Viel musste man schon über den Mercedes-Maybach GLS 600 lesen, das GLS Modell, welches von Mercedes mit einen Maybach-Logo versehen wurde. Zeit, dass wir uns das 558 PS Luxus-Schiff selbst ansehen. Eines vorab: gegenüber der Konkurrenz ist das Modell zum Grundpreis von 162.494,50 Euro sogar nahezu ein Schnäppchen – zumindest auf den ersten Blick.

Erster Fahrtest im Mercedes-Maybach GLS 600 4MATIC mit 558 PS

Viel Chrom an der Front polarisiert

Die Maybach Variante des GLS polarisiert bereits vorab aufgrund seines Exterieurs mit viel Chrom an der Front. Vom Frontdesign abgesehen, was ganz klar speziell die Zielgruppen in Asien anspricht, bietet das Modell auf GLS Basis jedoch eine ganz eigene Welt.

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Unter dem Grill setzt Mercedes-Benz einen 4 Liter großen V8 Bi-Turbo mit elektrischem Startergenerator (mit 48 Volt Bordnetz) ein. So sorgen 410 kW / 558 PS (bei 6.-6.500 u/min) sowie 730 Nm Drehmoment (bei 2.500 – 5.000 u/min), dass das 2,75 Tonnen schwere Modell mühelos in Schwung gebracht wird. Die Beschleunigungs-werte beweisen dies. So ist die 100 km/h Marke bereits in nur 4,9 Sekunden erreicht, wobei der Vortrieb bei 250 km/h elektronisch begrenzt wird. Doch zum Rasen ist das Modell nicht gedacht, …  aber gut zu wissen, dass man es könnte.

Erster Fahrtest im Mercedes-Maybach GLS 600 4MATIC mit 558 PS

Bei unserem Testfahrzeug hat Mercedes-Benz den Mercedes-Maybach GLS 600 erwartungsgemäß nahezu voll ausgestattet und dabei auf keinerlei Highlight verzichtet. Mit Blick auf die Aufpreisliste wurde hier weder die besondere Zweifarbenlackierung – bei uns in cavansitblau / iridiumsilber – zum Preis von 20.825 Euro vergessen,  wie auch nicht sämtliche designo Pakete sowie eine Leder Nappa Polsterung im exklusiven kristallweiß / silbergrau pearl (!) für stattliche 16.065 Euro. Aufpreise, wofür was sich so manche einen Kleinwagen kaufen, aber das GLS Maybach Modell richtig exklusiv wirken lassen.

Erster Fahrtest im Mercedes-Maybach GLS 600 4MATIC mit 558 PS

Nur voll ausgestattet alle Vorzüge

Während die Serienausstattung des Maybach Modells noch auf einen exklusiven First-Class Fond verzichten muss,  sorgt unser Fahrzeug mit allen Ausstattungsoptionen für einen Fahrzeuggesamtlistenpreis von beachtlichen 257.744,69 Euro – inkl. 19 % MwSt.  Natürlich inklusive zweier Champagnerkelche (in sterlingsilber) für jeweils 787,99 Euro, wobei der entsprechende Halter für 952 Euro auch nicht vergessen wurde. Wer sich einen Maybach zulegt, kauft schließlich auch kein Grundmodell und erwartet hier ein Höchstmaß an Luxus und Komfort. Zurecht. Maybach liefert und greift damit die Konkurrenz von Rolls Royce mit dessen Cullinan und Bentleys Bentayga an.

Erster Fahrtest im Mercedes-Maybach GLS 600 4MATIC mit 558 PS

Für die luxuriöse Kundschaft in den USA, China oder in den Golfstaaten bietet man mit dem nahezu teuersten Modell der Modellpalette von Mercedes-Benz aber auch ein Modell der Superlative. Dessen Highlight liegt nicht direkt hinter dem Lenkrad, sondern ganz klar im Fond des Fahrzeuges. Hier gibt es in der größten Ausbaustufe keine zweite- oder dritte Sitzbank, sondern zwei Business-Sitze, die auf Knopfdruck in die Horizontale fahren können.

Fahrtest 

Bereits beim Einstieg in die Maybach-Variante des GLS fällt vor allem das automatisch ausfahrbare Trittbrett (auf der Seite des Fahrzeuges) auf, welches den Zugang zum Innenraum erleichtern soll. Die Boards erstrecken sich dabei nahezu über die ganze Fahrzeuglänge von Vorder- bis Hintertür. Sie halten mühelos ein Gewicht von bis zu vier Personen aus. Spätestens wenn sich das Fahrzeug in Bewegung setzt und kein Gewicht mehr auf den Boards lastet, fahren diese automatisch ein und verstauen sich im Unterboden.

