Die automobile Zukunft ist elektrisch und damit verändert sich auch der akustische Fahreindruck eines Autos extrem. Künftig wird es kein V8-Brabbeln, kein Diesel-Nageln und kein Turbo-Pfeifen mehr geben, denn Elektroauto sind grundsätzlich sehr geräuscharm. Zeit also für eine Soundinszenierung.

Sound beeinflusst Emotionen

Auto fahren erzeugt Emotionen. Um diese fühlen zu können, braucht es teilweise Geräusche, aber nicht nur dafür braucht es einen gewissen Sound. Auch um beispielsweise einschätzen zu können, wie schnell die Geschwindigkeit ist, die man fährt, sind Geräuscheinflüsse als Referenz nötig. Aktuelle Elektro-Modelle wie der EQC sind im Innenraum nahezu geräuschlos.

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Wie soll die Zukunft klingen? Laut oder leise?

Wie soll also ein Elektroauto der Zukunft klingen? An dieser Frage arbeiten die Soundexperten von Mercedes Benz intensiv, mit dem Ziel den perfekten Klang für künftige EQ-Modellgenerationen herauszufinden. Wie die Technologie von morgen klingen könnte, zeigt die Hörprobe in einem Demonstrationsfahrzeug, mit dem wir unterwegs waren.

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Demo-EQC mit unterschiedlichen Klangwelten

Dieser spezielle EQC kann die Fahrt durch verschiedene Klangwelten erlebbar machen. Über ein Menü in MBUX können diese ausgewählt oder abgeschaltet werden. Der Fahrsound, welcher in Echtzeit berechnet und dann über die Lautsprecher im Innenraum wiedergegeben wird, ist interaktiv. Er reagiert auf diverse Parameter, wie zum Beispiel die Stellung des Fahrpedals oder die Fahrdynamik – bestehend aus Geschwindigkeit/Rekuperation und Querkräfte. Das Fahrprogramm spielt ebenfalls eine Rolle wie das Fahrzeug klingt, so werden in SPORT die Klänge kräftiger und lebhafter.

Außensound für Rückmeldung zum Ladevorgang

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Zum Soundkonzept der Zukunft gehören auch Töne die dem Fahrzeugnutzer Rückmeldungen geben was gerade am bzw. mit dem Elektrofahrzeug passiert. So kann ein Klang ertönen, wenn das Auto gestartet wird. Genauso kann ein Sound ertönen, wenn der Ladestecker angedockt wird und ob der Ladevorgang erfolgreich gestartet ist. Die Wiedergabe dieser Rückmeldungen erfolgt über die AVAS-Lautsprecher in den Stoßfängern. Das Acoustic Vehicle Alert System ist in Europa für neue Elektroautos seit Mitte letzten Jahres Pflicht.

In-house Entwicklung – EQS könnte erstes Serienmodell mit Klangwelten sein

Alle Sounds für den künftigen EQ-Sound entstehen In-House bei Mercedes-Benz. Ein kleines Team von 5 Personen aus Physiker, Sounddesigner, Mediengestalter und Mechatroniker tüftelt seit vielen Jahren am Sound der Zukunft. Neben dem abgeschirmten Akustiklabor, werden auch regelmäßig Testfahrten mit Hörproben absolviert. Im 2021 erscheinenden EQS könnte die Arbeit der Soundexperten dann zum ersten Mal in ein Serienmodell einfließen und hörbar werden. Das neue Luxusmodell basiert als erstes Elektrofahrzeug von Mercedes auf einer reinen Elektroarchitektur und wird neue Akzente setzen und Techniken am Markt einführen.

Video: © Philipp Deppe / Bilder: Mercedes-Benz AG

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24 Kommentare
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bl4ir
1 Jahr zuvor

Finde ich gut! Hört sich zwar Gewöhnungsbedürftig an, aber einen gewissen Sound vermisse ich einfach bei meinem aktuellen EQC. Vor allem die Rückmeldung beim Laden ist Super.

Benzfahrer
1 Jahr zuvor

Grundsätzlich halte ich von künstlichen Sound gar nichts.
In dem Beispiel-Video klingt es aber einigermaßen passend.
Aber ob der Kunde das will? Viele sind doch begeistert von „lautlosen Gleiten“, auch beim Hybrid im E-Modus.
Etwas Anderes ist das Außengeräusch. Viele Sehbehinderte und vor allem Blinde orientieren sich an den Geräuschen. Das wird bei „lautlosen“ E-Autos natürlich schwierig, deshalb auch die EU-Vorschrift.
Allerdings sind zumindest die Teslas in unserer Gegend verhältnismäßig laut beim Vorbeifahren. Das mag an den Reifen und/oder dem Straßenbelag liegen.

JML
Reply to  Benzfahrer
1 Jahr zuvor

Das sehe ich genauso, auch wenn ich angenehm überrascht war, dass in dem Video kein „Golf V8“ Sound, wie ihn die Wolfsburger und Ingolstädter Kollegen in ihren Fahrzeugen anbieten, zu hören war. Aber gut, ich passe wahrscheinlich eh nicht in die moderne Zeit; für mich haben die Ingenieure gute Arbeit geleistet, wenn sich ein Mercedes-Benz so: [ ] anhört, oder ich diese Soundwelt wenigstens abschalten kann. Für Krawall sei von mir aus dann Mercedes-AMG zuständig; da könnte ich dann über die Submarkendifferenz wieder einen angemessenen Qualitätsabstand herstellen.

