In der zweiten Generation des GLA zeigt sich dieser nicht nur mit geschärften SUV-Charakter, sondern auch mit komplett neuer Technik sowie Motorisierungen. Wir haben uns den kompakten SUV, welches durchaus auch im leichten Gelände eingesetzt werden kann, als exklusives Edition 1 Modell genauer angesehen.

Erster Fahrtest in der zweiten GLA Generation von Mercedes-Benz

Zweite GLA Generation: Fahrzeug mit eigenem Charakter

Mit seinen 4,41 Metern ist die zweite Auflage des GLA aktuell nicht das kürzeste Fahrzeug im Portfolio der Stuttgarter. Stattdessen ist er mit seiner höheren Sitzposition und längsverstellbarer Fondsitzbank durchaus ein starker Konkurrent zur B-Klasse auf gleicher Plattform. Mercedes zielt mit dem GLA hier die Zielgruppe an, die vor allen eine höhere Sitzposition bevorzugen, währenddessen man bei der B-Klasse vor allen junge Familien mit Kind und sogenannte „Best Agers“  im Auge hat. Gegenüber der günstigeren B-Klasse hat der GLA jedoch auch weniger Innen- und Stauraum.

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Erster Fahrtest in der zweiten GLA Generation von Mercedes-Benz

Erster Fahrtest in der zweiten GLA Generation von Mercedes-Benz

Optisch ein gelungener Wurf von Gorden Wagener

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Die zweite Generation des GLA zeigt optische Anleihen am erfolgreichen GLC Modell. Das achte Mitglied der Kompaktwagenfamilie fällt natürlich durch die kurzen Überhänge kleiner aus, zudem sind ausschließlich quer eingebaute Vierzylinder-Motorisierungen verfügbar. Die Palette bietet als Benziner den  GLA 180 mit 136 PS, sowie den GLA 200 mit 163 PS. Zusätzlich im Angebot ist der GLA 250, der es auf 224 PS bringt, für den wahlweise auch 4MATIC Allradantrieb erhältlich ist.  Mercedes-AMG ergänzt die Motorenpalette um einen GLA 35 4MATIC mit 306 PS sowie um den GLA 45 (S) 4MATIC mit maximal 421 PS.

Beim Selbstzünder ist der GLA 180 d mit 116 PS, wie auch der GLA 200 d mit 150 PS und GLA 220 d mit 190 PS im Angebot. Grundsätzlich ist jeder Diesel mit 4MATIC Allradantrieb kombinierbar – außer beim Basismodell des 180 d.  Als Plug-In Hybrid ist zusätzlich noch der GLA 250 e erhältlich. Handschalter gibt es in keiner Motorisierung.

Erster Fahrtest in der zweiten GLA Generation von Mercedes-Benz

Mehr Raumgefühl als zuvor

Der GLA ist gegenüber seinem Vorgänger minimal kürzer, aber dafür deutlich breiter und mit über 10 Zentimeter vor allen deutlich höher als die erste Generation. In Verbindung mit dem verlängerten Radstand schafft man spürbar mehr Platz, was sich vor allen im Fond auswirkt. Der Kofferraum umfasst nun 435 statt 421 Liter.

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Im Fahrtest haben wir uns den GLA 250 4MATIC mit 2 Liter und 224 PS (M 260 E20DEH LA) angesehen, der bereits ab 1.800 Umdrehungen mit 350 Newtonmeter nach vorne schiebt und die 100 km/h Marke in nur 6,7 Sekunden erreicht.  Der Vortrieb endet hier bei 240 km/h, wobei der Spritverbrauch kombiniert bei 7,1 Liter angegeben wird.  

GLA

Fahrwerk

Die im Testwagen vorhandene optionale adaptive Federung machte im GLA 250 4MATIC erwartungsgemäß einen sehr guten Job. Selbst die großen Felgen und der damit verbundene geringe Reifenquerschnitt gleicht es gut aus. So ausgestattet bietet das Testfahrzeug dann nicht nur sehr viel Sportlichkeit, sondern versorgt den GLA parallel (auf Wunsch) auch noch mit verbessertem Komfort und gutem Abrollverhalten.

