Stromknappheit in Ungarn gefährdet Produktion bei Mercedes

Die Dürre in Südosteuropa lässt die Donau-Pegel sinken – mit Folgen für die Stromversorgung. Ungarns Atomkraftwerk Paks, das normalerweise rund die Hälfte des Landesstroms liefert, arbeitet derzeit nur mit stark reduzierter Leistung. Auch im benachbarten Rumänien musste am Kraftwerk Cernavodă ein Reaktor abgeschaltet werden. Die Region wird knapp mit Strom versorgt – und Industriebetriebe müssen reagieren, allen voran die Autohersteller mit Werken vor Ort.

Produktion läuft normal weiter

Das Mercedes-Werk in Kecskemét gewinnt gerade zusätzliches Gewicht: Seit dem zweiten Quartal 2026 wird die A-Klasse schrittweise vom deutschen Werk Rastatt dorthin verlagert – auch die neue elektrische C-Klasse kommt von dort. Offiziell begründet Mercedes das mit der Flexibilität des Produktionsnetzwerks und Platzbedarf in Rastatt – niedrigere Produktionskosten in Ungarn dürften aber ebenfalls eine Rolle spielen.

Trotz der angespannten Stromlage betont Mercedes: Aktuell kommt es zu keinen Einschränkungen im Werk. Der Konzern beobachtet die Situation nach eigenen Angaben genau und steht in engem Austausch mit den zuständigen Behörden. Eine für diese Tage angesetzte, seit Langem geplante Produktionspause läuft nach Unternehmensangaben normal und unabhängig von der Energiekrise.

BMW: schon 15 Prozent weniger Verbrauch

Deutlich sichtbarer reagiert bislang BMW. Im neuen Werk Debrecen, künftiger Standort der Elektromodelle der „Neuen Klasse“, senkte BMW den Energieverbrauch bereits um rund 15 Prozent. Möglich macht das unter anderem eine über 50 Hektar große Photovoltaikanlage, die das Werk an Sommertagen tagsüber fast vollständig mit Solarstrom versorgt. Nachts und im Mehrschichtbetrieb bezieht BMW aber weiterhin Netzstrom. Ergänzend spart der Konzern kurzfristig bei Beleuchtung, Klimatechnik und Ladeinfrastruktur. Mercedes-Benz vcerfügt im Hauptbetrieb bislang keine vergleichbare, direkt angebundene Solar-Großanlage.

Rumänien zeigt, wie schnell es eskalieren kann

Wie ernst die Lage werden kann, zeigt Rumänien: Dacia und Ford Otosan legten ihre Produktion bereits bis zum 19. August still, was den nationalen Strombedarf um rund 200 Megawatt senkte. Ford verweist zwar auf lange geplante Werksferien statt auf die Energiekrise – dennoch macht der Fall deutlich, wie eng Autoproduktion und Stromversorgung in der Region derzeit verknüpft sind.

Noch kommen BMW und Mercedes in Ungarn ohne Produktionsstopp aus. Während BMW bereits aktiv gegensteuert, sieht sich Mercedes bislang nicht zu Einschränkungen gezwungen. Sollte sich die Netzlage weiter verschärfen, dürfte aber auch der wachsende Standort Kecskemét unter Druck geraten.

Bilder: Mercedes-Benz Group AG

36 Kommentare
Älteste
Neueste Meist bewertet
Dr. Alexander
26 Tage zuvor

Tja… Wie man sich Bettet

JM13
Reply to  Dr. Alexander
26 Tage zuvor

Tja. Es erinnert an Deutschland, wo es Gedankenmodelle gibt, nur zu produzieren, wenn die Sonne scheint und der Wind weht. Wie man es mit sich machen lässt.

Valk
Reply to  JM13
26 Tage zuvor

Wer hat denn so eine irre Idee? In Frankreich gehen übrigens auch die AKW aus wegen Wassermangel. Und das wird in den kommenden Jahren und Jahrzehnten nicht besser werden. Wind und Sonne produzieren gerade riesige Mengen Energie, wäre nur mal Zeit die Netze und vor allem die nötige Speicherkapazität aufzubauen, was man jetzt schon 20 Jahre vor sich herschiebt.

JM13
Reply to  Valk
26 Tage zuvor

Dann investiere doch in den Speicher und leg los.

D3P
Reply to  JM13
26 Tage zuvor

Also ich habe es gemacht. Habe jetzt 53 kWh Brutto Kapazität. Kostet heute auch nicht mehr viel.

