Mercedes-Manager Schiebe erhöht Druck auf zwei Standorte

Ein Werk reicht offenbar nicht mehr. Im eskalierenden Machtkampf zwischen Mercedes-Benz und seiner Belegschaft hat Produktionsvorstand Michael Schiebe die Drohkulisse nun ausgeweitet – und rückt damit gleich zwei Standort-Kategorien ins Fadenkreuz: ein komplettes Fertigungswerk und die Zulieferbetriebe dahinter. Was als knallharte Verhandlungstaktik verkauft wird, nennen Insider offen „Erpressung“.

Mercedes-Manager Schiebe erhöht den Druck auf zwei Standorte

Der Trumpf in der Hinterhand: Ungarn

Der Hebel, mit dem Schiebe operiert, sitzt 900 Kilometer östlich von Stuttgart. Mitte Juli verdoppelte Mercedes die Kapazität seines Werks im ungarischen Kecskemét auf 400.000 Fahrzeuge – und Schiebe machte im Interview unumwunden klar: Die Produktion dort ist rund 70 Prozent billiger als in Deutschland. Arbeitskosten, Energiekosten, längere Arbeitszeiten, weniger freie Tage, weniger Krankheitstage – die Liste seiner Gründe liest sich wie eine Kampfansage an den Standort Deutschland selbst. Ob die Art der Verhandlung von Schiebe noch die feine Art ist, ist wenig fraglich.

Kecskemét ist längst kein Nebenschauplatz mehr: Dort läuft schon die elektrische C-Klasse vom Band, bald soll dort der elektrische GLC folgen – exklusiv gefertigt, während deutsche Werke zusehen (wie wir auch mehrfach schon berichtet hatten).

Mercedes-Manager Schiebe erhöht den Druck auf zwei Standorte

Die Drohung, die keiner offiziell ausgesprochen haben will

Nach Recherchen der „WirtschaftsWoche“ soll ein Mercedes-Vorstandsmitglied es Betriebsräten unmissverständlich vor Augen geführt haben: Kommt kein Entgegenkommen bei den Lohnkosten, entsteht ein neues Werk in Osteuropa – und ein deutscher Standort wird schlicht überflüssig. Ein Insider nannte das gegenüber dem Magazin eine „extreme Drohung“, ein anderer sprach unverblümt von Erpressung. Offiziell bestätigt ist nichts, dementiert aber auch nicht.

Und genau hier wird aus der Drohung ein Zwei-Werke-Problem: Eskaliert der Streit weiter, träfe es laut Berichten nicht nur ein Montagewerk (z.B. Rastatt oder Bremen), sondern auch die Komponentenwerke, die dessen Produktion überhaupt erst möglich machen – im Gespräch sind hier Untertürkheim und Hamburg. Als Standort für ein mögliches zusätzliches Osteuropa-Werk kursiert zudem das rumänische Sebeș, wo die Kosten sogar 82 Prozent unter deutschem Niveau liegen sollen.

Fünf Stunden mehr – für null Euro mehr

Am Verhandlungstisch liegt eine Forderung, die für Zündstoff sorgt: 40 statt 35 Stunden pro Woche, ohne einen Cent Lohnausgleich. Dazu stehen Weihnachts- und Urlaubsgeld zur Disposition – eine Sonderzahlung wurde bereits kassiert. Aufsichtsratschef Martin Brudermüller findet das „absolut zumutbar“. IG Metall und Betriebsrat sehen das naturgemäß anders – und verweisen darauf, dass eine solche Arbeitszeitverlängerung ohne Lohnausgleich rechtlich nur bei nachgewiesener Notlage zulässig wäre, nicht als Sparinstrument im laufenden Betrieb.

Mercedes-Manager Schiebe erhöht den Druck auf zwei Standorte

Lächeln beim Produktionsstart, Angst im Werk

Wie zynisch die Lage inzwischen wirkt, zeigte sich zuletzt ausgerechnet in Rastatt: Schiebe feierte dort öffentlichkeitswirksam und Lächelnd den Produktionsstart des neuen GLA – während im selben Werk die Angst vor der eigenen Schließung umging. Demnach rechnet sich selbst noch eine Werkschliessung in Rastatt, trotz kürzlicher Investion vor Ort für die Produktionsumstellungen auf ein neues Modell.

