Nach 125 Jahren Motorsport-Geschichte schlägt Mercedes-Benz beim Diriyah E-Prix am kommenden Wochenende ein neues Kapitel in seiner erfolgreichen Rennsportgeschichte auf.

Beim Saisonstart der ABB FIA Formel E Meisterschaft gehen zum ersten Mal die beiden Mercedes-Benz EQ Silver Arrow 01 von Stoffel Vandoorne und Nyck de Vries in der Elektrorennserie an den Start. Der Beginn einer neuen Ära.

Was ist neu in der Saison sechs?

Das Mercedes-Benz EQ Formel E Team betritt in der Elektrorennserie Neuland. Aber auch für die anderen Teams gilt es in dieser Saison, einige Neuerungen im Reglement zu beachten. So wird jedem Rennwagen ab dieser Saison pro Minute während einer Unterbrechung (Safety Car, Full Course Yellow) 1 kWh von der zur Verfügung stehenden Energie abgezogen. Dadurch rückt die Energie-Effizienz noch mehr in den Vordergrund. Außerdem wird die Rennzeit im Falle einer Unterbrechung angehalten, was sicherstellen soll, dass ein E-Prix über die volle Distanz geht. Die übliche Renndauer beträgt in der Formel E 45 Minuten plus eine Runde.

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Auch der sogenannte Attack-Mode wird in dieser Saison leicht verändert. Wenn die Überhol-Hilfe durch das Überfahren von drei Aktivierungsstreifen abseits der Ideallinie aktiviert wird, erhält der Fahrer für eine gewisse Zeit mehr Power. Die maximale Leistung des Zusatz-Boosts beträgt nach der Aktivierung künftig 235 kW anstatt 225 kW. Gleichzeitig darf der Attack-Mode nicht mehr während einer Safety-Car-Phase oder einer „Full Course Yellow“ eingesetzt werden.

Auch bei der Punktevergabe gibt es eine Neuerung: die schnellsten Fahrer der jeweiligen Qualifying-Gruppen erhalten einen Extra-Punkt. Der Pole-Setter darf sich weiterhin über drei Zusatz-Zähler freuen. Im Rennen werden die Punkte nach dem aus der Formel 1 bekannten Schema von Platz eins bis zehn vergeben. Einen weiteren Zusatzpunkt gibt es für die schnellste Rennrunde, allerdings nur, wenn der jeweilige Fahrer innerhalb der Top-10 ins Ziel gekommen ist.

Was ist das Besondere an der Formel E?

Die Formel E ist mehr als spannender Motorsport: Innerhalb kürzester Zeit etablierte sich die Elektrorennserie als Pionier für technologische Innovationen, Nachhaltigkeit und Elektromobilität. Die Rennen finden auf eigens entworfenen Straßenkursen in den Stadtzentren großer Metropolen statt. Auf diese Weise wird das Event direkt zu den Zuschauern gebracht – und nicht umgekehrt.

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Die Elektrorennserie stellt für die Automobilindustrie eine riesige Spielwiese dar, auf der Mercedes auch im Motorsport die Leistungsfähigkeit seiner batterieelektrischen Antriebe demonstrieren und die Marke EQ positiv aufladen kann.

Während die actionreichen Rennen und der Eventcharakter die Zuschauer direkt ansprechen und involvieren, werden zukünftige Generationen zu einem nachhaltigen Leben angeregt. Auf diese Weise kann die Entwicklung von innovativen Technologien für Elektrofahrzeuge ebenso vorangetrieben werden wie das Werben für eine Verbesserung der Luftqualität in den Städten und der aktive Kampf gegen den Klimawandel.

Warum startet Mercedes in der Formel 1 und der Formel E?

Mercedes ist der einzige Automobilhersteller, der sich sowohl in der Formel 1 als auch der Formel E engagiert. Ein Widerspruch? Nicht für die Marke mit dem Stern. Denn ihr Ansatz besagt ganz klar: Die Formel 1 und die Formel E sind keine Rivalen. Ganz im Gegenteil: Die beiden Rennserien gehen Hand in Hand und befruchten sich gegenseitig.

