Daimler hat heute auf dem Kapitalmarkttag eine neue nachhaltige Geschäftsstrategie präsentiert. Mit einem konsequenten Bekenntnis zu CO2-neutraler Mobilität stellt das Unternehmen die Weichen für eine erfolgreiche Zukunft.

„Mit einer klaren Zukunftsstrategie stellen wir das Unternehmen für die Transformation auf. Die Kostenbelastungen zur Erreichung der CO2-Ziele erfordern umfassende Maßnahmen zur Effizienzsteigerung in allen Bereichen unseres Unternehmens. Dazu gehören auch die Verschlankung unserer Prozesse und Strukturen“, sagte Ola Källenius, Vorstandsvorsitzender der Daimler AG sowie der Mercedes-Benz AG. „Dies wird unsere Ergebnisse in den Jahren 2020 und 2021 belasten. Um auch in Zukunft erfolgreich zu sein, müssen wir daher jetzt handeln und unsere Finanzkraft signifikant steigern.“

Das Unternehmen geht davon aus, dass der Premiummarkt für Pkw auch künftig nachhaltig und schneller wächst als der Volumenmarkt. Mercedes-Benz ist gut positioniert, um die weltweit führende Premiummarke zu bleiben. Die weltweiten regulatorischen CO2-Vorgaben erfordern weiterhin hohe Investitionen. Das wachsende Angebot an Plug-In-Hybriden und reinen Elektrofahrzeugen führt zu Kostensteigerungen, die die Umsatzrendite von Mercedes-Benz Cars belasten werden. Zur Erreichung der CO2-Flottenziele in der Europäischen Union wurde ein konsequenter Produktplan auf den Weg gebracht.

Mercedes-Benz Cars hat konsequente Gegenmaßnahmen initiiert, um die Kostenstruktur nachhaltig zu verbessern und die erwartete Margenerosion zu kompensieren. In erster Linie sollen Materialkostensenkungen diese Kompensation unterstützen. Bis Ende 2022 will Mercedes-Benz Cars mehr als eine Mrd. € Personalkosten sparen. Dazu sollen sowohl im Management als auch in den indirekten Bereichen Stellen abgebaut werden. Mit den Arbeitnehmervertretern befindet sich das Unternehmen in engem Austausch, um die Maßnahmen so verträglich wie möglich zu gestalten. Zur Stärkung des Free Cash Flow werden die Investitionen in Sachanlagen sowie in Forschung & Entwicklung auf dem Niveau des Jahres 2019 gedeckelt und mittelfristig reduziert. Strategisch will sich Mercedes-Benz Cars als Pionier für nachhaltigen modernen Luxus positionieren und die Marke entsprechend weiterentwickeln. Dabei liegt der Fokus insbesondere auf der Weiterentwicklung der höhermargigen Fahrzeuge im jeweiligen Segment.

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Mercedes-Benz Vans ist ein Wachstumsfeld, auch unterstützt von zunehmender Urbanisierung und Digitalisierung des Handelsgeschäfts. Um die Wettbewerbsfähigkeit von Mercedes-Benz Vans zu steigern, sollen die Materialkosten gesenkt und die Personalkosten um 100 Mio. € verringert werden.

Auf dieser Basis rechnet das Geschäftsfeld Mercedes-Benz Cars & Vans mit einer Umsatzrendite im laufenden Geschäft von mindestens 4% im Jahr 2020 (vor möglichen Zöllen) sowie von mindestens 6% im Jahr 2022 (vor möglichen Zöllen).

Daimler Trucks & Buses

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Kurz- bis mittelfristig erwartet Daimler Trucks einen Nachfragerückgang der Kernmärkte in Europa und den USA. Diese Normalisierung hat bereits begonnen und dürfte bis 2021 anhalten. Daimler Buses rechnet mit einer steigenden Nachfrage. Im Geschäftsfeld Daimler Trucks & Buses wird der Investitions- und Kostendruck in den kommenden Jahren anhalten. Notwendig sind Investitionen in neue Technologien, unter anderem in eine CO2-neutrale Flotte durch elektrische Antriebe sowie in die Automatisierung und Vernetzung der Lkw und Busse.