Eine klare Entwarnung gab es von Mercedes nicht. Verschärfend kommt hinzu, dass Finanzvorstand Harald Wilhelm erst kurz zuvor versichert hatte, eine Werksschließung in Deutschland stehe gar nicht zur Debatte – ein Versprechen, das durch die aktuelle Drohkulisse zur Verhandlungsmasse degradiert wird. Immerhin: Eine bis 2035 vertraglich zugesicherte Beschäftigungssicherung setzt der Drohung rechtlich enge Grenzen.

Symbolbilder: Mercedes-Benz Group AG

76 Kommentare
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Adnan
24 Tage zuvor

und vorher sollten alle die Giftspritzen nehmen damit sie nun öfters krank sind
und bei den Energiepreisen habt Ihr auch gejubelt
und bei den sinnfreien „Gesetzen“ habt Ihr auch mitgespielt

Nun sollen die Arbeiter die Zeche bezahlen? Das Spiel mit den „Gwerkschaften“ läuft seit 1918 so und niemand merkt wie Sie Euch verkaufen, verraten und auch noch ausbeuten.

dolphins1893
Reply to  Adnan
24 Tage zuvor

Ach Adnan…reden ist Silber, schweigen ist Gold.

S450
Reply to  dolphins1893
23 Tage zuvor

In seinem Fall sogar Platin.

Marco
Reply to  Adnan
24 Tage zuvor

Ist der Aluhut wieder verrutscht?!? *facepalm*

Stefan BY
Reply to  Adnan
24 Tage zuvor

Also das mit den Impfungen weis ich ja nicht 😀
Im Ausland wurde ja ebenso geimpft (z.B. Rumänien, Ungarn usw.)

Egon Müste
Reply to  Stefan BY
24 Tage zuvor

Dort hat doch niemand die Giftspritzen genommen – dies sind schlauer wie Ihr denkt.

Luke
Reply to  Adnan
24 Tage zuvor

Hat Geschwurbel hier schon immer Upvotes bekommen? Das ist ja verrückt

S450
Reply to  Adnan
24 Tage zuvor

Ruhig Brauner.

JM13
Reply to  S450
24 Tage zuvor

Ruhig Weißer. Die gegenseitigen Anschuldigungen und Diffamierungen nerven in diesem Forum.

XRT80
Reply to  JM13
24 Tage zuvor

DFTT hilft hier nicht und solcher Dreck erfordert Gegenrede, zumindest Spott.

kennt keiner
24 Tage zuvor

Ich nehme allen Mitarbeitern die Kaufkraft sich einen Mercedes leisten zu können und wundere mich dann das sich niemand mehr einen Mercedes kauft? Okay, kann man so machen…
Und wenn die Fahrzeuge dann in Osteuropa und Ungarn gefertigt werden, wo sehe ich das dann in den Verkaufspreisen? Diese sinken ja dann leider nicht um die ausgelobten 70% .
Ich kann über alles in Deutschland jammern, oder ich entwickle und baue Fahrzeug die ihren Preis auch wert sind. Und daran sind nicht all diejenigen Schuld die dafür jetzt die Opfer bringen sollen.

Michael Kauf
24 Tage zuvor

Abgesehen davon, dass 70 oder mehr Prozent weniger Kosten nicht glaubhaft sind, ist ein Mercedes so kein „deutsches“ Auto mehr. Teilproduktionen, kleinere Auslagerungen ok, aber so wie geplant passt das nicht!
Solange Gewinne erzielt werden und
Tantiemen ausgezahlt, gibt es keinen Grund für derartige Vorhaben! Ausser: die Gier (ist a ).
Schade um Deutschland…

Michael Sommerfeldt
Reply to  Michael Kauf
24 Tage zuvor

Korrekt – aktuell ist das Model Y das Deutscheste Auto – und deshalb auch so beliebt !