Mit den adaptiven Dämpfern federt die neue GLA Generation auch im Sport-Modus mehr als vorbildlich, zumal selbst lange Wellen an das Federungsverhalten größeren Limousinen-Varianten des Herstellers erinnern. Kleinere Unebenheiten werden jedoch etwas steif überrollt, was wir so nicht erwartet hatten. Bei schnellerer Kurvenfahrt merkt man eine leichte Seitenneigung – die aber durchaus SUV-typisch ist. Ansonsten ist das Fahrverhalten neutral, mit leichtem schieben über die Vorderräder bei schneller Kurvenfahrt.

Die Lenkung zeigte sich hingegen ausgewogen und genau, was das Fahrzeug jederzeit präzise den eingeschlagenen Kurs folgen ließ. Kleine Lenkimpulse werden direkt umgesetzt und es macht Spaß den GLA auch auf kurviger Straße zu bewegen. Bei Autobahnfahrt zeigt sich ein stabiler Geradeauslauf.

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2. GLA Generation

Getriebe und Antrieb

Das achtstufige Doppelkupplungsgetriebe (8G-DCT) des GLA 250 4MATIC passt hier gut zum Antrieb. Die Beschleunigung ist auf Wunsch kräftig, wobei sich der Motor bei den Geräuschen meist zurückhält.  Das Doppelkupplungsgetriebe schaltet die Gänge dabei weich und geschmeidig durch. Die Schaltvorgänge erfolgten für unsere Ansprüche jedoch spät, selbst in der „C“ Variante, was der „S“-Modus noch mal mehr verstärkt. Die Drehzahlen zeigten sich bei dynamischer Fahrt höher, als wir erwartet hatten. Insgesamt passt diese Charakteristik aber zur sportlicheren Auslegung des Modells.

Seine 350 Newtonmeter Drehmoment schieben bei bereits 1.800 u/min den rund 1,6 Tonnen-GLA gut nach vorne, so dass der 250 4MATIC hier keine Schwierigkeiten hat. Traktionsprobleme gibt es ebenfalls keine, zumal die Lamellenkupplung bei Bedarf bis zu 50 % an die Hinterachse schieben kann. Meist übernehmen aber die Vorderräder allein den Vortrieb.

Gegenüber dem Vorgänger erfolgt die Steuerung des 4MATIC-Vorganges nun elektromechanisch. Statt einer bisherigen Hydraulik für die Bestätigung des Kraftschusses arbeitet nun ein Elektromotor für die Sperrung eines Kupplungspaketes und erhöht so die Regelgeschwindigkeit.

Erster Fahrtest in der zweiten GLA Generation von Mercedes-Benz

Fahrgeräusch

Der 224 PS starke 4-Zylinder Benziner im GLA 250 4MATIC mit 350 Nm Drehmoment läuft durchaus kerniger als der Vorgängerantrieb.  Die Fahr- und Motorgeräusche sind meist niedrig und zeigen einen kultivierten Gesamteindruck. Im niedrigen Drehzahlbereich zeigt sich ein leises brummen. Dazu passt auch das unaufgeregte Doppelkupplungsgetriebe. Erst ab einem spontaneren Leistungsabruf zeigt sich das Getriebe leicht hektisch, wenn dafür zwei Schaltstufen nach unten gewechselt wird und der Motor hochdreht. Bei höheren Drehzahlen zeigt sich der 2-Liter Benziner dann durchaus akustisch präsent. Das Klangbild geht hier eher in ein helles brummen über. 

Interieur

Das Interieur des GLA wirkt vertraut, zumindest wenn man die aktuelle Kompaktwagenbaureihe von Mercedes-Benz kennt. Unterschiede fallen hier nahezu nicht auf, sieht man von den anderen Türverkleidungen ab. Widescreen-Cockpit, Touchpad, und MBUX kennt man bereits, wie die entsprechenden Tasten und Schalter des Kompaktsegments mit Stern.  Die Optionen bei der Ausstattung hierzu sind identisch, was auch Anmutung und Verarbeitung betrifft.  

Gegenüber der A-Klasse zeigt sich jedoch eine höhere Sitzposition und eine bessere Aus- und Übersicht mit deutlich mehr Raumgefühl – auch gegenüber dem Vorgänger des GLA. Vor allen der Platz im Fond bietet mehr Beinfreiheit sowie mehr Schulterbreite. Gut ist hier auch die optionale Längsverstellung der Rückbank sowie eine vorklappbare Beifahrerlehne, was das Fahrzeug noch nutzbarer im Alltag macht.