Hinsichtlich Marktanteilen und Rentabilität gehören die Geschäftseinheiten Daimler Buses und Daimler Trucks North America, die zusammen 55% des Umsatzes ausmachen, zu den Branchenbesten. Nicht zufriedenstellend ist derzeit jedoch die Rentabilität bei Mercedes-Benz Trucks in Europa und in Lateinamerika – hierauf entfallen zusammen 30% des weltweiten Umsatzes. Mercedes-Benz Trucks Europe hat deshalb damit begonnen, die variablen Kosten um 250 Mio. € zu reduzieren und die Personalkosten bis Ende 2022 um 300 Mio. € zu senken. Zudem soll der Vertrieb neu aufgestellt werden. In Brasilien wird die Zahl der Fahrzeugplattformen erheblich verringert, um zur Profitabilität zurückzukehren. In Japan werden der Vertrieb und die After-Sales-Organisation effizienter aufgestellt.

Weltweite Wachstums- und Gewinnperspektiven bietet vor allem der Markt für schwere Lkw, auf den sich Daimler Trucks verstärkt konzentriert. Langfristig sieht der Lkw-Hersteller erhebliches Geschäftspotenzial durch hochautomatisierte Lkw, die über Highways zwischen Logistikknotenpunkten verkehren. Auf dieser Basis rechnet das Geschäftsfeld Daimler Trucks & Buses mit einer Umsatzrendite im laufenden Geschäft von mindestens 5% im Jahr 2020 und von mindestens 7% im Jahr 2022.

Daimler Mobility

Daimler Mobility wird weiterhin den Fahrzeugabsatz unterstützen. Darüber hinaus soll das Flottengeschäft weiter ausgebaut werden. Durch Investitionen in urbane Mobilitätsdienstleistungen werden den Kunden flexible und attraktive Lösungen für die Mobilität der Zukunft angeboten und Wachstumschancen für die Zukunft erschlossen. Damit deckt das Geschäftsfeld alle Kundenbedürfnisse von Kurzzeit-Fahrzeugnutzung bis zu mehrjährigen Finanzierungsoptionen ab. Regulatorisch bedingte höhere Kapitalanforderungen belasten künftig die Eigenkapitalrendite. Das Geschäftsfeld Daimler Mobility steuert diesem Effekt mit Effizienzmaßnahmen und Digitalisierung entgegen. Ziel ist es, in allen drei Kernaktivitäten profitabel zu wachsen, den Unternehmenswert zu steigern und eine Dividende an die Muttergesellschaft zu zahlen. Auf dieser Basis erwartet das Geschäftsfeld Daimler Mobility eine Eigenkapitalrendite von mehr als 12% im Jahr 2020 und von 14% im Jahr 2022.

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Fokus auf Free Cash Flow und Priorisierung der Ausgaben

Um eine solide Finanzposition sicherzustellen, will Daimler den Free Cash Flow erhöhen. Angestrebt wird eine stabile Netto-Liquidität von mehr als 10 Mrd. €. Dazu wird der Konzern in allen Bereichen die Investitionen und Ausgaben priorisieren, um eine stringentere Kapitalallokation vorzunehmen.

 

Quelle: Daimler AG

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LukasA35
2 Jahre zuvor

Da bin ich gespannt was als Kunde da auf mich zukommt…
Und jedem betroffenen Mitarbeiter drücke ich die Daumen das es „so verträglich wie möglich“ wird. Hört sich nämlich nicht so an beim lesen…
Alleine schon der Umbau bei meinem Händler im Verkaufsraum und der Struktur merke ich jetzt schon – gleiches Kundenaufkommen bei weniger Personal kann nicht gutgehen in der Werkstatt.

Gruß

MrUNIMOG
2 Jahre zuvor

Materialkosten senken und Ausgaben für Forschung und Entwicklung reduzieren? Das klingt nicht gut, gar nicht gut.

martin
Reply to  MrUNIMOG
2 Jahre zuvor

Bitte ? , wo steht ein Wort davon, das in der Forschung und Entwicklung Kosten gesenkt werden sollen? Im Gegenteil, es werden nirgendwo soviele Mittel hineingepumpt wie in diesen Bereich.
Bitte richtig lesen, dann kommentieren.