Erster Fahrtest im Mercedes-Maybach GLS 600 4MATIC mit 558 PS

Beim ersten Blick auf den Innenraum fällt zuerst die komplette Belederung im Interieur auf, was das Fahrzeug hier schon von der normalen GLS Variante deutlich abgrenzt. Selbst die kleinsten Ecken hat man dazu nicht vergessen, was auch weit in die Türen reicht. Das weiße Leder wirkt hier besonders edel und macht das Fahrzeug schon so zu einem Highlight.

Erster Fahrtest im Mercedes-Maybach GLS 600 4MATIC mit 558 PS

Erster Fahrtest im Mercedes-Maybach GLS 600 4MATIC mit 558 PS

Erster Fahrtest im Mercedes-Maybach GLS 600 4MATIC mit 558 PS

Der Maybach GLS 600 4MATIC verfügt über 8-Zylinder und 557 PS sowie 16 kW / 22 PS (250 Nm)  Startergenerator und zeigt diese Leistung auch entsprechend beim Vortrieb. Dabei haben die Ingenieure jedoch vor allem auf eines geachtet: Stille – und das möglichst auf Niveau der S-Klasse. Dazu kommt viel Dämmung zum Einsatz. Sie reicht bis zur Kofferraumabdeckung, welche recht eindrucksvoll und effektiv verstärkt wurde.

In der Summe rollt der Maybach so leise und eher unauffällig vor sich hin, erst ein ordentlicher Druck auf das Gaspedal ändert den Charakter des großen Luxus-SUV. Dann drückt der 2,8 Tonner gewaltig nach vorne, bleibt dabei aber trotzdem akustisch zurückhaltend.

Erster Fahrtest im Mercedes-Maybach GLS 600 4MATIC mit 558 PS

In 4,9 Sekunden auf die 100 km/h Marke

Die zur Verfügung stehenden 730 Newtonmeter Drehmoment schieben  den großen GLS dabei innerhalb von nur 4,9 Sekunden auf die 100 km/h-Marke. Kann man machen – muss man aber nicht. Der Maybach kann sich zwar sehr flott bewegen, ist aber klar nicht für die Kurvenjagd oder die Rennstrecke gebaut. Hier ist die „Sport“-Taste im Fahrprogramm wohl eher eine Hommage an vergangene Zeiten.

Erster Fahrtest im Mercedes-Maybach GLS 600 4MATIC mit 558 PS

Erster Fahrtest im Mercedes-Maybach GLS 600 4MATIC mit 558 PS

Trotz der Opulenz des Fahrzeuges dauert die Fahrzeugeingewöhnung überraschend  kurz an, auch wenn das Gefährt über stattliche Außenmaße verfügt. Große Außenspiegel sowie viele Glasflächen helfen dabei ebenso zum besseren Überblick, wie auch die elektronischen Assistenzsysteme und die 360 Grad Kamera beim Parkvorgang.

Wer vom Fahrzeug nichts mitbekommen möchte, tut es dann meist auch nicht. Regelrecht unbemerkt bleibt da , dass zwischen 800 und 4.250 Umdrehungen nur vier von acht Zylinder arbeiten. Auch der Übergang erfolgt komplett unbemerkt. Zum Umweltschützer wird man deswegen aber noch lange nicht.

Erster Fahrtest im Mercedes-Maybach GLS 600 4MATIC mit 558 PS

Erfüllt hohe Ansprüche

Der Maybach-GLS ist ein Luxusgefährt für hohe Ansprüche. Speziell für mehr Komfort beim Fahren hat man sich dazu auch den „Maybach Fahrmodus“ einfallen lassen,  der nicht nur grundsätzlich im zweiten Gang anfährt, sondern u.a. das Luftfahrwerk so reguliert, dass möglichst wenig Stöße und somit der höchste Komfort ankommt. Die Fahrwerksabstimmung ist dabei gezielt auf den Fond ausgelegt worden – also genau da, wo auch die wichtigste Person sitzt: hinten rechts. Im Maybach-Modus fährt sich der GLS dazu sehr sanft und unaufgeregt. Es soll eher ein Eindruck des „Schweben“ als des Fahrens entstehen. Die ausgezeichnete Luftfeder bügelt nahezu alles weg, was sich so an Unebenheiten auf der Fahrbahn befindet. Wank- und Nickbewegungen werden auch nur dezent weitergegeben.