Die verbauten Sportsitze in der zweiten GLA Generation bieten einen guten Halt, vor allen in Kurven und zeigten sich auch auf längeren Strecken als durchaus bequem.

Spritverbrauch zu hoch

Dem 6,9 Liter kombinierter Verbrauch bei der Werksangabe konnten wir uns nicht ganz annähern, auch wenn wir uns hier durchaus bemühten. Vom Normverbrauch entfernt sich der Stern im Alltag einfach zu schnell. Bei uns war meistens eine 8 vor dem Komma, eher mit der Tendenz für eine 9. Unter sportlicher Fahrweise ist sogar noch ein höherer Spritverbrauch möglich.

Fazit: Teurer Schönling

Mit dem GLA hat sich Mercedes-Benz das beste Modell der aktuellen Kompaktwagenbaureihe regelrecht bis zum Schluss aufgehoben. Doch der Testfahrzeug hatte auch einige Ecken und Kanten die uns weniger gut gefallen haben. Während das Fahrzeug ein sehr guter Alltagswagen ist, der auch auf der Langstrecke eine gute Figur macht, störte wir uns am zu hohen Spritverbrauch. Der „Haben-Wollen-Effekt“ war so bei uns leicht eingebremst, auch wenn das Design des Fahrzeuges mehr als ansprechend wirkt.

Ordert man das Fahrzeug aber mit seiner Wunschausstattung und Motorisierung, kommt schnell der nächste störende Faktor hinzu: der durchaus nicht günstige Einstiegspreis. Hier kostet der Kompakt-SUV mit serienmäßigem Offroad-Paket mit gleicher Technik dann auch noch rund 3.500 Euro mehr als eine B-Klasse. Den GLA muss man also wollen, dann ist der Mehrpreis auch verschmerzbar. Zumindest von der Optik und der Verarbeitung sowie von der technischen Seite hat das Modell die besten Voraussetzungen für einen Kassenschlager.

Bei der Motorisierung wäre für uns der 4-Zylinder Diesel vom Typ OM 654 die bessere Wahl. Idealerweise als GLA 220 d 4MATIC mit 190 PS. Das macht das Fahrzeug zwar nicht günstiger, aber dafür passend motorisiert. Der Diesel ist zumal ausreichend kraftvoll und sparsam.

Was uns aufgefallen ist:

  • + gegenüber GLA 200 mit dessen Kooperationsmotor im GLA 250 eigenes Mercedes-Triebwerk
  • – hoher Grundpreis sowie Aufpreispolitik
  • + gute Verarbeitung der Materialen im Innenraum
  • + stimmiges und ansprechendes sowie sportliches Design im Exterieur
  • – Basisausstattung weiterhin mit Halogen-Scheinwerfer
  • + bequemes Fahren auch auf Langstrecken
  • – Sitzheizung nur für Fahrer- und Beifahrer erhältlich
  • o Zertifizierung bereits nach Euro 6d-ISC FCM
  • o keine Handschaltervarianten verfügbar, ausschließlich 7G- oder 8G DCT
  • + viele Motorvarianten auch ohne 4MATIC Allradantrieb erhältlich.
  • + Viel Platz im Innenraum (vorne + 2 cm mehr Kopfreiheit, Fond rund 11 cm mehr Beinfreiheit gegenüber der Vorgängerbaureihe)
  • + Basisausstattung bereits mit den wichtigsten Assistenz- und Sicherheitssystemen
  • o ausschließlich USB C Anschlussdosen (wie alle neuen Modelle).
  • – Teure Edition 1 Austattung, die viel Design mit sich bringt, jedoch sehr wenig Technikelemente (abgesehen von Sitzheizung vorne, Ambientebeleuchtung sowie beleuchteten Einstiegsleisten).