Tobias
Reply to  martin
2 Jahre zuvor

Na hier: „ werden die Investitionen in Sachanlagen sowie in Forschung & Entwicklung auf dem Niveau des Jahres 2019 gedeckelt und mittelfristig reduziert“

Snoubort
Reply to  martin
2 Jahre zuvor

: Bitte richtig lesen, dann kommentieren.

Karsten Wagenknecht
2 Jahre zuvor

“ Zur Stärkung des Free Cash Flow werden die Investitionen in Sachanlagen sowie in Forschung & Entwicklung auf dem Niveau des Jahres 2019 gedeckelt und mittelfristig reduziert. “ hier ist es vermerkt

martin
2 Jahre zuvor

Inhaltlich ist in dem Artikel nichts wirklich Neues zu lesen.War alles eigentlich zu erwarten und im Vorfeld auch schon mal in der Presse.

Aber eines nervt beim Daimler schon immer. Entweder man lebt im Sparwahn und reduziert Kosten auf Teufel komm raus, oder es wird Geld mit vollen Händen zum Fenster rausgeschmissen, weil irgendwelche Manager ihre Visionen haben und fusionieren bzw. kooperieren oder sinnloses Kaufen von Unternehmen die nicht zum Konzern passen (z.B.zukauf von wilden Beteiligungen durch Reuters Technologiekonzern, Schrempps Chrysler Desaster, Zetsches Renault-Abenteuer) .
Die Schäden die dadurch entstehen sind immens und belasten das Konzernergebnis immer wieder auf Jahre hinaus. Aber das liegt ja dann nicht mehr in ihrer Verantwortung dieser Personen. Wenn es brenzlig wird hat man sich dann schon mit einem schönen Finanzpolster verpisst (Entschuldigung für das Wort , aber dieser Umstand lässt mitr immer den Kamm schwellen) und überlässt das sanieren einem Nachfolger.
Den deutschen Satz „spare in der Zeit, dann hast du in der Not“ hat man in dieser Firma auf der obersten Ebene scheinbar noch nie gehört.
Daimler sollte eigene Autosentwickeln, in eigenen Werken für den Premiummarkt bauen und verkaufen und sonst nichts. Nur das können sie richtig gut,da haben sie Kompetenz und Erfolg.Alles andere schadet nur dem Image sowie in der Folge den Mitarbeitern und Kunden.

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Rainer
Reply to  martin
2 Jahre zuvor

Ja, aber damit kann man nicht wachsen. Oder bestenfalls minimal.

Das ist aber blöd, wenn in der Zielvereinbarung steht „soundsoviel Wachstum von X“ (wobei X wohl meistens Gewinn ist und nicht Kosten).

Das ist die andere Seite des „Märchens“ vom ewigen Wachstum.

Gibt den Leuten ein Ziel – und sie arbeiten darauf hin.
Ist ganz einfach.

Snoubort
Reply to  Rainer
2 Jahre zuvor

Ich gebe Dir recht, dass das ein typisches Ergebnis eines nicht nicht optimal gestalteter Systems für das Setzen und Nachhalten von Zielvorgaben ist. Allerdings sehe ich das nicht nur oder weniger an den Vorgaben selbst (z.B. von Aktionären), sondern eher an der Karrieregeilheit und dem Machtkampf der „Karrieristen“. Da zählen halt kurzfristige Erfolgswerte (bei was auch immer), nicht nachhaltige Wertentwicklung. Was bei Daimler fehlt ist eben gerade eine starke Kraft auf Seiten der Kapitalgeber, die dem Spiel Grenzen setzt und langfristige Maßstäbe ansetzt. Faktisch hat sich der Wert von Daimler seit 13 Jahren nicht verändert (und damit viel schlechter als die direkten Konkurrenten und alle z.B. alle Dax-Teilnehmer), aber es gibt bis heute kein Aufschreien bei Aktionärsversammlungen.
Ein Grund, warum eigentümergeführte oder von Mehrheitseignern „besessene“ Unternehmen meist langfristig besser funktionieren, und m.E. nach konkret, warum sich BMW oder VW hinsichtlich Marktbewertung in den letzten Jahren erheblich besser (weiter-) entwickelt haben

