Am 24. Juni 2002 verließ das erste Exemplar des neuen Maybach, unternehmensintern Baureihe 240 genannt, die Manufaktur in Sindelfingen. Mit diesem Fahrzeug belebte die damalige DaimlerChrysler AG eine der exklusivsten deutschen Automobilmarken neu. Am 2. Juli 2002 wurde das außergewöhnliche Automobil in New York der Weltöffentlichkeit gezeigt. Und im Herbst 2002 wurden die ersten Exemplare den Kunden übergeben.

2002 verließ der erste

Zwei Fahrzeuglängen zur Wahl

Die Luxusmarke Maybach bot ihren Kunden zwei höchst exklusive Limousinen zur Auswahl, deren Modellbezeichnungen auf die stattliche Länge der einzigartigen Automobile hinwiesen: 6,17 Meter beim Spitzenmodell Maybach 62 und 5,73 Meter beim Maybach 57. Ausgestattet mit der Automobiltechnologie des 21. Jahrhunderts, spiegelten diese Luxuswagen die große Kompetenz des Konzerns als innovativster und traditionsreichster Automobilhersteller der Welt wider und profitierten vom technischen Vorsprung, vom Know-How und von der einzigartigen Erfahrung der Schwestermarke Mercedes‑Benz im weltweiten Luxuswagen-Segment. So definierte Maybach neue Standards an der obersten Spitze des Pkw-Marktes und setzte zugleich die Tradition der legendären Maybach-Automobile fort, die in den 1920er und 1930er Jahren gemeinsam mit Mercedes‑Benz zur Elite des deutschen und internationalen Fahrzeugbaus zählten.

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Die Herstellung der Maybach‑Limousinen in der modernen Sindelfinger Manufaktur und in Stückzahlen von durchschnittlich fünf Automobilen pro Tag ermöglichte es, jegliche exquisite Kundenwünsche zu realisieren und somit aus jedem der ausschließlich auf Bestellung hergestellten Luxuswagen in einer Symbiose aus Hightech und Handwerk ein wertvolles Einzelstück zu machen. Ihrer internationalen Ausrichtung entsprechend war die Marke Maybach weltweit präsent. Das eigens dafür entwickelte Vertriebskonzept basierte auf einem Netzwerk von rund 25 Maybach Centern, wobei das Center of Excellence in Sindelfingen in direkter Nähe zur Manufaktur einen zentralen Fixpunkt bildete.

Zukunftsweisende Innovationen, die es bis zu diesem Zeitpunkt weltweit exklusiv in Mercedes‑Benz Automobilen gegeben hatte, wurden für die Maybach‑Limousinen weiterentwickelt und gehörten zu deren Serienausstattung: So beispielsweise die elektrohydraulische Bremse Sensotronic Brake Control (SBCTM), die elektronisch gesteuerte Luftfederung AIRMATIC DC (Dual Control), die Sprachbedienung LINGUATRONIC, das Bedien- und Anzeigesystem COMAND APS und der automatische Notruf TELEAID.

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Dazu kamen Lösungen, die eigens für Maybach entwickelt wurden und ebenfalls den Anspruch der automobilen Luxusmarke auf die Highend-Position des Automobilmarktes bekräftigten: Hier stand der „Typ 12″‑M otor mit 405 kW (550 PS) Leistung an erster Stelle. Er war das weltweit leistungs- und drehmomentstärkste Serientriebwerk in einer Limousine. Außerdem boten die Maybach-Typen ein 600‑Watt-Soundsystem mit Dolby-Surround-Klang an jedem Sitzplatz, eine leistungsfähige Vierzonen-Klimatisierung auf Basis zweier separater Klimaanlagen für vorne und im Fond.

Auf Wunsch stattete Maybach die Highend-Luxuslimousinen mit einem eigens entwickelten Solarmodul aus, das je nach Modellvariante im vorderen oder hinteren Teil des Dachs Platz fand. Auf einer Fläche von rund einem halben Quadratmeter wandelten 30 Solarzellen das Sonnenlicht in elektrische Energie um und erzeugten eine Leistung von bis zu 63 Watt. Der Solarstrom floss, sobald die Zündung ausgeschaltet war und trieb das Lüftungsgebläse der vorderen Klimatisierungsautomatik an. Dadurch zirkulierte permanent frische Luft durch den Innenraum. Der Effekt: Instrumententafel, Sitze und andere Innenraumteile heizten sich im Sommer weniger stark auf.