Simon says
Reply to  Philipp Deppe
1 Jahr zuvor

Wäre es jetzt hämisch zu sagen, dass das lautlose Fahren im Innenraum eher ein Fall für den Materialeinkauf wäre?
Ich stelle mir vor, das Knarzen der unteren/oberen Mittelkonsole, Tachoeinheit und das Zirpen irgendeines Lüfterrades wird bei meinem GLE nicht mehr durch das AMG Herz übertönt…das wäre schrecklich nervig!

Joachim
Reply to  Simon says
1 Jahr zuvor

Ich finde es gibt Kommentare, die haben einfach das gewisse Extra. 🙂 Sehr gut.

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Gewindebolzen
1 Jahr zuvor

Ihr seid euch ja sehr sicher, dass die automobile Zukunft elektrisch ist.
Ich denke nicht.
Es wird weiterhin alles geben.

MrUNIMOG
Reply to  Gewindebolzen
1 Jahr zuvor

Hoffen wir es.
Mit Umstellung der Kompakten und sonstiger Vierzylinder-Modelle auf BEV oder FCEV bliebe ja langfristig einiges an CO₂-Budget übrig für R6, V8, sogar V12 – zumal als PEHV. Die Möglichkeit wäre also da..
Und E-Fuels wären da noch ein anderes Thema.

Maik
1 Jahr zuvor

Daraus kann man sogar noch Geschäftsmodell entwickeln. Ein paar vorinstallierte Sounds und dazu kostenpflichtige zum Download…

Hört sich prinzipiell aber gut an!

Pano
1 Jahr zuvor

Klingt beim Beschleunigen wie das Raumschiff von ET. Da möchte ich doch lieber, daß mein künftiger EQdingenskirchen wie ein imperialer TIE-Fighter klingt 🙂
Grüße
Pano

MrUNIMOG
Reply to  Pano
1 Jahr zuvor

Das ist aber wirklich keine schlechte Idee.. Daimler sollte sich die Lizenz für den Sound sichern 🙂

Tobias
1 Jahr zuvor

Der „Sound“ beim Porsche Taycan ist super und sorgt, so ist zumindest mein Empfinden, für etwas mehr Akzeptanz der E-Antriebe.

Nur richtig von Mercedes, das zu übernehmen.

Torx
1 Jahr zuvor

Bitte nicht! Das klingt für mich wie eine Mischung aus kaputten Kugellagern und Möchte-gern-V8-Geblubber. Tatsächlich wünsche ich mir ein – zumindest innen – absolut geräuschloses E-Fahrzeug! Das bei relevanten Geschwindigkeiten, d.h. vor allem innerorts, Außenstehende gewarnt werden müssen, das steht aber außer Frage. Bei höheren Geschwindigkeiten ist das aber sinnlos! Da wäre das Auto eh schneller da als es durch bloßes Hören wahrgenommen und richtig einsortiert würde – ja ich weiß: Schallgeschwindigkeit erreichen Autos heute noch nicht! 🙂

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DüdoVans
1 Jahr zuvor

Dann möchte ich einen startenden Eurofighter in Originallautstärke mit Rauchgenerator um den CO2 Grenzwert überhaupt zu erreichen….wäre ja sonst Null. Ach ne, wurde ja bereits bei der Batterieherstellung gesprengt! Sorry, Elektro ist geil, aber die Akkus nicht. Ich bleib beim V8.

Thomas
1 Jahr zuvor

Ich finde das Klasse! Besonders gelungene Geräusche zeichneten schon immer einen Mercedes aus. Vom Öffnen und Schließen der Türe bis zum Motorsound. Vielleicht könnten sich die Sounddesigner nach den EQ-Modellen auch mal um den „Sound“ der Parktronic-Abstandswarner kümmern. Seit Jahrzehnten ein schrecklicher Begleiter.

harry
1 Jahr zuvor

Mir gefällt es. Es gibt ja mehrere Optionen wie sich der Sound anhören soll. Klasse finde ich auch wenn das Fahrzeug durch angepasste Musik zur Entspannung beidrägt. Dazu noch eine Hotstone Massage und der Autopilot bringt einen ans Ziel. Wellness pur.

Thomas
1 Jahr zuvor

Ich hoffe inständig, daß dies a) nicht Standard sein wird und b) wenn vorhanden, man es dauerhaft abschalten kann.
Ist ja schon schlimm, daß mit jeder Spracheingabe, sich das Radio „entstummt“ (echt nervig), aber sowas hier kommt mir nicht vor die Garage.

Markus
1 Jahr zuvor

Grauenhaft, einfach grauenhaft. Wieso macht man ein leises Elektroauto künstlich laut??? Das beste daran ist der Knopf zum Abschalten.

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Phil
Reply to  Markus
1 Jahr zuvor

Ich höre z.B. lieber ein „natürliches“ Motorengeräusch eines Verbrenners als z.B. in weniger gut gedämmten Fahrzeugen wie z.B. dem CLA 117 Fahrwerksgeräusche.

Nikolaus Hagenau
1 Jahr zuvor

App-Store mit sound files anbieten. Von Star Trek wooosh bis klassischem DB605 aus der Me109.

Tobias
1 Jahr zuvor

Wo ist denn die Soundprobe zu hören?