So baut das Formel-E-Programm auf den Erfahrungen auf, die Mercedes in den vergangenen Jahrzehnten in der Formel 1 gesammelt hat. Das perfekte Beispiel dafür ist die Antriebseinheit des Formel-E-Fahrzeugs, die genau wie die Hybrid Power Unit aus der Formel 1 bei Mercedes AMG High Performance Powertrains (HPP) entwickelt wurde. In diesem Bereich lässt sich viel Wissen und Erfahrung aus der Formel 1 auf das Formel-E-Projekt übertragen.

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Gleichzeitig fließt dieses Know-how aus den beiden Säulen des Rennsportsprogramms natürlich in den Mutterkonzern zurück und beeinflusst dadurch das Design und die Produktion zukünftiger Serienfahrzeuge. So ist der Rennsport schon seit Jahrzehnten eine perfekte Spielwiese, um unter Wettbewerbsbedingungen mit neuen Technologien zu experimentieren. Zum Beispiel im Bereich der Batterien oder des Energie-Managements.

Wichtig ist dabei: Beim Wissens- und Technologietransfer geht es nicht darum, eine Komponente eines Rennwagens unverändert in ein Straßenauto zu integrieren. Vielmehr geht es um den Lernprozess, die Methoden und die Erkenntnisse, die in der Formel 1 und der Formel E gesammelt werden und wie diese dann in die Welt der Straßenfahrzeuge übertragen werden können.

Stimmen vor dem Diriyah E-Prix 2019

Ian James, Teamchef:

„Endlich ist der Tag da, auf den jeder im Team hingearbeitet hat: Zum ersten Mal gehen unsere beiden Autos in dieser Woche an den Start. Wir haben das letzte Jahr hart daran gearbeitet, das bestmögliche Setup und die nötige Konstanz für das Renndebut in Diriyah zu schaffen.

Der Saisonauftakt ist aber nicht das Ende dieser Reise, sondern vielmehr der Anfang: Wir sind uns unserer Position als Einsteiger bewusst. Wir müssen daher schnell aus auftretenden Fehlern lernen und uns kontinuierlich weiterentwickeln. Dementsprechend geht es für uns zunächst darum, dass unsere Lernkurve so steil wie möglich ist.

Wir freuen uns sehr auf den Wettbewerb mit den anderen Teams und die beiden Rennen mit einem Ergebnis in den Punkten abzuschließen, wäre natürlich großartig.

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Aber egal, wie das erste Rennen ausgeht. Schon jetzt will ich gerne der gesamten Mannschaft meinen Dank für ihren unermüdlichen Einsatz aussprechen. Was ich in den letzten Monaten erleben durfte, war der Inbegriff von leidenschaftlichem Teamwork.”

Stoffel Vandoorne:

„Endlich geht es wieder los. Hinter uns liegt eine lange Sommerpause, in der wir viel zu tun hatten. Wir haben viel getestet und uns als Team auf den Saisonstart vorbereitet. Jetzt kann ich es kaum noch erwarten, wieder Rennen zu fahren. Testfahrten sind schön, aber es ist gut, wieder in den Rennmodus zu schalten und zu sehen, wo wir im Vergleich zu den anderen Teams stehen. Es wird nicht einfach und es ist schwer, eine Vorhersage zu treffen. Wir müssen konzentriert bleiben und versuchen, keine Fehler zu machen. Wenn uns das gelingt, sollten wir eine Chance auf ein gutes Ergebnis haben.”

Nyck de Vries:

„Ich bin sehr gespannt darauf, endlich unser erstes gemeinsames Rennwochenende in der Formel E zu bestreiten und zu erfahren, wie wir uns bei unserem Debüt schlagen werden. Nach den Testfahrten und der Vorbereitungszeit habe ich das Gefühl, dass wir uns in den vergangenen Wochen als Team gut gefunden haben. Jetzt bin ich bereit, wieder Rennen zu fahren und gegen die anderen auf der Strecke zu kämpfen.”

Quelle: Mercedes-Benz

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Achim
2 Jahre zuvor

I like it, but only „unplugged“…..

Snoubort
2 Jahre zuvor

Sum, sum
Motorsport wird bald in einem Atemzug mit Interessen wie Vögelbeobachten und Angeln genannt werden…

Achim
2 Jahre zuvor

Mein erster Post war natürlich ironischer Natur. Ich liebe Motorsport mit 4 Rädern, und emotionalem Sound bei dem sich einem die Nackenhaare aufstellen. DTM , bis zum Ausstieg seitens MB, F1, Nascar, IndyCar. GT-Sport. Aber ich werde mir niemals ein FE Rennen angucken können. Sorry. Nicht meine Welt.