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Spezielle Ruhesitze exklusiv für den Maybach 62

Exklusiv im Maybach 62 gab es neuartige Ruhesitze mit bequemer Liegeposition im Fond: Rief der Fondpassagier die vorprogrammierte Ruhestellung per Tastendruck ab, neigte sich die Rückenlehne langsam um bis zu 47 Grad nach hinten und gleichzeitig schwenkten im unteren Bereich des Sitzes eine Unterschenkelauflage und eine Fußstütze nach vorne. Sieben Elektromotoren brachten den Sitz in die gewünschten Positionen. Einstellbare Luftkissen in den Rückenlehnen der Front- und Fondsitze und eine programmgesteuerte Massagefunktion gehörten zum Sitzkomfort.

Spezielles Panoramadach als Highlight

Ein technisches Highlight der ganz besonderen Art feierte im Maybach 62 Weltpremiere: Das neuartige elektrotransparente Panoramadach. Mit seiner eleganten Kassettenstruktur aus hochwertigem Holz wölbte es sich wie eine Glaskuppel über die Fondpassagiere und bot ihnen einzigartige Möglichkeiten zur individuellen Lichtgestaltung. Im hinteren Teil bestand das Dach aus zwei jeweils rund sechs Millimeter starken Glasscheiben und einem dazwischen liegenden, elektrisch angetriebenen Schiebehimmel. Die innen liegende Verbundglasscheibe enthielt als Zwischenschicht eine Flüssigkristallfolie aus elektrisch leitfähigem Polymer-Kunststoff.

Unter Wechselspannung ordneten sich die Kristalle in der Kunststofffolie so, dass die Scheibe durchsichtig war und auf ihrer gesamten Fläche Tageslicht in den Fondraum des Maybach 62 durchließ. Sobald die elektrische Spannung abgeschaltet war, verloren die Flüssigkristalle ihre Klarglas-Ordnung und streuten das Licht in alle Richtungen. Die Scheibe wurde dadurch undurchsichtig und filterte das einfallende Licht zu einem angenehmen diffusen Glanz.

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Technologischer Vorsprung paarte sich bei den neuen Maybach‑Automobilen mit ebenso einzigartiger Eleganz, Ästhetik und Perfektion. Durch das harmonische Zusammenspiel von Form, Farbe und Material erlangten die großzügig dimensionierten Highend-Luxuslimousinen eine Design-Qualität, die ihren souveränen Charakter betonte und ihnen eine unverwechselbare Identität verlieh.

Zugleich setzte die Linienführung auf ästhetische Dauerhaftigkeit – ein Anspruch, der sowohl für das Exterieur als auch für die Gestaltung des Innenraums galt. Damit war der neue Maybach in jeder Hinsicht ein Auto für das Leben. Wertvollste Materialien, darunter je nach Modellvariante bis zu 78 handwerklich verarbeitete Edelholzteile, zierten das Interieur, bei dessen Konzeption vor allem das größtmögliche Wohlbehagen aller Passagiere als Maß aller Dinge gegolten hatte. Dafür sorgte nicht allein das üppige Platzangebot des 2,25 beziehungsweise 2,68 Meter langen Innenraums, auch Sitz-, Geräusch- und Klimakomfort erlangten an Bord der Highend-Limousinen höchste Qualität und boten somit ein einzigartiges Fahr-Erlebnis.