Ausstattung des Testfahrzeuges:

GLA 250 4MATIC 43.262,20
Edition 1 7.424,00
Designo-Lack: mountaingrau magno 2.146,00
Zierelemente Carbonstruktur 0,00
Leder/Mikrofaser DINAMICA schwarz RED CUT/schwarz 0,00
Technik-Paket 3.433,60
Offroad-Technik-Paket 0,00
MULTIBEAM LED 0,00
Fahrwerk mit adaptiver Verstelldämpfung 0,00
Direktlenkung 0,00
KEYLESS-GO Komfort-Paket 417,60
Fahrassistenz-Paket 1.786,40
MBUX High-End-Paket 3.462,60
URBAN GUARD Fahrzeugschutz 510,40
Spiegel-Paket 464,00
Panorama-Schiebedach 1.357,20
Klimatisierungsautomatik THERMOTRONIC 591,60
Park-Paket mit 360°-Kamera 1554,40
Multifunktions-Telefonie 336,40
Burmester Surround-Soundsystem 481,40
Head-up-Display 1148,40
Sidebags im Fond 435,00
Fahrersitz elektrisch einstellbar mit Memory-Funktion 400,20
Vordersitz rechts elektrisch verstellbar mit Memory-Funktion 330,60
4-Wege-Lordosenstütze 243,60
ENERGIZING Paket 1.624,00
Scheibenwaschanlage beheizt 133,40
Armlehne im Fond 0,00
Gepäcknetz an Fahrer- und Beifahrerlehne 0,00
Ablagefach in Mittelkonsole mit Rollo 40,60
Doppelcupholder 0,00
Vorrüstung für Car Sharing 58,00
Konnektivitäts-Paket Navigation 0,00
Gesamtfahrzeugpreis inkl. 16 % MwSt. 71.641,60 €
Ausstattungsliste Testfahrzeug GLA 250 4MATIC (H247)

Bilder: MBpassion.de / Philipp Deppe

23 Kommentare
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MaiMann
1 Jahr zuvor

Gesamtfahrzeugpreis inkl. 16 % MwSt. 71.641,60 €
Das ist einmal eine Ansage. Da stimmt Preis und Leistung nicht.
71.641,60 € ist ein ganze menge Geld für NUR eine A-Klasse.

W124
Reply to  MaiMann
1 Jahr zuvor

Da wurde aber auch einmal nahezu alles angekreuzt. Davon braucht man etliches nun wirklich nicht. Dann sind wir im zwar immer noch recht hohen aber angenehmeren Preisraum. Man muss auch sagen, dass ja nun niemand den absoluten Listenpreis zahlt und meist nur über einen festen Zeitraum least oder finanziert. Da sieht das Ganze schon anders aus.

Jürgen Riesch
1 Jahr zuvor

@Markus: „Der Vortrieb endet hier bei 240 km/h, wobei der Spritverbrauch kombiniert bei 7,1 Liter angegeben wird. Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 224 km/h.“

Hier liegt doch ein Fehler vor? Welche Vmax stimmt jetzt?

Noch eine Frage: Weiß jemand, wie der Verbrauch in der Praxis (!) bei normaler Fahrweise statt beim GLA 250 beim GLA 200 mit M282 Motor liegt? Hier müsste man doch deutlich sparsamer fahren können als mit dem M260 Motor, der wie im Fahrbericht beschrieben bei 8-9 Liter lag.

Helge
Reply to  Markus Jordan
1 Jahr zuvor

Naja, was will man erwarten, in einem SUV (GLA oder GLB) und 225 bzw. 235er Reifen, und und und.
Die 2 Liter Maschine dürfte für sich gesehen nicht so durstig sein. In der A bzw. CLA-Klasse braucht er auch weniger.
Und 10-11 Liter braucht mein 1,6 l Benziner (W 246) in der Stadt auch – und das mit weniger Hubraum und weniger Leistung.

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Phil
Reply to  Markus Jordan
1 Jahr zuvor

Vollkommen einverstanden; das darf aber bloß die DUH nicht lesen!
Und bei flottem Autobahntempo mit konstant 160 km/h bei freier Bahn braucht solch ein 4-Zylinder kaum einen Tropfen weniger als ein Achtzylinder. So war es jedenfalls bei meinem CLA 250 (117).

werwennnichtich
1 Jahr zuvor

Bin ihn leider noch nicht gefahren, bleibt zu hoffen das der GLA eine stadttaugliche A-Klasse ist!
A Kompakt usw. ist aktuell ja aufgrund des Fahrwerkes für die Stadt leider nur bedingt tauglich!
Temposchwellen, Garageneinfahren usw benötigen wirklich eine SUV Version der A-Klasse!

