Die Markteinführung für den DRIVE PILOT von Mercedes-Benz war zumindest für die neue S-Klasse noch dieses Jahr geplant – doch Mercedes-Benz wartet weiterhin auf die Zertifizierung durch das Kraftfahrbundesamt (KBA).

Mercedes-Benz wartet weiterhin auf Freigabe für DRIVE PILOT

DRIVE PILOT für S-Klasse sowie EQS

Mit der S-Klasse mit verbauten DRIVE PILOT wäre die Luxuslimousine das erste Fahrzeug in Deutschland, das mit der Stufe 3 des automatisierten Fahrens im öffentlichen Verkehr unterwegs wäre. Auch wenn Mercedes-Benz das funktionsfähige System bereits mehrmals bei Pressevertretern vorgestellt hat, wartet man weiterhin auf eine Freigabe. Nach Rücksprache von uns bei einer Pressesprecherin hieß es zuletzt: „Wir sind zuversichtlich, dass die Zertifizierung des Drive Pilot dieses Jahr noch abgeschlossen sein wird„.

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S-Klasse zuerst

Den DRIVE PILOT möchte Mercedes-Benz zuerst in der neuen S-Klasse sowie danach im EQS Modell anbieten. Ist ein solches Fahrzeug mit dem optionalen System ausgestattet, könnte der Fahrer die Verantwortung in bestimmten Situationen (z.B. Stau auf der Autobahn) abgeben und derweilen einen Film ansehen. Der Fahrer muss jedoch jederzeit bereit sein, das Lenkrad wieder selbst zu übernehmen.

Mercedes-Benz wartet weiterhin auf Freigabe für DRIVE PILOT

Die Systemfreigabe für das System hat Mercedes-Benz sowohl für die aktuelle S-Klasse, wie auch für den EQS betragt. Zwar erfüllt der DRIVE PILOT bereits die Anforderungen der neuen UN-Regelung 157, was jedoch noch jeweils in das nationale Recht umgesetzt wird und deshalb in jedem Land einzeln zugelassen werden muss.  Nach Deutschland könnte als nächstes Land die USA folgen, wo man sich bereits in der finalen Testphase befindet.

Nachrüstung von bereits ausgelieferten Fahrzeugen nicht möglich

Eine Preisangabe für die Sonderausstattung selbst gibt es noch nicht. Eine Nachrüstung von bereits ausgelieferten Fahrzeugen ist nicht möglich, zumal zusätzliche Hardware (u.a. zusätzliche Kamera in der Heckscheibe sowie LiDAR-Scanner an der Front) verbaut werden muss. Ein Softwareupdate „over-the-air“ scheidet damit eindeutig aus.

Mercedes-Benz wartet weiterhin auf Freigabe für DRIVE PILOT

Eine Erklärung zum DRIVE PILOT selbst finden Sie dazu im Internet bzw. bei Youtube. Link dazu hier.

Bilder: Daimler AG

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27 Kommentare
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Hannes
1 Monat zuvor

Die Hardwarebasis wird nicht mal als Option vorab angeboten – vermutlich aus Sorge, die Funktionalität vielleicht doch nicht nachliefern zu können. Nachrüsten geht eh nicht. Somit sind die heute bestellten S-Klassen und EQS, die nach langem Warten irgendwann im kommenden Jahr ausgeliefert werden, bereits ab dem ersten Tag bei ihrem künftigen Fahrer schon nicht mehr auf dem dann aktuellen Stand der Technik. Finde ich angesichts der für diese Fahrzeuge aufgerufenen Preise schon etwas schwierig…
Aber vermutlich ist man dieser Fahrzeugklasse nur würdig, wenn einen sowas nicht weiter stört.

Thierry
1 Monat zuvor

Im Schweizer Konfigurator ist der Drive Pilot bereits schon anwählbar. Natürlich ist dies wohl ein Fehler. Wenn man ihn aber anwählt, entfallen bei entsprechend konfiguriertem Fahrzeug folgende Dinge weg:

MANUFAKTUR nussbraun / schwarz
MANUFAKTUR mysticblau metallic
MANUFAKTUR Interieur-Paket
Hinterachslenkung 10°
MANUFAKTUR Einstiegsleiste mit Schriftzug „Maybach“, beleuchtet
MANUFAKTUR Lenkrad zweifarbig in Leder Nappa
Frontscheibe, beheizt
MANUFAKTUR Schriftzug Chrom-Optik glänzend in Mittelkonsole vorn
MANUFAKTUR Schriftzug gestickt in Hutablage
50,8 cm (20″) AMG Leichtmetallräder im Vielspeichen-Design
AMG Einstiegsleisten mit „AMG“ Schriftzug, beleuchtet und mit Wechselcover

Die Frage ist nun, ist an diesen Ausschlüssen etwas dran? Speziell der Wegfall der 10° Hinterachslenkung wäre für mich persönlich ein Grund, auf den Drive Pilot zu verzichten. Von der Hinterachslenkung habe ich im Alltag wesentlich mehr, als vom Drive Pilot. Zumindest in seinem jetzigen Stadium. Auch die restlichen Ausstattungspunkte wären schade, auch wenn besser verkraftbar. Kann man dazu schon etwas sagen?

