Mercedes droht mit Werksschließung – Zukunft von „Made in Germany“ wackelt

Die Drohung sitzt: Beugt sich die Belegschaft nicht Lohnkürzungen, macht Mercedes-Benz offenbar ernst – mit Investitionen in Osteuropa und der Schließung eines deutschen Werks. Welcher Standort auf der Kippe steht, verrät der Konzern nicht – ein möglicher Kandidat ist aber schon im Gespräch.

Zahlen im freien Fall

Die Drohkulisse der Konzernführung fällt in eine Phase, in der Mercedes ohnehin blutet. Im ersten Quartal 2026 brach der Umsatz um fünf Prozent auf 31,6 Milliarden Euro ein, das operative Ergebnis stürzte um fast 17 Prozent ab. China schwächelt, Europa lahmt, Zölle drohen – während der Konzern gleichzeitig Milliarden in die E-Mobilität pumpen muss.

Die Antwort des Managements heißt „Next Level Performance„: fünf Milliarden Euro Einsparungen bis 2027, größtenteils auf dem Rücken der Belegschaft. Rund 5.500 Beschäftigte haben sich bereits per Abfindung verabschiedet, die Standorte Koblenz, Mainz, Dortmund, Neu-Ulm und Lübeck wurden 2025 kurzerhand dichtgemacht.

Rastatt als Blaupause – und als Warnung

Wie die Zukunft für deutsche Werke aussehen könnte, zeigt die A-Klasse: Ab dem zweiten Quartal 2026 rollt sie nicht mehr in Rastatt, sondern im ungarischen Kecskemét vom Band – dort, wo Mercedes-Benz seine Kapazitäten mit Milliardeninvestitionen massiv hochfährt. Die offizielle Begründung, man schaffe damit Platz für neue Elektromodelle, überzeugt längst nicht mehr alle: Für Kritiker ist es ein weiteres Kapitel im schleichenden Rückzug aus Deutschland.

Brisant: Nach Informationen aus Unternehmenskreisen soll intern bereits über eine komplette Schließung des Standorts Rastatt gesprochen worden sein. Eine geplante Werkserweiterung wurde demnach schon vor Monaten klammheimlich beerdigt – ein Vorbote, den viele erst jetzt richtig deuten. Offiziell bestätigt ist davon nichts, Mercedes schweigt dazu. Doch die Häufung der Signale lässt aufhorchen.

Die Marke steht auf dem Spiel

Es geht längst um mehr als einzelne Werke. Sollte Mercedes tatsächlich einen deutschen Standort dichtmachen und Produktion dauerhaft nach Osteuropa verlagern, wäre das ein Bruch mit dem Kern der eigenen Markenidentität als deutscher Premiumhersteller. Träfe es ausgerechnet Rastatt, wöge das doppelt: Der Standort hätte dann schon lange vor der offenen Eskalation sein Todesurteil erhalten – nur hat es niemand laut ausgesprochen. Bewiesen ist das alles nicht. Aber die Verhandlungen mit dem Betriebsrat dürften zeigen, wie ernst es Mercedes meint.

Symbolbilder: Mercedes-Benz Group AG

4 Kommentare
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sysoc
1 Monat zuvor

Für mich der seit über 30 Jahren Benz fährt und zur Zeit einen A 35AMG fährt, steht ein fest! Ich wechsel die Marke! Schämt Euch!!

sysoc
1 Monat zuvor

Für mich der seit über 30 Jahren Benz fährt und zur Zeit einen A 35AMG fährt, steht ein fest! Ich wechsel die Marke! Schämt Euch!!

Manfred
1 Monat zuvor

Der Vorstand läßt sein Strategielosigkeit an den Mitarbeitern aus. Wie lange darf ein Kallenius so noch weitermachen, Luxusstragie – gescheitert, China- Strategie – gescheitet. Wie viel Geld hat er für nichts verpulvert und darf weitermachen? Auf kosten der deutschen Arbeitnehmer, woher kommt das Geld das er verschwendet??????
Das dieser Vorstand und viel seiner Führungskräfte noch in den Spiegel sehen kann wundet mich.

Markus
1 Monat zuvor

Arbeitnehmer der deutschen Automobilindustrie haben Jahrzehnte lang extrem gut verdient. Eine 35 Stunden Woche als „Vollzeit“ zu verkaufen, ist schon peinlich. Die Autoindustrie ist in einer Krise, und der Luxus einer 35 Stunden „Vollzeit“ Woche kann sich der Konzern halt nicht mehr leisten. Die Wenigsten werden deshalb ihren Job kündigen. Ich hoffe, durch radikale Maßnahmen kann so der Konzern erhalten werden und sobald die Elektrifizierung vollständig abgeschlossen ist, und die Gewinne wieder sprudeln, können auch solche Sachen wie die 35 Stundenwoche wieder eingeführt werden. Denn erst wenn man nicht mehr in viele Technologien (Verbrenner, Elektroautos, PHEVs, Hybride) gleichzeitig investieren muss, kann der Konzern wieder mehr Gewinne machen.