E-Mobilität made in Germany: Bosch liefert Antriebe für Mercedes

Bosch hat sich einen milliardenschweren Großauftrag von Mercedes-Benz Group AG gesichert und wird künftig Elektromotoren für die nächste Generation von Mercedes-Elektroautos liefern. Die Vereinbarung läuft nach Unternehmensangaben bis weit in die 2030er-Jahre und dürfte nach Einschätzung von Branchenexperten ein Volumen in Milliardenhöhe erreichen. Damit wird Bosch zu einem der wichtigsten Partner von Mercedes beim Ausbau der Elektromobilität.

Zwar halten sich beide Unternehmen bei den genauen Zahlen bedeckt, doch die lange Laufzeit und die erwarteten Stückzahlen deuten auf einen der größten Aufträge im europäischen Markt für Elektroantriebe hin. Für Bosch ist der Deal ein wichtiger Erfolg im Zukunftsmarkt Elektromobilität, während Mercedes seine Strategie für Elektroautos deutlich beschleunigt.

Keine offiziellen Zahlen

Mercedes-Benz steht unter Druck, den Anteil seiner Elektrofahrzeuge massiv zu steigern. Bislang machen reine E-Autos nur knapp zehn Prozent der weltweiten Verkäufe des Autobauers aus. Zusammen mit Hybridfahrzeugen liegt der Anteil elektrifizierter Modelle derzeit bei rund 20 Prozent. In den kommenden Jahren soll sich dieser Wert jedoch verdoppeln. Bis 2028 und 2029 plant Mercedes, rund 40 Prozent elektrifizierte Fahrzeuge zu verkaufen und gleichzeitig wieder mehr als zwei Millionen Autos pro Jahr auszuliefern.

Für dieses Wachstum benötigt Mercedes deutlich mehr Elektromotoren und moderne elektrische Antriebssysteme. Genau hier kommt Bosch ins Spiel. Der Zulieferer investiert seit Jahren Milliardenbeträge in Elektromobilität, E-Antriebe und Leistungselektronik. Der neue Großauftrag für Mercedes gilt deshalb als strategisch besonders wichtig. Bosch kann sich damit langfristig hohe Produktionsvolumina sichern und seine Position als führender Autozulieferer im Bereich Elektromotoren weiter ausbauen.

Bosch-Mobility-Chef Markus Heyn bezeichnete die Zusammenarbeit als „technologisch anspruchsvolle Projekte“ und sprach von einer Bestätigung der langjährigen Partnerschaft zwischen Bosch und Mercedes-Benz. Hinter den Kulissen zeigt der Auftrag aber vor allem, wie ernst die deutsche Autoindustrie den globalen Wettbewerb bei Elektroautos inzwischen nimmt. Hersteller aus China und die US-Konkurrenz setzen die etablierten deutschen Marken zunehmend unter Druck.

Milliardenauftrag von Mercedes

Der Milliardenauftrag zwischen Bosch und Mercedes ist deshalb weit mehr als nur ein gewöhnlicher Liefervertrag. Er steht symbolisch für den Umbau der deutschen Automobilindustrie hin zur Elektromobilität. Während klassische Verbrennungsmotoren langfristig an Bedeutung verlieren, werden Elektromotoren, Batteriesysteme und Software zur entscheidenden Schlüsseltechnologie.

Mit dem neuen Deal positioniert sich Bosch nun als zentraler Partner für die elektrische Zukunft von Mercedes – und sendet gleichzeitig ein starkes Signal an die gesamte Autoindustrie.

Bilder: Bosch

10 Kommentare
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Eff
18 Tage zuvor

Ich dachte, Mercedes fertigt seine Antriebe für MMA und MB.EA selbst. Ist das nach einer Generation schon wieder Geschichte?

Manuel Wälzlein
Reply to  Eff
18 Tage zuvor

Soweit ich weiss fertigt Bosch nur die Antriebe.

Timo
Reply to  Manuel Wälzlein
16 Tage zuvor

Ja…was denn nun?!

Ing. Siggi Weber
18 Tage zuvor

Sehr gut, dass Mercedes und Bosch wieder vermehrt kooperieren.

Bitte mehr davon – Made In Germany !

Michael Sommerfeldt
Reply to  Ing. Siggi Weber
17 Tage zuvor

Die Motoren werden stand jetzt aus dem umfunktionierten Werk Waiblingen kommen.

shaeussl
18 Tage zuvor

Dann stellt sich die Frage nach der Zukunft des Werkes Untertürkheim. Motoren werden woanders gebaut und Getriebe braucht man nicht mehr.

Dr. Alexeander
Reply to  shaeussl
18 Tage zuvor

Natürlich braucht man Getriebe!

Eine person
Reply to  Dr. Alexeander
17 Tage zuvor

Die sind aber beim E-Motor in der Regel direkt integriert. Ist nur die Frage ob Bosch alle Motoren baut oder ob ein Teil von Mercedes eigener Produktion kommt

Ing. Siggi Weber
Reply to  Eine person
17 Tage zuvor

Anscheinend wird das Werk Waiblingen künftig für die E-Motoren Produktion genutzt.

Vorteil: Kurze Wege nach Stuttgart, etablierte Fertigungsexpertise

EQ44fahrer
13 Tage zuvor

Mercedes sollte generell wieder mehr mit Bosch machen. Ist zwar nicht das billigste am Markt, bringt aber langfristig weniger Probleme. Und wenn’s mal nicht läuft kann man auf sehr kurzen Wegen eskalieren und persönlich vor Ort kommen, zur Not auch direkt in die Werke…