Vieles serienmäßig an Bord

Alles, was anspruchsvolle Menschen auf Reisen für Unterhaltung, Kommunikation und Wohlbefinden benötigten, war serienmäßig an Bord: vom DVD-Spieler, Camcorder, MP3-Player bis zum TV-Empfänger, vom Kühlfach bis zum kabellosen Telefon mit zwei Bedienhörern. Bei dem auf Wunsch lieferbaren Business-Paket, das individuell nach Absprache mit dem Kunden zusammengestellt wurde, integrierten die Sindelfinger Elektronikingenieure erstmals per „Bluetooth“‑Technologie ein Notebook in dem Fahrzeug. Es ermöglichte die direkte Nutzung des im Maybach installierten Telefonbuches sowie das Senden und Empfangen von Fax-Briefen und den Internetzugang. Der tragbare Personal Computer fand seinen Platz in einem Multifunktionsfach an der Rückseite der Fahrersitzlehne und konnte zum Arbeiten auf einen der Klapptische zwischen den Fondsitzen gestellt werden. Als Peripheriegeräte waren ein Farb-Tintenstrahldrucker und ein „ Personal Digital Assistent“ (PDA) lieferbar, die ebenfalls via Bluetooth drahtlos vernetzt wurden.

Das umfangreiche Programm der Serien- und Wunschausstattungen eröffnete Maybach‑Kunden mehr als zwei Millionen verschiedene Möglichkeiten, ihre Highend-Luxuslimousine nach persönlichem Geschmack zu gestalten und auszustatten. Dazu konnten zusätzlich hochwertige Accessoires beitragen, die eigens für den Maybach entwickelt wurden – vom maßgefertigten Kofferset bis zum Champagnerkelch aus Sterlingsilber, vom Humidor bis zum Golfbag. Übrigens übertraf das Kofferraumvolumen die bisher in dieser Fahrzeugklasse üblichen Werte deutlich. Es betrug 605 Liter – das waren rund 40 Prozent mehr als bei anderen Luxuswagen.

Für die Gestaltung des Interieurs konnten Maybach‑Kunden zwischen sechs Grand-Nappaleder-Farben und drei hochwertigen Holzsorten wählen. Für die Lackierung der Karosserie bot die automobile Luxusmarke ein Spektrum von 17 Farbtönen an, die sich – als weiteres elegantes Merkmal der Maybach‑Automobile – zweifarbig miteinander kombinieren ließen.

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Für die technische Ausstattung nach persönlichen Wünschen oder Erfordernissen bot die automobile Luxusmarke rund zwei Dutzend zusätzliche Extras an. Darunter waren weitere exklusive Mercedes‑Benz Innovationen für noch mehr Komfort und Fahrgenuss – zum Beispiel der Abstandsregeltempomat DISTRONIC, das Zugangs- und Schließsystem KEYLESS-GO und die aktive Sitzbelüftung.

Maybach-Triebwerk mit 550 PS

Der neu entwickelte Motor dokumentierte die langjährige Erfahrung und die große Kompetenz des Unternehmens bei der Entwicklung, Konstruktion und Herstellung von Zwölfzylinder-Triebwerken: Aus 5,5 Liter Hubraum entwickelte das Maybach‑Triebwerk mithilfe einer Biturbo-Aufladung 405 kW (550 PS) Leistung und stellte bereits ab 2300/min ein maximales Drehmoment von 900 Newtonmetern zur Verfügung. Das „Typ 12″‑Triebwerk war damit weltweit der leistungs- und drehmomentstärkste Serienmotor in einer Limousine. Dank Dreiventiltechnik und leistungsfähiger Katalysatoren unterbot er die strengen EU‑4- und US-Abgaslimits. Die hohen Leistungs- und Drehmomentwerte garantierten in jeder Fahrsituation Maybach‑typische Souveränität: Die Beschleunigung von 0 auf 100 km/h absolvierte der Maybach 57 in nur 5,2 Sekunden, und für den Zwischenspurt von 60 auf 120 km/h vergingen dank des hohen Drehmoments nur 6,5 Sekunden. Die elektronisch begrenzte Höchstgeschwindigkeit betrug 250 km/h. Übertragen wurde die Kraft mittels einer Fünfgang-Automatik.