Michael Kauf
Reply to  Michael Sommerfeldt
23 Tage zuvor

Dieser Tesla ist nicht das deutscheste Auto, sondern das amerikanische Pendant zu MB-fahrzeugen, die zu.B. Vamet oder Magna produzieren.
Tesla haben amerikanisches Design, neue MBs wirken wie chinesische mit Stern- leider…

Michael Kauf
Reply to  Michael Sommerfeldt
23 Tage zuvor

Dieser Tesla ist nicht das deutscheste Auto, sondern das amerikanische Pendant zu MB-fahrzeugen, die zu.B. Vamet oder Magna produzieren.
Tesla haben amerikanisches Design, neue MBs wirken wie chinesische mit Stern- leider…

Flo
24 Tage zuvor

Wieviele Mitarbeiter im deutschen Werk kaufen wohl das Produkt Und wieviele im ungarischen Werk? Bzw wieviele davon können es sich leisten?

JMK
Reply to  Flo
24 Tage zuvor

In DE, Arbeiter: wenige – DE, Angestellte: einige
In HU, Arbeiter: kaum – H, Angestellte wenige

Wobei „kaufen“ de fakto gar nicht mehr stattfindet, außer ein paar Rentner und ein paar V-Klassen. Ich würde schätzen 99% Miete – d.h. die MBAG trägt das Veräußerungs- und Restwertrisiko.

Fred
Reply to  JMK
23 Tage zuvor

Der letzte Satz stimmt nicht ganz, das Auto wird bei der Rückgabe geschätzt und wenn die Leasingraten den Listenpreis minus Wertverlust nicht ausgleichen zahlt (via Einkommensteuer, brutto) der Mieter via Steuer die Differenz. Das kommt nicht oft, aber schon manchmal vor. Im Endeffekt verdient MB damit bis zu 3x an dem Auto. Erstmal die 12 Monate Mieteinnahmen durch den MA, dann beim Verkauf als junger Stern plus evtl. eine Finanzierung dessen bei der MB Bank.

Rainer
24 Tage zuvor

Hm, ja. Super ist das natürlich nicht.

Die Realität ist halt, dass die ganzen chinesischen Hersteller ihre Werke da bauen und die Elektroautos von denen halt auch ganz gut fahren.

Wenn an den Autos hierzulande keine Arbeitsplätze mehr hängen muss man sie wenigstens auch nicht mehr bei öffentlichen Aufträgen berücksichtigen. Und bei politischen Entscheidungen.

Egon Müste
Reply to  Rainer
24 Tage zuvor

Elektro ist aus – aber bis Ihr das versteht wird es noch etwas dauern. Es wird alles in die Fügung kommen. Auch wenn das im Inland erstmal etwas holprig werden wird.

Pano
Reply to  Egon Müste
24 Tage zuvor

Chlimm das mit dem Elektroautos. Wollen einfach nicht verschwinden. Es kommen sogar, Schockschwerenot, immer neue dazu…

JML
Reply to  Egon Müste
24 Tage zuvor

Ganz im Gegenteil. Verbrenner ist „aus“, wie Sie es sagen würden. Und das liegt nicht an der lokalen Politik oder irgendwelchen woken Jugendlichen sondern schlicht daran, dass der wichtigste Absatzmarkt beschlossen hat, mangels ausreichend Öl unter seiner eigenen Scholle alles zu elektrifizieren, was leicht elektrifizierbar ist, um die kostbaren fossilen Ressourcen für die Prozesse (und das Militär) zu sparen, die auf fossile Prozess-/Brennstoffe angewiesen sind. Und persönliche Mobilität gehört nicht dazu.

Rolf
Reply to  JML
23 Tage zuvor

Ah ein Absatzmarkt hat die Planwirtschaft beschlossen. Du benennst den Kommunismus beim Namen. Aber Kommunismus ist nich nirgends zu einem Erfolgsmodell geworden.

Und lass‘ Dir sagen: es gibt keine endliches Erdöl. Die zweihäufigste Flüssigkeit ist Öl, nur wer das weiß, der geht so Gauklern und Planwirtschafts Simulanten nicht auf den Leim.

Also fassen wir es zusammen: im Kommunismus sitzen „oben“ die Prediger die was von Verzicht erzählen und diese Prediger sind selbst mit AMG, Gucci, Rolex, Vuitton und Hermes unterwegs. Die sind gleicher wie die Gleichen.

Also rottet Euch zusammen. Aber wer was von Genossen und marschieren schreibt, der gibt sich als Kommunist zu erkennen.

Patrioten aller Länder, vereinigt Euch!

