Maybach unter Druck: Mercedes dämpft Erwartungen für China

Die Luxusmarke Maybach verliert auf ihrem wichtigsten Markt an Schwung. Mercedes-Benz rechnet laut Unternehmenskreisen in den kommenden Jahren mit einem Absatz von weniger als 20.000 Fahrzeugen pro Jahr in China. Damit dürfte das Rekordniveau von rund 28.000 ausgelieferten Fahrzeugen aus dem Jahr 2023 vorerst unerreichbar bleiben. Bereits im ersten Halbjahr 2026 ging der Absatz um vier Prozent auf knapp 9.000 Fahrzeuge zurück.

Die Entwicklung wiegt für Mercedes-Benz schwer, denn mehr als 60 Prozent aller weltweit verkauften Maybach-Modelle entfallen auf China. Im gesamten Pkw-Geschäft von Mercedes liegt der China-Anteil dagegen bei rund 25 Prozent. Die Luxusmarke ist damit deutlich stärker von der schwächelnden Nachfrage im Reich der Mitte abhängig als der Konzern insgesamt.

Neben einer gedämpften Konsumstimmung verschärft sich vor allem der Wettbewerb. Chinesische Hersteller drängen zunehmend in das Luxussegment und gewinnen mit technologisch modernen Modellen Marktanteile. So verkaufte der Maextro S800, ein Gemeinschaftsprojekt von JAC und Huawei, zuletzt deutlich mehr Fahrzeuge als Maybach.

Mercedes hält dennoch an seiner Premiumstrategie fest. Maybach-Chef Markus Bauer schließt jedoch umfangreiche Preisnachlässe aus und setzt stattdessen verstärkt auf Exklusivität und Markenstärke. Ob sich diese Strategie gegen die wachsende heimische Konkurrenz behaupten kann, dürfte sich in den kommenden Jahren zeigen. In China bleibt es damit weiterhin schwer.

Die Entwicklung des Absatzes in China ist zugleich ein weiterer Hinweis darauf, dass Mercedes seine Luxusstrategie wohl anpassen muss. Nachdem der Konzern 2022 den Fokus konsequent auf hochpreisige Fahrzeuge legen wollte, setzt er inzwischen wieder auf ein breiteres Modellangebot. Maybach bleibt zwar das Aushängeschild im Luxussegment, doch die aktuellen Zahlen zeigen, dass selbst traditionsreiche Premiummarken den Wandel des chinesischen Automarktes nicht mehr ignorieren können.

Bilder: Mercedes-Benz Group AG

 

22 Kommentare
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Pano
25 Tage zuvor

Die Luxussteuer, die auf Autos von über 1 Mio RMB erhoben, tut ihr Übriges dazu.

Tobson
25 Tage zuvor

Wenn der Maybach unter Druck ist in China wg der Luxussteuer, warum hat man ihn dann für den Rest der Welt nicht schön gemacht? Und ich rede hier nicht von der geilen Technik. Weniger wäre hier echt mehr gewesen – außen, wie innen.

Quenti
Reply to  Tobson
24 Tage zuvor

Ich fürchte weil es auf der restlichen Welt gar nicht so viel Markt für derartige Autos gibt.
Wer ist die Zielgruppe für einen Maybach? Leute denen eine normale S-Klasse (o.ä.) zu popelig ist, mehr Luxus will und dies zeigen möchte. Gleichzeitig darf dieser Kunde nicht das Geld für einen RollsRoyce ausgeben wollen.

Damit ist der europäische Markt schon raus. Dicke Hose läuft hier über AMG und nicht über zur Schau gestellten Luxus. Luxus läuft hier dezenter (also S-Klasse + Manufaktur). Bleibt eigentlich nur naher Osten und Nordamerika. Bei ersteren ist der Markt nicht enorm groß und geht eher zu den richtigen Luxusmarken.
Nordamerika funktioniert – auch wenn dort ebenfalls viel über AMG läuft. Da habe ich nicht genug Kenntnis ob da wirklich so viel brachliegendes Potential ist, dass man mit einem für den US-Markt optimierten Modell heben könnte.

Egon Müste
25 Tage zuvor

Allerhand! nun ist der Maybach chinesisch und niemand möchte Ihn mehr. Das kann man kaum verstehen. Aber denkt mal was vor 20 Jahren für Debatten intern waren und wie die Kollegen gemobbt wurden die klar gesagt haben: chinesische Autos bauen die Chinesen und nicht wir. Diese Kollegen sitzen nun zuhause und grinsen sich einen.