Die vorbildliche Sicherheitstechnik des Maybach bot neben einer aufwändig entwickelten Karosseriestruktur insgesamt zehn Airbags – zwei adaptive Airbags mit zweistufigen Gasgeneratoren für die Frontpassagiere, vier Sidebags sowie jeweils zwei großflächige Windowbags an jeder Seite des Innenraums. Die Dreipunktgurte mit Komfortautomatik, Leistungsgurtstraffern und Gurtkraftbegrenzern waren in die Sitze integriert und konnten somit in jeder Position ihre volle Schutzwirkung entfalten.

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Zur hohen aktiven Sicherheit trug das neuartige, von Mercedes‑Benz entwickelte Bremssystem Sensotronic Brake Control (SBCTM) bei, das im Maybach mit einer zentralen Steuereinheit, zwei Hochdruckspeichern und zwei Hydraulikaggregaten ausgestattet war. Damit verfügten die Luxuslimousinen über jeweils insgesamt acht Bremskreise; an der Vorderachse sorgten innen belüftete Bremsscheiben mit jeweils zwei Bremssätteln für zuverlässige Verzögerung. Mit der elektronisch gesteuerten Luftfederung AIRMATIC DC erreichten die Luxuswagen neue Dimensionen des Fahrkomforts und bewiesen zugleich, dass sich auch eine repräsentative Limousine durch hohe Agilität und Fahrdynamik auszeichnen konnte. Die Zusatzbuchstaben „DC“ standen für die englischen Begriffe „Dual Control“ und kennzeichneten die Doppelfunktion der AIRMATIC: Das System kombinierte eine aktiv schaltbare Luftfederung mit dem Adaptiven Dämpfungs-System (ADS II) und beeinflusste somit Federung und Dämpfung gleichermaßen. ADS II regelte die Stoßdämpferkraft bedarfsgerecht je nach Fahrbahnzustand, Fahrweise und Beladung, während gleichzeitig mit komprimierter Luft gefüllte Gummibälge an den Achsen die komfortable Federung gewährleisteten.

Reifen im 19‑Zoll-Format betonten die kraftvolle Erscheinung der Fahrzeuge, die serienmäßig auf formschönen Gussrädern aus Leichtmetall fuhren. Die Rädergröße betrug 8 J x 19 ET 67, die Reifen hatten das Format 275/50 R 19. Selbstverständlich war auch ein elektronisches Kontrollsystem an Bord, das den Luftdruck in den Reifen permanent überwachte und den Autofahrer gezielt darüber informieren beziehungsweise warnen konnte.

Wer den Highend-Luxuslimousinen aus der Nähe in ihre Scheinwerfer blickte, entdeckte ein schönes Beispiel für die Liebe der Maybach‑Ingenieure zum Detail: Auf den Linsen der Bi‑Xenon-Scheinwerfer erschien das Doppel‑M‑Emblem der Maybach‑Manufaktur – ein origineller Beitrag zur Produktidentität und zugleich eine Reminiszenz an den legendären Maybach DS 7 „Zeppelin“ von 1930, dessen Scheinwerfergläser das damalige Markenzeichen trugen.

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Sonderschutz-Variante ab September 2003

Auf Wunsch war der Maybach 62 von September 2003 an ab Sindelfinger Manufaktur auch mit einer speziellen Sonderschutz-Ausstattung lieferbar. Dadurch widerstand die Karosserie nicht nur Angriffen mit Schlagwaffen und schwerem Werkzeug, sondern schützte die Insassen auch vor großkalibrigen Revolvergeschossen. Auf diese Weise erfüllte die Highend-Luxuslimousine alle Bedingungen des so genannten Hochschutzes, die in der europäischen Widerstandsklasse B4 festgelegt waren.

Auf dem Internationalen Pariser Automobilsalon 2004 präsentierte Maybach eine neue Sitzkonfiguration, die neben den komfortablen Einzelsitzen einen zusätzlichen Sitz für die Passagiere im Fond des luxuriösen Maybach bot. Die Kunden konnten damit künftig bei beiden Maybach‑Varianten 57 und 62 jeweils zwischen einem vier- und einem fünfsitzigen Modell wählen.