Snoubort
2 Jahre zuvor

Verkaufspreise erhöhen („Konzentration auf margenstarke Modelle“) und gleichzeitig weitere Entfeinerungen („Materialkosten senken“) – die berühmte Mini-Max Strategie, als hätte man einen Erstsemestler ans Steuer gesetzt…
Kombiniert mit der Deckelung der Ausgaben für Entwicklung mitten im Technologiewandel – das nenne ich mal eine nachhaltige Zukunftsstrategie…
Zurecht wurde dies heute von den Anlegern massiv abgestraft, die man ja wahrscheinlich eigentlich mit diesen Bekundungen beeindrucken wollte…
Und wenn hier jetzt wieder die arrogante Belustigung über die Verluste bei Tesla beginnen – die zwei Unternehmen befinden (bzw. besser „befanden“) sich in völlig anderen und in keinsterweise vergleichbaren Entwicklungsstadien. Die relevante Frage ist die nach der Aufstellung für die Zukunft, und da sieht das oben beschriebene weder ambitioniert noch klever noch ermutigend aus.

Ralf
Reply to  Snoubort
2 Jahre zuvor

Beim PR-Blabla für die Anleger gebe ich dir recht. Aber so ein „Geschwubbel“ gibt es ja meistens bei großen Presseerklärungen.

Bei den Produkten finde ich ist Daimler auf einem sehr guten Weg.
Es darf nur nicht (wieder) die Qualität des Produkts vernachlässigt werden!

Harry
2 Jahre zuvor

Jetzt zählen die Mitarbeiter die Zeche für desolates Missmanagnent!

Nai
2 Jahre zuvor

Bei Daimler fehlt es an dominanten Aktionären. Durch den hohen Grad der Zerstreuung der Anteile gibt es viele Aktionäre, die kaum Einfluss auf das Management ausüben können oder auch wollen. Bei dominanten Aktionären würde man eine langfristige Unternehmensentwicklung verfolgen hier findet eher Pay for Performance statt. Bei Daimler wird auf Oberflächliche betriebswirtschaftliche Kennzahlen belohnt wie kurzfristige Gewinne, Verkaufszahlen und Vergrößerung des Unternehmens. Dinge die zwar gut sind und wichtig aber für langfristige Entwicklung völlig daneben.
Deswegen ist auch der Wert von Daimler kaum gewachsen obwohl man immer Rekordjahre Bekannt gab. Nicht gerade das was die Deutsche Corporate Governance Systems wollen………..

Ola versucht in BWL Manier jetzt die Kosten zu senken. Und zwar ein Haufen Kohle. Senkung in den Materialien, Senkung in R&D usw. Damit verschlimmert sich die Lage weiter und Daimler entfremdet sich immer mehr.

Man versucht den Menschen E-Autos aufzuzwingen. Aber niemand fragt ob sie das wollen! Meinungsfreiheit in Deutschland ist halt so eine Sache. Letzten Endes geht es nur darum Milliarden von und zu ergaunern und dabei die Deutsche Hochindustrialisierung zu vernichten.

China wird bald platzen was die Umsätze noch weiter senken wird. Aufgrund der Idioten die sich die Preispolitik ausgedacht haben und den Begriff Premiumhersteller ins Leben gerufen haben gehören entlassen. Premium bei dem es nicht mal ein Fetzen Stoff für die B Säule beim W177 gereicht hat. Kann man nicht mal mehr Fahrzeuge in Deutschland An den Mann bringen. Weil die Autos zu teurer sind und den Wert nicht hergeben.

Das Ganze wird noch schlimmer. Die neue S Klasse ein tolles Auto keine Frage aber man merkt das Daimler sich entfremdet. Klar man muss sich auch anpassen. Die meisten Menschen sind mit solch einer Intelligenz ausgestattet die sich mehr über Displays und Ambiente Beleuchtung interessieren satt für das Auto an sich.

