Im Werk Rastatt sollen Ende September für rund 600 Leiharbeiter dessen Zeitverträge nicht mehr verlängert werden, da eine weitere Kurzarbeit für das Werk nicht genehmigt wird, wenn weiterhin Leiharbeiter beschäftigt werden. Im Werk Bremen sieht es nicht großartig anders aus: hier soll ebenfalls eine dreistelle Zahl an Leiharbeitern das Werk verlassen.

 

 

Anzeige:

 

Mercedes-Benz will Leiharbeiter entlassen

Im Werk Rastatt ist bereits ein Streit zwischen dem Betriebsrat und Gewerkschaft sowie der Geschäftsleitung entstanden. Die Werksleitung verweist auf eine Absage der Agentur für Arbeit, welche mitgeteilt hat, dass eine weitere Kurzarbeit im Werk Rastatt nicht genehmigt wird, sofern weiterhin Leiharbeiter tätig sind. Die IG Metall glaubt dieser Erklärung hingegen nicht und kündigt bereits eine juristische Prüfung an. Die Gewerkschaft verweist parallel auf das vergangene Jahr, als Leiharbeiter gemeinsam mit der eigenen Belegschaft in Kurzarbeit geschickt wurde. Entlassungen gab es im letzten Jahr hingegen nicht.

Entfall einiger Sonderschichten

In Bremen sollen ab Oktober bis Ende des Jahres zahlreiche Sonderschichten entfallen, was vor allen Leiharbeiter betreffen soll. Betroffen sind wohl hier auch eine dreistellige Zahl, die zukünftig nicht mehr im Werk beschäftigt werden sollen.

Leiharbeiter müssen nach dem Gesetz nach 48 Monaten festangestellt werden, – werden diese jedoch entlassen und nach drei Monaten wieder eingestellt, läuft diese Frist erneut an.

Symbolbilder: Daimler AG/ Mercedes-Benz AG

22 Kommentare
Älteste
Neueste Meist bewertet
Inline Feedbacks
Betrachte alle Kommentare:
Marko
22 Tage zuvor

Keine Besonders nette aber leider alltägliche Praxis in der gesamten deutschen Metallindustrie – fast schon moderne Sklaverei. Man arbeitet sich den A***** ab nur um dann, gerade wenn man anständig eingearbeitet sowie mit dem Unternehmen und dem restlichen Personal vertraut ist, wieder vor die Tür gesetzt zu werden.
Ganz zu schweigen davon, dass das Gehalt mit der Zeit im Unternehmen stetig steigt und man nach einem Wechsel wieder von Vorne beginnen muss.
Habe das ganze zum Glück nur aus der Sicht eines Ferienarbeiters als Student mitbekommen.

Leiharbeit ist für die Unternehmen – und Menschen die „Personalmanagement“ (würg) studieren – die wahrscheinlich tollste Erfindung des aktuellen Jahrhunderts. Man kann einfach weitermachen wie zur Zeit der Industrialisierung, nur eben unter dem Deckmantel des Gesetzes.

Maximilian
Reply to  Marko
22 Tage zuvor

In diesem Fall ist es aber richtig!
Wenn man in Kurzarbeit ist, wie es laut Artikel im letzten Jahr der Fall war und scheinbar wieder ansteht, arbeitet man sich sicherlich nicht „den A**** ab“ 😉
Im Gegenteil, das Unternehmen hat zu viel Personal inkl. Leiharbeiter. Und wenn ich zu viel Kosten habe und evtl. deshalb vermeidbaren Verlust mache, soll m.M.n. nicht wie seit 2020 der Staat für die Verluste bzw. das Missmanagement einer Firma aufkommen, so wie es in den letzten 1,5 Jahren praktiziert wurde.
Deshalb muss man in diesem Fall mal ein Amt für seine Bedingungsstellung loben.

Robin
Reply to  Maximilian
22 Tage zuvor

Ob die Agentur für Arbeit das Geld nun im Falle der Weiterbeschäftigung als „Kurzarbeitergeld“ oder im Falle der Entlassung als sog. „Arbeitslosengeld 1“ auszahlt, macht letztendlich doch keinen Unterschied. Man hat dem Kind dann nur einen anderen Namen gegeben. Selbst die Höhe ist mit 60% bzw. 67% bei berücksichtigungsfähigen Kindern identisch.

Langstrecke
Reply to  Robin
22 Tage zuvor

Ganz so simpel ist es dann doch nicht. Kurzarbeit ist i.d.R. keine 100%, sondern niedriger, also gibt es für die Normalstunden nach wie vor 100%.
Außerdem ist man mit Kurzarbeit in Lohn und Brot, mit ALG1 ist man Arbeitslos und häufig nur einen Schritt von Hartz 4 entfernt.