Motorsportfan
2 Jahre zuvor

Tja so sind wir Menschen eben.
Wären wir mit E-Fahrzeugen (und auch E-Rennserien) aufgewachsen und hätten nichts anderes bislang gekannt und wäre nun der Umschwung auf Verbrenner würden alle jammern: zu laut, stinkt, giftige Dämpfe beim Betanken, kein Verteilernetz (Tankstellen) um nachzutanken, etc. ….

Ist also also relativ und vielfach eben nur was anderes.
Es ist natürlich nicht alles gut im Bereich E-Fahren aber sklavisch an „alten Zöpfen“ festzuhalten und nicht den Mut haben etwas neues zu wagen hat noch nie jemanden dauerhaft weitergebracht.

Achim
Reply to  Motorsportfan
2 Jahre zuvor

Dem widerspreche ich ausdrücklich NICHT! Ein E-Auto für den Alltag kann ich mir gut vorstellen, Fortschritt ist wichtig. Bei manchen Dingen ist aber Oldschool wichtig und richtig. Für mich gehört zu Motorsport oder Sportwagen eben ganz unbedingt die emotionale Komponente Sound.

Stefan Camaro
Reply to  Achim
2 Jahre zuvor

Sound?
Wenn man mit nem Supersportwagen laut an der Ampel wegfährt, gilt man als Raser.
Fährt man mit einem Tesla vollgas los, sagt niemand was.
Wenn ich mit meinem alten Mercedes C350 auf der Landstraße zu schnell überholt habe, passierte nichts.
Fahre ich heute lauter, aber langsamer!! vorbei, werde ich angeleuchtet oder angehupt.
Viele Menschen verbinden laut sein mit Raserei oder zu schnelles Fahren. Leise aber viel zu schnell sagt niemand etwas…

driv3r
2 Jahre zuvor

Wer die Emotion beim Motorsport rein auf Lärmemission/Motoren-Sound reduziert hat den Motorsport wenig verstanden…

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Achim
Reply to  driv3r
2 Jahre zuvor

„Rein“ habe ich überhaupt nicht gesagt, aber es ist für mich ein wichtiger Bestandteil des Ganzen. Das ist ja nur mein Empfinden. Wer FE gut findet und gucken will darf es ja. Aber für mich persönlich ist es nichts. Das ist wie zurück zum Stummfilm. Und von Ökobilanz etc. brauchen wir gar nicht erst anzufangen. Das E-Autos unter dem Strich dem Verbrennungsmotor noch lange nicht das Wasser reichen können ist längst bewiesen. Das müssen irgendwann alle einsehen, egal wie schön man sich das rechnet. Trotzdem ist der Schritt ja richtig und wichtig weg von fossilen Rohstoffen, schon deshalb weil sie endlich sind. Ich sehe da aber eher Wasserstoff ganz vorne. Batterien sind zu schwer und zu groß. Von Herstellung und Entsorgung mal ganz abgesehen…. Und vom Tanken auf der Tour in den Urlaub evtl. sogar noch mit Wohnwagen hinten dran. Gell?

P. Armbruster
Reply to  Achim
2 Jahre zuvor

Wenn Du schon von Effizienz sprichst… Es macht absolut null ökologischen Sinn, einen Wohnwagen hunderte oder gar tausende Kilometer durch Europa zu schleppen. Deutlich mehr Sinn ergibt, am Zielort einen Wohnwagen (oder eine stationäre Hütte) zu mieten. Ich sage nicht, es gibt keine Gründe, einen eigenen Wohnwagen oder ein Wohnmobil herumfahren zu wollen – bloss von Effizienz im gleichen Post zu sprechen, grenzt an Wahnsinn.

Snoubort
Reply to  driv3r
2 Jahre zuvor

Ich nehme an, dass Du niemals das „Erlebnis“ V10 oder V12 F1 Motoren live erfahren durftest, sonst würdest Du eine solche Aussage nicht bringen.
Der Sound war wirklich das Einzige, was einen Live-Besuch Sinn gegeben hat…
https://m.youtube.com/watch?v=jS4Dh_EAfJI

harry
2 Jahre zuvor

Ich werde mir die Formel E nicht anschauen. Die Geräusche der E Rennfahrzeuge verursachen bei mir extreme Zahnschmerzen.