Im Laufe der Zeit wurden freilich die Wunschausstattungen ab Werk zunehmend erweitert: Dazu zählten spezielle Sonderausführungen für die Top-Hotellerie für die Nutzung häufig wechselnder Gäste. Aber auch Gold statt Chrom im Innenraum samt einem darauf abgestimmten Goldlack an den Felgen sowie Lammfellteppiche für eine behagliche Innenraumatmosphäre, Familienwappen an selbst gewählten Stellen, ein Kompass im Dachhimmel oder eine Trennwand mit versenkbarer Scheibe – die Kunden hatten die Wahl.

Auf dem 75. Automobilsalon 2005 in Genf feierte der neu entwickelte Maybach 57 S -S stand für „Spezial“ – seine Weltpremiere. Mit der leistungsgesteigerten und zusätzlich individualisierten Variante der Limousine vom Typ 57 erfüllte Maybach die Wünsche nach noch mehr Motorleistung und Fahrdynamik. Ein gemeinsam mit Mercedes‑ AMG weiterentwickelter 6,0‑Liter‑V12-Biturbomotor (450 kW/612 PS) beschleunigte den Maybach 57 S in fünf Sekunden von 0 auf 100 km/h. Das maximale Drehmoment von 1000 Newtonmeter (elektronisch begrenzt) lag in einem weiten Bereich zwischen 2000 und 4000/min an. Passend zum leistungsgesteigerten Motor bot der Maybach 57 S ein straffer abgestimmtes Fahrwerk.

Von außen unterstrichen dezent-optische Akzente den Auftritt des Maybach 57 S. Dazu gehörten unter anderem eine exklusiv erhältliche monochrome Farbgebung in einem speziellen Silber- oder Schwarz-Farbton, eine modifizierte Front mit einer weiterentwickelten Kühlergestaltung sowie neue 20‑Zoll-Speichenräder. Von hinten signalisierte eine überarbeitete Heckschürze mit beiden integrierten, neu gestalteten Endrohren der Abgasanlage das hohe Leistungspotenzial des 57 S.

Im neu gestalteten Innenraum setzte eine neu gestaltete Lederausstattung entsprechende Akzente. Die auch innen bewusst eigenständige Optik des Maybach 57 S profitierte von der gezielt aufeinander abgestimmten Applikation von Klavierlack und Carbon.

Ein Jahr später fand dieser leistungsgesteigerte 6,0‑Liter‑V12-Biturbomotor (450 kW/612 PS) auch Einzug in den Maybach 62 S. Sein Spurt von 0 auf 100 km/h geschah in 5,2 Sekunden – ansonsten glichen sich die Fakten um Technik und Ausstattung denen des Maybach 57 S.

ALU-BEAM Silber 2007 vorgestellt

Auf der Internationalen Automobil-Ausstellung 2007 in Frankfurt/Main stellte Maybach die Lackierung ALU‑BEAM Silber vor, die sich wie eine metallische Haut über die Karosserie spannte und sie glänzen ließ, als wäre sie aus flüssigem Metall. Diese glänzende optische Erscheinung unterstrichen neue, so genannte trovalierte Felgen. Dabei handelte es sich grundsätzlich um die serienmäßigen sportlichen 20‑Z oll-Felgen des Maybach 57 S und Maybach 62 S, die durch ein aufwändiges Veredelungsverfahren zusätzlich aufgewertet wurden. Dabei wurden die Felgen in einer großen Trommel zusammen mit Glaspyramiden und Glaskegeln bewegt und damit poliert. Diese Wunschfelgen wirkten durch die Behandlung als wären sie aus poliertem Edelstahl.

Auf der Dubai Motor Show 2007 präsentierte Maybach ein außergewöhnliches automobiles Meisterstück, das mit modernster Technik die hohe Kunst des Baus herrschaftlicher Wagen wieder belebte – die Studie eines offenen Maybach Landaulet. Ganz in der Tradition exklusiver Landaulets konnte das Dach dieses in schimmerndem Weiß glänzenden Einzelstücks im Fond komplett geöffnet werden, während es im Chauffeur-Abteil geschlossen blieb. Im geöffneten Zustand faltete sich das Dach zusammen und legte sich samt dem darin integrierten hinteren Fenster aus Einscheiben-Sicherheitsglas hinten auf der Hutablage ab. Das abgelegte Dach konnte der Chauffeur durch eine edle weiße Leder-Persenning abdecken. Im Herbst 2008 war die Studie des am 62 S orientierten Landaulets bereits Wirklichkeit und wurde an den ersten Kunden ausgeliefert.