Johannes
Reply to  Langstrecke
20 Tage zuvor

Ist doch kein Leben in Zeitarbeit, die Unternehmen sind den Mitarbeitern verpflichtet und nicht den Aktionären moderne Sklaverei nicht mehr und nicht weniger. Eine Schande das man in Deutschland einer der reichsten Länder der Welt für faire Löhne kämpfen muss. Selbst in Frankreich ist der Mindestlohn bei 12,50€ und hier 9,25€ die Stunde eine Schande.

Wilfried
Reply to  Maximilian
21 Tage zuvor

Man arbeitet als Leiharbeiter oftmals mehr als ein Festangestellten, weil man sich eine zumeist versprochene Übernahme erhofft. Natürlich gilt das nicht bei Kurzarbeit, denn in dieser Zeit arbeitet man genausoviel wie ein Festangestellten – nämlich garnicht.

Für das angesprochene Missmanagement kommt ohnehin der Staat, also der Steuerzahler auf. Entweder in Form von Kurzarbeitergeld (auch für die Leiharbeiter) oder eben als Arbeitslosengeld (ebenfalls auch für die Leiharbeiter, die zumeist nicht mehr weiterbeschäftigt werden können und rausfliegen).

Apropos Missmanagement:
Die aktuell gebeutelten Automobilzulieferer haben im europaweiten Schnitt bedingt durch die Chip- und Stahlkrise 23,3% Verlust gemacht, weil die bestellte und produzierte Ware von den Autobauern nicht abgerufen wird. Daimler hingegen hat ein Plus von um die 10,5% eingefahren. Missmanagement sieht wohl anders aus. Und möglicherweise ist dieser Gewinn der wahrscheinlichere Grund, warum das Amt beim Kurzarbeitergeld auf Dumm macht. Das ist nicht richtig oder wohlüberlegt, sondern schlichtweg falsch und unsozial. Dabei sollte die Behörde doch froh sein, wenn die Leiharbeiter nicht wieder als „Kunden“ auf der Matte stehen. Es wäre somit auf lange Sicht auch billiger für den Staat, sprich für den Steuerzahler. Übrigens: Auch ein Leiharbeiter zahlt Steuern und Arbeitslosenversicherung. Es wäre für den Staat sicher besser diese Gelder weiter einzustreichen, als für hunderte Ex-Leiharbeiter Arbeitslosengeld zu berappen.
Just my two cents

driv3r
Reply to  Marko
22 Tage zuvor

Gut, ehm… Ferienarbeit und Leiharbeit sind dann doch zwei grundsätzlich verschiedene Paar Schuhe.

Karstibert
22 Tage zuvor

Kann man bei Leiharbeitern überhaupt von Entlassung sprechen? Die sind ja schließlich geliehen, also bei einem anderen Arbeitgeber beschäftigt. Man müsste dann doch von einem Ende der Leihe sprechen.

Max
Reply to  Karstibert
22 Tage zuvor

„Abmelden“ würde es wohl eher treffen

Panpay2010
Reply to  Karstibert
22 Tage zuvor

Man wird mit lehren Versprechungen hingehalten jeder möchte Mal Arbeitsmäßig ein Anker setzen aber bei Daimler drin zu bleiben ist gleich Chance 0

Max
22 Tage zuvor

Hallo zusammen,

im Text steht, dass Leiharbeiter nach 48 Monaten in den Kundenbetrieb übernommen werden müssen. Dieses ist nicht korrekt. Die Höchstüberlassungsdauer liegt bei 18 Monaten.

Gruß Max

martin
Reply to  Max
21 Tage zuvor

Und genau da liegt der Hase im Pfeffer.
Daimler hätte nämlich jetzt im Frühjahr einige Hundert der jetzt entsorgtenLeiharbeiter übernehmen müssen. Da man das nicht will , hat man kurzerhand eine Schicht gestrichen da man ja eh keine Halbleiter ran bekommt und entsorgt nun die Leute. Sollte es wieder anziehen versucht man diese Menschen wieder zu holen mir dem Unterschied das nun ein neuer 18 Monats Zeitraum beginnt.
Moderene Sklaverei die von der Politik nicht unterbunden wird.