Die „Curve“-Funktion lässt sich dazu optional ein- oder ausschalten, während man auf die Start-Stopp-Funktion aus Komfortgründen im eigenen Fahrmodi verzichtet.

Erster Fahrtest im Mercedes-Maybach GLS 600 4MATIC mit 558 PS

Highlight ist definitiv der Fondbereich

Bei unserem Fahrtest zeigte sich aber auch schnell, wo das ultimative Highlight des Fahrzeuges sitzt. Hierzu muss man das Fahrzeug nicht selbst steuern, sondern einfach nur genau da Platz nehmen, wofür das Modell gedacht ist: für´s chauffiert werden. Demnach sitzt die Führungskraft hinten rechts im Fond. Erst hier  zeigen sich die wahren Highlights des Modells auf dem Weg zu den roten Teppichen der Welt.

Im Fond Platz genommen, hat man die Qual der Wahl, wie man sitzen möchte oder ob man sich doch zuerst eine bequeme Massage gönnt. Getränke kommen gewohnt aus dem mittigen Kühlschrank, zur Arbeit stehen die üblichen Klapptische bereit. Wer sich ausgestreckt auf den Liegesitzen (nahezu wie in der First-Class Kabine einiger Airlines) zuerst einen Film anschauen möchte, kann dies ebenso tun, während die Welt da draußen an einem fast unbemerkt vorbeizieht. Noch kurz einen Champagner gefällig ? – die eigens dafür gestalteten Kelche stehen jederzeit bereit.

Erster Fahrtest im Mercedes-Maybach GLS 600 4MATIC mit 558 PS

Erster Fahrtest im Mercedes-Maybach GLS 600 4MATIC mit 558 PS

Warum Mercedes hier von einer „Wohlfühloase, die nur ein großes SUV bieten kann“ spricht, wird, sobald man im Fond Platz genommen hat, schnell klar. Ein Maybach-Modell selbst fahren? Bitte, wer dies möchte und auf das Highlight im Fond gezielt verzichtet, soll dies tun. Nur sich richtig Sinn ergibt das nicht unbedingt. Eine mögliche Ausnahme ist vielleicht, wer schnell zum Polo mit eigenem Pferd anreisen will. Da macht das Selbstfahren schon Sinn, zumal stolze 3.500 kg Anhängelast beim GLS Maybach zur Verfügung stehen.

Doch zurück in den Fond. Nahezu jede wichtige Funktion kann von hier gesteuert werden. Abgesehen von einer nicht verfügbaren automatischen Schließfunktion der Türen oder gar von Fahrfunktionen. Auch die Navigation für den Fahrer kann aus dem Fond angepasst oder geändert werden. Für eine bequeme Bedienung steht dazu das tragbare MBUX Tablett zur Verfügung, über welches die meisten Einstellungen getätigt werden können.

Fazit:

Der Mercedes-Maybach 680 4MATIC ist für uns optisch nicht das hübscheste Fahrzeug in der Modellpalette von Mercedes-Benz. Vor allem der mächtige Kühlergrill mit viel Chrom an der Frontstoßstange machte das Fahrzeug nicht sofort zum Hingucker. Auch die GLS Basis für ein Maybach-Modell fanden wir fraglich.  Dieses Bild hat sich nach unserem Test und einem intensiven Kontakt mit dem Luxus-SUV mit Blick auf das Gesamtbild gewandelt.

Was die Werkhallen im US-Werk in Tuscaloosa verlässt, hat uns hinsichtlich Luxus und Fahrkomfort mehr als überzeugt. Zwar verzichtet man beim Maybach-Modell auf den Einsatz eines 12 Zylinders und nutzt hier lediglich den 8-Zylinder mit 4 Liter Hubraum und IS, was im Gegensatz zur Konkurrenz, nahezu mickrig erscheint.  Dafür punktet der Maybach-GLS aber bei Fahrkomfort und Ausstattung um so mehr und lässt schnell das übermäßige Chrom an der Front vergessen.

Für China ist die Motorisierung aber wohl irrelevant: hier bietet man sogar eine Sechszylinder-Variante an, was folgerichtig aufgrund von hohen Strafzahlungen aufgrund der Abgaswerte mehr als Sinn macht.