Auf alle fälle weitaus gelungener als der Vorgänger, leider wirkt sich das auch Preislich aus!

barolorot
Reply to  Markus Jordan
1 Jahr zuvor

Apropos stadttauglich: Wie sieht es hier mit der Handlichkeit aus? Wegen des Quermotors erwarte ich hier nicht gerade einen geringen Wendekreis. Und die Übersichtlichkeit ist bestimmt auch nur so lala, oder?

Helge
1 Jahr zuvor

Die B-Klasse ist vom Preis- / Leistungsverhältnis eigentlich das bessere Auto als der GLA. Beim GLA bezahlt man eben für die Optik und den „SUV-Aufschlag“.
Bei der B-Klasse bekommt man fürs gleiche Geld mehr Ausstattung (am Beispiel eines B 250e), bessere Fahrleistungen, einen geringeren Verbrauch und einen tieferen Schwerpunkt, der sich auch positiv beim Fahren auswirkt.
Dazu entfallen die häßlichen Kunststoffbeplankungen und Kunststoffradläufe.
Und was die Optik betrifft: Eine AMG-Line B-Klasse z.B: in der Edition 2020 muß sich nicht vor einem GLA verstecken. Und das sage ich jetzt nicht nur, weil ich eine B-Klasse gewählt habe.
Und mehr Platz bietet sie obendrein
Außer der noch höheren Sitzposition beim GLA fällt mir wenig ein, was noch für den GLA spricht.
Schade, daß man die B-Klasse vielleicht künftig aus dem Portfolio streichen möchte.

Eule
Reply to  Helge
1 Jahr zuvor

Na @Helge, aus dem Urlaub zurück?
Die Sache ist doch ganz einfach:
Der GLA verkauft sich gut: Mercedes hat alles richtig gemacht.
Der GLA verkauft sich schlecht: Mercedes muss seine Strategie ändern.
Momentan sieht es nicht nach letzterem aus…
Und dann die Sache mit dem Geschmack: Für mich ist eine B-Klasse AMG-Line Edition 2020 die hässlichste, die man sich kaufen kann – gekünstelt auf sportlich aggressiv designt. Wie gesagt, nach meinem (!!) Geschmack…
Aber über Geschmack sollte man nicht streiten. Auch hier entscheidet nur der Markt…
Eule

juepoe
1 Jahr zuvor

Der Preis ist ein Witz.

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stefan
1 Jahr zuvor

ich kann mir nicht helfen… diese vollplastikblenden vorne an den unteren lufteinlässen wirken extremst billig, genauso wie die plastik-rundumbeplankung sowie hinten hoch bis zum kofferraumdeckel… das bekommt der wettbewerb irgendwie mit optisch schöner wirkendem plastik hin. man hätte die geschlossenen lufteinlässe vorne weiter nach hinten versetzen können, damit das nicht direkt so ins auge springt.

wie auch bei den anderen kompakten bleibe ich dabei: das billige möchtegern-piano-glanzplastik im innenraum entspricht in keinster weise den abgerufenen preisen. wirkt ja schon auf den bildern des testwagens zum drauf kotzen:comment image

nachdem ja nun auch die s-klasse mit sehr viel glanzplastik (unterhalb des bildschirms bis nach hinten zur armauflage) kommt, ist wohl für die kommende c-klasse das schlimmste zu erwarten.