Diana
Reply to  Max
21 Tage zuvor

Aus Erfahrung am eigenen Leib und Arbeitsgericht Erfahrung …. In der Metallundustrie sind es 48 Monate…geregelt über den IG Metall Tarifvertrag für Leiharbeit… Direkteinstellung bei ner Firma sind es die gesetzlichen 18 Monate und selbst dann „müssen“ diese dich nicht übernehmen sondern können einem nach Ablauf dieser Zeit kündigen oder den Vertrag auslaufen lassen, wenn dieser befristet ist.

Hans
22 Tage zuvor

Ist nun der Bedarf an mehr Personal da oder nicht.
Wenn das zusätzliche Personal jetzt abgemeldet wird dann suchen sich die Mitarbeiter neue Tätigkeitsfelder und die stehen dann nicht mehr zur Verfügung für Mercedes.
Dadurch wird der Druck 2022 höher für Mercedes um die Produktion dann wieder auf ein normale Niveau zu erhöhenDas wird dann schwierig.
Der weiter die jetzt eingearbeitet worden sind werden nicht warten bis Mercedes Notruf aus welchem Grund.

Marko
Reply to  Hans
22 Tage zuvor

Das dürft kein Problem darstellen. Man wird sich einfach an die Agentur für Personalmanagement des Vertrauens wenden – da sind all die Leute übrigens rechtlich gesehen beschäftigt – und dann werden mal wieder ein paar Leute „geliehen“. Es finden sich immer genug die die Arbeit machen wollen/müssen/gezwungen sind, egal wie oft sie an- und wieder abgemeldet werden.
Moderne Leiharbeit hat nichts mehr mit deren Ursprung zu tun, als ein Unternehmen sein eigenes Personal tatsächlich an andere Unternehmen zeitlich begrenz verliehen haben.
Das Modell heutzutage ähnelt eher einer Straße voller Tagelöhner – samt allen katastrophalen Folgen für deren Altersvorsorge und Absicherung.

Thomas
Reply to  Hans
21 Tage zuvor

Bei den inzwischen bis zur letzten Sekunde heruntergebrochenen Tätigkeiten dauert es wenige Tage, um jemanden einzuarbeiten. Nach einem Tag kann man die Tätigkeit grundsätzlich ausführen, nach drei weiteren schafft man es auch im vorgegebenen Takt. Fahrzeugbau ist ziemlich simpel.

Marko
Reply to  Thomas
20 Tage zuvor

Die optimierten Abläufe ändern nicht viel daran, dass ein Facharbeiter oder gar der Vorarbeiter immer wieder neues Personal anlernen muss, das dann auch noch verhältnismäßig oft Fehler macht und dadurch zu einer Verlangsamung der Produktion führt oder gar Schäden und unnötigen Ausschuss in der Produktion verursacht.
Mein Vater war bis vor kurzem noch ein solcher Vorarbeiter und genießt nun zum Glück seinen Ruhestand.
Er hätte ein Lied davon singen können wie solches Personal der gesamten Produktion schadet und nur unnötige Wut gegen die Verantwortlichen, die davon ja nichts mitbekommen (wollen), schürt.
Soziale Ungerechtigkeit par excellence.

Pano
22 Tage zuvor

Wie ist zu verstehen, daß „Die IG Metall glaubt dieser Erklärung hingegen nicht und kündigt bereits eine juristische Prüfung an.“ Glaubt man der Werksleitung nicht oder der BA?
Grüße
Pano

Panpay2010
22 Tage zuvor

Ich selber habe das Spiel 7 Jahre lang mitgemacht da ich aber drei Kinder habe ,hab ich natürlich mitgespielt und desto trotz wurde mir eine Festanstellung verwehrt heute jedoch bin ich jetzt froh darüber da nicht mehr arbeiten zu müssen da ich jetzt mich weiter gebildet habe und einen Normalen Alltag erleben kann,nie wieder würde ich für das Geld beim Daimler arbeiten.
Viele die ich kenne sind Invaliden geworden nur um vielleicht irgendwie doch den Daimler Stern auf der Brust zu tragen jetzt können sie nirgends mehr Arbeiten weil der Körper von der harten Arbeit kaputt ist.

Waldemar
21 Tage zuvor

Könnt Ihr bitte das ganze Richtig klarstellen !!!!!

“ Im Werk Rastatt sollen Ende September rund 600 Leiharbeiter entlassen werden bzw. dessen Zeitverträge nicht verlängert “

Einmal entlassen und Verträge nicht verlängern ist eben nicht das Gleiche.

Tom
21 Tage zuvor

Ich als Daimler Mitarbeiter schäme mich für die Politik, die unser Management seit Jahren praktiziert.
Schande über die Entscheidungsträger!