JML
Reply to  Rolf
23 Tage zuvor

Danke für die Herausstellung, dass die 中国共产党 (Zhōngguó Gòngchǎndǎng, dt.: „Chinesische *Kommunistische* Partei“) kommunistisch ist; das wusste ich bis jetzt nicht. Es ist aber auch egal.

Die chinesische Regierung hat schon vor längerer Zeit verfügt, dass die Elektromobilität in der Volksrepublik China aus den genannten Gründen gefördert wird, ob das vereinigten Patrioten passt, oder nicht. Entweder ist die europäische Autoindustrie in der Lage, attraktive und zeitgemäße Elektrofahrzeuge herzustellen, oder sie nimmt an dem mit 34 Mio. Zulassungen pro Jahr mit Abstand größten Automobilmarkt der Welt in absehbarer Zeit nicht mehr teil.

Und wie man mit einer Produktionskapazität von 6,2 Mio. Fahrzeugen p.a. in einem Heimatmarkt, der 3,2 Mio. Fahrzeuge pro Jahr abnimmt, zurecht kommt, sieht man aktuell in den Aussichten für die heimische Automobilindustrie.

JMK
Reply to  Egon Müste
24 Tage zuvor

Diesel-Dieter bist du es?

shaeussl
24 Tage zuvor

„Ob die Art der Verhandlung von Schiebe noch die feine Art ist, ist wenig fraglich“. Mittlerweile dürfte es auch dem letzten Mitarbeiter von Mercedes klar sein, wie die Lage ist. Auch MP Özdemir hat schon mit den anderen Autoländern einen Brandbrief nach Berlin und Brüssel geschickt, indem die Existenzbedrohung der europäischen Automobilindustrie skizziert wird. Aber einige Gewerkschafter und Politiker scheinen auf einem anderen Planeten zu leben. Als nächstes kommt sicher die Forderung die Industrie zu verstaatlichen und alle Mitarbeiter zu Verbeamten. Da finde ich solche Kommentare einfach deplatziert.

S450
24 Tage zuvor

Für eklatantes Missmanagement wollen sie die eigene Belegschaft über die Klinge springen lassen.

Bestreikt die Buden, bis es quietscht.

JMK
Reply to  S450
24 Tage zuvor

Da der Absatz derzeit schlecht ist, wären da Teile des Managements sicher nicht abgeneigt. Schließlich muss man Streikende nicht entlohnen.

Bis Ende der Friedensfrist im Oktober auf Halde bauen und dann abverkaufen. MA streiken und müssen nicht bezahlt werden.

Egon Müste
Reply to  S450
24 Tage zuvor

Die „Gewerkschaften“ sind doch die seit 1918 hier das Gift einbringen und sich die Taschen vollmachen

S450
Reply to  Egon Müste
24 Tage zuvor

Adnan, bist dus?

Horst
Reply to  S450
23 Tage zuvor

Das „Missmanagement“ wurde von den Grünenwählern durchgeführt. Jetzt muss die Firma und die Belegschaft halt dafür zahlen.
.
Augen auf, an der Wahlurne.

S450
Reply to  Horst
23 Tage zuvor

Bildungsferner Kulturkampf.

JMK
Reply to  Horst
22 Tage zuvor

Echt? Die Grünenwähler haben den 5 Jahresplan der chinesischen Regierung aufgesetzt, interessant, erzählen Sie uns bitte mehr…

DE hat unter der CDU Regierung 16 Jahre lang in der Hängematte gelegen, war bequem – für die meisten von uns. Konservativ ist aber eben oft Stillstand, während der Rest der Welt sich bewegt. Wenn die Zeiten gut sind, muss man für die schlechten Vorsorgen, das ist sehr, sehr schmerzhaft und wird deswegen eigentlich nie gemacht.

S450
Reply to  JMK
22 Tage zuvor

Marco und du sind ziemlich stabile Dudes.

Horst
Reply to  JMK
22 Tage zuvor

Die bildungsferne Grünen-Wählerschaft mit der „Ich weiß alles besser-Atitüde“ müßte wissen, dass die Umstellung einer ganzen Industrie auf neue Technik Jahrzehnte braucht, bis Forschung, Entwicklung und Produktion die Kurve bekommen … sonst fahren die Firmen vor die Wand.

