12.000 Vorbestellungen in den ersten 24 Stunden – doch im ersten Monat sollen nur 1.438 Fahrzeuge zugelassen worden sein: Der neue Mercedes-Benz GLC L EV sorgt in China definitiv für Aufmerksamkeit. Nach Informationen aus dem Unternehmensumfeld fällt der tatsächliche Marktstart des Elektro-SUV allerdings deutlich verhaltener aus, als es die frühen Bestellzahlen vermuten lassen, was wohl dem Produktionshochlauf geschuldet ist. Das sollte sich aber iin Kürze ändern.
12.000 Vorbestellungen zum Start
Der ausschließlich für den chinesischen Markt entwickelte GLC L EV soll nach Informationen aus dem Umfeld des Unternehmens innerhalb der ersten 24 Stunden nach seinem Marktstart am 8. Juli rund 12.000 Vorbestellungen erhalten haben – und damit durchaus am lokalen Markt in China ankommen.
Für Mercedes-Benz wäre dies ein bemerkenswert starker und notwendiger Auftakt in China. Allerdings sind Vorbestellungen im chinesischen Automobilmarkt nicht unmittelbar mit tatsächlichen Verkäufen oder Kundenauslieferungen gleichzusetzen. Zwischen Bestellung, Produktion und Fahrzeugübergabe können bekanntlcih mehrere Wochen oder Monate liegen. Genau hier zeigt sich beim GLC L EV offenbar auch eine deutliche Diskrepanz – und das gleicht dem holprigen Hochlauf in Europa. Bekanntlich gab es hier Engpässe bei zentralen Komponenten, wie Hochvoltbatterien und Bordnetzen. Für beide Märkte liefert CATL die Lithium-Ionen-Batterien.
Nur 1.438 Zulassungen im Juli
Nach chinesischen Versicherungszulassungsdaten wurden im gesamten Juli offenbar lediglich 1.438 Fahrzeuge registriert. Insider gehen gleichzeitig davon aus, dass im gleichen Zeitraum rund 2.100 bis 2.400 Fahrzeuge vom Werk an Händler ausgeliefert wurden. Ein Teil der Fahrzeuge soll als Showroom-, Test- oder Vorführfahrzeug eingesetzt worden sein und damit zunächst nicht an Endkunden gegangen sein. Wie viele Fahrzeuge im Juli tatsächlich an Kunden übergeben wurden, lässt sich anhand der verfügbaren Informationen nicht zuverlässig beziffern – jedoch eindeutig zu wenig.
Nur das Topmodell sofort verfügbar
Ein wesentlicher Grund für den zunächst begrenzten Absatz dürfte zudem die eingeschränkte Variantenverfügbarkeit und der Produktionshochlauf sein. Nach Informationen von Insidern war im Juli auch ausschließlich der GLC 350 L 4MATIC Golden Edition für eine kurzfristige Auslieferung verfügbar.
Die günstigere Einstiegsversion sowie die Sechssitzer-Variante sollen bislang lediglich vorbestellbar gewesen sein. Für diese Versionen habe es im Juli demnach noch keine beziehungsweise keine nennenswerten Kundenauslieferungen gegeben. Damit sind die 12.000 Vorbestellungen nur eingeschränkt mit den tatsächlichen Juli-Zulassungen vergleichbar. Ein erheblicher Teil der Interessenten konnte sein bestelltes Fahrzeug offenbar noch gar nicht entgegennehmen.
Mercedes-Benz hat zum Umfang der Vorbestellungen, den tatsächlichen Kundenauslieferungen im Juli und den Händlerbeständen bislang keine detaillierten Angaben veröffentlicht oder bestätigt. Die Zahlen beruhen auf Informationen von Insidern sowie auf chinesischen Zulassungs- und Versicherungsdaten.
Der Produktionshochlauf als entscheidender Faktor
Der Fall GLC L EV zeigt zugleich eine typische Herausforderung beim Start neuer Elektrofahrzeuge in China. Ein spektakulärer Verkaufsstart kann schnell hohe Bestellzahlen erzeugen. Bis daraus allerdings entsprechend hohe Zulassungszahlen werden, muss zunächst die Serienproduktion auf das erforderliche Volumen gebracht werden.
Für Mercedes-Benz dürfte vor allem die Entwicklung in den kommenden Monaten interessant werden. Sobald sämtliche Varianten verfügbar sind und die Produktion hochgefahren ist, wird sich beurteilen lassen, wie nachhaltig die Nachfrage tatsächlich ausfällt.
Bilder: Moritz Leicht







