Daimler Truck erhöht Jahresprognose – Nordamerika sorgt für Rückenwind

Verbesserte US-Rahmenbedingungen und höhere Lkw-Nachfrage lassen den Nutzfahrzeughersteller optimistischer auf das Geschäftsjahr 2026 blicken. Das Busgeschäft bleibt dagegen ein Belastungsfaktor.

Daimler Truck blickt optimistischer auf das laufende Geschäftsjahr. Der Nutzfahrzeughersteller hat seine Prognose für 2026 angehoben und begründet den Schritt mit den aktualisierten US-Zollregelungen sowie einer höher als bislang erwarteten Nachfrage im nordamerikanischen Lkw-Markt. Gleichzeitig veröffentlichte das Unternehmen vorläufige, noch ungeprüfte Zahlen für das zweite Quartal.

Für die Daimler Truck Group erwartet der Konzern nun ein bereinigtes EBIT zwischen 3,6 und 4,1 Milliarden Euro. Zuvor hatte die Prognose bei 3,2 bis 3,7 Milliarden Euro gelegen. Auch beim Absatz zeigt sich das Unternehmen zuversichtlicher und rechnet nun mit 340.000 bis 370.000 verkauften Fahrzeugen statt bislang 330.000 bis 360.000 Einheiten. Parallel dazu hebt Daimler Truck die Erwartungen für das Industriegeschäft an. Der Umsatz soll nun zwischen 43 und 47 Milliarden Euro liegen. Die bereinigte Umsatzrendite (ROS) wird mit sieben bis neun Prozent prognostiziert, der Free Cash Flow soll auf 3,0 bis 3,5 Milliarden Euro steigen.

Trucks North America wird Wachstumstreiber

Den größten Beitrag zur verbesserten Prognose liefert das Nordamerika-Geschäft. Für das Segment Trucks North America erhöht Daimler Truck die erwartete bereinigte Umsatzrendite deutlich auf neun bis elf Prozent. Bislang hatte der Konzern lediglich sechs bis acht Prozent in Aussicht gestellt. Gleichzeitig steigt die Absatzprognose auf 160.000 bis 180.000 Lkw. Rückenwind erhält das Unternehmen dabei auch durch eine Entscheidung des US-Handelsministeriums. Dieses hat den Antrag von Daimler Truck auf Anerkennung von US-Wertschöpfungsanteilen mit Wirkung zum 1. November 2025 genehmigt. Nach Angaben des Unternehmens hatte diese Entscheidung allerdings noch keinen Einfluss auf die Ergebnisse des zweiten Quartals 2026.

Busgeschäft bleibt Schwachpunkt

Während das Lkw-Geschäft in Nordamerika an Dynamik gewinnt, entwickelt sich das Bussegment schwächer als erwartet. Aufgrund der anhaltend schwierigen Marktlage in Lateinamerika und Mexiko reduziert Daimler Truck die Absatzprognose für Daimler Buses auf 20.000 bis 25.000 Fahrzeuge. Zuvor hatte das Unternehmen noch 25.000 bis 30.000 Einheiten erwartet. An den übrigen Prognosen für das Geschäftsjahr hält der Konzern fest. Gleichzeitig weist Daimler Truck darauf hin, dass die neue Jahresprognose unter der Annahme eines unveränderten USMCA-Handelsabkommens erstellt wurde. Mögliche Änderungen der Zollpolitik sowie makroökonomische oder geopolitische Risiken seien darin nicht berücksichtigt.

Quartalsergebnis mit gemischtem Bild

Die vorläufigen Zahlen für das zweite Quartal zeigen ein differenziertes Bild. Das bereinigte EBIT der Daimler Truck Group belief sich auf 838 Millionen Euro und lag damit leicht unter dem Analystenkonsens von 878 Millionen Euro. Auch der Umsatz des Industriegeschäfts sowie die bereinigte Umsatzrendite blieben geringfügig hinter den Markterwartungen zurück.

Positiv überraschte dagegen der Free Cash Flow. Mit 1,762 Milliarden Euro fiel dieser deutlich höher aus als die von Analysten erwarteten 611 Millionen Euro und unterstreicht die weiterhin starke Mittelzuflussentwicklung des Konzerns.

Auch auf Segmentebene ergibt sich ein gemischtes Bild: Trucks North America erreichte mit einer bereinigten Umsatzrendite von 8,4 Prozent einen höheren Wert als vom Markt erwartet, während Mercedes-Benz Trucks sowohl beim bereinigten EBIT als auch bei der Umsatzrendite leicht unter den Konsensschätzungen blieb. Daimler Buses übertraf beim bereinigten EBIT die Erwartungen, die Umsatzrendite bewegte sich dagegen nahezu auf Höhe der Analystenschätzungen. Financial Services schnitt sowohl beim bereinigten EBIT als auch beim Return on Equity besser ab als erwartet. Die vollständigen Zahlen für das zweite Quartal 2026 will Daimler Truck am 7. August veröffentlichen.

Bilder: Daimler Truck AG

11 Kommentare
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Trucker
21 Tage zuvor

yeah!!

Michael Sommerfeldt
21 Tage zuvor

Sehr schön – in den USA läufts halt, während der deutsche Sozialismus seit Jahren versumpft !

Pano
Reply to  Michael Sommerfeldt
21 Tage zuvor

Mit Autoritarismus kennst du dich aus, ne…

Sayerstein
Reply to  Michael Sommerfeldt
21 Tage zuvor

Ach Chris, dank dieses „Sozialismus“ kannst du den ganzen Tag diverse Foren mit deinen Sockenpuppen bespammen…

Ralf
Reply to  Michael Sommerfeldt
21 Tage zuvor

Bis vor ein paar Monaten war Nordamerika noch das Sorgenkind. Muss wohl der Sozialismus in den USA gewesen sein, den man letzte Woche abgeschafft hat…

Adnan
Reply to  Michael Sommerfeldt
21 Tage zuvor

der Sozialismus ist der Feind der Menschen seit der Erschaffung 1918.

Michael Sommerfeldt
Reply to  Michael Sommerfeldt
20 Tage zuvor

Sozialismus hat in der Weltgeschichte immer nur zu Zerstörung und Armut geführt – gerade Deutschland musste das bitterlich lernen.

Umso erschreckender, dass wir wieder auf diesem Pfad ins gesellschaftliche Verderben laufen !

Pano
Reply to  Michael Sommerfeldt
20 Tage zuvor

Gott sei Dank hast du das erkannt und wirst uns davor bewahren…

Cornelius
20 Tage zuvor

Schon krass, Daimler hat jetzt eine Marktkapitalisierung von 35 Mrd EUR vs. Mercedes 42 Mrd EUR. Wenn man allerdings bedenkt, dass Mercedes noch eine 50%ige Beteiligung an Daimler gehört und die abzieht, dann ist Mercedes nur noch 25 Mrd EUR wert, also deutlich weniger als Daimler. Mal schauen, wie das weitergeht, vielleicht übernimmt ja bald Daimler Mercedes.

Fries
Reply to  Cornelius
20 Tage zuvor

Mercedes hält 32,25% der Daimler Truck AG, also etwa 10 Mrd, ungefähr sind beide Unternehmen nach deinen Zahlen an der Börse gleich bewertet.

Uwe
Reply to  Cornelius
19 Tage zuvor

Bin mal gespannt ob man irgendwann zugibt, dass die abspaltung der trucks ein fehler war!