Helge
Reply to  stefan
1 Jahr zuvor

@Stefan
Da stimme ich Dir voll zu. Aber das ist ja letztendlich genau das, was Viele bemängeln und nicht mehr mit der Mercedes Qualität vor 30-40 Jahren zu tun hat. Da wird am Material gespart, bzw, es fehlt eben das beondere haptische Gefühl. Ich könnte ja noch damit leben, wenn die Materialien vielleicht „billig“ wären, aber a) nicht so aussehen würden und sich b) auch hochwertig anfühlen würden. Oder wenn der Kunde wenigstens (notgedrungen) die aufpreispflichtige Wahl hätte, den Klavierlack in der Konfiguration abzuwählen, wie z.B: bei C oder E-Klasse…
Und da braucht man sich dann auch nicht wundern, wenn immer wieder Rückrufe kommen.
Für soviel Geld darf und muß man mehr erwarten können: Wirklich nach dem Motto: “ Das Beste oder Nichts“. Und das Beste ist für mich: Kompromisslose Qualität – Einem C-Klasse oder E-Klasse Käufer, würde man Manches auch nicht vorsetzen, was man in den Kompakten an Material verbaut. Da spielt es auch nach meinem Empfinden keine Rolle mehr, ob das eine Auto voll ausgestattet 70000 Euro kostet und das Andere 100000 Euro. Ich denke schon, daß man auch für 70000 Euro mehr auf die Beine bzw. Räder stellen kann. Da fällt halt dann der Gewinn etwas kleiner aus.
Aber man baut ja die Autos für die Kunden und nicht das der Kunde für Mercedes da ist.

G-Klasse
Reply to  Helge
1 Jahr zuvor

@Helge: Was Du so alles weißt. Und dann auch noch so tiefschürfend herausgearbeitet. Ganz großes Kino an Banalitäten. Erinnert mich stark an eine alte Bauernregel: Sonne im Mai, Januar vorbei … .

martin
Reply to  Helge
1 Jahr zuvor

Ach so, vor 30 oder 40Jahren war alles besser? Du scheinst ein recht kuzes Gedächtnis zu haben oder willst nur Polemisieren.
Ich erinnere nur mal an die Rostdebakel bei den BR 203 oder 210, oder den 123ern die einem unter dem Ar..wggefault sind. Trotz zenterweise verschmiertem giftigen PVC.
Motoren die sich fuhren wie Wanerdünen , die Dreckwolken rausgeblasen haben wenn sie mal an die 100k Kiliometer gelaufen waren , Taxifahrer die sich über ihre hüpfenden Benz-Rösser (Bonanzaeffekt) gefreut haben und dachten sie seien beim Rodeo, Innenlautstärken wo ich bei 160 meinen Beifahrer anschreien musste wenn ich was sagen wollte, (gut viele Benze fuhren nie so schnell) , Lacke (speziell rot) die nach 5 Jahren ausgeblichen waren,

Ich könnte jetzt noch seitenweise weiter aufzählen.
Kurz gesagt, kein Kunde würde heute mehr solche Fahrzeuge wie seinerzeit akzeptieren die ja qualitativ so toll waren.
Und zum Preis:
Ein 190E ohne alles und ohne jeden Komfort kosteste 1990 ca. 38500Mark (da kosten sogar rechter Spiegel und 5 Gang Schalter Aufpreis)
Eine Serien C Klasse als C 180 gibt es ab 36.600€ und da ist ist heute alles drin was zum Fahren benötigt wird.
Platzangebot liegt auf fast dem Niveu eines w124.

Also hör doch bitte auf damit immer wieder zu betonen wie toll es früher war. Es war nämlich gar nichts besser, im Gegenteil.

barolorot
Reply to  martin
1 Jahr zuvor

Ich finde es ganz allgemein der Geschichte gegenüber unfair sie mit den Ansprüchen und Erwartungen von heute zu bewerten.
Die Fahrzeuge von Mercedes-Benz waren zu jeder Zeit qualitativ ganz vorne mit dabei und haben damals den höchsten Ansprüchen voll und ganz entsprochen. Alles in damaligen Berichten dokumentiert. Trotzdem gab es auch in der Vergangenheit einige Ausreißer nach unten (z. B. Bonanta-Effekt).
Die Anzahl der heute noch zugelassenen 123er – im Vergleich zu seinen damaligen Wettbewerbern (BMW E12, Audi 100 C2, Ford Granada Mk. II, usw.) – zeigt doch deutlich, dass nicht jedes Exemplar der braunen Pest erlegen ist. Mit dem Rostdebakel hatte die Konkurrenz mehr zu kämpfen. Und wenn die 123er so schlecht und so lahm waren, frage ich mich, warum diese dann bei den Taxifahrern einen Anteil von 90% und mehr hatten?Antwort: Die Modelle waren langlebig, robust und wirtschaftlich!
Ich persönlich fahre u. a. einen 190 E von 1986 in barolorot ohne rechten Außenspiegel (bereits ab 09.1988 serienmäßig!) und mit mech. Vier-Gang-Getriebe. Ausgerüstet wurde er mit vier Sonderausstattungen – RÜF, WD, ZV und mech. Antenne – und das Einzige, das ich wirklich vermisse ist die Fondbeleuchtung. Ansonsten hat er alles an Bord, was zum sicheren und entspannten Führen eines Fahrzeugs wirklich benötigt wird. Head-Up-Displays und Einpark-Assistenten vermisse ich jedenfalls nicht!
Aber das mit dem roten Lack, da muss ich Dir recht geben.