Wenn geldgeile Firmenvorstände und noch geldgeiler Gewerkschaften ihre große Chance mit kurzfristigen Gewinnen sehen, wird sich das „immer“ als Bummerang erweisen … ob die Chinesen da einen 5_Jahrplan machen oder nicht, ist in dem Fall Scheißegal.

S450
Reply to  Horst
22 Tage zuvor

Unfug. Aber das weißt du sicher selbst. Es gibt halt Beharrungskräfte die stets an alter Technik festhalten, solang die Gewinne noch stimmen. Politischer Druck hat keine Änderung gebracht.. also brauchte es die Disruption von Musk und China.

Es ist ja auch nicht so, dass China uns die V8-Konkurrenten im AMG-Style um die Ohren haut.

Koppel den Marktzugang der Chinesen in die EU an die Bedingung die Buden für Europa in Europa zu produzieren und mach Technikjoint-Ventures zur Pflicht. Ist doch wie mit der Steuer auf den temu-müll.

Wenn die Staatsdumping betreiben, bis unsere Industrie umfällt, um dann die Marktpreise für einen Markt, den sie dann alleine bespielen, zu bestimmen, muss man dem nicht hilflos zusehen.

Das war mein letzter Kommentar in deine Richtung. Ich werde dich nicht weiter durch inhaltliche Auseinandersetzung mit deinem Schmafu aufwerten.

Marco
24 Tage zuvor

Er könnte auch nach Ungarn umziehen und ungarisch Gehalt bekommen

Rainer
Reply to  Marco
24 Tage zuvor

Das Absurde ist: je weiter es nach oben geht, desto kleiner werden die Gehaltsunterschiede zwischen den Ländern.

Steuertechnisch mag‘ sich da noch was bewegen und in Ungarn sind ggf. gewisse Teile der Lebenshaltungskosten günstiger. Dafür ist man halt in Ungarn und die Buddies sind 2000km oder wieviel auch immer weg.

Nico
24 Tage zuvor

Was ich nicht verstehe: Betriebe heulen immer über die hohen Energiekosten in Deutschland. Aber kaum einer nimmt das Thema selbst in die Hand. Niemand verbietet, große private Solar oder Windparks zu bauen und sich selbst zu versorgen…

JMK
Reply to  Nico
24 Tage zuvor

Doch Direktverbrauch ist teils mit hohen Auflagen usw. verbunden, das verhindert dies relativ effektiv (v.a. wenn man das Kraftwerk nicht direkt auf dem Werksgelände platzieren kann, sondern nur in der Nähe).

Gas-Kati wird sicher einen Teufel tun, um die Erneuerbaren zu stärken.

…aber andersrum, der Industriestrompreis ist in Ungarn nicht günstiger, da kann also nicht der Grund sein. Hohe Stundenkosten und hohe Fehlraten kann man eben leider nicht in Abrede stellen.

Egon Müste
Reply to  Nico
24 Tage zuvor

damit die Preise noch höher sind? Du versteht nicht im Ansatz wie hier alles gezielt gegen die Wand gefahren wird. Energie muss zuverlässig sein und unabhäninig von Tag oder Nacht und von Wind oder Flaute verfügbar sein

Eine Person
Reply to  Egon Müste
24 Tage zuvor

Komisch nur, dass dann hauptsächlich mit Bundesländer mit dem so stabilen Stromnetz aus viel Kohle und Gas gegen eine Aufteilung der Strompreiszonen in Deutschland sind da die Strompreise dann bei ihnen steigen würden wenn das nicht mehr durch erneuerbare Energien ausgeglichen werden kann…

JMK
Reply to  Egon Müste
24 Tage zuvor

Schau an, Egon ist für Batteriespeicher.

Driver
24 Tage zuvor

Das ist das Ergebnis der Links/Grünen Politik in Berlin. Deutschland schafft sich ab, Thilo Sarrazin hatte es bereits vorausgesagt, einige wollen es immer noch nicht wahr haben. Ich kann die Vorgehensweise des Vorstand absolut nachvollziehen!

