Mercedes-Benz erwägt weiteren Kapazitätsabbau in Deutschland

Bei Mercedes-Benz bahnt sich eine weitere Reduzierung der Produktionskapazitäten in Deutschland an. Das geht aus Aussagen des stellvertretenden Konzernbetriebsratschefs Michael Häberle hervor, der sich bei einer bundesweiten Protestaktion der IG Metall am Montag entsprechend äußerte.

Management plant weitere Volumenreduktion

Nach Angaben Häberles, die er bei einer Kundgebung vor der Mercedes-Zentrale in Stuttgart-Untertürkheim machte, strebt das Management des Autobauers perspektivisch eine weitere Volumenreduktion an allen deutschen Standorten an. Der Betriebsrat verweist dabei auch auf die Vergangenheit: Bereits zuvor habe Mercedes Kapazitäten aus Deutschland in Länder mit niedrigerem Lohnniveau verlagert. In der Vergangenheit hat Mercedes bereits Kapazitäten aus Deutschland in Niedriglohnländer verlagert.

Nach Angaben des Betriebsrates liegt die globale Kapazität von Mercedes-Benz aktuell bei knapp 2,4 Millionen Einheiten pro Jahr. Mittelfristig, ca. 2028/29 solles es dann nur noch zwei bis 2,2 Millionen sein.  „Unsere Werkskapazität in Deutschland liegt deutlich über dem Bedarf“, schrieb das Mercedes-Management schon in dem Rundbrief im Sommer. In Ungarn hat Mercedes dieses Jahr seine Kapazität jedoch auf 400.000 Einheiten verdoppelt.

Betriebsrat: Einsparung bei Beschäftigen der falsche Weg

Häberle sieht Mercedes in einer schwierigen Lage und fordert entschlossenes Handeln. Einsparungen bei den Beschäftigten in Deutschland hält er jedoch für den falschen Weg. Statt bei den Löhnen anzusetzen, müsse Mercedes seine Stärken bei Innovation, Qualität und Sicherheit wieder stärker in den Mittelpunkt rücken. Gute Löhne und innovative Produkte hätten wesentlich zum bisherigen Erfolg des Konzerns beigetragen. Ein reiner Kostenwettbewerb sei daher keine nachhaltige Strategie.

Bilder: Mercedes-Benz Group AG