GT Cabrio
Reply to  JM13
26 Tage zuvor

Tatsächlich gibt es in Deutschland einen Rekordzubau von Batteriegroßspeichern, und das ganz ohne Subventionen. Einfach, weil es offenbar ein ziemlich lukratives Geschäftsmodell ist. Allerdings gibt es einen massiven Stau bei der Genehmigung der Netzanschlüsse. Es scheitert also mal wieder am Netzausbau und an der Bürokratie …

Egon Müste
Reply to  GT Cabrio
26 Tage zuvor

Es ist Irrsinn. Aber das wirst du noch erfahren.

Egon Müste
Reply to  GT Cabrio
26 Tage zuvor

und so zerstört sich die Bundesrepublik selbst. Das ist ein Abriss mit vorheriger Ankündigung. Selbst ein Bein gestellt und warum nun nicht genehmigt wird? Sitzt da vielleicht schon niemand mehr?

Quenti
Reply to  JM13
24 Tage zuvor

Macht man doch vielerorts. Wird nur neuerdings durch die Regierung verhindert.

Man muss nur schauen welche Art Speicher und was sich lohnt.
An sich werden Speicher schon ewig gefordert, waren aber sehr lang völlig unwirtschaftlich. Durch die massiv gefallenen Batteriekosten, wird es nun wirtschaftlich.
Neue Solarparks baut man praktisch nur noch mit Speicher. Warum bei viel Sonne die Anlage abregeln weil der Strompreis bei 0ct liegt, wenn man ihn Speichern und abends für >10ct verkaufen kann?
Mittlerweile lohnen sich auch Großspeicher die den Strom aus dem Netz zwischenspeichern.

Einschränkung: Das ist alles für den Tagesverlauf. Es lohnt sich nicht den Strom über lange Zeit zu speichern. Dafür müssten die Anlagen viel billiger werden.

Ob sich das für ein Autowerk lohnt ist eine andere Frage. Die PV-Anlage wird vermutlich nur den Verbrauch decken und kaum/nie ins Netz einspeisen. Da speichert man also meistens nur am Wochenende Strom. Dürfte noch unrentabel sein – kann sich aber schnell ändern.

Egon Müste
Reply to  Valk
26 Tage zuvor

genau. Dann baue doch Speicher. Die werden sich nie rechnen. Aber das wirst du nach dem Bankrott herausfinden

Pano
Reply to  Egon Müste
26 Tage zuvor

Aber AKWs rechnen sich… nicht.

Egon Müste
Reply to  Pano
26 Tage zuvor

und ja sie sind die Energiequelle. Man hat sich selbst zerstört.

Pano
Reply to  Egon Müste
25 Tage zuvor

Hier, Egon. Wolltest du nicht mit deinen Flat Earth-Buddies mal wieder Um-die-Wette-Weitgucken?

GT Cabrio
Reply to  Egon Müste
26 Tage zuvor

Genau, deshalb stehen die privaten Betreiber in Scharen Schlange und warten auf Netzanschlüsse für Batteriegroßspeicher. Die wollen alle unbedingt bankrott gehen. 😉

Egon Müste
Reply to  GT Cabrio
26 Tage zuvor

finde den Fehler. Investoren werden geblendet und ja die werden den Bankrott erleben

dolphins1893
Reply to  Egon Müste
25 Tage zuvor

…wenn man mal so überhaupt keine Ahnung hat…

Egon Müste
Reply to  dolphins1893
23 Tage zuvor

dann outet man sich wie du

Marco
Reply to  Egon Müste
20 Tage zuvor

… man outet sich als Verstrahlter wie Deinesgleichen …

Matthias Sommerfeld
26 Tage zuvor

Mangelwirtschaft in Europa.
Strom ist alle.

Egon Müste
26 Tage zuvor

ahh, Elektroautos bauen und rufen der Strom ist alle.

Pano
Reply to  Egon Müste
26 Tage zuvor

Aah, Verbrenner kaufen und sich wundern, dass der Sprit teuer ist 😉

C@spa
Reply to  Egon Müste
25 Tage zuvor

Stimmt! Benzin und Diesel fallen vom Himmel.. so ganze ohne Strom!

Adrian
26 Tage zuvor

Aber die Grööönen! Ach ne warte, wir haben keine Sommerflaute. Unsere Solaranlage produziert mehr als wir je nutzen könnten…

Pano
26 Tage zuvor

Mei, es wird aktuell in Kekszement eine PV-Anlage gebaut, die ähnlich groß ist wie die von BMW in Debrecen. Dauert noch ein bisserl.