Pano
Reply to  Egon Müste
25 Tage zuvor

Ach, bist du etwa einer von denen?

Egon Müste
Reply to  Pano
25 Tage zuvor

Ich bei seit dem der Blödsinn vor 20 Jahren angefangen hat mich schönen Dingen gewidmet. Ich genieße jeden Tag die Ruhe und kann nun sehen wie sich dort im Elfenbeinturm alle selbst vorführen und die alle dran hängen verteidigen auch noch die maximalen Fehlgriffe. Echt köstlich.

Pano
Reply to  Egon Müste
24 Tage zuvor

Klar, Jenni 😉

Zerballitum
Reply to  Egon Müste
24 Tage zuvor

Hach ja. Die Welt ist ja so einfach und auch einfach vorherzusehen. Zum Glück kann man mit den richtigen Entscheidungen, die man selber ja zu 100% weiß, alles richten und es wird besser.

Sorry aber mit welch einer Arroganz hier manchmal argumentiert und auf die Arbeit anderer heruntergeschaut wird, ist einfach unverständlich.

Snoubort
Reply to  Egon Müste
25 Tage zuvor

Jetzt sind halt die Krankenstände in Deutschland schuld

Sommerfeldee
Reply to  Snoubort
25 Tage zuvor

Da gibt es andere Gründe: die hohe Zufriedenheit der Mitarbeiter, die so ausgesprochen gute Fürsorge in der Prävention mit experimentellen Präperaten, der exzellente Führungsstil der Unternehmensleitung und auch sonst eine sehr große Zuversicht. Das führt zu diesem Krankenstand.

BlueLagoon
Reply to  Egon Müste
25 Tage zuvor

So kann man das sehen. Allerdings kann man sich genauso gut die Frage stellen, ob man heute nicht vielleicht _noch weniger_ Fahrzeuge in China verkaufen würde, wenn man nicht versucht hätte, auf die Anforderungen des Marktes einzugehen. Es ist selten eine gute Idee, den Kunden nicht das anzubieten, nach dem sie verlangen (siehe z.B. C 63 ohne V8 … oder EVs, die nach allem aussehen, bloß nicht nach Mercedes). Nur wandeln sich in China gerade die Bedürfnisse der Kundschaft so schnell, dass die traditionellen Hersteller nicht hinterherkommen. Von dem ruinösen Preiskampf einmal ganz abgesehen.

Große Verbrenner altehrwürdiger deutscher Marken erscheinen der Kundschaft dort zunehmend altbacken. Und mit den ganzen EV-Startups kann man eigentlich fast nur konkurrieren, wenn man sich noch viel extremer auf das Handyhersteller-Image stürzt und gleichzeitig die Preise halbiert. Extrem erschwerte Bedingungen, würde ich sagen. Einen wirklichen Ausweg aus dieser Misere hat noch keiner gefunden. Die „Luxusstrategie“ mag in ihrer gesamtheitlichen Ausführung Murks gewesen sein. Aber auch bei Herstellern ohne selbsternannte Luxusstrategie (Porsche, Audi) sieht es in China kaum besser aus und selbst BMW ist regelrecht abgestürzt, nachdem man schon dachte, die hätten mit ihrer Strategie den Stein der Weisen gefunden.

Auf dem US-Markt sind die deutschen Hersteller ja z.B. auch vor allem deshalb recht erfolgreich, weil sie eben nicht bloß stur ihr bestehendes europäisches Produktportfolio dort anbieten, sondern weil sie auf die Bedürfnisse des dortigen Marktes eingegangen sind und große SUVs in die Produktpalette aufgenommen haben, als dieser Trend dort aufkam. Wenn Mercedes darauf bestanden hätte, dass das G-Modell der einzige „richtige“ Geländewagen ist und man mit dem amerikanischen SUV-Blödsinn gar nicht erst anfängt, sähen die Absatzzahlen dort wohl deutlich schlechter aus. Und Porsche gäbe es vermutlich schon gar nicht mehr, die hat der Cayenne vor dem Bankrott gerettet.

Roland
Reply to  BlueLagoon
25 Tage zuvor

Schuster bleibe bei deinen Leisten. Porsche baut nun wieder richtige Motoren nachdem diese Weicheier Kisten so richtig eingeschlagen sind. Natürlich im Hohn sind die eingeschlagen. Wer einen Porsche kauft, der will doch kein Tunten Auto.