Dass sich das Modell am Markt bzw. bei der anvisierten Kundschaft durchsetzt, zeigt auch die aktuelle Lieferzeit: wer aktuell ein Modell bestellt, bekommt es frühestens im Jahr 2023 . Also: Alles richtig gemacht, was den Mercedes-Maybach betrifft.

Erster Fahrtest im Mercedes-Maybach GLS 600 4MATIC mit 558 PS

Was uns aufgefallen ist:

o  Erster SUV mit Stern auf der Haube

o Für den europäischen Geschmack zu viel Chromelemente an der Front

o  Feste Trennung zwischen Innenraum und Kofferraum

o keine Abtrennungsmöglichkeit zum Fahrer vorhanden

+ Sehr hoher Komfort im Fond

+ großzügiges Platzangebot

+ sehr hohe Materialanmutung, makelloses Leder

+ Flottes und bequemes Fahrgefühl

+ sehr gute Dämmung mit sehr wenig Geräuschen von außen

+ angenehmer „Maybach Fahrmodus“

o  ausfahrbares Board anfangs ungewohnt.

Erster Fahrtest im Mercedes-Maybach GLS 600 4MATIC mit 558 PS

 

Ausstattungsliste GLS-Maybach:

 

Mercedes-Maybach GLS 600 4MATIC162.494,50 €
MAYBACH-Zweifarbenlackierung cavansitblau/iridiumsilber20.825,00 €
designo Leder-Paket14.875,00 €
designo Leder-Paket Exklusiv7.140,00 €
Polster Leder Nappa kristallweiß/silbergrau pearl16.065,00 €
designo Klavierlack flowing lines schwarz glänzend684,25 €
First-Class Fond4.462,50 €
Fahrassistenz-Paket Plus595,00 €
E-ACTIVE BODY CONTROL7.735,00 €
MBUX Augmented Reality für Navigation464,10 €
Multifunktions-Telefonie345,10 €
Business-Telefonie im Fond1.130,50 €
Burmester High-End 3D-Surround-Soundsystem4.819,50 €
MBUX Fond-Entertainment2.796,50 €
TV-Tuner1.178,10 €
Frontscheibe, beheizt690,20 €
MAGIC VISION CONTROL464,10 €
Servoschließen654,50 €
ENERGIZING Paket Plus868,70 €
Fußmatten Hochflor309,40 €
Wärme-Komfort-Paket868,70 €
Standheizung1.451,80 €
URBAN GUARD Fahrzeugschutz595,00 €
Anhängevorrichtung mit ESP Anhängerstabilisierung1.142,40 €
Anhängerrangier-Assistent416,50 €
Kühlfach im Fond1.309,00 €
Cupholder temperiert249,90 €
Cupholder temperiert im Fond249,90 €
Fernbedienung für Standheizung238,00 €
Garagentoröffner267,75 €
Halter für Champagnerkelche952,00 €
Feuerlöscher142,80 €
2 kabellose Kopfhörer476,00 €
Champagnerkelch sterlingsilber787,99 €
Gesamtfahrzeugpreis257.744,69 €

Bilder: Philipp Deppe / MBpassion.de

27 Kommentare
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Benzfahrer
7 Monate zuvor

Tolle Lackierung.
Da hat Mercedes bei den meisten Optionen schon „sehr großzügig“ kalkuliert und war dafür bei der Serienausstattung etwas kleinlich.
Warum? Weil sie es wahrscheinlich können!
😉

Max
7 Monate zuvor

Da hat sich ein Fehler eingeschlichen:

> So ist die 100 km/h Marke bereits in nur 2,9 Sekunden erreicht,

2,9s?

C216500
7 Monate zuvor

Ich finde die Front wirkt im Vergleich zu anderen SUV elegant und fein gezeichnet, wenn man vor einem echten Fahrzeug steht. Der Stern auf der Haube ist ein Highlight und dadurch, dass das Auto nicht verlängert wurde, ist es noch alltagstauglicher. Auf jeden Fall ein tolles Auto zu dem es eigentlich keine vergleichbaren Alternativen gibt. Bentayga, Cullinan und der Range Rover haben einen ganz anderen Charakter.