Hr.Schmidt
Reply to  Thierry
1 Monat zuvor

Angesichts deiner eigenen Feststellung erübrigt sich wohl die Diskussion dazu.

„Im Schweizer Konfigurator ist der Drive Pilot bereits schon anwählbar. Natürlich ist dies wohl ein Fehler.“

Thierry
Reply to  Hr.Schmidt
1 Monat zuvor

Das Aufschalten war der Fehler. Es ist aber dennoch möglich, dass die Logik im Hintergrund schon stimmt. Darum hat die Frage meiner Meinung nach schon ihre Daseinsberechtigung. Nimmt mich halt einfach Wunder, ob irgendjemand darüber schon Bescheid weiss. Denn Mercedes tut es ganz bestimmt.

Cornelius
Reply to  Thierry
1 Monat zuvor

Der Drive Pilot ist zwar zunächt auf 60 kmh und auf Stausituationen begrenzt, soll aber später auch bei höheren Geschwindigkeiten eingesetzt werden können, wenn es der Gesetzgeber zulässt. Eine Freischaltung kann dann mit einfachem OTA-Update erfolgen.

vgl. https://mbpassion.de/2021/08/video-hochautomatisiertes-fahren-mit-dem-drive-pilot/

Samson
1 Monat zuvor

Tesla kann doch das schon alles. Warum jetzt son bürokratisches Hin und her.

Christoph Pfeiffer
1 Monat zuvor

Tesla kann das doch schon alles. Warum son bürokratisches Hin und Her

Mario
Reply to  Christoph Pfeiffer
1 Monat zuvor

Kennst du den Unterschied zwischen „können“ und „dürfen“?

Garry
Reply to  Mario
1 Monat zuvor

Für „Können“ geht’s bei Tesla doch recht häufig schief. (…bzw. der Fahrer überwacht sein Level-2-System wohl nicht so wie er es tun müsste)

Cornelius
Reply to  Christoph Pfeiffer
1 Monat zuvor

Der springende Punkt ist doch, dass bei Mercedes sich der Fahrer legal anderen Dingen zuwenden darf, wenn der Level 3 Pilot aktiv ist. Bei Tesla muss der Fahrer dagegen die Fahrt ständig überwachen. Bei Tesla ist daher immer der Fahrer schuld, wenn es kracht. Wenn bei Mercedes der Level 3-Pilot aktiv ist und es kracht, dürfte dagegen das Auto schuld sein.

driv3r
Reply to  Markus Jordan
1 Monat zuvor

Teslas Autopilot ist Level 2.
Kein Gesetzgeber der Welt hat bisher ein echtes Level 3-System für die normale End-Benutzer-Nutzung freigegeben.

martin
Reply to  Cornelius
1 Monat zuvor

sollte man meinen dass das Auto schuld sein soll.
Aber erstens kann niemals ein Gegenstand für irgendwas haftbar gemacht werden sondern nur juristische oder natürliche Personen und zweitens wird sich Mercedes als Inverkehrbringer dieser Sache schon rechtlich gegen Schadensersatzklagen absichern damit ihnen keiner ans Bein pinkeln kann im worst case.

Schon die Frage was höher einzustufen ist, nämlich das Leben eines Kindes was plötzlich auf die Strasse rennt , oder die Unversehrtheit des Fahres eines solchermassen ausgestatteten Fahrzeuges bedürfte einer gesellschaftlichen Diskussion und kann nicht die Entscheidung von Softwareentwicklern sein.
Zudem was ist wenn ich mit dem Auto ins Ausland fahre wo solche Systeme nicht zugelassen sind?
Meines Erachtens sind viel zu viele ethische und rechtliche Fragen gar nicht geklärt um solche Systeme auf die Menscheit loszulassen.

Da können sich die Anwaltskanzleien schon mal freuen und über den zu erwartenden Reibach nachdenken.
Mein Mitleid gilt den armen Richtern denen nun noch mehr Arbeit aufgebürdet wird.