Michael Sommerfeldt
Reply to  Pano
23 Tage zuvor

Kekszement ? Das ist latent rassistisch.

Pano
Reply to  Michael Sommerfeldt
23 Tage zuvor

Sicher, Digger 😉

C@spa
26 Tage zuvor

Hä?! Wie jetzt… mir erzählen doch alle AFD/BSW Jonnys dieser Welt dass NUR KERNKRAFT das EINZIG WAHRE ist.. GRUNDLAST.. wir brauchen GRUNDLAST… Wind… Sonne.. alles Quatsch. Naja gut.. und Sommer war ja früher auch. Von daher, einfach weiter machen. 🙂

Fred
26 Tage zuvor

Der Industriestrom war in Ungarn trotz (oder wegen?) Atomstrom eh schon etwas teurer als in Deutschland (bevor manche durchdrehen, gerne googeln) und jetzt auch noch Dunkelflaute bei AKWs

Zuletzt editiert am 26 Tage zuvor von Fred
Jürgen
25 Tage zuvor

Karma

DüdoVans
25 Tage zuvor

Tja, das passiert halt wenn man in den Busch auswandert und die Ureinwohner ausnimmt….

Michael Sommerfeldt
Reply to  DüdoVans
23 Tage zuvor

Sehr rassistisch ggü. den Ungarn

Quenti
24 Tage zuvor

Ich verstehe generell nicht warum nicht praktisch alle Gewerbe- und Industriebetriebe sich PV aufs Hallendach schrauben. Unabhängig vom Klimaschutz hat das doch riesige wirtschaftliche Vorteile.

Wenn ich einen Betrieb habe sind Kostensteigerungen ein enormes Risiko. Schlagartig steigende Energiepreise können Geschäftsmodelle gefährden. Selbst wenn man nicht unglaublich viel spart ist das doch eine teilweise Versicherung gegen steigende Energiepreise. Das ermöglicht dem Betrieb in Krisenlagen besser durchzukommen als die Konkurrenz. Daher verstehe ich nicht warum da nicht viel mehr vorsorgen.

JMK
Reply to  Quenti
24 Tage zuvor

Naja, PV ist eben saisonal und Einspeisevergütung bekommt man kaum. Die Produktion ist aber ganzjährig und lässt sich nur moderat zeitlich verschieben. Aber immer mehr Firmen bauen (teils auch ohne PV) mittelgroße Speicher, das lohnt sich anscheinend, wenn man den Podcasts von Redispatch und Co. Glauben schenken mag.
Wenn jetzt noch für den direkten lokalen Verbrauch die Netzentgelte gestrichen oder reduziert werden, könnte das was werden mit der Energiewende. Bin schon gespannt, wie Gas-Kathi das unterbinden wird.

Zuletzt editiert am 24 Tage zuvor von JMK
Quenti
Reply to  JMK
24 Tage zuvor

Das ist alles richtig, ändert den Punkt aber nicht. Es stimmt – für die Einspeisungen lohnt sich eine solche Anlage nicht. Und natürlich schafft man keine komplette Autarkie. Nur warum muss es eine 100% Lösung sein?
Auch mit 60% oder gar nur 25% Anteil des Verbrauchs, reduziert man das betriebliche Risiko erheblich.

Man muss nicht bis Ungarn schauen. Mercedes hat in Sindelfingen ein 101MW Gaskraftwerk. Deren Energiekosten hängen also praktisch komplett am Gaspreis. Steigt der, wird unmittelbar die Produktion weniger wirtschaftlich. Hätten die viel PV könnten die im Sommer viel, sonst immer noch etwas sparen und hätten da konstantere Kosten.

JMK
Reply to  Quenti
24 Tage zuvor

Ja, wobei auf de factory 56 PV und Speicher installiert sind. Sollen immerhin 30% des Bedarfs decken. Derzeit braucht man aber für höhere Prozesswärme bspw. Beim Lackieren/Aushärten noch fossile Brennstoffe, soviel ich weiß.

Quenti
Reply to  JMK
23 Tage zuvor

Ist richtig so. Man kann auf das Kraftwerk nicht mal eben verzichten. Wobei ggf. nicht die volle Leistung gebraucht würde. Wird vielleicht mit der neuen Lackiererei nochmal besser.

Ging mir aber um die grundsätzliche Haltung. Je mehr man sich über erneuerbare absichert, desto weniger hängt man an Kosten globaler Rohstoffmärkte. Dabei ist klar, dass große Werke nicht allein mit PV zu betreiben sind.