Snoubort
7 Monate zuvor

Die Lederausstattung kostet wirklich 38.000€ Aufpreis? Zzgl. zur serienmäßigen Lederausstattung!?
Gut dass das Leder dann wenigstens makellos ist 😉

Wenn die ganzen maybachspezifischen Details (Leder, Sitzanlage, 2-farb Lackierung) extra kosten, wofür ergibt sich dann der heftige Mehrpreis des Grundmodells zum GLS580 (den ich – bis auf das „makelbehaftete“ Leder – für ein sehr gelungenes Fahrzeug halte)?

Phil
Reply to  Markus Jordan
7 Monate zuvor

Und der Wagen steht erkennbar noch auf Winterrädern; das Design dieser Serienfelge finde ich jetzt nicht so toll. Für die feiner aussehenden 23″-Räder kann man getrost weitere 7.140 € brutto veranschlagen. Das macht den Kohl dann auch nicht mehr fett. Einde andere Welt!

Gestern stand mir ein GLS580 auf der Kreuzung gegenüber. Ich glaube, da fehlt es einem vergleichsweise an nichts, wenn man diesen fährt, zumal wenn man wie ich ohnehin nicht hinten rechts Platz nehmen möchte. Dafür fahre ich selbst viel zu gerne und komme nicht auf die Idee, im Fahrzeug zu „arbeiten“. Eine Idee für eine Falllösung kann man auch auf dem Fahrerplatz haben.

user
Reply to  Snoubort
7 Monate zuvor

Da neulich Aloys eine Frage an den „Uhrenspezialisten“ @snoubort hatte, habe ich auch eine Frage an Snoubort: Wie begründest Du denn die exorbitanten hohen Preise bei bestimmte Uhrenmarken? Gleiches gilt natürlich auch für andere Luxusgüter. Wie Plastikhandtaschen, die über Euro 20.000,– kosten.
Beispiel: aktuelle Uhrenmarke R………., Material Edelstahl incl. Armband, ca. Euro 30.000,–, keine Edelstein Applikationen. neu: daher „makellos“.

Ich finde, man sollte nicht alles, was das eigene Vorstellungsvermögen übersteigt, sofort kritisieren.

Und nachfolgende Ausführungen von @Helge : Für die Summe der „Lackierung bekommt Helge einen smart“. Aber wer sich bei Maybach diese Lackierung aussucht, der will dafür keinen Smart. Das ist doch eigentlich garnicht so schwer zu verstehen. Und da Helge seinen persönlichen B250e um genau diese ca. 20.000,– Euro auf einen Kaufpreis von mehr als 64.000,– Euro mit Wohlfühlextras aufgepeppt hat, erlaube ich mir festzustellen, dafür bekommt man auch einen Smart!!! Aber vielleicht wollte Helge auch keinen Smart, sondern genau seine persönlichen Wohlfühlextras.
Schön, dass man Euro 20.000,– übrig hat und nicht gezwungen ist sich dafür ein Auto in dieser Preisklasse zu kaufen, sondern den Betrag ausschließlich für Extras verwenden kann.

Snoubort
Reply to  user
7 Monate zuvor

Ganz einfach – mit dem Kommentar von @Benzfahrer: weil man es kann.
Es ist für mich völlig in Ordnung, dass Daimler diese (Auf-) Preise nimmt, solange sie die Kisten verkauft bekommen. Das ist ein Paradebeispiel für Preisdiskriminierung, und in diesem kleinen Nischenmarkt gibt es eben andere Zahlungsbereitschaften als bei mir persönlich (und durch China wird diese „Nische“ gar nicht so klein).
Für mich persönlich hat ein „normaler“ GLS das erheblich bessere Preis-Leistungsverhältnis (übrigens auch im Verhältnis zum GLE) – und andererseits haben die einigermaßen direkten Konkurrenten vom Maybach GLS (Range Rover L SVAuthobiography, Cullinan) für das Geld das im Detail erheblich höherwertige Materialfinish – womit wir wieder beim Thema Uhren sind 😉

Helge
7 Monate zuvor

Bei einer Lackierung für um die 20 Tsd. Euro könnte man wirklich die Frage stellen, ob da auch Goldanteile mit im Lack verarbeitet wurden. So ein Preis für eine Lackierung, auch wenn es ein Luxusauto ist, erscheint mir vollkommen übertrieben. Oder anders gesagt. Für die Lackierung bekomme ich einen Smart…

Vorallem ist beim Gesamtpreis noch nicht die Panzerung mit drin, die je nach Beschussklasse ja auch nochmals einiges an Geld kostet.

