Mercedes-Benz plant Mini-G-Klasse aus Ungarn – Werk Rastatt geht leer aus

Mercedes-Benz will seine geplante kompakte G-Klasse offenbar nicht in Deutschland, sondern – so zumindest ein Bericht der Automobilwoche – im ungarischen Werk Kecskemét produzieren. Damit geht der traditionsreiche Standort Rastatt bei einem der wichtigsten Zukunftsprojekte des Konzerns leer aus. Hintergrund der Entscheidung sind nach Angaben aus Unternehmenskreisen vor allem Kostendruck und die angespannte Geschäftslage des Autobauers.

g-Klasse Teaser auf der IAA 2025 Mobility

Die sogenannte „Mini-G-Klasse“ (gKlasse) soll das ikonische Design der G-Klasse in ein kompakteres und preislich attraktiveres Segment übertragen. Während die klassische G-Klasse weiterhin im österreichischen Graz gefertigt wird, setzt Mercedes bei der neuen Baureihe auf den bereits stark ausgebauten Produktionsstandort in Ungarn. Dort investiert der Konzern seit Jahren massiv in neue Fertigungskapazitäten und plant die Schaffung weiterer Arbeitsplätze. Das intern als „Little G“ gehandelte Geländewagen soll 2027 auf den Markt kommen – und nicht ausschließlich elektrisch angeboten werden.

Für den Standort Rastatt ist die Entscheidung ein Rückschlag. Das Werk in Baden-Württemberg hatte ebenfalls auf den Zuschlag für das neue Modell gehofft. Mercedes verfolgt jedoch weiterhin das Ziel, seine Produktionskosten deutlich zu senken und die internationale Wettbewerbsfähigkeit zu stärken. Die kompakte G-Klasse gilt als wichtiger Baustein der zukünftigen Modellstrategie des Stuttgarter Autobauers.

Bilder: MBpassion.de

23 Kommentare
Älteste
Neueste Meist bewertet
Sternfahrer2
9 Tage zuvor

Naja, bin ehrlich gesagt gespannt wie gut das Teil ankommen wird. Vermutlich viel MMA Technik und das ganze zu welchem Preis? Höher als ein GLB oder gar GLC?

MBBP
9 Tage zuvor

Diese Standortentscheidung ist bereits vor rund fünf Jahren gefällt worden, absolut kalter Kaffee.. wer den wohl aktuell aufwärmt? 😉

GT Cabrio
Reply to  MBBP
9 Tage zuvor

War das denn bisher schon öffentlich verkündet worden? (Wurde es überhaupt inzwischen offiziell kommuniziert? Oder ist es weiterhin lediglich ein Gerücht?)

Ilker
Reply to  MBBP
8 Tage zuvor

Viel schlimmer ist, dass die elektrische E-Klasse auch in Ungarn gebaut wird. Es hieß doch immer die Ober- und Luxusklasse laufen in Sindelfingen vom Band. Tja,…

Tony
Reply to  Ilker
7 Tage zuvor

Die E-Klasse ist obere Mittelklasse.

Michael Kauf
9 Tage zuvor

Ungarn ist besser als China, aber trotzdem…

Marc W.
9 Tage zuvor

Managemententscheidunen müssen heute begründet sein, mehr denn je.
Daher muss gnadenlos feststehen: unter Bedingungen wie heute (IGM, Grüne, Linke) KANN es keinerlei Entscheidungen PRO deutsche Standorte mehr geben, so leid es einem auch tut.

GT Cabrio
Reply to  Marc W.
9 Tage zuvor

Aha. Also am besten nur noch in Länder gehen, wo Arbeitnehmer wenig bis keine Rechte haben und direkt entlassen werden, wenn sie nicht alles klaglos ertragen, was der Arbeitgeber ihnen abverlangt? Die Textilindustrie könnte da Vorbild sein. Die sind nicht so empfindlich, was die Unterschreitung gesetzlicher Mindestlöhne oder Kinderarbeit in Dritte-Welt-Ländern angeht, jedenfalls, solange gerade keiner hinschaut …

Adnan
Reply to  GT Cabrio
9 Tage zuvor

Also dieser sozialistische Gleischritt der hat uns dahin gefürt wo wir sind: Alle arbeiten gegen die Menschen und seit 2020 geht es enorm vorwärts. Und hier wird sich etwas ändern was alle Grenzen die bekannt sind verschieben wird.

GT Cabrio
Reply to  Adnan
9 Tage zuvor

Na ja. Der Linken kann man viel vorwerfen, aber zumindest konnten sie mangels nennenswerter Regierungsbeteiligung seit 2020 nicht viel kaputt machen. Und die letzte größere Reform der Arbeits- und Sozialgesetze haben wir bemerkenswerterweise Rot-Grün zu verdanken, auch wenn die darauf mittlerweile (zu unrecht) nicht mehr sonderlich stolz sind.