Mit dem Maybach Zeppelin krönte die Marke Maybach die Modellpalette ihrer Luxuslimousinen. Er markierte die absolute Spitzenposition in der Highend-Klasse. Damit war er ein würdiger Nachfolger des legendären Maybach Zeppelin, der in den 1930er Jahren als die Spitze des anspruchsvollen Automobilbaus galt. Eine außergewöhnliche Lackierung mit farbig abgesetzter Schulterlinie sowie aufwändig verarbeitete exquisite Materialien im Innenraum – auf Wunsch mit einer hochwertigen Flakon-Beduftungsanlage – kennzeichneten den einzigartigen Stil des neuen Flaggschiffs von Maybach. Die technische Basis für das neue Spitzenmodell lieferten der Maybach 57 S und die Langversion 62 S. Für souveräne Leistung sorgte in beiden Fällen der von Mercedes‑AMG nochmals weiterentwickelte 6,0‑Liter‑V 12-Biturbomotor mit 471 kW (640 PS). Er beschleunigte den Maybach 57 Zeppelin in 4,9 Sekunden von 0 auf 100 km/h und erreichte eine elektronisch begrenzte Höchstgeschwindigkeit von 275 km/h. Der vor allem als Chauffeur-Fahrzeug konzipierte Maybach 62 Zeppelin legte den Spurt von 0 auf 100 km/h in 5,1 Sekunden zurück und regelte die Höchstgeschwindigkeit bei Erreichen von 250 km/h ab.

Äußerlich erkennbar war das Flaggschiff der Luxusmarke an einer zweifarbigen, Sonderlackierung. Der Schriftzug „ZEPPELIN“ im Bogen unter dem Doppel‑M der markanten Kühlerfigur sowie auf dem Heckdeckel wies deutlich auf die Sonderstellung des Maybach Zeppelin hin. Der Maybach Zeppelin war weltweit auf 100 Exemplare limitiert.

Auf der Auto China 2010 in Peking präsentierte Maybach seine Luxuslimousinen in neuem Glanz und mit deutlich erweiterten hochklassigen Ausstattungs- und Individualisierungsmöglichkeiten. Dazu gehörte vor allem ein neuer, großer Chrom-Kühlergrill, der aufwändig in zwei Varianten gefertigt wurde. In den Modellen Maybach 57 und 62 trug er 20 feine Längsstäbe, in den Modellen Maybach 57 S und 62 S machten zwölf massive Doppellamellen und ein Schattenstab die enorme Kraft sichtbar. Beide gepfeilten Kühlermasken waren zudem höher und deutlich größer dimensioniert als bisher und standen aufrechter. Die neuen Außenspiegel mit optimierter Aerodynamik für geringere Fahrgeräusche harmonierten mit der markanten Front. Ihre große Spiegelfläche sorgte überdies für verbesserte Sicht.

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Weiterhin gab es eine mit Formkante gestaltete Motorhaube, die Verkleidung der Frontstoßfänger mit Tagfahrleuchten in LED‑Technik, dunkelrote Heckleuchten sowie eine Griffleiste mit Chromapplikationen im Kofferraumdeckel sowie ein neuer exklusiv entwickelter Lack und edle Felgen. Das neue Erscheinungsbild unterstrichen die nun glanzgedrehten 19‑Zoll-Räder in Titansilber im 21‑Speichen-Design für die Modelle Maybach 57 und 62. Die Modelle Maybach 57 S und 62 S rollten nun serienmäßig auf neuen 20‑Zoll-Rädern im 12‑Speichen-Design in noblem Sterling Silber. Außerdem waren alle Modelle im neuen Lack Bahamas Blau erhältlich.