Daimler wird mehr in Bling Bling investieren, in Dumme Assistenten, in Ambiente Beleuchtung und in ganz viel Displays. Während das Auto an sich kontinuierlich abnimmt an Qualität. Die Autos geben mehr vor etwas zu sein als das was die wirklich sind.

Personalkosten werden weiter gesenkt und nach 2030 nach und nach die Produktion ins Ausland verlagert. Deutschland ist am sterben da macht es Sinn die Koffer zu packen und abzuziehen.
De-Industralisierung in einem Land tut keinem Unternehmen gut.

Snoubort
Reply to  Nai
2 Jahre zuvor

Bzgl. Daimler hast Du völlig recht, insb. daran, dass das eigentliche Kernproblem ein fehlender (langfristig denkend und „kontrollierender“) Großaktionär ist. Der aktuelle Aufsichtsrat ist ein Witz, und kriegt halt die Manager die er verdient.
Stück für Stück alle bestehenden Besonderheiten der Marke aufzugeben (für die ja auch gerade die Chinesen sehr gerne bezahlen!) und die Entwicklungsaufwände einzufrieren – wie will man so für den Zukunftskampf der nächsten Jahre gerüstet sein? Citan und X-Klasse haben ja schon die letzten Jahre gezeigt, wie erfolgreich solche Sparstrategien sind….
Bzgl. Deutschland würde ich mir wegen Daimler nicht so Sorgen machen, gibt ja noch den Musk 😉
An dieser Stelle fällt mir auch wieder ein, dass Zetsche sich ja so mega weitsichtig aller Tesla-Anteile entledigt hatte…

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AMG Power
2 Jahre zuvor

Langsam habe ich die Befürchtung, als ob man die Fehler der Vergangenheit wieder begehen will. Sparen auf Kosten der Qualität, faulende Karossen, schlechte Verarbeitung usw.! Das hat noch nie funktioniert und wurde auch in der Vergangenheit bestraft. Plötzlich ist Daimler überholt worden und keiner wusste warum. Das alternative Antriebe immer wichtiger werden ist klar, dann aber bitte nicht panisch irgendetwas am Markt vorbei entwickeln. Es hilft nämlich keinem ein E-Auto auf den Markt zu werfen das keiner kauft. Wie hier schon erwähnt möchte der Kunde für sein vieles Geld auch etwas geboten bekommen. Da reicht es nicht überall im Auto Monitore zu verbauen und zu glauben das dies dem Kunden reicht und dieser dann befriedigt wird.

Armes Deutschland
2 Jahre zuvor

Oh je – Jetzt habe ich nach dem Lesen der verbal-geistigen Ergüsse von Nai, AMG Power, Snoubort, etc.irgendwie eine akut auftretende Depressionen bekommen.
Deutschland wird wohl demnächst untergehen. Allen voran Daimler!

Irgendwie erinert mich das an einen Stammtisch in einem Wirtshaus irgendwo weit draußen auf dem Lande, wo jeder am Tisch ein besserer Bundestrainer ist, als der aktuelle Trainer der DFB-Nationalelf.

Ich persönlich finde Eure dauerhaften Abgesänge zu allem was Daimler macht „unetrirdsich“.
Die kritische Auseinandersetzung mit Themen ist durchaus lobens- und wünschenswert. Dabei sollte aber konstruktiv kritisiert werden. Nur „draufhauen“ ohne eigene Lösungen anzubieten ist einfach und zeugt nicht gerade von….

…aber lassen wir das an dieser Stelle. Bringt vermutlich sowieso nichts.
Da müsste man ja über sich selbst mal reflektieren.

In diesem Sinne: Prost!