Und wenn ich mir anschaue, wie unsere derzeitige Wirtschaftsministerin gerade versucht, uns sehenden Auges noch tiefer in die Energiekrise und die Abhängigkeit von teurer Energie aus Ländern von z.T. politisch eher zweifelhafter Verlässlichkeit zu führen, während der überwiegende Rest der Welt (von den USA einmal abgesehen) mit Nachdruck an seiner energiepolitischen Unabhängigkeit arbeitet, dann wünsche ich mir fast schon Habeck wieder zurück, auch wenn der während seiner Amtszeit wahrlich nicht ausschließlich durch Ruhmestaten aufgefallen ist.

Aber die heutige Reform klingt zumindest mal tendenziell nach einem Schritt in die richtige Richtung. Ich hatte diese Bundesregierung nach dem Theater der vergangenen Monate schon fast abgeschrieben, aber vielleicht kriegen sie ja wider Erwarten doch noch irgendwas Brauchbares hin. Jetzt muss es bloß so weiter gehen.

Eins darf man auch nicht vergessen: In den Branchen, wo die Gewerkschaften stark sind, sind die Löhne i.d.R. hoch. Das ist grundsätzlich erst mal kein schlechtes Zeichen für eine Volkswirtschaft. Es kann jedenfalls nicht im Interesse Deutschlands sein, sich zu einem Niedriglohnland zu entwickeln. Auch wenn die Zeiten, die vor uns liegen, in dieser Hinsicht sicherlich noch spannend werden.

JM13
Reply to  GT Cabrio
9 Tage zuvor

Deutschland muss kein Niedriglohnland sein. Deutschland muss ein Niedrigsozialabgabenland und ein Niedrigstaatsausgabenland werden. Dann kommen die Firmen auch wieder. Clemens Fuest spricht es an: ifo Präsident Fuest: Die Staatsquote ist zu hoch! #shorts Zum Beispiel sollten alle NGOs kein Steuergeld mehr bekommen, denn früher waren es non government organisations, heute sind es near government organisations.

Zuletzt editiert am 9 Tage zuvor von JM13
Pano
Reply to  Adnan
8 Tage zuvor

Blah…

Flo
Reply to  Marc W.
8 Tage zuvor

Unser Aussenhandelsüberschuss wurde schon 2016 von Trump als Problem benannt das er durch Zölle aber auch Biden durch den Inflation Reduktion Act durch Subventionen in Produktion in den USA bekämpfen.
Die Senkung der Lohnnebenkosten und dadurch die Erhöhung der Binnennachfrage wäre hier ein erster Schritt auch die Stimmung im Land zu drehen – warum wird bei uns im
Land Arbeit höher besteuert als Kapital?

Mario
8 Tage zuvor

Der Erfolg des Mini G steht und fällt mir dem Preis. Ich denke, dass er vermehrt als Zweitwagen gekauft wird.

Toby
8 Tage zuvor

Der Preis wird entscheidend sein.

Michael Kauf
Reply to  Toby
8 Tage zuvor

Und hoffentlich passt er in alle, auch ältere, Garagen!

Martin
8 Tage zuvor

Das der Wagen in Hu gebaut wird ist seid langem klar. Aber auch weitere Modelle werden folgen.

Und nachdem der Vorstand nach dem Neubau von Kecskemt II ja nun neulich über die weltweiten Überkapazitäten geklagt hat , kann man abwarten wann in Deutschland die ersten Werke geschlossen werden.

Mein Tip: Rastatt spätestens Anfang der 30er Jahre wenn der MMA ausgelaufen ist.
Der Betriebsrat sollte sich schon mal Gedanken über Sozialpläne machen.

Tim
Reply to  Martin
8 Tage zuvor

Wenn dann gegen Ende der 30er Jahre, bis 2035 gilt die Beschäftigungssicherung, auch für Rastatt.

martin
Reply to  Tim
7 Tage zuvor

…die das Papier nicht wert ist auf dem sie steht.
Da steht nämlich nichts darüber drin, was passiert wenn ganze Standorte überflüssig werden weil sie kein Nachfolgeprodukt bekommen und zudem gibt es eine Ausstiegsklausel wenn es finanziell eng wird für den Konzern .
Die Manager sknd doch nicht blöd. Nur die Menschen die den Dummsinn den man ihnen verzapft auch noch glauben.

Thorsten
8 Tage zuvor

Da die Katze nun aus dem Sack ist hier die Erklärung:
Kecskemet ist auf die Produktion der hohen MMA Derivate ausgelegt.
Daher ist es am logischsten, den g dort zu integrieren.
Rastatt ist für die flachen MMA Derivate ausgelegt und geht keines Wegs leer aus.
Stellt euch nur mal die Frage, wo das kürzlich von Ola angekündigte, zusätzliche MMA Derivat (A Klasse Nachfolger) gebaut werden könnte…

martin
Reply to  Thorsten
7 Tage zuvor

In Ungarn natürlich, wo sonst

Thorsten
Reply to  martin
7 Tage zuvor

Nope

Thorsten
Reply to  martin
7 Tage zuvor

Nope