BlueLagoon
Reply to  Roland
24 Tage zuvor

Meinst du mit „Weicheier Kisten“ den Taycan, der in der Top-Variante in 2,2 s von 0 auf 100 beschleunigt, schneller als jedes Verbrennermodell, das Porsche jemals in Serie gebaut hat?

Porsche zu raten, sie sollten einfach beim Verbrenner bleiben, wäre ungefähr so, als Nikon zu raten, sie sollen doch bei Analogfotografie bleiben und den Digitalquatsch lassen. Oder der Musikindustrie, sie soll sich statt auf den Streaming-Mist einfach auf Schallplatten konzentrieren. Die Frage ist nicht, _ob_ man auf Elektroantrieb umsteigt, sondern _wann_ und _wie_ man die Transition gestaltet. Zum jetzigen Zeitpunkt bereits den Verbrenner-Macan und -Boxter/Cayman einzustellen, war definitiv zu früh, das kann man wohl sagen.

Der Mann
Reply to  BlueLagoon
23 Tage zuvor

Dummes Zeug. Die Zukunft wird nicht batterieelektrisch sein. Auch wenn du das weiter von Dir gibst. Fahre länger mit so einer Mikrowelle. Das möchte niemand und das akzeptieren nur Menschen die 3x im Jahr sich „Schutzimpfungen“ holen

Marco
Reply to  Der Mann
22 Tage zuvor

ACHTUNG, Dein Aluhut ist verrutscht, bitte diesen wieder schnellstmöglich richten!!! *facepalm*

Ralf
Reply to  Egon Müste
25 Tage zuvor

Wo ist denn ein Maybach chinesisch?
Die Autos werden hier produziert und gerade Manufaktur ist auch in D angesiedelt. Wir können froh sein, dass China (noch) so viele Autos davon abnimmt, da es ein riesiger Einzelmarkt ist. Die Produkte auf den Markt anzupassen, gehört dazu, will man nicht abgehängt werden. Dass es in China Probleme gibt, hat auch mit Faktoren zu tun, die Mercedes kaum beeinflussen kann.

Stefan BY
25 Tage zuvor

Nur 600 CLA in ganz China aber 9.000 Maybach im 1. JH 2026.
Spannend.
Läuft (noch).

Alexander Will
25 Tage zuvor

Einen Mercedes in China zu kaufen, macht keinen Sinn mehr.

Ralf
Reply to  Alexander Will
25 Tage zuvor

Sehen ein paar hunderttausend Chinesen offensichtlich anders.

Snoubort
25 Tage zuvor

Ich würde folgende Gegenmaßnahmen vorschlagen:
Erstens mehr Sterne und Maybach M‘s, z.B. auf den Motorhauben oder der den Scheinwerfern
Zweitens mehr Bildschirme
Drittens Glasdächer mit fency Verdunkelungsmodi, natürlich ohne Öffnung weil welcher Chinese fährt schon mit geöffnetem Dach
Viertens mehr Glanzsplaste
Fünftens eingekaufte Motoren, eigene Produktion lohnt sich einfach nicht

BlueLagoon
Reply to  Snoubort
25 Tage zuvor

Das Problem ist bloß, dass die Produktzyklen der traditionellen Autohersteller nach wie vor derart lang sind, dass zwischen der Erkenntnis, dass mehr Sterne und mehr Bildschirme nicht so der Bringer sind, und der Reaktion darauf so viel Zeit vergeht, dass sich in China schon der übernächste Trend anbahnt, während man noch versucht, auf den vorherigen zu reagieren. Vielleicht sollte man statt bei Louis Vuitton und Hermès eher mal bei H&M, Primark und Shein nach Tipps fragen. Die wissen wenigstens, wie man neue Produkte schneller raushaut, als der Kunde schauen kann. 😉

Woher der „Klavierlack“-Fetisch kommt, ist mir auch ein Rätsel. Aber der hält nun leider schon seit einigen Jahren an und hat nahezu sämtliche Hersteller über alle Kontinente hinweg in irgendeiner Form erfasst, selbst die chinesischen teilweise …

Wer kauft denn Motoren ein?! Die tollen Zetsche’schen Zukäufe aus Frankreich ist man doch gerade erst wieder glücklich losgeworden, und mittlerweile baut man sogar die Elektromotoren selbst!

Bernhard
Reply to  Snoubort
25 Tage zuvor

Meine Idee: Einen CLA Maybach für die vielen Chinesen die sich mit Immobilien verspekuliert haben und jetzt eine Nummer kleiner planen müssen. Dann wird es ja vllt doch noch was mit dem CLA- ‚Rettungswagen‘.