AMG Power
Reply to  Armes Deutschland
2 Jahre zuvor

Ich denke schon aus Erfahrung reden zu können. Egal was der eine oder andere hier von sich gibt, es soll doch möglich sein, seine Meinung der Dinge zu äußern. Auch wenn für Sie wohl alles toll ist, so fühlt sich der eine oder andere an Geschehnisse aus der Vergangenheit erinnert. Sparen am falschen Ende war nie gut und hat der Marke immer geschadet. Außerdem fehlt gefühlt der Plan, was als Nächstes kommt. Die E-Autos gehen eher schlecht wie recht vom Band. Die Batterie kommt nicht vom Fleck usw.! Wie viele EQC´s wollte man dieses Jahr Absätzen, ich denke, dieses Ziel ist definitiv verfehlt worden. Erklären Sie doch einmal kurz was denn an diesem Masterplan/ Bericht so toll sein soll?

Snoubort
Reply to  Armes Deutschland
2 Jahre zuvor

Also, um Deutschland mache ich mir keine Sorgen, zumindest nicht solange wir noch die Merkel haben ;).
Um Daimler mache ich mir aber tatsächlich existenzielle Sorgen, das Unternehmens wird mittlerweile unter dem Markenwert bewertet – also ein Sanierungsfall, der aber ein 50 MRD. Euro Wert-Bonbon in petto hat, dass man sich über 130 Jahre höchste Ingenieursleistungen erarbeitet hat….

Pano
2 Jahre zuvor

Da fallen mir doch spontan zwei weitere Sparmöglichkeiten ein.

Zum Einen könnten die Damen und Herren im Vorstand für die nächsten drei Jahre freiwillig ihre Bezüge kürzen und auf Boni verzichten. Zugegeben, daß hätte mehr symbolischen Charakter und einen geringen finanziellen Effekt. Aber es könnte das Signal an die Mitarbeitenden sein, daß jeder bereit ist seinen Beitrag zu leisten. Und es wäre weniger sinnlos als den O-Saft für die Bewirtung wegzulassen.

Außerdem wäre es eine Überlegung wert die Dividende bis 2022 zu kürzen oder sogar völlig auf eine Ausschüttung zu verzichten. Schwupps, schon hätte man pro Jahr mehr als drei Milliarden Euro gespart. Das würde den Investoren evtl den Tag versauen. Ein Herr Li Shufu oder die BlackRock Inc. würden deswegen aber höchstwahrscheinlich nicht in den Ruin getrieben 🙂
Grüße
Pano

Snoubort
Reply to  Pano
2 Jahre zuvor

Hr. Li Shufu ist bestimmt nicht wegen Dividendenzahlungen bei Daimler eingestiegen, aber tatsächlich setze ich in ihn Hoffnung, dass zukünftig einmal ein langfristigeres Denken im Aufsichtsrat einziehen wird.
Ein einmaliger Dividendenverzicht wäre zudem ein noch symbolischer und noch weniger struktureller Effekt, als Bonizahlungen beim Vorstand. Das würde ja nur etwas bringen, wenn einmalig und kurzfristig Cash von Nöten wäre: aber Daimler hat aktuell definitiv kein Liquiditätsproblem, und will zudem mittelfristig die Investitionen zurückfahren.
Das grundsätzliche Problem das man hat ist ein Aufsichtsrat, der seinen Job nicht macht (und sich zur Strafe 13 Jahre lang von Dr. Z, und jetzt Ola K. auf der Nase rumtanzen lässt): Dort werden sich schön die Boni für die Vorstände und Mitarbeiter gegenseitig zugespielt – im Gegenzug werden die kapitalseitig Eingesetzten mit Dividendenzahlungen, Absatzrekorden für die Galerie (und die Vorstandsboni) und gegenseitigem Stillhalten in den anderen DAX Aufsichtsräten abgespeist. Eine echte Aufsichtsfunktion im Sinne der Sicherstellung der langfristigen Zukunftsfähigkeit = Wertentwicklung – und damit auch im Sinne der Anleger – hat in den letzten 13 Jahren wirklich zu 0,0% stattgefunden.
MB hat wirklich nicht das Problem einer verhältnismäßig niedrigen Wertschöpfung, sprich eines ungünstigen Verhältnis aus Produktionsaufwand (Material und Personal) zu erzielbarem Preis. (Weit) Hinter dem Wettbewerb liegt man beim (erweiterten) Verwaltungsaufwand, und trotzdem (bzw. wohl gerade deshalb) ist man aktuell nicht gerade schnell und innovativ am Markt.
Eine Reduzierung der jährlichen Personalkosten um gut 1 Mrd. € ist ein guter Anfang (mehr aber auch nicht, sind ja auch nur gut 5%), der Fokus auf renditeträchtige Modelle ist auch ok – aber weiter am Materialeinsatz arbeiten und im aktuellen Marktumfeld die Entwicklungsaufwände reduzieren zu wollen, scheint den entscheidenden Faktor zu ignorieren (oder für blöd einzuschätzen): den Kunden, der auch zukünftig bei wandelnden Produkt- und Konkurrenzumfeld überdurchschnittlich viel Geld für einen Mercedes bezahlen soll (nicht jeder lässt sich von ein bissl Bling-Bling ablenken).