Thorsten Baier
Reply to  martin
1 Monat zuvor

Das System wird nur auf Autobahnen zugelassen sein, daher erübrigen sich Fragen zu ethischen Entscheidungen. Kinder werden hier sicherlich keine Herumspringen. und selbst wenn funktioniert es nur bis 60 km/h, das heißt Stau oder stockender Verkehr.

Philipp
Reply to  martin
1 Monat zuvor

Da hat jemand nicht verstanden was autonomes Fahren nach Level3 ist und wie es Mercedes hier zulassen will.
Es handelt sich in dem Fall um vollautonomes Fahren auf der Autobahn bis 60km/h (Stauszenario) in der der Fahrer nebenbei legal am Handy spielen darf.
Das möchte Mercedes in der Folge wieder auf der Autobahn gerne auch bei höheren Geschwindigkeiten anbieten. Ist vom Gesetzgeber aktuell aber noch nicht zugelassen.

Simon says
Reply to  martin
1 Monat zuvor

Die junge Mutter mit dem Kinderwagen oder der Greis…das waren schon ziemlich abgedrehte und sehr theoretische Diskussionen im Philosophieunterricht vor Jahren.
Soweit wird niemand programmieren können, falls es die Hardware überhaupt hergibt.

Es wird immer primär ein Abwenden eines Unfalls des Fahrzeugs sein. D.h. Hindernis/Primärziel kommt in die natürliche Bewegungsrichtung des Fahrzeugs. Wie jeder Mensch, weicht man instinktiv aus und über den Kinderwagen am Fahrbahnrand hat man nicht mal Zeit nachzudenken, falls man ihn überhaupt wahrgenommen hat.
Warum sollte ein Programm anders laufen? Dazu müsste es Allwissend sein…wie alt ist der Greis, junge Mutter vielleicht unheilbar krank und weitere 1000 Parameter, die ein Ausweichen nötig erscheinen lassen, aber vielleicht physisch doch nachher unmöglich machen…Fahrbahn verdreckt, Mutter reagiert anders….etc.
Glaube, wenn wir uns darüber wirklich Gedanken machen können, gibt es auch schon allwissende Programme, die dem Messerstecher am Vortag den Kauf der Tatwaffe verweigern.
Sprich, dieses Leben wird das nichts mehr.

DerOssi
Reply to  martin
1 Monat zuvor

Das wird ganz einfach geregelt werden… das läuft alles über deine Haftpflicht…. wie die Versicherung sich dann das Geld vom Hersteller z.B. zurückholt, ist eine andere Sache…

Pano
Reply to  Christoph Pfeiffer
1 Monat zuvor

Nein, Tesla kann das nicht und hat ein System, daß sich hochtrabend „Autopilot“ nennt und nachweislich Menschenleben gekostet hat.
Ganz aktuell steht das Gebaren darum wieder in der Kritik: https://www.spiegel.de/auto/tesla-wie-elon-musk-bedenken-zum-autopilot-wegwischte-a-ba91a85d-0557-455d-9ca8-f2e13a96753a
Grüße
Pano

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Goggo
Reply to  Christoph Pfeiffer
1 Monat zuvor

Was Tesla „kann“ oder besser: nicht kann, steht gerade sehr schön in einem Heise-Artikel:
https://www.heise.de/news/Tesla-Sicherheitsbedenken-zu-Autopilot-und-FSD-von-Musk-beiseite-gewischt-6288945.html?view=print

Nach wie vor gilt für mich, dass ich mich persönlich in ein „selbst steuerndes“ Auto nur dann als Passagier (oder temporär inaktiver Fahrer) setzen werde, wenn ich entsprechendes Vertrauen zu den technischen Systemen in diesem Auto habe. Und bei Tesla habe ich das derzeit nicht. Bei Mercedes schon eher…

HAWKiS63
1 Monat zuvor

Bin gespannt welche andere Modellen (nach S und EQS) die Drive Pilot auch bekommen…..der neue SL (e-performance) vielleicht?

Sebastian
Reply to  Markus Jordan
1 Monat zuvor

Mal ein ganz anderes Thema… ist denn schon was zum kommenden Änderungsjahr der E-Klasse bekannt? Sprich 48V beim 220d usw.? 🙂

MarcS
Reply to  Snoubort
1 Monat zuvor

Ist doch ein ganz anderes Thema. Robotaxis (Level 5) stehen offenbar tatsächlich nicht mehr auf der Agenda. Hier geht es aber um Level 3 (bzw. später ggf. Level 4 gemeinsam mit Nvidia). Für die LKWs arbeitet man ja auch an Level 4.