KorrekturBert
Reply to  Helge
7 Monate zuvor

Schon mal bei der Konkurrenz mit vergleichbaren Modellen umgesehen, was dementsprechende Sonderlackierungen in Euro kosten? Da kommt schnell die Einsicht 🙂

W177er
7 Monate zuvor

Ich glaube, nach Bentayga und Cullinan ist dieses Auto nur die logische Konsequenz. Die Aufpreispolitik erscheint komplett irrational, aber wer so ein Fahrzeug kauft, hinterfragt auch nicht jeden Euro. Und im Vergleich zur genannten Konkurrenz sind die Maybachs ja immer noch ziemlich günstig.
Optisch finde ich den GLS eigentlich echt gelungen. Das viele Chrom stört mich überhaupt nicht. Aber ich fand auch den verchromten Kühlergrill des C217 S 65 AMG vorMOPF nicht so schlimm, wie es viele hier und auch anderswo äußerten. Ich finde, das passt zur Fahrzeugklasse.
Das Einzige, was mich wirklich stört, ist die Fuge zwischen Motorhaube und Kühlergrill. Die ist so groß, auf den ersten Pressebildern dachte ich, die Motorhaube wäre nicht komplett zu. Aber anscheinend ist das so gewollt. Kann ich nicht nachvollziehen.

W177er
Reply to  Markus Jordan
7 Monate zuvor

Der letzte Satz sagt eigentlich alles über die Käuferschicht. Aber ich kann ihn ehrlich gesagt auch nachvollziehen. Einen Rolls-Royce erkennt jedes Kind als einen solchen und man weiß sofort, dass der Besitzer dafür sicher über 300.000€ ausgegeben hat. Aber um einen Maybach von einem „normalen“ (GL)S zu unterscheiden, muss ein ungeschultes Auge schon ein paar mal hinschauen. Und ich möchte ja, wenn ich mir ein solchen Auto kaufe, nicht mit dem Pöbel, der für seine S-Klasse nur ein Drittel ausgegeben hat, verwechselt werden. Das sind irrwitzige Gedankengänge aber ich kann sie mir durchaus vorstellen.
Dennoch finde ich es gut, dass die Maybachs nur eine erweiterte Ausstattungsline des Basis-Fahrzeugs sind. Das knüpft sie an die Technologievorsprünge und die (im Vergleich zur Konkurrenz) häufigen Modellpflegen und Neuentwicklungen der Basisfahrzeuge. Und natürlich spart es Kosten für den Daimler, was für uns Fans der Vorteil ist, dass es solche schönen und seltenen Fahrzeuge eher vor dem roten Stift bewahrt.

Snoubort
Reply to  Markus Jordan
7 Monate zuvor

Genau, mein Problem ist deshalb auch nicht die Aufpreispolitik für die Extras, sondern die fehlende spürbare Mehrwert in der Grundversion (im Vergleich zum GLS) – und das Fehlen „echt-exklusiver“ Materialien, z.B. bei Türgriffen, Schaltern etc.. Ohne Zweifarb-Lackierung, 38K-Lederausstattung und der Einzelsitzanlage erkenne ich an dem Auto nichts, was nicht auch ein „pobliger“ GLS580 (oder 350d) hat – außer dem Grill und 2-3 Ms.

Snoubort
Reply to  Markus Jordan
7 Monate zuvor

Welche Details (also außer Grill, Felgen, Maybach-Logos sowie den aufpreispflichtigen Lackierung, Voll-Lederausstattung und Sitzanlage) wurden denn sonst noch „maybachisiert“? Das erweiterte Zierteilpaket oder die hier serienmäßige Nappa-Lederausstattung gibt es ja auch beim „normalen“ GLS? Deshalb ja auch meine Frage, was außer dem Grill beim Maybach-„Grundmodell“ noch verändert wurde?

G-Klasse
Reply to  Snoubort
7 Monate zuvor

u.a. Geräuschdämmung ( siehe Text oben) und weitere unsichtbare aber fühlbare ….. .