driv3r
Reply to  Snoubort
2 Jahre zuvor

Ich übersetze vielleicht einmal allgemein das Halten des aktuellen F&E-Spendingniveaus in ein Fokussieren auf die tatsächlich relevanten Bereiche, Technologien und Modelle. Es heißt mitnichten, dass man nun sich einfach einen Deckel verpasst und an der Zukunft spart.

Ich halte das reine Steuern des Unternehmens nach Investorenkennzahlen mit Blick auf andere Unternehmen für einen falschen Ansatz und vor allem noch weniger nachhaltig.

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Snoubort
Reply to  driv3r
2 Jahre zuvor

Ich übersetze vielleicht einmal „Zur Stärkung des Free Cash Flow werden die Investitionen in Sachanlagen sowie in Forschung & Entwicklung auf dem Niveau des Jahres 2019 gedeckelt und mittelfristig reduziert“ – als Deckelung und langfristige Reduzierung der Ausgaben für Entwicklung!?!?
Zu Deinem zweiten Punkt: sehe ich absolut genauso, und ich habe auch nie etwas anderes behauptet. Meine Aussage ist ja gerade, dass trotz aller kurzfristigen Erfolgsmeldungen (Stückzahlrekorde, Free Cash Flow, Dividendenzahlungen) sich die langfristige Wertentwicklung eben gerade nicht nach oben bewegt hat. Daimler ist ganz objektiv – und jetzt endlich ja auch in der Presse zu lesen – betriebswirtschaftlich seit nun rund 1,5 Jahrzehnten ein „Underperformer“. Der Aktienwert ist in dem Fall keine Steuerungskennzahl (wurde aber als solche erfolglos angewendet), sondern ein (Miss-) Erfolgsindiz.

Armes Deutschland
2 Jahre zuvor

Ich habe nirgendwo geschrieben, dass der Bericht toll ist oder der große Wurf, o.ä.
Mich stört nur die hier von einigen ständig ausgelebte „hau-drauf-Mentalität“ ohne eigene konstruktive Beiträge beizusteuern.
Übrigens der Blick zurück ist immer gut – aus Fehlern sollte man ja eigentlich lernen und soll auch ein Zeichen von Intelligenz sein, diese nicht zu weiderholen

Joachim
Reply to  Armes Deutschland
2 Jahre zuvor

Eigentlich wurde von @ Armes Deutschland doch schon alles im Hinblick auf die beiden „kommentatoren“ gesagt. Es sind von den beiden im Wochenabstand immer die gleichen Äußerungen. Sich das in einer Endlosschleife seit Jahren anzuhören, ist wirklich nur schwer zu ertragen.