Daniel
24 Tage zuvor

Sicht eines Schweizer (mit einem Augenzwinker zu verstehen): Die deutsche (Auto)-Industrie hat fette Jahre hinter sich, dies führte in Deutschland in all den Jahren leider dazu, dass die Gewerkschaften zu viel Macht erhielten und der Sozialstaat zu fest aufgeblasen wurde. Vorteil für die Beschäftigten: Überdurchschnittlich gute Arbeitsbedingungen…. Nachteil: Die Firmen können ihr Geschäft nicht mehr so einfach dem Weltgeschehen und der Wirtschaftslage anpassen.
Nun sind die fetten Jahre aber leider vorbei (und da kann man nicht nur die Schuld dem Management geben) und man müsste halt mal wieder etwas Arbeiten.

Zahlen aus der Schweiz:
Wir arbeiten idR. 42 Stunden die Woche
Haben gesetzlich 20 Tage Urlaub idR. 25
Wenn es für jemanden keine Arbeit gibt, wird ihm gekündigt (3 Monate Kündigungsschutz)

Das hört sich gegenüber den deutschen Arbeitsbedingungen zwar scheisse an. Aber ich würde mal behaupten, es lässt sich doch ganz gut leben und unsere Wirtschaft läuft.

Zuletzt editiert am 24 Tage zuvor von Daniel
S450
Reply to  Daniel
24 Tage zuvor

Wer kennt sie nicht: Die Große den Weltmarkt bespielende Schweizer Autoindustrie.

Snoubort
Reply to  S450
24 Tage zuvor

Dafür gibt es da ein paar andere…

Martin
Reply to  Daniel
24 Tage zuvor

Wenn ich das Einkommen eines Schweizers hätte incl. Der in der Schweiz üblichen Sozialleistungen, währe ich sofort dabei das auch hier einzuführen

Snoubort
Reply to  Martin
24 Tage zuvor

Das hängt alles zusammen, die höheren Nettogehälter sind die Folge aus einer Kombination aus niedriger Staatsquote (die wiederum das Ergebnis direkter Steuern in Kombination mit direkter Demokratie ist), hoher Arbeitsleistung und kurzen Kündigungsfristen (d.h. geringem Einstellungsrisiko). Linke Phantasien werden in der Schweiz genauso geträumt wie in D, aber gewählt wird stets rational.

Thomas
Reply to  Martin
24 Tage zuvor

Die Lebenshaltungskosten sind in der Schweiz aber auch höher. Haben Sie eine Ahnung was die Mieten in Zürich kosten?
Das ist genauso darüber zu schwadronieren wie billig der Sprit in Polen ist. 1,60 Euro mag bei dem im Vergleich hohen Westgehalt wenig sein. Für einen Polen ist das viel Geld

Rainer
Reply to  Thomas
24 Tage zuvor

Als ob München im Vergleich mit der Kaufkraft günstiger wäre. Hier ist wenigstens der ÖV top, so dass man sich nicht mit dem Auto zum Arbeitsplatz quälen muss.

Horst
Reply to  Martin
23 Tage zuvor

Wenn sie ihr Brutto (statt ihr Netto) ausgezahlt bekämen, würden sie sich ebenfalls wie ein Schweizer fühlen. Hier zieht ihnen das Finanzamt ca. 50 % für „unsere Demokratie“ und „unsere Solidartität für Dings und Bums in alle Welt“ vom Lohn ab.
.
Sollte ihnen ihr Salär in der Lohntüte zu gering erscheine, sollten sie bei der nächsten Wahl vorab das Kreuz an der richtigen Stelle machen, bevor sie ihren Zettel naiv in den Kasten werfen.
.
Mein Großvater pflegte immer zu sagen: Lernen durch Schmerz.

axxxtz
24 Tage zuvor

meine meinung: es gibt dinge auf der welt, die sind wichtiger als geld: ein verrat am eigenen land ist unentschuldbar und sollte entsprechend behandelt werden.

Zuletzt editiert am 24 Tage zuvor von axxxtz
JMK
Reply to  axxxtz
24 Tage zuvor

OK, würden Sie den „Verrat“ näher detaillieren? Das Kaufen eines chin. Autos? Die Verlagerung der Produktion in ein Niedriglohnland? Die Weitergabe von sensiblen Daten an Herrn Putin? Das Wählen der AfD?