Zudem konnten sich die Käufer eines Maybach 57 und 57 S künftig für den Fond-Ruhesitz des Maybach 62 entscheiden. Neu als Wunschausstattung waren unter anderem handgeflochtene oder mit CRYSTALLIZEDTM Swarovski Elementen veredelte Sitz‑Keder, eine exquisite Flakon-Beduftungsanlage und ein WLAN-Router für drahtlosen Internetzugang. In die Modelle Maybach 62 und 62 S mit Trennwand wurden auf Wunsch im Fond ein 19‑Zoll-Cinema-Bildschirm sowie eine Überblickskamera für Fondpassagiere installiert. Neu waren drei Interieurausstattungen mit unterschiedlichen Leder-, Teppich- und Innenhimmelfarben. Neue Zierelemente in ausgesuchtem Vogelaugenahorn dunkelbraun, die im Maybach 57 S und im 62 S mit brillantem Klavierlack porzellan kombiniert wurden, betonten das vornehme Ambiente. Alternativ standen nun auch sportlich anmutende Carbonzierelemente in alternativen Farben, wie zum Beispiel Silber und Rot, zur Wahl.

Die Leistung des Zwölfzylindertriebwerks im Maybach 57 S und 62 S wurde um 13 kW (18 PS) auf 463 kW (630 PS) gesteigert, der Schadstoffausstoß aller Modelle hatte sich dennoch reduziert: Die Verbrauchswerte wurden damit von 16,4 Liter auf 15,8 Liter pro 100 Kilometer und der Kohlendioxid-Ausstoß von 390 auf 368 Gramm pro Kilometer reduziert. Die Leistung der Modelle 57 und 62 blieb unverändert, Verbrauch (15,0 statt 15,9 Liter auf 100 Kilometer) und Kohlendioxid-Ausstoß (350 statt 383 Gramm pro Kilometer) konnten auch hier verringert werden. Alle Maybach Zwölfzylindermotoren erfüllten die EU5‑Norm beziehungsweise LEV2.

Quelle/Bilder: Mercedes-Benz AG

 

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Racer1985
19 Tage zuvor

Am Marketing hat es wohl nicht gemangelt. Selbst mit Musik von Hans Zimmer, einem eigenen Telefonbutler, speziellen Farben und Option, sowie dem Center of Excellence als Manufaktur. Aber irgendwie war es dann doch nur eine größere und teurere S-Klasse. Schade eigentlich. Die Gerüchteküche hat ja noch mit mehreren Modellen wie einer Coupé-Limousine, Cabriolet und SUV gerechnet. Dem Wagen hat aber mehr Eigenständigkeit gefehlt. Und ob man sich langfristig wirklich mit Bentley und RR hätte messen wollen, halte ich eher für schwierig.

Peter
Reply to  Racer1985
18 Tage zuvor

Dieser Maybach hat optisch das hundertfache an Eigenständigkeit verglichen mit der aktuellen Generation. Ein Coupé wäre sicher interessant gewesen

Racer1985
Reply to  Peter
18 Tage zuvor

Zu heute definitiv.

Mazun
18 Tage zuvor

Bei allem Komfort und Schnickschnack, am Ende sollte ein Auto doch wenigstens gut aussehen und da fällt mir sofort auf, dass der 62er viel zu lang und der 57er dagegen einfach zu kurz ist. Vielleicht hätten sie ja nur einen Maybach 60 mit stimmigen Proportionen machen sollen?

EQ-Gerd
Reply to  Mazun
18 Tage zuvor

Mal sehen ob dem Maybach-EQS hier mehr Erfolg gegönnt ist!?

Markus Rieksmeier
18 Tage zuvor

Zu diesem krummen Jubiläum, weil der alte-neue Maybach neunzehneinhalb Jahre jung wird:

Marketing konnte nicht kompensieren, dass dem Wagen die Maybach-Gene fehlten. Vor allem der fertig entwickelte, aber gestoppte V16-Motor war eine verpasste Megachance.

Kühlermaske und Interieur (jeder erkannte den Zentraltacho der S-Klasse) waren kaum kaschiert Mercedes, rechtfertigten nicht den Preis. Der Zweifarb-Lack samt Chrom waren zu viel Barock.