Snoubort
Reply to  G-Klasse
7 Monate zuvor

Das Akkustikpaket gibt es ebenfalls für den „Normalen“, und bei der Ausstattungsbeschreibung von MB klingt das beim Maybach nicht anders.
Nochmal, ich will nicht die Aufpreise für die Lackierung etc. kritisieren sondern interessiere mich ernsthaft für den Unterschied des Grundmodells.
Wenn ich alle serienmäßigen Extras des Maybach beim GLS580 dazu addiere komme ich auf knapp 135T€ – und kann dann beim Maybach nur noch das Motortuning, spezielle Fahrprogramme und die geräuschoptimierten Reifen als ad-on erkennen.
Auch kann ich mir irgendwie nicht vorstellen, dass man im sicht- und fühlbaren Bereich keine Anpassungen vornimmt, nur 3 Farben anbietet, dann aber „versteckt“ lauter Besonderheiten einbaut – erst recht nicht in Alabama.

Carsten
Reply to  Markus Jordan
7 Monate zuvor

@Markus Jordan: Also wenn jemand sagt: „Der neue Maybach ist mir viel zu billig und mir nicht einfach exklusiv genug.“, finde ich das fast schon amüsant.
Muß da der Preis nur deswegen höher sein, um Anderen zu zeigen, daß man in einer anderen „Liga“ finanziell spielt, und man sich so ein Auto kaufen kann – im Gegensatz zu Vielen anderen, oder geht’s da noch um mehr Qualität, den man bei einem höheren Preis erwartet (hätte).
Das Zweite scheidet wohl eher aus. Denn der Maybach dürfte in Sachen Luxus die Messlatte schon sehr hoch legen.
Im ersten Fall könnte man natürlich auch als Verkäufer sagen: Ich verkaufe andere Produkte für mehr Geld, als sie es eigentlich wert sind. Der Kunde würde sie dennoch (wahrscheinlich) kaufen, weil er vielleicht nur über die Höhe des Kaufpreises Luxus definiert.
Dieser setzt aber nicht (immer) voraus, daß ein teures Produkt dann auch besser ist.
Somit wäre dann der Maybach ein solides, Angebot.
Es kommt also auf die persönliche Sichtweise an.

Snoubort
Reply to  Markus Jordan
7 Monate zuvor

Weil es einfach sensationell verrückt war! 😉

Franken SL
Reply to  Markus Jordan
7 Monate zuvor

Sehr richtig: bei diesen potentiellen Kunden kommt es nicht auf den Preis oder gar die Aufpreispolitik an, sondern nur darauf, ob man dieses Objekt (Auto, Uhr, etc.) haben will oder eben nicht.
Einen solchen Menschen kannte ich persönlich. Der kaufte sich vor Jahren ein altes Schloß irgendwo in Sachsen-Anhalt. Und dazu einen Rolls Royce Phantom, weil der „einfach besser zu dem Schloß paßt“ als sein bisheriger S 600.
Auch so etwas kann offenbar ein Kaufargument sein… Daß der Rolls deutlich teurer als der S 600 war, spielte hier nicht die geringste Rolle. Er paßte einfach besser…
Aber wenigstens der große LKW-Fuhrpark seiner Firma blieb bei Daimler. 🙂

Joachim
Reply to  Franken SL
7 Monate zuvor

Wahrscheinlich hat der Daimler LKW Fuhrpark vielleicht doch am Besten zu seiner Firma gepasst! Da man mit einer Firma ja Erträge erzielen will. Sich betrieblich mit etwas nur „schmücken“, geht auf die Erträge und letztendlich auch zu Lasten des Schlosses. 😉

Carsten
Reply to  Franken SL
7 Monate zuvor

@Franken SL: Für den Normalverdiener ist das natürlich manchmal schwer zu begreifen, daß man ein Auto nur deshalb wechselt, weil es besser zu einem anderen Gegenstand kauft. Das ist schon fast etwas dekadent. Als wüsste man nicht mehr wohin mit seinem vielen Geld.

Die Mehrheit der Leute entscheidet sich ja für ein bestimmtes Auto, weil es Emotionen bei einem weckt, oder weil man die Marke mag, oder weil es eben genau zu den persönlichen Ansprüchen (z.B: Familienauto) passt.

Phil
Reply to  Carsten
7 Monate zuvor

Vielleicht fand der S600 noch Verwendung in seinem kleinen Landsitz. 😉

Mir erscheint dies auch etwas abgehoben. Wir sind alle Teil dieser Gesellschaft und sollten auf gewisse soziale Akzeptanz achten.
Aber wenn einer nicht „auf Obstkisten wohnt“ und nicht wenig Zeit in Fahrzeugen verbringt, dann darf das auch gerne in der Wertigkeit zueinander passen.