All das schadet unserem Land, aber nur eines ist strafbar.

axxxtz
Reply to  JMK
23 Tage zuvor

also die politik mal außen vor: mercedes ist ein deutsches unternehmen und gehört fest zur deutschen geschichte / ist ein teil von deutschland. das darf man nicht einfach aus der hand geben, z.bsp. in form von abwanderung. das die politischen rahmenbedingungen dafür auch passen müssen ist natürlich ein anderes thema…

Bruno S
24 Tage zuvor

Werk Untertürkheim schließen? Dann müsste aber einige Fabriken neu oder massiv ausgebaut werden. Denn Gießerei und Achsproduktion in Mettingen, Getriebe und Batterien aus Hedelfingen Motoren und eAts aus Ut. Konzernzentrale etc…. Das verlagert man nicht so einfach.

Etas ist Blödsinn
Reply to  Bruno S
23 Tage zuvor

Anlasser kann man auch zukaufen (eTas wird niemand mehr benötigen)

Marco
Reply to  Etas ist Blödsinn
20 Tage zuvor

Du hast wohl einen Abschluss von der Baumschule oder?!

Michael Sommerfeldt
24 Tage zuvor

Krass, jetzt steht auch SiFi auf der Kippe !!!

Chedi Andermatt
Reply to  Michael Sommerfeldt
24 Tage zuvor

Da steht garnichts auf der Kippe. Möglicherweise wird die Pruduktion komplett nach Ungarn und Rumänien verlagert aber die Tankkarten bleiben in Sindelfingen.

Sternthaler
Reply to  Michael Sommerfeldt
24 Tage zuvor

wie denn das ? Sifi ? wohin “ heimlich verlagern“ in Rumänien von Chinesen in 4 Wochen ein Werk bauen lassen ? Oder in 3j das AUDI Werk in HN kaufen und lauter Ungarn dort arbeiten lassen ? HN würd es freuen ,-)

Marco
24 Tage zuvor

Wenn das wahr wird, ist die PKW Marke Mercedes-Benz für mich gestorben. Und da sollte jeder deutsche und vielleicht auch internationale Mercedes Fan solidarisch mit der deutschen Belegschaft sein. Nur so kann man den profitgierigen Managern Herr werden, weil 70% billiger werden die Fahrzeuge durch die Produktionsverlagerung garantiert nicht werden. Mit dieser Marke verbinden weltweit Menschen Qualität Made in Germany. Die Qualität hat in den letzten Jahren schon deutlich gelitten, wenn jetzt auch noch das Made in Germany Geschichte ist, sollte jeder Enthusiast der Marke seine Konsequenzen daraus ziehen!

Sternthaler
Reply to  Marco
24 Tage zuvor

Da ja angeblich die Lohnkosten nur 16% des ganzen Gewerkens Auto ausmachen müsste man ja deren 70% ( Ungarn) 80% ( Rumänien) nehmen von den 16% des Wertes eines KFZ, Ist also nicht ganz soooo viel.

JMK
Reply to  Sternthaler
22 Tage zuvor

Naja, eben der gesamte Gewinn. wenn man 16% x 70% = 11,2% eben der gesamte RoS (Return on Sales, Ziel laut Vorstand 3-5% in 2026). Man wäre in der Verlustzone und würde rote Zahlen schreiben. Glauben Sie dass dies ein sinnhafter Weg ist?

Thomas
24 Tage zuvor

Ola K, hat seine Strategie ich weiß schon gar nicht mehr wie oft geändert. Die Luxustrategie krachend gescheitert.
Aber das Grundproblem bei Mercedes sollen 5h die Woche sein? Sein Ernst?

Sternthaler
Reply to  Thomas
24 Tage zuvor

Mit “ Harter Hand “ geht man wohl gg die HO Regelung vor. Man merkt halt nichts. Ausgerechnet bei Arbeitszeiten die sicher in vielen alten Veträgen fix mit 35 h drinstehen soll eine Änderung klappen. Mir fehlt der Glaube.

Jöhrg
24 Tage zuvor

der Schiebeist ein reiner Karrierist, dem das Wohl der Firma null interessiert Deswegen ist er auch bereit das Band zur Belegschaft zu zerschneiden. Die Trümmer müssen dan später andere aufräumen. Hoffentlich bleiben die Mitarbeiter hart. Soll er doch die Fabriken schließen. Drohungen und Erpressung sind völlig inakzeptabele Methoden

Ben I
Reply to  Jöhrg
24 Tage zuvor

Naja, man muss der Realität schon ins Auge schauen. Ein weiter so kann es definitiv nicht geben.