Der 2003 erneuerte Rolls-Royce Phantom verband Tradition und Moderne – dies zeigten die Absatzzahlen.

Gottlieb Daimler
Reply to  Markus Rieksmeier
18 Tage zuvor

Welcher fertig entwickelte V16 soll das denn bitte gewesen sein? Daimler hatte sich auch mal Gedanken zu einem 18-Zylinder für die Baureihe 140 gemacht (M216). Dieser kam jedoch nie über den Stand technischer Zeichungen hinaus – also auch hier nichts von wegen „fertig entwickelt“.

Markus Rieksmeier
Reply to  Gottlieb Daimler
18 Tage zuvor

(Was für ein „auch“? Um den Papiertiger M 216 W18 mit drei Zyl.-Bänken geht es nicht)

Das geht zurück auf den in den späten 80ern von Obländer parallel zum M 120 E 60-12-Zyl. entwickelten (quasi M 180) V16, der beim W 140 verworfen und dessen Weiterentwicklung für den Maybach erst in Reserve gehalten und dann vollzogen wurde. Um das Jahr 2000 herum, als ein Maybach-Revival klar war, wurde der spät stornierte V16 (eine 7,6 oder 8-Liter-Variante des auch im Maybach eingesetzten M 275-V12) in der gut informierten Motorpresse diskutiert. Wegen des damals noch jungen Internets ist der V16 leider kaum dokumentiert.

Ein paar Nerd-Infos mit Links inkl. Grafik der W18-Skizze kann ich bieten:
Twitter #Mercedes_V16_W18

Langstrecke
Reply to  Markus Rieksmeier
17 Tage zuvor

Und auch da keine Silbe zu ihrem angeblich fertig entwickelten V16 von Mercedes in dem verlinkten Motor Klassik Artikel von 2020. Obwohl ansonsten alle Fingerübungen von BMW und Mercedes zu den > 12 Zylinder beschrieben wurden.

https://www.auto-motor-und-sport.de/oldtimer/mercedes-800-sel-w18-m216/

Gf2k2
Reply to  Markus Rieksmeier
17 Tage zuvor

Für den neuen Phantom hatte BMW übrigens auch bereits einen 9L V16 aus zwei BMW 4.5L V8 fertig entwickelt. Leider kam auch dieses Triebwerk nie auf den Markt, ebenso wie der 5 Liter B8 von Porsche.

MBS600
18 Tage zuvor

Mit dem Launch der BR221 waren Maybach 57(S) und 62(S) bzgl. der Technik einfach antiquiert. Eher überraschend, dass nicht schon früher der Stecker gezogen wurde. Die Produktionszahlen waren insgesamt, aber besonders gegen Ende der BR240, weit hinter den Erwartungen geblieben. Trotzdem werden Modelle, wie das Landaulet oder das sportliche Konzept in Paris für mich immer besondere Highlights bleiben.

Pano
18 Tage zuvor

Die Landaulet-Version dürfte die einzige mit signifikanter Wertsteigerung sein. Weiß jemand wieviele davon produziert wurden?
Und falls man sich genauer mit der Geschichte der Marke und der Modelle beschäftigen möchte lohnt es sich mal wieder ins Museum zu gehen: https://www.automuseum-maybach.de/index.php?navid=10627-Home.html
Grüße und frohes Neues
Pano

Markus Rieksmeier
Reply to  Pano
18 Tage zuvor

Kurz mal Google gestalkt. In der Bildsuche finde ich etwa zehn in Farben oder anderen Details unterschiedliche Landaulets. Ich schätze max. 20 Autos. Das weiße Ausstellungsstück vom Genfer Salon verkauft Mechatronik derzeit für 2,3 Mio. Euro – seit Monaten bereits (oder gar seit Jahren? Ich regelmäßig dort).

Alex A.
Reply to  Pano
18 Tage zuvor

Laut meinem alten Kollegen bei GSP waren es wohl 29 Stück. Davon 28 in Kundenhand. Einer steht in Böblingen in der Tiefgarage als Referenzauto, für tech. Anfragen etc.pp