@Nai : du bist noch so jung an Jahren, hast dein Abitur in der Tasche und hast noch nicht dein Studium angeschlossen. Ich wünsche dir für deinen weiteren beruflichen Werdegang alles Gute, vorallem erstmals praktische Berufserfahrung.
@Snoubort: du hast vor circa. 6 Wochen hier im blog geschrieben, dass du hoffst noch mindestens 40 Berufsjahre bis zur Rente vor dir zu haben. Diese Jahre wünsche ich dir ebenfalls um Erfahrungen zu sammeln.
Ich verstehe auch nicht, warum von einigen wenigen Schreibern in diesem blog immer wieder die Investoren-/ Kapitalseite ( kein Wertzuwachs beim Aktienkurs, etc. ) angesprochen wird.
Natürlich sollen beide Seiten zufriedengestellt werden. Aber ( mal stark vereinfacht formuliert ) für mich als MB Fahrzeuginteressierter ( und das sind nun mal 99% der Leser und Schreiber hier im blog) ist es erstmal wichtig ein möglich hochwertiges Kfz mit viel ingenieurmäßigen Input geliefert zu bekommen. Mir ist klar , dass darunter die Rendite leiden kann.
Auch Sätze wie: „Sparen am falschen Ende war nie gut und hat der Marke immer geschadet. Außerdem fehlt gefühlt der Plan, was als Nächstes kommt.“ sind an Banalität eindeutig nicht mehr zu überbieten.
Also mir wäre so eine Aussage total peinlich.
Das erinnert mich doch eher an eine bekannte Bauernregel: Sonne im Mai, Januar vorbei.
Um das nochmal klarzustellen: Ein blog lebt vom Austausch verschiedener, vielfältiger Meinungen. Dazu gehört natürlich auch sachliche und somit fundierte Kritik. Ich habe keine Probleme damit, dass hier einige wenige ( hinsichtlich der Anzahl reichen die Finger einer Hand ) an wirklich totaler Selbstüberschätzung leiden. Was mich sehr stört ist, dass diese wenigen Personen in einer derart bestimmenden , massiv insistierenden Art und Weise ihre Ansichten im Wochenabstand kundtun. Das nervt doch inzwischen die blog Leser.
Da ich noch nie für MB irgendwie beruflich tätig war, können lautere Motiv unterstellt werden.
Mich stören genau wie @ Armes Deutschland und viele andere : „… die hier von einigen ständig ausgelebte “hau-drauf-Mentalität” ohne eigene konstruktive Beiträge beizusteuern.“
Somit gilt: Als ein an einem erstklassigen MB Produkt Interessierter ( primär will ich nämlich mein Geld als Käufer eines Kfz gut angelegt sehen. Ich und somit 99 % der Leser dieses blogs habe somit eine völlig andere Intension als Kapitalinvestoren !!! ) Somit halte auch ich „das reine Steuern des Unternehmens nach Investorenkennzahlen mit Blick auf andere Unternehmen für einen falschen Ansatz und vor allem noch weniger nachhaltig.“
Wie bereits ausgeführt: Meine Meinung als ausschließlich an einem hochwertigen MB Produkt interessierter Käufer.

Snoubort
Reply to  Joachim
2 Jahre zuvor

Joachim: Schön dass „Armes Deutschland“ schon alles gesagt hat…
Du verstehst mich mal wieder völlig falsch, für mich zählt in keinsterweise „nur“ die Investorenseite, aber es gibt eben keine objektivere Bewertung, wie die Zukunftsfähigkeit eines Unternehmens eingeschätzt wird, als die mittel- bis langfristigen Aktienkursentwicklung. MB ist nun seit mehr als 1,5 Jahrzehnten ein „Underperformer“ – weit schlechter als direkte Konkurrenz, das ist nunmal unumstößlicher Fakt.
Meine Aussage ist ja gerade, dass der Fokus auf kurzfristige Erfolgsmeldungen für die Aktionäre (Gewinne und Dividendzahlungen) – als Paradebeispiele Aktionen wie Citan und X-Klasse, also der Versuch mit möglichst wenig Aufwand Mercedes-Preise am Markt erzielen zu wollen – langfristig genau das Gegenteil bewirkt haben. Die Ausgaben für Entwicklung deckeln zu wollen erhöht den kurzfristigen Gewinn, reduziert aber die Zukunftsfähigkeit, und damit die langfristige Wertentwicklung.
PS: Mir wäre es peinlich, solche unqualifizierten Kommentare Richtung Nai abzugeben „Du bist noch so jung an Jahren“….

Snoubort
Reply to  Joachim
2 Jahre zuvor

PS: Falls ich wirklich „40 Jahre“ geschrieben haben sollte, dann sorry, sollte „etwa 30“ heißen…
Ich habe allerdings nicht zwingend vor mit 67 in Rente zu gehen…