Auf der IAA TRANSPORTATION 2026 in Hannover sorgt ein Fahrzeug in diesem Jahr für besonders viele stehenbleibende Besucher: ein von Paul Truck Modifikation umgebauter Mercedes-Benz Arocs mit sieben Achsen.
Das Basisfahrzeug des Umbaus– ein Arocs 8×6/4 mit RS 6050-Rahmen und M-Fahrerhaus – hat mit der Serienversion nur noch wenig gemein. Aus dem ursprünglich vierachsigen Fahrgestell ist ein 14×6/10-Umbau geworden, der zeigt, wie weit sich ein Serienfahrgestell mit dem richtigen Know-how strecken lässt.
Vom Vierachser zum Siebenachser
Kern des Umbaus ist die Achskonfiguration im Verhältnis 3+4: Drei Achsen sitzen im vorderen Bereich, vier im hinteren. Damit verteilt sich das Gewicht auf deutlich mehr Kontaktflächen als bei konventionellen Fahrgestellen – ein entscheidender Vorteil für Aufbauten, die hohe Achslasten erzeugen, wie Betonpumpen, Hubarbeitsbühnen oder Autokrane. Genau für diese Einsatzbereiche ist der Umbau auch konzipiert.
Damit die zusätzlichen Achsen im Alltag auch tatsächlich einen Nutzen bringen, hat Paul Truck Modifikation an allen Achsen einen Achslastausgleich verbaut. So wird sichergestellt, dass sich die Last gleichmäßig verteilt, statt sich an einzelnen Achsen zu konzentrieren. Die Zusatzachsen sind zudem mit einer EHZ-Lenkung (elektrohydraulische Zwangslenkung) ausgestattet, die dem Fahrzeug trotz seiner enormen Länge eine praxistaugliche Wendigkeit verleiht – ein Muss bei sieben Achsen, insbesondere im Baustelleneinsatz und auf engen Zufahrten.
Maßgeschneiderte Geometrie
Der Radstand des gezeigten Fahrzeugs beträgt 8.150 mm, wobei Paul Truck Modifikation betont, dass weitere Radstände je nach Kundenwunsch realisierbar sind. Gleiches gilt für die Achsabstände, die beim ausgestellten Fahrzeug (auf dem Freigelände der IAA) wie folgt konfiguriert sind: 1.750 / 1.750 / 3.200 / 1.450 / 1.350 / 1.500 mm
Auch hier lässt sich die Konfiguration an spezifische Aufbauten und Kundenanforderungen anpassen – ein Hinweis darauf, dass es sich nicht um eine reine Studie, sondern um eine praxisnahe, individualisierbare Umbaulösung handelt. Hinter der Kabine ist außerdem ein Geräteträger vorgesehen, der Platz für Nebenaggregate und Ausrüstung bietet, ohne die Nutzlast des eigentlichen Aufbaus zu beeinträchtigen.
Zwei Gewichtsklassen zur Wahl
Besonders spannend für potenzielle Kunden dürften die beiden angebotenen Gewichtsvarianten sein:
| Achse 1 | Achse 2 | Achse 3 | Achse 4 | Achse 5 | Achse 6 | Achse 7 | Zul. Gesamtgewicht |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Standard | |||||||
| 8 t | 8 t | 8 t | 8 t | 13 t | 13 t | 9 t | 67 t |
| Maximal | |||||||
| 9 t | 9 t | 10 t | 10 t | 13 t | 13 t | 12 t | 76 t |
Mit bis zu 76 Tonnen zulässigem Gesamtgewicht in der Maximalvariante bewegt sich das Fahrzeug in einer Gewichtsklasse, die in Europa in der Regel nur mit entsprechenden Sondergenehmigungen befahrbar ist. Genau deshalb erfolgt die Zulassung des Umbaus über eine deutsche TÜV-Einzelabnahme, die die technische Sicherheit und Verkehrstauglichkeit des Fahrzeugs im Detail prüft und bestätigt.
Fazit
Mit dem siebenachsigen Arocs-Umbau demonstriert Paul Truck Modifikation eindrucksvoll, wie sich ein Serienfahrgestell durch gezielte Achskonfiguration, Achslastausgleich und Zwangslenkung an den Zusatzachsen in ein hochbelastbares Spezialfahrzeug verwandeln lässt. Für Besucher der IAA TRANSPORTATION 2026 in Hannover ist das Fahrzeug damit eines der technisch anspruchsvollsten Exponate der Messe – und wohl auch das Fahrzeug mit den meisten Achsen.
Bilder: MBpassion.de