Helge
1 Jahr zuvor


Stimme Dir vollkommen zu. Es gab auch vor 30-40 Jahren „Aussetzer“ (so nenne ich es mal) bei Mercedes wie ein W 210, 203 Vormopf u. andere Baureihen, die rosteten usw. Aber auf der anderen Setie gab es eben so legendäre Baureihen wie einen W123, 124, W126 W140 usw welche heute noch begehrt sind und gefahren werden. Ich kenne Leute, die fahren aus Prinzip nur W123 und W124. Und das hat natürlich auch mit der Qualität und Langlebigkeit etwas zu tun. Es ging mir nicht darum, daß beispielsweise ein 200 D Vorkammer-Diesel wie eine „Wanderdüne“ war, und salopp gesagt, nicht die Wurst vom Brot gezogen hat. Es ging mir mehr um die Verarbeitung, wenn man mal vom Rost absieht.
Und man sieht ja heute noch einige W123, W124 oder auch mal W201, 202er herumfahren.
Bei den heutigen Autos bin ich mir nicht so sicher, ob noch sehr viele in 30 Jahren davon herumfahren. Ins Museum werden es vielleicht auch welche schaffen.
Und wenn Du schon vergleichst, darfst Du die Maßstäbe, die man an die Ausstattung und an die Sicherheit damals anlegte, nicht mit heutigen Kutschen vergleichen. Der Vergleich hinkt. Jede Zeit hat ihre Autos.
Natürlich würde keiner mehr die Sicherheitsstandards von damals heute in einem Auto akzeptieren.
Aber vielleicht ist die Fehleranfälligkeit der heutigen Modelle (und Rückrufe) auch deshalb so hoch, weil die Fahrzeuge sehr viel komplexer sind. Das sind fahrende Computer. Früher dachte niemand an einen CAN-Bus.
Jetzt kann man natürlich auch sagen: Die früheren Autos hielten nur deshalb so lange, weil sie aus heutiger Sicht technisch „primitiv“ waren oder anders gesagt, was nicht drin ist, kann nicht kaputt gehen.

Ob es von den heutigen Modellen viele zum Youngtimer mal schaffen werden mit dem Kultstatus eines W140 oder eines 124er Cabrio, bezweifele ich. Vielleicht solche Autos wie SLS, oder AMG GT, aber ein GLA oder eine B-Klasse vermutlich nicht. Das sind Volumenmodelle / Verbrauchsautos (ohne „Auto-Seele“).

Phil
Reply to  Helge
1 Jahr zuvor

Bei meinem W123 (230 CE) aus 07/1980 waren bereits nach vier Jahren die Türen mit verstecktem Rost befallen, weil hinter den „sauber konstruierten“ Türdichtungen das Wasser stand. Der Rostbefall war derart, dass man sogar über den Tausch der Türen nachdachte.

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Gino Manthey
1 Jahr zuvor

Na da hab ich noch 6000 Euro aufgesattelt und fahre meinen a45s…das muss man nicht verstehen. 😉

PS 36.600 Euro waren auch mal gut 70.000 Mark. Hätte wohl damals niemand für eine Einsteiger c Klasse ausgegeben. Aber naja war ja eh alles die Inflation…;)

Snoubort
1 Jahr zuvor

Im Vergleich zum Vorgänger ein Mega-Fortschritt. Aber schon richtig, entwickelt (im Hinblick auf Materialauswahl und Detaillösungen) wurde das Auto nach der Vorgabe, ein Kompakt-SUV in der Kategorie 35-40K zu werden – vermarktet wird es wie von Markus geschrieben in der Größenordnung >50K. Das passt halt nicht zusammen- und kann nur durch entsprechender Leasingunterstützungen (vom Hersteller, und beim „e“ vom Staat) wieder eingefangen werden.