstigt haben aber egal ob Porsche, BMW, Audi, VW und Mercedes.. Die Irrlichtern doch blind durch die Gegend und haben keine Idee, was sie wollen und wie sie dahin gelangen.

Porsche baute den 718er ohne 6-Zylinder. Kaum einer wollte die Gurke haben. Der 6-Zylinder kam zurück, die Verkäufe zogen an. Da denken sich die Jungs aus Affalterbach: Cool.. wir geben dem techniksensibelsten und emotionalsten Teil unserer Kundschaft einen Vierzylinder als Ersatz für den 8-Zylinder. Hat der wer das Ohr bei den Kunden oder ein Gespür fürs eigene Produkt? Man könnte Romane über BMW schreiben, VW…

Das worauf ich hinauswollte: Ja die deutsche Autoindustrie geht wohl krachen. Aber hierfür auf die „gierige“ eigene treue Belegschaft zu zeigen oder auf „die Politik“, lässt die Verantwortlichen viel zu einfach vom Haken.

Sollte Mercedes über die Wupper gehen oder zum Badge an irgendeinem Chinakonzern verkommen, ist es traurig wegen unserer nostalgischen Gefühle, was uns Mercedes mal für tolle Produkte gegeben hat. Aber sicher nicht deshalb, für den Quatsch, der aktuell teilweise vom Band rollt oder wie die mit ihren Leuten umgehen.

Zuletzt editiert am 8 Stunden zuvor von S450
Hans-Wurst
7 Stunden zuvor

Man kann auch einfach warten, bis irgend ein Chinese den jämmerlichen verbliebenen Rest vom Laden kauft und der dann den Weg alles irdischen geht …
Dann passt vielleicht auch wieder Materialanmutung und Qualität.

EQ44fahrer
1 Stunde zuvor

Die Luxusprobleme einer Industrie, die den Schuss nicht gehört hat (das schließt Management, Mitarbeiter und Gewerkschaft mit ein)… Eine 40 oder gar 41 Stunden-Woche ist für viele Arbeitnehmer in Deutschland völlig normal.