Der Vorstand gehört nach diesen schlechten Entscheidungen in Modellpolitik und Strategie inkl. den krassen Designfails rausgeworfen und somit wären die Mitarbeiter für einen quasi Neuanfang bestimmt motiviert und auch bereit was abzugeben. Aber nur, wenn die Politik endlich mal die passenden Rahmenbedingungen für Industrie und Mittelstand in D schafft. Das kann doch nicht wahr sein, wir verlieren auch noch das letzte Fünkchen Stolz……..

Tobson
24 Tage zuvor

Die deutsche Automobilindustrie leidet unter einer Kombination aus hohen Kosten, Bürokratie, strategischen Fehlentscheidungen, China-Abhängigkeit, technologischen Rückständen, wachsendem globalem Wettbewerbsdruck und Rahmenbedingungen, die ihre internationale Wettbewerbsfähigkeit zunehmend belasten – und jetzt?

Mitarbeiter, Vorstand, Politiker, Gewerkschaft – alle raus! Sofort!

Sternfahrer2
24 Tage zuvor

Gut für Ola, dass er seinen Wadenbeißer noch schnell in den Vorstand holen konnte. Ein Karrierist durch und durch. Kurze Alibi CEO Episode bei AMG ohne was bewegt zu haben und schon im Vorstand.

Chedi Andermatt
24 Tage zuvor

Wie gesagt, ist mir alles egal. Der E53er Dienstwagen ist sicher und wird jetzt erst recht richtig getreten. Die Tankkarte muss sich ja auch richtig lohnen 😀 Was interessiert mich was mit irgendeinem Bandarbeiter passiert.

Marco
Reply to  Chedi Andermatt
20 Tage zuvor

Troll bitte woanders rum!!!

Alex
24 Tage zuvor

Der Typ war schon als AMG-Chef eine totale Fehlbesetzung, keine Langzeit-Strategie für AMG und nur seine eigene Karriere im Blick und nach nicht mal 3 Jahren wieder weg. Zum Ko……!! Ja, ich weiß, er hat den V8 wieder ins Spiel gebracht. Das hätte aber nach dem Feedback zum C63 S Eperformance nun wirklich jeder kapiert und umgesetzt..
Diese „Manager“-Type ist m.E. eines der Hauptprobleme unseres Landes.

JM13
Reply to  Alex
24 Tage zuvor

Am bescheuersten finde ich seine Entscheidung, den AMG 4-Türer als Technologieträger nur mit 11 kW AC-Laden anzubieten, obwohl alle günstigeren Mercedes Modelle auch mit 22 kW AC-Laden optional zu bekommen sind. Der Typ ist Mercedes unwürdig.

JMK
Reply to  JM13
22 Tage zuvor

Finde ich nicht. Klar wäre es nett 22kW zu haben,
aber AMG EA FahrerInnen haben in aller Regel alles drei:
(A) Eine Lademöglichkeit zu Hause (bei Pause von 22-6h also 88kWh)
(B) Eine Lademöglichkeit auf der Arbeit (Bei Arbeit von 7-19h also 132kWh)
(C) Eine Ladekarte um am HPC mit >300kW im Schnitt zu laden

Die einzigen Fälle, wo 22kW in meinen Augen Sinn macht:

  1. Keine Lademöglichkeit zu Hause/Arbeit, Laternenparker, Laden beim Einkaufen/Kino/usw. notwendig, muss aber schnell(er) gehen, weil ansonsten Blockiergebühren greifen.
  2. Gigantischer Verbrauch & große Batterie, bspw. der G580e, der kennt nur zwei Zustände Laden oder Fahren. Da muss man eben alles mitnehmen.
Horst
23 Tage zuvor

„Fünf Stunden mehr – für null Euro mehr“
.
Als es um die Einführung der 35 Stunden-Woche mit Lohnausgleich ging, waren den Gewerkschaften das Überleben des Unternehmens so etwas von egal ….. Hauptsache weniger arbeiten und mehr Geld.
.
Jetzt wird sich das Rad mehr oder weniger mit chinesischer Gewalt zurückdrehen. PUNKT.
.
Wem sein Job lieb und teuer ist, geht diesen Weg mit …. oder er wird vom Markt gefegt.